Ich glaube auch, dass viele Menschen aus Angst oder Unsicherheit sich nicht trauen, Hilfe anzubieten oder überhaupt mit so einer Familie in Kontakt zu bleiben. Ihr macht das richtig super. Auch mit den eigenen Kindern. Es ist nämlich auch wichtig, sich nicht selbst zu überfordern und auf sich zu achten.

    Da hast Du wohl recht. Mir fällt das Ganze heute noch unheimlich schwer. Ich muss ständig mit den Tränen kämpfen. Ich kann einfach nicht begreifen, dass sie nicht mehr da ist.


    Aber ich lass die Trauer auch zu und die Kids dürfen auch sehen wenn ich weine. Es tut mir nunmal auch weh, genauso wie ihnen. Habe meiner Tochter vorhin nochmal versucht zu erklären, dass nicht jede Operation so ausgeht. Dass es an ihrem Herzen lag, das einfach schon so lange krank war.


    Denn bei meinter Tochter steht nächstes Jahr evlt. eine Hüft-OP an und sie war heute früh, als ihr das wieder eingefallen ist, fast panisch vor lauter Angst. Ich hoffe, sie hat es verstanden.

    Es ist sicher auch wichtig, deiner Tochter zu erklären, dass eine Hüft-Op nicht lebensgefährlich ist, eine Herz-OP sehr oft. Ich würde für deine Tochter das ganz normale OP-Risiko herausnehmen, das macht ihr ja nur Angst und es ist auch zu kompliziert. Theoretisch kann bei jeder OP etwas passieren. Aber eine Herz-OP ist eine OP am lebenswichtigsten Organ, eine Hüft-OP nicht und ich denke, es ist wichtig, ihr das zu erklären, damit sie keine Angst mehr hat.


    Trauer und Tränen zuzulassen ist sehr wichtig für einen selbst und für die anderen. Gefühle rauszulassen ist immer besser als sie runter zu schlucken. Und wenn sie es bei dir sieht, weiß deine Tochter auch, dass sie es darf und dass es gut so ist.


    Ich kann mit dem Thema Tod gar nicht umgehen, ich fange schon zu heulen an, wenn ich das nur lese, obwohl es mich nicht betrifft. Aber wir hatten in 1,5 Jahren fünf Todesfälle in der Familie (d.h. der fünfte war ein Freund von uns, der sich umgebracht hat) und seitdem kriege ich bei dem Thema immer die Krise.

    Das glaube ich Dir gleich. :°_ Ist ja auch ganz schön heftig.


    Wir werden nachher losgehen und im Bastelladen Utensilien kaufen um eine Gedenkkerze zu machen. Dann können die Kids sie abends immer ein paar Minuten anzünden. Zwei Bilder hab ich heute auch schon ausdrucken lassen, die werden wir dazu aufstellen. Das war der Wunsch der Kinder.


    Und morgen werden wir dann eine ganz bunte, kindgerechte Kondolenzkarte basteln.

    Darf ich dir ein Buch empfehlen?


    "Baum der Erinnerung" ist ein tolles Buch und lädt zum Reden und Nachdenken an. Hat meinem Sohn auch wieder sehr geholfen, als sein Opa letzte Woche gestorben ist. Aber beim Vorlesen kommen einem auch die Tränen. Aber du sagtest ja, dass du auch vor den Kindern weinst, was ich übrigens wirklich gut finde. Viele versuchen ja ihre Trauer vor den Kindern zu verstecken.


    Tut mir übrigens sehr leid für die Kleine und ihre Eltern. Und auch für euch natürlich. :)- :)* :°_

    Wir haben durch die Arbeit meines Mannes das Glück, dieses Buch zu haben. http://www.zorgna.de/produkte/ich-denke-an-dich


    Das werde ich mit den Kindern die nächsten Tage durcharbeiten und gestalten.

    Heute früh wars für meine Tochter wieder ganz schlimm. Sie hat wieder viel geweint. Sie hat auch geäußert, dass sie aufgeregt ist und etwas Angst hat wegen der Trauerfeier morgen Nachmittag. Aber sie möchte unbedingt mit.

    Ich würde sie auch unbedingt mitnehmen. Es ist äußerst wichtig, auch den Kindern die Möglichkeit zum Verabschieden zu geben. Selbst wenn ein Kind in diesem Alter den Tod noch nicht richtig begreifen kann, so ist es doch klar, dass etwas geschehen ist, das unveränderlich ist. Sie kann besser begreifen, dass ihre Freundin nicht mehr da ist.


    Du bist pädagogisch ja so gut geschult, dass du ihr sicher altersgerechte Informationen geben kannst, was mit dem Körper und der Seele passiert.


    Wir haben unsere Kinder in jedem Alter (entwicklungsgemäß) über alles aufgeklärt: den Tod, den Sex und wie Leben entsteht usw.


    Ich wünsche euch viel viel Kraft für die Trauerfeier.

    Danke, das ist lieb.


    Ja ich denke ich konnte es ihnen altersgerecht erklären. Unserer Tochter mit 7 natürlich anders als unserem Sohn mit fast 10. Ich finde diese drei Jahre machen gerade nen großen Unterschied.


    Hab jetzt die Kondolenzkarte fertig und muss den Brief noch sauber schreiben. Ich bin so froh, wenn das geschafft ist.


    Ich hab schon mit meinem Mann ausgemacht, wenn eins der Kinder es in der Trauerfeier nicht aushalten sollte, dass er dann mit ihm oder ihr raus geht.

    Am wichtigsten erscheint mir, daß Deine Tochter in Deiner Begleitung Trauerarbeit leistet - auch Kinder benötigen dies -, indem sie bewußt von ihrer nunmehr verstorbenen Freundin Abschied nimmt. Vielleicht wäre es das beste, wenn Du mit Deiner Tochter bei der Beerdigung dabei bist: dies ist die angemessenste Form des Abschiednehmens.

    Ja natürlich sind wir dabei. Wir gehen morgen beide mit den Kindern zur Trauerfeier. Das hatten wir von Anfang an auch so vor. Nur zur Urnenbeisetzung werden wir nicht gehen. Das möchte die Familie im engsten Kreise machen. Aber wir werden später dann ein paar Blumen hinbringen.