Oh, dann wundert es mich nicht, warum es dir persönlich so schwer fällt. Da kommt das alte Trauma wieder hoch, es hat sich durch den Tod der Freundin wieder aktiviert, weil es evtl. nicht richtig verarbeitet wurde (ist mit 13 J. sicher auch sehr schwer).


    Hat deine Tochter keine Freundin, die so etwas wie eine beste Freundin ist und wo ihr den Kontakt vielleicht intensivieren könntet?

    Doch klar. Die Nachbarstochter ist gerade sehr viel bei uns, bzw. sie bei ihnen. Wir sind auch mit den Eltern enger befreundet.


    Ich hab gestern auch mal mit meiner Tochter gesprochen, da meinte sie in der Klasse will außer ihrer einen Freundin keine mit ihr spielen. Das Problem ist, dass da einfach schon so Grüppchen vom Kindergarten her entstanden sind, wo sie nicht mehr aufgenommen wird. Ich hab dann den Kontakt mit einer der Mamas gesucht, da ich mit ihr schon öfters Kontakt hatte. Sie meinte dann, dass ihre Tochter auch öfters von Lilly redet und sich manchmal sogar Sorgen um sie macht, da meine Tochter wegen einer Hüftdysplasie keinen Sport machen darf. Wir werden ne Lösung suchen, so dass sich die Mädels wenigstens ein Mal die Woche treffen können. Ist die andere Mama auch arg dafür.


    Ich hab Lilly dann erzählt, dass das andere Mädchen sie gerne zum Spielen treffen würde und sie so sehr mag, dass sie sich sogar manchmal Sorgen macht. Das hat sie sehr aufgebaut und sie hat sich rießig darüber gefreut! :)^


    Ja, bei mir das damals das war heftig. Es war Urlaubszeit und ich wußte er war weg in den Ferien und habe von nichts was mitbekommen. Im nächsten Konfirmationsunterricht nach den Ferien fragte uns dann der Pfarrer, ob wir zum Grab von ihm mit wollten. Ich hab das erst gar nicht geschnallt, was er meinte und war dann dermaßen geschockt, dass ich einfach meine Sachen genommen habe und nach Hause gerannt bin. Dort bin ich dann in den Armen meiner Mutter zusammen gebrochen. Sie hatten es nicht öffentlich gemacht und meine Mutter war auch total schockiert. Ich habe danach 3 Jahre gebraucht, bis ich es überhaupt zum Grab geschafft habe und die Musik-CD die damals für ca. 4 Wochen nonstop lief habe ich danach nie wieder angehört.

    Das mit den beiden Mädels hört sich super an, das würde ich auf jeden Fall verfolgen.


    Der Tod deines damaligen Freundes bzw die Umstände dessen hören sich ja furchtbar an, das tut mir sehr leid. Vielleicht kannst du das im Zuge der gemeinsamen Therapie mit deiner Tochter noch etwas aufarbeiten?

    Wäre vielleicht eine Möglichkeit. Es war damals auch schrecklich. Ich wußte zwar, dass er krank war, denn er hatte eine Narbe am Bauch, aber was genau er hatte weiß ich nicht. Ich vermute, dass es eine Art Autoimmunkrankheit war da mir später erzählt wurde, dass seine Bauchspeicheldrüse versagt hatte und er daran im Urlaub plötzlich verstorben ist.

    Eigentlich wollte ich mich morgen mit der Mama zum Kaffee treffen. Gestern hat sie allerdings abgesagt, da sie momentan wohl keine so lockere Gesellschaft wäre.


    Ich hab ihr geschrieben, dass ich es verstehe und ich dennoch für sie da bin, wenn sie reden oder schweigen will, auch wenn es nicht locker flockig ist.


    Einerseits ist die Adventszeit so schön, andererseits wird sie dieses Jahr einfach überschattet. Auf dem Wochenmarkt habe ich diese Woche ein wunderschönes Gesteck mit rosanen Wachsrosen und einem Engel gefunden. Ich musste sofort an die Kleine denken und habe es mitgenommen und werde es morgen zum Grab bringen. Dieses Jahr ist einfach alles anders. :°(

    Ja, es wird sicher noch sehr sehr lange dauern, bis solche Ereignisse und Feste ohne großen Schmerz und ohne große Trauer vorüber gehen. Wenn es für euch schon so schwer ist, mag wohl niemand ermessen, wie es für die Eltern sein muss. Es ist schlimm.

    Ich wollte heute das Gesteck auf den Friedhof bringen. In letzter Sekunde entschied sich dann meine Tochter mitzugehen. Ganz ohne Druck und Zwang. Sie fand das Grab sehr schön, aber sie war dann natürlich auch extrem traurig und hat herzzerreissend geweint.


    Leider war das Gesteck ein klein wenig zu groß für das Urnengrab und ich wollte mir nicht rausnehmen, was anderes umzustellen. Also bin ich vorher kurz alleine zu der Mama gefahren und hab es ihr gebracht. Sie hat sich sehr gefreut und fand es wunderschön. Sie meinte dann nochmal, dass zur Zeit alles sehr schwer ist. Ich kann das so gut verstehen. Ich hab ihr dann nochmal gesagt, dass ich jederzeit da bin und bin dann wieder gegangen.


    Ich hoffe sooo sehr für sie, dass sie das alles gemeinsam überstehen und vielleicht nächstes Jahr irgendwann wieder etwas fröhlicher sein können. :)* @:) :)-

    Ich denke, dass es der Mutter immer gut tut, Kontakt zu haben (wenn auch nur kurz) und zu merken, dass sie mit ihrem Schmerz nicht alleine ist und dass ihre Tochter nicht vergessen wird.


    Ja hoffentlich wird es für die beiden leichter - und für euch auch. Aber das wird sicher noch eine ganze Weile dauern.

    Mittlerweile ist wieder einige Zeit vergangen und man kann es fast nicht glauben, dass das Ganze bald schon ein Jahr her sein soll.


    Die Mutter der Freundin wollte neulich eigentlich auf meine Beiden aufpassen. Sie hat sich dann aber ein paar Tage vorher gemeldet und sich entschuldigt und gesagt, dass sie es einfach nocht nicht kann. Das war auch völlig ok. Ich hatte ihr von Anfang an gesagt, falls es doch nicht klappt nimmt mein Papa die Kids. Ich wollte sie nämlich nicht unter Druck setzen und das war wohl auch gut so.


    Seit ich wieder so viel arbeite haben wir leider nicht mehr so viel Kontakt, nur noch ab und an. Zeitlich haut es gerade irgendwie nicht hin mal ohne Kids nen Kaffee zu trinken. :-(


    Für meine Tochter ist es zur Zeit wieder extrem schwer. Die Therapie tut ihr gut, allerdings hat sie gerade sehr mit der kommenden Zeit zu kämpfen. Ende April hätte ihre Freundin Geburtstag gehabt und 9 Tage später hat meine Tochter dann Geburtstag. Die Tatsache, dass sie nicht mehr zusammen feiern können und sie einfach nicht mehr da ist macht ihr nach wie vor schwer zu schaffen.


    Neulich hatte sie nach längerer Zeit wieder einen Abend, an dem sie 45 Minuten ununterbrochen geweint hat, weil sie sie so sehr vermisst und sie so traurig ist, dass sie am Geburtstag nicht zusammen spielen können. Ich habe sie die ganze Zeit im Arm gehalten und hab dann mit ihr ausgemacht, dass wir ihrer Freundin zum Geburtstag dann einen Brief schreiben und falls sie nicht mit möchte, ich ihn auf den Friedhof bringe.


    Solche Abende kosten immer so viel Kraft. Ich hab mich danach emotional total ausgelaugt gefühlt und musste selber erstmal weinen, als meine Tochter dann im Bett war und geschlafen hat. :°(


    Diese Hilflosigkeit ihr diesen Schmerz nicht abnehmen zu können ist für einen selber manchmal echt nur schwer auszuhalten. :°(

    Nächsten Donnerstag wäre ihr Geburtstag. Kaum zu glauben, dass es schon fast ein Jahr her ist. Wir haben für den Tag alle Termine gestrichen. Ich möchte da für meine Tochter da sein. Es ist gerade echt schwer. Der Wechsel zwischen Trauer um die Kleine und die Freude auf den Geburtstag meiner Tochter wechseln sich ständig bei ihr ab. :-(

    Oh je, das tut mir leid, dass es immer noch so schlimm für euch ist. Die Verbindung der beiden muss sehr eng und tief gewesen sein. Aber die Trauer braucht Zeit und lässt sich nicht in ein Schema pressen. Es ist sehr gut, wenn deine Tochter weinen kann und wenn sie es rauslässt. Viele Kinder schließen das in sich ein und das ist viel schlimmer. Dass es für dich hart ist und dass es dir weh tut (in doppelter Hinsicht) kann ich gut verstehen.


    Wollt ihr am Geburtstag der Freundin etwas machen?

    Meine Tochter wollte ihr einen Brief schreiben und ich werde auf jeden Fall ein paar Blümchen besorgen. Ob sie dann mit auf den Friedhof kommt überlasse ich aber ihr. Zwingen werde ich sie nicht.


    Ich merke schon, dass ihr die Therapie hilft und es kamen auch andere Dinge zu Tage, die sie belastet. Wie die Situation mit ihren Hüften. Sie hat eine Hüftdysplasie und darf deswegen keinen Sport und kein Schwimmen mehr machen und das hat einiges an innerer Aggression ausgelöst. Irgendwo auch verständlich. Aber es ist jetzt stabil, der Orthopäde ist damit einverstanden, dass wir uns gegen eine OP entschieden haben und sie dürfte jetzt reiten. Jetzt muss ich nur noch einen Reitstall finden, der Therapiereiten macht, da man da natürlich vorsichtig ran gehen muss.

    Ja, das hört sich gut an.


    Oft ist es ja so, dass der Mensch ein oder zwei Dinge kompensieren kann, drei oder vier dann aber nicht mehr.


    Das Reiten tut deiner Tochter sicher sehr gut. Nicht nur körperlich, sondern auch seelisch. Ein Pferd ist ein tolles Tier. Für meine Tochter war das auch lange wichtig.


    Jetzt bekommt sie einen Hund, sozusagen für die Seele. Ich denke, der ist noch besser als das Reiten, weil er immer bei ihr ist. Sie hat auch viel Verlust- und Trennungsängste.

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