Mit dir und meiner Psychiaterin sind es schon zwei die denken, dass es ab Januar besser wird. Das hoffe ich wirklich. Habe jetzt vor einer Stunde eine Tablette eingenommen, damit ich etwas von meiner Trauer wegkomme. Hilft bis jetzt ganz gut. Nur muss ich aufpassen, dass ich nicht süchtig danach werde.

    Zitat

    Nur muss ich aufpassen, dass ich nicht süchtig danach werde.

    Das siehst du richtig. Deine Psychiaterin wird dich ja auch pharmakologisch beraten und dir sagen, wie du in akuten Notfällen mit der Medikation umgehen sollst. Emotionen haben eine evolutionäre Funktion, ich glaube nicht, dass sie unnütz sind. Man kann nicht weglaufen, sie nur betäuben.


    Pass auf dich auf, dass du es mit dem richtigen Maß an Aushalten, Medikamenten und Zuversicht überstehst. Du hast sehr viele Baustellen im Leben und sicher nicht so stabil und resistent wie ein Mensch in einem anderen Umfeld. Flucht hilft nicht, aber du musst dich auch nicht mit allem auf einmal auseinandersetzen.


    Wenn jetzt die Trauer wegen deinem besten Freund so groß ist, dann müssen andere Probleme einfach hintenanstehen. Alles zu seiner Zeit.


    Du schaffst das - in kleinen Schritten - ein Problem nach dem anderen. :)*

    Liebe Juli,


    ich kann dir 100% nachempfinden und wünsche dir von ganzem Herzen Jemanden an deiner Seite, der dir ein Ohr und somit viel Kraft schenken kann :°_@:)


    Mein bester Freund verstarb vor einigen Jahren ebenfalls unverhofft, was mir sehr zu schaffen machte. In der schweren Zeit half es mir, ein kleines Tagebuch zu führen, in dem ich alles niederschrieb, was ich nicht aussprechen konnte. Als es nach einigen Monaten etwas erträglicher wurde, suchte ich dann die Gespräche zu Freunden und legte mir eine Erinnerungskiste zu, in der ich Briefe, Fotos, das Tagebuch, Musik und andere Andenken aufbewahrte. An seinem Todestag und an seinem Geburtstag versuche ich zum Grab zu gehen, zünde eine Kerze an und schwelge in den Erinnerungen. Daraus hat sich für mich ein Ritual ergeben, dass ich auch heute noch brauche, weil es meine größte Angst war, sein Gesicht/ seine Person zu vergessen.


    Vielleicht hilft es dir ja ebenfalls ein kleines Tagebuch zu schreiben, um einen kleinen Anker zu haben :°_

    Teresal, es tut mir so leid, dass du das alles durchmachen musstest. :°_ Manchmal denke ich, der unverhoffte Tod ist das Schlimmste, was den Hinterbliebenen widerfahren kann. Doch wenn er eine schlimme Krankheit gehabt hätte, das wäre auch kaum zu ertragen gewesen.


    Leider ist er 400 km von hier beerdigt. Da kann ich leider nicht so oft zu seinem Grab. Und ehrlich gesagt, im Moment könnte ich es nicht ertragen. Wir haben keine Fotos zusammen, wir waren beide keine Fans von so etwas. Leider. Am Tag, als ich zu meiner Psychiaterin gefahren bin, sah ich jemanden, der ihm so ähnlich sah und ich schrie aus Leibeskräften, ob er verrückt ist, er soll sich gefälligst eine andere Frisur auswählen. Ich dachte wirklich, die wäre nicht mehr zu sehen. Zum Glück waren die Fenster geschlossen und mir wurde klar, dass es höchste Zeit war, sie aufzusuchen.


    Ich kann nicht mehr einkaufen gehen, ich kann dieses Weihnachtsklimbim nicht mehr sehen. Früher liebte ich es.


    Wie lange hast du gebraucht, um den Tod deines besten Freundes einigermaßen zu verarbeiten?

    Er hatte damals vor Ostern Leukämie diagnostiziert bekommen und erhielt im Oktober die benötigte KM-Transplantation, welche auch erfolgreich verlief. Da er damals ins Sauerstoffzelt musste, war der Kontakt leider nicht gegeben und durch die Distanz (250km) auch nicht immer jede Info sofort greifbar. Durch die Transplantation war sein Immunsystem sehr anfällig, sodass sich dann leider das Blatt von heute auf morgen wendete. Als wenn das noch nicht schlimm genug war, starb er natürlich auch noch an meinem 18. Geburtstag :-(


    Ich denke, egal wie Jemand von uns geht, diese Person wird immer eine große Lücke hinterlassen. Man merkt es besonders an den Feiertagen oder an Situationen, die man gemeinsam geteilt hatte. Wichtig ist, dass man mit der Zeit verstehen lernt, dass der geliebte Mensch kein Verlust im Leben darstellt, sondern eine Bereicherung. Das braucht viel Zeit und jeder hat da individuell seine Lösung, um besser verarbeiten zu können, aber ich kann dir garantieren, dass es leichter wird.


    Da es mir damals auch nicht möglich war, regelmäßig zum Grab zu kommen, habe ich mir den Geburts- & Todestag als feste Tage genommen, um ihn zu besuchen. Ich konnte damals erst nach 5 Monaten zum Grab gehen; fühlte mich dann erst stark genug. Das war dann leider nicht der Fall, weil ich da erst alles realisierte. Es hat mir aber auch sehr geholfen, etwas ruhiger zu werden und langsam zu verarbeiten. Dass du dich momentan noch nicht danach fühlst, ist nicht verwerflich. Jeder verarbeitet individuell und benötigt seine Zeit. Diese solltest du dir auch nehmen. Wenn du aber die Sehnsucht verspüren solltest, nimm dir eine Freundin oder einen Freund mit, die/der dich auffängt und mit dir noch was schönes vor Ort unternimmt. Mein Ex war mit mir zusammen auf dem Friedhof, danach waren wir noch in einem Café und haben uns von dem Bruder meines besten Freundes die Stadt zeigen lassen :-)


    Hast du denn Kontakt zu seiner Familie, die dir vielleicht ein Foto von ihm zukommen lassen könnte? Du musst es ja nicht bei dir zwingend aufstellen, aber ich bin irgendwann an dem Punkt gewesen, wo ich wirklich panische Angst hatte, ihn zu vergessen. Das fing mit seiner Stimme an und hörte mit seinem Gesicht auf. Mir tat es gut dann Fotos zu haben, um mich bei Bedarf auffangen zu können.


    Die Weihnachtszeit ist momentan wirklich unglücklich, aber wenn er im Januar gestorben wäre, wäre Weihnachten Monate später noch immer nicht zu ertragen. Vielleicht hast du hier eine Person, mit der du gemeinsam Einkäufe erledigen kannst?

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    Wie lange hast du gebraucht, um den Tod deines besten Freundes einigermaßen zu verarbeiten?

    Das ist zum Glück individuell und da solltest du dir auch keinen zeitlichen Rahmen setzen. Die ersten 2 Jahre habe ich regelmäßig geweint und nach 5 Jahren waren nur noch die Zeiten vor dem Geburtstag/ Todestag schrecklich für mich. Mittlerweile sind fast 12 Jahre vergangen, habe vielleicht 1-2 Momente, wo es mir schwer ums Herz wird, aber ich erinnere mich gerne zurück. Und dahin wirst du mit großer Sicherheit auch kommen. Nutze die Zeit zum Trauern und ganz wichtig: weine.

    Teresal, da hast du einiges durchgemacht und dein bester Freund auch. So eine Krankheit ist sehr, sehr schlimm und unberechenbar.


    Ja, mit seinem Bruder habe ich zum Glück regelmäßigen Kontakt und er hat mir schon versprochen, ein paar Fotos herauszusuchen. Ich denke, wenn ich sie sehe, wird es noch schlimmer werden und irgendwann, so hoffe ich, wird es besser werden und ich kann über unsere lustige Zeit lachen und dankbar zurückdenken. Im Moment habe ich mich ins Schlafzimmer zurückgezogen. Mir geht es sehr, sehr schlecht und das Forum tut mir auch nicht gut.


    Dir alles Liebe und viel Kraft.

    Verkriechen ist in deiner Situation mehr als in Ordnung, aber lasse dich nicht in ein schwarzes Loch ziehen. Das hätte er mit Sicherheit niemals für dich gewollt. :°_ Schreib, wenn du schreiben magst. Hier sind genug User, die dir zur Seite stehen werden. Alles Gute und für die kommende Zeit viel Kraft :)*

    Hey ich weiß wie du dich fühlst ich habe vor 5 Jahren meine besten freund verloren.


    Diese Reaktion war bei mir auch das ich verstummte und nur am weinen war.


    Du darfst es nicht in dich rein fressen.


    Ich habe knapp 5 Jahre jetzt mit nur 1 Person darüber gesprochen und merke das es falsch war.


    Heute hab ich den Mut gefasst und auch ein Text hier verfasst und bin glücklich das ich gute Meinungen bekommen habe und Hilfen. Und habe den Entschluss gefasst auch in Therapie zu gehen.


    Man sollte es niemanden verheimlichen auch wenn es für die kleinen schwer sein wird


    Ich wünsche dir viel Kraft @:)

    @ Teresal Danke der Nachfrage. @:) Mir geht es zur Zeit sehr schlecht, wenn ich ehrlich sein darf. Er fehlt mir jeden Tag mehr. Der Tag, an dem wir uns wiedergesehen hätten, rückt immer näher.


    Am 12.11. war der 3. Todestag meines Bruders, der sich erhängt hatte.


    Am 13.11. starb meine Freundin


    Am 14.11. Wäre mein Vater nachts fast erstickt. Er hat Wasser im Herzen. Und auch, wenn unser Verhältnis sehr schlecht ist, war ich geschockt. Zudem hatte mein Sohn gestern Firmung.


    Wenn ich ehrlich bin, habe ich panische Angst vor dem heutigen Tag.


    @ angel_crise24 Mein herzlichstes Beileid für dich. :)- Wie geht es dir nach fünf Jahren? Ist der Schmerz dann immer noch so brennend im Herzen und schmerzhaft an der Seele und der Magengegend? Ich weiß nicht, wie ich das verarbeiten soll. Wird es besser oder hört der Schmerz niemals auf?

    Es geht mir immer schlechter. Die Dosis meiner Beruhigungstabletten wurden mir vor wenigen Tagen erhöht. Ich nehme Mittel gegen Übelkeit ein. Und es wird immer schlimmer.


    Ist das noch normal? Ich dachte, es würde mit der Zeit leichter werden.