Hilfe bei psychischer & seelischer Trauerbewältigung der Kinder

    Hallo,


    leider ist die Mutter meiner Frau vor 2 Tagen verstorben. Auf Beileidsbekundungen bitte ich zu verzichten!


    Jetzt stellt sich uns die Frage, was psychisch und seelisch für die Kinder am besten und einfachsten zu vertreten ist, die Kinder sind 4 im Alter von 1, 6, 13 und 15.


    - Sollten die Kinder sich ein letztes Mal ein "schönes Bild von der Oma machen" können, auf der Todeswache?


    - Sollten die Kinder bei der Beerdigung teilnehmen?


    - Wie können wir die Kinder bei ihrer Trauer unterstützen, begleiten oder sogar erleichtern?

  • 2 Antworten

    Tag,


    gerade die beiden älteren würde ich selbst entscheiden lassen. Ich kam mit 17 das erste mal zu dem Punkt an dem ich das entscheiden musste. Ich habe mich damals, anders als der komplette rest meiner Familie, entschlossen, meine Oma lieber so in erinnerung zu behalten, wie ich sie kannte. Voller Lebensfreude und gut gelaunt. Ich wollte nicht als letztes Bild von Ihr haben, wie sie von fremden geschminkt im Sarg liegt. Daher sage deinen Kindern doch, das beides in Ordnung ist und stell sie vor die Wahl. Sollten sie hingehen wollen, geh mit ihnen hin, wenn nicht ist das auch OK.


    Bei der einjährigen musst du dir denke ich überhaupt keine gedanken machen, die wird das nacher (so blöd wie es klingt) eh nichtmehr wissen. Und mit der 6 jährigen würde ich erstmal allgemein ein Gespräch über den Tod führen, falls noch nicht passiert.


    Denk halt immer dran: Jeder trauert anders. Lass den Kindern ihre Art damit umzugehen. Sprich mit ihnen darüber, wenn sie es wollen.


    Alles Gute euch!

    Ich kann mich da meinem Vorredner anschließen. Kinder trauern unterschiedlich. Den beiden Großen wird bewußt sein was passiert ist. Überlasse ihnen die Entscheidung, ob sie mit zur Beerdigung möchten oder nicht.


    Beim sechsjährigen Kind ist die Frage, wieviel es schon über den Tod und das Sterben weiß. Vermeidet floskeln wie "sie ist eingeschlafen". Das könne dem Kind z.B. Angst vor den Nächten machen.


    Versucht einfach zu erklären, dass es der Lauf der Dinge ist, wenn die Menschen alt und evlt. krank sind, dass sie irgendwann sterben. Und dann würde ich nach dem Bauchgefühl gehen. Lasst das 6jährige selbst entscheiden, ob es mitkommen möchte oder nicht, aber haltet die Möglichkeit frei, bei der Beerdigung auch rausgehen zu können, wenn es zu viel sein sollte.


    Meine Tochter hat letztes Jahr kurz nach ihrem 7. Geburtstag ihre beste Freundin verloren. Das war auch sehr heftig und im Endeffekt hat sich erst ein paar Monate später herausgestellt, wie stark es sie beeinflusst hat. Seitdem ist sie in psychotherapeutischer Behandlung.


    Vielleicht hilft Euch der Faden ja weiter: http://www.med1.de/Forum/Trauer/704255/


    Euch viel Kraft für die kommende Zeit. :)*