Ich begreife es nicht,

    Hallo.


    Mein Cousin ist vor einem Monat bei einem Motorrad-Unfall ums Leben gekommen. Er wäre heute 23 Jahre alt geworden.


    Meine Tante tut mir so unendlich Leid. Vor 10 Jahren haben sie schon einmal einen Sohn verloren. Er wurde von einem Auto überfahren.


    Die Beerdigung letzten Monat war sehr schlimm für mich und die ganze Familie. Ich sah ihn im Sarg liegen und konnte es einfach nicht fassen! Sein Gesicht war durch die Verletzungen sehr entstellt. Ich glaube es immer noch nicht, dass er nie mehr wiederkommt. Eine Woche vor dem Unfall war ich noch bei ihm und wir blödelten zusammen rum und jetzt soll er plötzlich nicht mehr da sein?? Er war doch wie ein Bruder für mich. So ein liebenswürdiger und zuvorkommender Mensch. Sein Leben hat doch gerade erst begonnen.


    Ich dachte mit der Zeit werde ich damit klarkommen und es langsam aber sicher vergessen. Aber ich kann es immer noch nicht fassen...:°(

  • 6 Antworten

    @ Unbelievable

    Also erst mal vorweg. Es tut mir echt super Leid für deine gesamte Familie. In so einer Situation die richtigen Worte zu finden ist quasi unmöglich aber ich hoffe sehr für dich, dass du Jemanden zum reden hast, der dir Nah steht. Ich glaube, dass es bei der Verarbeitung solcher Schicksalsschläge sehr wichtig ist, dass du dich errinnerst. Denke an die schönen Zeiten die ihr hattet und geh an Orte an denen ihr zusammen wart. Versuch aktiv Abschied zu nehmen. Da der Tod so plötzlich kam konntest du dich nicht richtig von ihm verabschieden. Du wolltest ihm bestimmt noch sehr viel sagen. Als die Tochter von einer unserer Verwandten plötzlich starb, konnte sie auch keien Abschied nehmen. Sie hat ihr dann immer und immer wieder Briefe geschrieben mit allem was sie ihrer Tochter noch sagen wollte. Anschließend hat sie die Briefe dann zum Grab gebracht, was ihr offensichtlich sehr geholfen hat. Ich hoffe dass auch deine Familie einen Weg findet mit der Trauer ferfig zu werdern


    Viel viel Kraft dafür


    Queen

    Hallo unbelievable,

    Hast Du Angst, daß es ihm jetzt nicht gut geht? Nach seinem Tod? Die Angst vor dem Tod rührt daraus, daß es ein unbekanntes "Terrain" ist. Eine Grauzone also. Wie es dort ist, werden wir alle irgendwann erfahren.


    Wenn Dir die Situation über den Kopf wächst, dann nimm professionelle Hilfe in Anspruch. Wenn Du da einen Tipp brauchst, melde ich.

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    Vielen Dank

    für Eure lieben Worte.


    Es kam halt alles so plötzlich. Gestern noch zusammen rumgealbert und heute liegt er in einem Sarg ??! Dafür reicht meine Vorstellungskraft nicht aus...


    Wäre es ein Tod, der sich schon einigermaßen angekündigt hätte, z.B. durch eine schwere Krankheit, dann würde ich irgendwie damit leben können. Aber so plötzlich??

    @Caribo

    > Wie es dort ist, werden wir alle irgendwann erfahren.


    Wie es dort ist, wissen wir eigentlich alle. Wir können uns nur momentan nicht daran erinnern. :-) Oder anders ausgedrückt: Die Teile von uns, die das wissen, sind momentan nicht erreichbar...

    @unbelievable

    > Wäre es ein Tod, der sich schon einigermaßen angekündigt


    > hätte, z.B. durch eine schwere Krankheit, dann würde ich


    > irgendwie damit leben können. Aber so plötzlich??


    Man kann nie damit leben. Ich habe bspw. meinen Vater durch eine lange Krankheit verloren und aus meiner Sicht wäre ein plötzlicher Tod weit besser gewesen. Wenn es um den Verlust eines geliebten Menschen geht, ist jede Art die falsche...

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    Hallo Unbelievable,


    wie auch andere schon geschrieben haben es ist schwer die richtigen Worte zu finden nach so einer Situation.


    Mir hat nach dem Tod meiner Mutter dieses Trauergedicht sehr geholfen vieleicht hilft es dir und deiner Familie auch.


    Steh weinend nicht an meinem Grab,


    ich lieg nicht hier in tiefem Schlaf.


    Ich bin der Wind, der immer weht,


    ich bin Brillantgefunkel im Schnee.


    Ich bin die Sonne auf reifem Feld,


    ich bin im Herbst der Regen mild.


    Und wachst du auf in stiller Früh,


    flattre als Vogel ich in die Höh,


    zieh stumme, weite Kreise.


    Nachts bin ich der weiche Sternenglanz.


    Steh weinend nicht an meinem Grab,


    ich lieg nicht hier, weil ich nie starb.