Ich vermisse sie so sehr

    Myriam war eine meiner besten Freundinnen... Sie hat mir immer geholfen... Ich traf sie das letzte mal silvester 03-04... 11 tage vor ihrem selbstmord... gestern wäre sie 17 geworden, ich war an ihrem grab und ich dachte an unser letztes ICQ-Gespräch... es schnürte mir die kehle zu..ich hätte ihr helfen können...wollte gestern garnicht feiern gehen und tat es doch... als ich unseren alten freundeskreis wiedertraf kam alles wieder hoch... alle bilder, wo wir noch zusammen bei mir zuhause saßen... wie wir gelacht haben... nach 11 monaten bin ich rückfällig geworden... es war mein vorsatz für das jahr 2005 keine drogen mehr anzurühren und ich habs nicht geschafft... es war als wär ich einen berg raufgeklettert, hätte den gipfel fast erreicht...dachte an myriam und fiel rückwärts runter... ich weiss nicht wie ich damit umgehen soll, dass sie nun seit fast 2 jahren nicht mehr hier hist, mir nicht mehr hilft, nicht mehr mit mir lacht... durch den rückfall gestern habe ich meinen Freund sehr verletzt, er versteht es nicht... er hält mich für saudumm,. dass ich es wieder getan habe... dass myriam kein grund ist... er sagte BIS MORGEN und war weg... jetzt sitze ich hier vor´m pc anstatt jemanden anzurufen um mit jemand drüber zu sprechen und frage virtuelle leute nach rat.. menschen die mich nicht kennen, nicht wissen wie scheisse ich mich fühle... nicht wissen wie weh es tut.. es sind immer phasen in denen es mir auf einmal wieder richtig dreckig geht.. manchmal denke ich es wird schon wieder.. myriam ist tot.. sie kommt nicht zurück.. es lohnt sich nicht, sich selbst damit kaputt zu machen.. wiederrum gibt es tage wie gestern und heute an denen ich am liebsten zu ihr will.. ich will sie nur noch einmal umarmen... ich wäre niemals so böse zu ihr gewesen, wenn ich doch gewusst hätte, dass es das letzte mal ist, dass ich mit ihr spreche... ich mach mir solche vorwürfe und weiss dass sie berechtigt sind.. sie war immer gut gelaunt... am 9.1 haben wir zuletzt im ICQ gesprochen.. sie sagte ihr ginge es scheisse, sie kommt ins nachdenken... ich habs nicht so ernst genommen und bin nicht drauf eingegangen... wer hätte denn wissen sollen dass sie ihrem bruder in den tod folgt??? ich habe myriam gestern verletzt... mein rückfall fiel auf ihren geburtstag... ich habe mich selbst betrogen und meinem Freund scheinbar sehr weh getan.... ich weiss nicht was ich tun soll...


    Bonn – Als er die Zeilen im Tagebuch seiner Tochter Myriam (15) las, griff eine eiskalte Hand nach ihm. Umklammerte sein Herz. Ließ die nackte Angst in ihm hochsteigen. Und eine schreckliche Vorahnung – nach dem Selbstmord seines Sohnes Dennis († 18) sollte er jetzt auch noch seine Tochter verlieren.


    Heute ist der schönste Tag in meinem Leben, heute sehe ich Dennis und Marco wieder – diese Worte hat Myriam H. auf die letzte Seite ihres Tagebuchs geschrieben. Ihr Vater las es, weil er hoffte, im Tagebuch eine Antwort zu finden – denn: Myriam war plötzlich verschwunden. Einfach so. Spurlos. Und ohne etwas zu sagen.


    Wenig später kletterte die 15-Jährige auf einen Strommast am Aggerufer – und sprang in den Tod. Es war der gleiche Mast, von dem sich am 8. April 2003 ihr Bruder Dennis und dessen Freund Marco S. (21) stürzten. Die jungen Männer hatten ihren Suizid gut vorbereitet, sich sogar Socken zurechtgeschnitten, um besser auf den Hochspannungsmast klettern zu können. Eine unfassbare Tragödie.


    Doch warum? Und warum jetzt auch die kleine Schwester? Offenbar war Myriam nie über den Doppelselbstmord von Dennis und Marco hinweggekommen. Sie hing sehr an ihrem Bruder. Und zog sich nach seinem Tod offenbar immer mehr in sich zurück. Bis sie Dennis jetzt, neun Monate später, folgte. Wie viel Leid können Eltern ertragen? Als Myriam verschwunden war, suchten sie ihre Tochter. Erst am Grab des Bruders. Aber dort war sie nicht. Also machte sich der Vater auf den Weg zu dem Strommast. Vermutlich mit schlimmsten Vorahnungen. Und sie sollten grausige Realität werden.


    Denn er fand seine Tochter. Sie lag am Fuß des Masts. Für Myriam kam jede Hilfe zu spät. Wenige Meter von ihr entfernt lag ihr Fahrrad im Gras. Gegen 23 Uhr war die Kripo vor Ort. Die Beamten sperrten den Tatort ab, sicherten Spuren. Denn: Wie auch Dennis und Marco ließ Myriam in 20 Metern Höhe ihren Rucksack zurück. Zudem wurde ein Todesermittlungsverfahren aufgenommen. Polizeisprecher Harald Tams bestätigte dem Bonner EXPRESS aber auf Anfrage, dass die Polizei von Suizid ausgeht.


    "Die Welt ist leerer geworden" steht auf dem gemeinsamen Grabstein von Dennis und Marco. Bei ihnen wird jetzt auch Myriam ihre letzte Ruhe finden. Die Welt ist trostlos geworden.

  • 7 Antworten

    Melly, nimm Deinen Freund an die Hand und sag ihm bitte bitte alles was Du da geschrieben hast.


    Er wird Dir helfen können und er wird Dir helfen!


    Gib niemals auf. Tu's heute noch, so schnell wie möglich.


    Kein Zögern, kein Warten, handele! Nicht für Myriam,


    sondern für DICH. Viel Glück.

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    redrobin ich hab´s getan... Ihm ist´s egal... Er sagt er will nicht so eine haben, die sowas macht und vertraut mir in der hinsicht nicht mehr, wenn ich ihm sage dass es nicht vorkommt.. aber ich weiss, dass ich den scheiss nicht brauche... morgen krieg ich nen abschiedsbrief von myriam...nach 2 jahren...

    Hmmm, Melly


    Hab mal gerade versucht mir über Deine anderen Threads ein Bild von Dir zu machen.


    Eigentlich machst Du einen sympathischen Eindruck, wirkst locker flockig und alles andere als deprimiert.


    Die Geschichte mit Myriam geht Dir natürlich an die Seele.


    Was nachvollziehbar ist.


    Dazu noch Jahrestage, Erinnerungen, die hochkochen und verdrängte Gefühle wieder an's Tageslicht holen.


    Shit.


    Dein Freund ist Dir grad keine Hilfe. Schade.


    Ich kann mir vorstellen, dass Dir Kopf-Hoch-Sprüche auf den Senkel gehen.


    Trotzdem musst und wirst Du stark sein. Morgen und auch in Zukunft.


    Der Brief (gibt's einen Grund, warum Du ihn gerade morgen kriegst? Warum so spät?) wird Dich morgen in ein Loch reissen.


    Aber da kommst Du durch.


    Du musst da durch kommen.


    Schmeiss Dein junges Leben nicht weg, ist zu kostbar.


    Es ist nie zu spät, auch morgen nicht.


    Und lass die FInger von den Drogen. Sie werden Dir niemals helfen, niemals.


    Wir kennen uns nicht, aber ich schick Dir mal ne Umarmung.


    Einfach so. Ich denk morgen an Dich. Halt durch.


    :°_

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    Noch was...


    Myriam hat ihr Leben beendet, weil sie nicht mehr weiter leben wollte.


    Aber Du bist nicht Myriam, Du hast Dein Leben.


    Halt es fest. Für Dich.

    Melly18

    Das tut mir sehr Leid. :°_


    Trotzdem solltest du dich auf keinen Fall runterziehen lassen. Ich weiß wovon ich spreche.


    Schon gar nicht von diesen Drogen.


    Ich empfehle dir den Gang zu einem Psychologen und vielleicht auch zu einem Psychiater, um von deiner Sucht loszukommen und mit der Situation besser fertig zu werden. Die können dir gut helfen.


    Ich kann deinen Freund zum Teil verstehen.


    Er hat Angst. Würde meine Freundin Drogen nehmen, wäre ich auch verschreckt und unsicher.


    Bitte begib dich zu Experten


    Alles Gute