Ich war auf der anderen Seite

    Hallo Med1 Gemeinde,


    vielleicht passen meine Worte hier in dieses Thema nicht rein, aber vielleicht lest ihr es doch.


    Trauer und Abschied nehmen von einen Menschen ist schwer und schmerzt, es tut aber auch weh wenn man selbst über sein eigenen Tod ( Nahtoderfahrung ) nicht sprechen kann, weil es für viele wohl ein Tabuthema ist. Soweit erst mal.....


    Vielleicht findet sich hier jemand der auch diese Erfahrungen gemacht hat und sich mir anschließen will, um Erfahrungen aus zu tauschen.


    Durch einen Verkehrsunfall bin ich Tod gewesen, alles was einige Tage vorher geschah waren schon Anzeichen dafür. Jetzt aber der Reihe nach.


    Das Osterfest stand vor der Türe, das Wetter war in diesem Jahr wunderlich warm, also da der Karfreitag sich von seiner besten Sonnenseite zeigte grillten wir mit ( Freundeskreis) Fisch. Am nächsten Tag zeigten sich Symptome bei einigen das auf eine Vergiftung hindeutet. Mir wars egal, mir gings prima, dachte, jetzt fahr ich zu meiner Freundin und hol sie ab. Dort angekommen kam mir schon ihr Vater entgegen und berichtete mir das sie krank sei, also habe ich kurz mit ihr geredet und bin dann wieder gefahren.


    Dachte noch, prima das es mir gut geht und nur die anderen Krank sind, so brauste ich mit dem Auto über eine Landstrasse bis mir ein Auto entgegen kam, reflexartig steuert ich das Auto nach links, in dem Moment sauste das andere an mir vorbei, steuerte nach rechts und ich bemerke noch wie mein Fahrzeug in einangrenzendes Feld schoß und anfing sich zu überschlagen. Ich bemerkte einen Luftzug, im nachinein stellte sich heraus das ich aus dem Auto geschleudert wurde, dann wurde es Nacht um mich.


    Ich weis nicht wieviel Zeit vergangen ist, doch auf einmal fühlte ich mich so glücklich, frei, sorglos, zugleich bemerkte ich das ich aus meinen Körper schwebte, langsam und voller Liebe schwebte ich über mir, sah die Menschen die sich um mich bemühten, die Dinge getan haben die ich gar nicht mehr wollte. Langsam schwebte ich immer höher über mir, umso höher ich kam um so glücklicher fühlte ich mich. Irgendwann war es Nacht, nur die Schwärze umgab mich und ich fühlte das ich schwebte, zugleich aber mich wohl fühlte, bemerkte eine wohltuende, vollkommen Liebe die mir entgegengebracht wurde. So schwebte ich durch die Nacht, man kann es wirklich Tunnel bezeichnen, bis ich weit weg von mir entfernt ein weises Licht sah, es strahlte alles aus was man mit Liebe bezeichnen kann, so empfand ich es jedenfalls. Dem Licht kam ich immer näher, mein anderes Leben spulte sich in gefühlte Sekundenschnelle vor mir ab, so als wäre dies die letzte Erinnerung daran. Das Licht wurde immer größer, wärmer, liebevoller, man kann es auch nicht beschreiben wie es ist, so konnte ich in das Licht eintauchen und im diesem Moment wurde mir klar, hier bleibst du, hier ist dein Platz, hier gehörst du hin. Plötzlich hörte ich Stimmen die nach mir ruften, ich sollte weiter gehen, komm weiter hier ist dein Platz, wurde immer wieder gerufen. Dennoch wurde ich ruckartig aus diesem liebevollen Licht gerissen, gefühlte Sekundenbruchteile zog es mich durch die Nacht ( Tunnel ) wieder zurück, zurück in meinen Körper, ich spürte noch wie ich in meinen Körper wieder eintrat, das dann mit Schmerzen verbunden war, in dem Augenblick schlug ich meine Augen auf und sah den blauen Himmel. Man hatte mich reanimiert, man hatte mich wieder ins Leben zurück geholt, leider.


    Das verrückte daran ist das ich jeden einzelnen Menschen die sich um mich bemüht haben, beim Namen kenne, ich weis Details von der Rettung, die man selbst nie wissen kann und nie mit anderen darüber gesprochen habe.


    Ich weis aber heute, das der Tod nicht das Ende ist, unsere Seele lebt weiter in einer anderen Sphäre oder wie auch immer das nennen will. " Dort oben " ist die vollkommene Liebe, man ist losgelöst von all den irdischen Zwängen. Niemand braucht Angst zu haben, niemand braucht Zweifel zu haben, es geht weiter.


    Viellicht ist hier jemand den diese Zeilen gut tun, vielleicht kann man da durch auch ein wenig Hilfe geben, freuen würde es mich.


    Euch allesl liebe,

  • 348 Antworten

    Hallo,


    Deine Erfahrung teilen kann ich nicht, aber was Du schreibst, deckt sich mit sehr vielen Berichten über Nahtoderlebnisse, die ich schon gelesen oder gehört habe. Aus diesen vielen Berichten hat sich meine Vorstellung gebildet über das, was nach dem Tod mit uns passiert oder passieren könnte. Und ja, ich finde den Gedanken beruhigend.


    Hat dieses Erlebnis Dein irdisches Leben und Dein Denken verändert? Wenn ja, inwiefern?

    @ Mollienchen

    Ja, Mollienchen, mein Leben hat sich dadurch sehr verändert, wobei ich dazu sagen muß das es schon eine lange Zeit her ist. Seit dieser Zeit lebe ich bewußter, mein Glaube hat sich verändert, meine Lebenstil hat sich verändert, beschäftige mich seit dieser Zeit mit dem Tod, denn er gehört zu unserem Leben. Meine Einstellung zum Tod hat sich grundlegend geändert, Ängste kann ich sehr gut bewältigen, bzw. lasse sie nicht mal Ansatzweise zu. Naturlich ist Literatur mein Lebensbegleiter geworden. Ich seh den Tod als ein nächstes Leben.


    Gruß

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    Was ich vielfach gelesen/gehört habe, ist, dass Menschen mit so einem Nahtoderlebnis sich in ihrem weiteren Leben der Banalität einiger Dinge, die sie vorher für schlimme Probleme gehalten haben, bewusst geworden sind und dadurch entspannter wurden.


    Ist das bei Dir auch so?

    @ Mollienchen

    Ja, man sieht das Leben entspannter, Probleme des Lebens sieht man mit anderen Augen, vieles nimmt man bewusster wahr, akzeptiert es so wie es ist, man Kämpft nicht verkrampft daran an. Selbst bin ich nicht mehr fixiert auf das eigene Leben, man sieht viele Dinge, Geschehnisse im Leben, mit einer gewissen gelassenheit an, nimmt sie so wie sie sind. dadurch wir das Leben auch Lebenswerter.


    Gruß

    Also meine Meinung nach existiert das ganze nicht wirklich. Das was sich da abpielt, ist medizinisch und psychologisch zu erklären- die Nahtoderfahrung ist ein Schutzmechanismus,damit die Seele nicht zerbricht.


    Das ganze klingt zwar sehr fachwissenschaftlich, aber es macht einfach Sinn und ist nachweisbar.


    In dem Moment, in dem du aus dem Auto geschleudert wurdest hat dein Unterbewusstsein registriert, dass du höchstwahrscheinlich starke Verletzungen davon trägst und daran sterben wirst. Als dann wirklich die physiologische Reaktion auftrat (aka starke Verletzungen, Sauerstoffgehalt sinkt, uU. Blutverlust etc.) wird in dir eine Uremotion aktiviert,nämlich die Todesangst, und um das abzumildern (ähnlich dem Schockeffekt) betäubt der Körper dich mit körpereigenen 'Drogen' (leichtigkeitsgefühl, schweben, etc.) und es wird ein bestimmter Bereich im Gehirn aktiviert (per mrt einsehbar), der dir dieses 'Programm' abspielt, in dem du mit deinem Leben in 'liebe' abschließen kannst.


    Das heißt nichts anderes, als das DEIN Körper noch lebt und dich langsam und behutsam in den voraussichtlichen Tod schicken 'will' (die Evolution 'will' ja nichts, sei dazu gesagt).


    Diese Erinnerungen an Retter, die Namen, Kleidung etc. sind währenddessen in dein Unterbewusstsein angelangt, haben aber noch nicht dein Bewusstsein erlangt und werden so abgespeichert, dass sie noch später ins Bewusstsein treten können, für den Fall, dass du überlebst. In diesem selbigen Moment jedoch geht es um die emotionale 'Todesvorbereitung', mehr nicht.


    Wenn du überlebst, werden einige Erinnerungen dem Bewusstseinsmechanismus zugeführt und es wirkt so präsent,als hättest du von Anfang an ein Bewusstsein dafür gehabt- das ist jedoch nur Trug.


    Tja, letztendlich ist es aber auch eine Glaubensfrage.Ich habe so im Studium gelernt und es ist auch, wie gesagt,zum größten Teil medizinisch nachweisbar. Zudem geht es konform mit aktuellen Emotionstheorien.


    Hat aber kein Anspruch auf die totale 'Wahrheit'.

    Wenn Nahtoderlebnisse als so wunderbar erlebt werden und als Einblick in ein jenseitiges Leben interpretiert werden, dann frage ich mich, ob es nach solchen Erlebnissen häufig Selbstmorde gibt bzw. warum nicht.

    Manche Menschen nehmen als Argument dafür, dass solche Erlebnisse ja nur durch Botenstoffe etc. ausgelöst werden, dass ja jeder dasselbe oder zumindest ein sehr ähnliches Nahtoderlebnis hat. Könnte man genauso gut als Argument dafür nehmen, dass eben nach dem Tod jeden das gleiche erwartet und es nach dem Tod eben für alle so aussieht wie erlebt. Insofern…


    Angeblich kann man ja so ein Nahtoderlebnis auch künstlich herbeiführen durch irgendwelche elektrischen Impulse, und zwar ohne dass die Person dem Tod jetzt wirklich nah sein muss, das spräche wieder für eine rein körperliche Ursache.


    Aber möglich ist ja auch, dass sich beides vermischt. Dass körperliche bzw. Hirnreize einen überhaupt erst in den Zustand versetzen, den Körper "verlassen" zu können.


    Ich bin in dieser Hinsicht Agnostiker und halte beides für möglich: Dass man tatsächlich aus seinem Körper heraustritt und Einblick in das "Jenseits" hat, aber auch, dass das Wahrgenommene – oder zumindest Teile davon – Folge irgendwelcher körpereigenen Drogen sind. So oder so ist es ja anscheinend ein überwältigendes, prägendes Erlebnis, das die Aussicht auf den Tod leichter macht – mir zumindest.

    @ H.Barbin

    Weil man vielleicht "drüben" vermittelt kriegt, dass Selbstmord aus diesem Grund Schmarrn ist. Und weil man ja weiß, früher oder später kommt es, da kommt's auf ein paar Jahre nun auch nicht mehr an, es läuft ja nicht weg.

    Ich halte nichts davon für alles Erlebte und alles Geschehene immer eine wissentschaftliche Erklärung finden zu müssen, bzw. zu wollen. Ich persönlich weiß nicht ob es tatsächlich ein Leben nach dem Tod gibt, aber ich weiß auch nicht ob es das nicht gibt. Skeptiker werden immer Beweise dagegen finden, denn wie soll man deren Gegenbeweise widerlegen. Ich selber weiß nur dass ich persönlich schon viele Dinge erlebt habe die mich an der Wissenschaft zweifeln lassen. Und deswegen "freue" ich mich für mylife 25 dass er erleben durfte was er erlebt hat. @:)

    Ich persönlich frage mich, sofern es nur körperliche Reize sein sollten, welchen evolutionsbiologischen Sinn so ein Nahtoderlebnis denn haben soll?


    Eigentlich keinen.


    Unsere Körper ticken da ja nicht anders als noch zu Urzeiten der Menschheitsgeschichte, sprich, unser Körper weiss nicht, das wir inzwischen im 21. Jahrhundert, mit Reanimationsmöglichkeiten, angekommen sind.


    Für den Körper ist somit klar, er stirbt.


    Versteht hier jemand wie ich das meine?

    Es gibt einen Spruch der wie folgt lautet:


    "Trennung ist unser Los, Wiedersehen unsere Hoffnung"


    Aus meiner Sicht beinhaltet er das realistische auf den Tod und etwas das den Tod überflügelt, vielleicht auf die endgültige "Einheit" der Seele und auf ein Wiedersehen mit den Verstorbenen.


    Jeder glaubt, wie er zu glauben bereit ist.

    Ich danke Dir mylife25,


    Ich finde Deine Erzählungen wirklich tröstlich.


    Ich war schon immer gefesselt von solchen Berichten.....als ich, völlig überraschend, mit einem Todesfall im engsten Familienkreis konfrontiert war, habe ich sie dann verschlungen.


    Es wird immer eine Frage des Glaubens sein. Oft wird von Kritikern jedoch übersehen, dass es gerade auch Naturwissenschaftler gibt, die in Nahtoderlebnissen mehr sehen, als chemische Prozesse im Gehirn. Ich war beispielsweise mal bei einem Vortrag von Prof. Dr. Ewald. Sehr interessant! Die größten Naturwissenschaftler waren sowieso immer die, die sich der Endlichkeit ihres Wissens stets bewusst waren ;-).


    Überzeugend finde ich persönlich, dass viele Menschen mit Nahtoderlebnissen von Dingen berichten, die sie zuvor gar nicht gewusst haben können.

    Ich finde den Pessimismus hier echt schade. Natürlich ist das eine irre Erfahrung die man wissenschaftlich zu erklären sucht. Aber das ganze Dasein ist doch der pure Wahnsinn! Also warum sollte es nach dem Tod nicht weitergehen?


    Selber hab ich da keine bestimmte Neigung oder Glauben. Ich warte ab – werds sicher erfahren o:)