Zitat

    Kann dann keine Bestattung stattfinden?

    Doch, natürlich. Zur Bestattung braucht es selbstverständlich Sterbeurkunden. Um diese zu erhalten braucht man die genannten Urkunden (um den Familienstand eindeutig belegen zu können, also ledig, verheiratet, geschieden, verwitwet). Fehlen Urkunden, wird eine "vorläufige" Beurkundung durchgeführt, die Beurkundung wird dann "zurückgestellt". Mit diesen unvollständigen Sterbeurkunden (in denen steht welche Angaben fehlen) kann und darf der Verstorbene beerdigt werden. Hinterher sollte man aber dafür sorgen das die fehlenden Urkunden nachgereicht werden, sonst hätte man im Zweifelsfalle keine Sterbeurkunden.

    Das ganze kann richtig kompliziert werden. Wenn z.B. im Ausland geboren oder geheiratet oder geschieden oder verstorben. Dann braucht man beglaubigte Übersetzungen. Manchmal auch Angaben zur Namensführung (wenn Namen eingedeutscht wurden nach dem Krieg) usw.


    Dann ruf mal bei einem polnischen Standesamt an weil du eine Geburtsurkunde brauchst... ]:D Für solche Fälle gibt es auch das "Standesamt 1" in Berlin, dass manchmal solche Urkunden führt.


    (Richtig alte Urkunden, von vor über 100 Jahren, findet man oft beim Landesarchiv in Berlin. Das braucht man aber höchstens zur Ahnenforschung.)


    Einige besondere Fälle, die ich schon hatte:


    Einmal hatte jemand kein Geburtsdatum. Der wusste tatsächlich nicht wie alt er war oder wo geboren, da er als Kind in den Kriegswirren aufgefunden wurde ohne Papiere.


    Oder ein Fall wo jemand seit Jahren in Australien (mit deutschem Pass) lebte, hier mit seiner Freundin seine Familie besuchte und verstarb. Das er in Australien mal verheiratet und geschieden war, haben wir dann "vergessen" anzugeben. Der war dann halt offiziell ledig. Weil ich stelle doch nicht alles auf den Kopf um irgendwie an ein australisches Scheidungsurteil zu kommen. :=o

    Ob und wie viel teurer ein Rasengrab ist, musst du dort nachsehen wo du bestattet werden willst, da es wie gesagt sehr große regionale Unterschiede in den Preisen gibt. Rasengräber sind oft (nicht immer) recht teuer, weil dort wie schon gesagt die Grabpflege miteingerechnet ist. Bei einem normalen Grab haben sich die Angehörigen ("Nutzungsberechtigten") um die Pflege zu kümmern für die Zeit der Ruhefrist die meist 20-30 Jahre beträgt. Bei Rasengräbern, bei denen höchstens eine Gedenktafel/-platte bodengleich eingelassen wird (damit man mit einem Rasenmäher drüber fahren kann), ist das nicht so.


    Möglicherweise habe ich aber gerade eine andere Grabart vor Augen als du. Diesbezüglich solltest du dich von einem ortskundigen Bestatter beraten lassen. Pflegefreie Gräber sind oft recht teuer wenn sie auf einem normalen Friedhof liegen. Anders sieht das z.B. bei einer Bestattung im Wald aus oder anderen Grabarten bei denen kein klassisches Grab verbleibt.


    Eine günstige, "klassische" Bestattungsform auf einem normalen Friedhof wäre z.B. ein ganz normales Urnen-Reihengrab, dass man nach der Beerdigung mit einer Platte abdeckt, so das später keine/kaum Pflege nötig ist.


    Soll es eine Beerdigung im Sarg werden, so ist zu beachten das man so eine Grabstätte oft (nicht immer) nicht vollständig mit einer Platte abdecken darf (damit Kontakt zur Luft möglich ist, was ein Verwesen erst ermöglicht).

    @ Elaf

    Deine ausführlichen Antworten sind top!

    Zitat

    Ähm, ja, dir würde ich tatsächlich raten mal ein Beratungsgespräch mit einem Bestatter zu suchen.

    Das habe ich aktuell nicht vor. Man weiß zwar nie so genau wann es so weit ist.....Aber derzeit bin ich der Meinung dass meine Frau und meine Kinder das dann schon in meinem Interesse machen würden. Bis auf den Punkt dass ich auf meiner Beerdigung keinen Pfarrer sehen möchte, da bin ich mir nicht sicher ob sich meine Frau daran halten würde ]:D.

    Ich habe es doch versucht zu erklären.


    Eine Notiz auf deinem Handy ist auch weitgehend nutzlos!


    Wenn 1967 dein Geburtsjahr ist, bist du gerade mal 50. Sofern du ansonsten gesund bist, spricht nichts dagegen das du noch 30 Jahre und mehr lebst. Wenn du nicht schon zu Lebzeiten bei einem Bestatter deiner Wahl einen Bestattungsvorsorgevertrag abschließen möchtest, solltest du deine Wünsche und Vorstellungen zumindest so schriftlich hinterlassen das sie auch gefunden werden können. z.B. auf einem Blatt Papier das du in dein Stammbuch (falls du verheiratet sein solltest) oder zu den anderen Urkunden, die ich auf der vorherigen Seite erwähnte, legst.


    Du kannst natürlich auch ein Testament bei einem Notar deiner Wahl hinterlegen. Das würde aber vermutlich erst nach der Beerdigung eröffnet.

    Jeder sollte es so machen, wie er selber oder eben der oder die Verstorbene wollte. Ich würde aber den Aspekt der Hinterbliebenen aus Familie und Freundin nicht vergessen. Ein Abschied ist wichtig, wenn auch schwer. Ich habe auch nichts dagegen, wenn sich alle noch einmal zusammensetzten (Oft verspottet als Kaffekränzchen). Sich noch einmal über den Verlust austauschen, gerade wenn man in einer Familie lebt, die sehr weit auseinander wohnt. Ich für mich finde z.B. Rod Stewart nicht so gut und passend. Einfache ruhige Begleitmusik ok. Künstliches auf die Tränendrüsen drücken halte ich für unangebracht. Man sollte auch den Hinterbliebenen nichts aufdrängen, schon gar nicht ein Musikgeschmack wie ich denke. Hier geht es dann nach meiner Meinung um mehr - der Abschied und das ankommen wo anders. Also das weltliche abschütteln und sich ganz dem hingeben was kommt.

    Da du nun zum dritten mal fragst, hier zum dritten mal meine immer gleiche Antwort:


    Weil in den Gebühren für ein Rasengrab die Grabpflege für die komplette Zeit der Ruhefrist eingerechnet ist. Ob ein Rasengrab aber überhaupt teu(r)er ist, musst du bei dem für den Friedhof deiner Wahl zuständigen Friedhofsamt erfragen. Kosten für Grabstellen sind nämlich - wie ich auch schon dreimal erklärte - sehr unterschiedlich zwischen einzelnen Städten/Gemeinden/Regionen.


    In meiner Heimatgemeinde kostet ein Reihengrab für eine Urne 675€. Ein Rasengrab für eine Urne kostet dagegen 3.000€. Zuzüglich jeweils 200€ für den Grabaushub. Das sind 2.325€ Unterschied.


    Ein Reihengrab für einen Sarg kostet in meiner Heimatgemeinde 690€. Ein Rasengrab für einen Sarg kostet dagegen 4.200€. Zuzüglich jeweils 420€ für den Grabaushub. Das sind 3.510€ Unterschied.


    Genau das solltest du bei dir vor Ort überprüfen und in deine Überlegungen mit einbeziehen.