Kind sagen, dass Grossvater stirbt?

    Hallo liebe Community,


    mein Schwiegervater weiß seit 3 Wochen, dass er unheilbar Bauchspeicheldrüsenkrebs hat (bereits Metastasen in Lunge, Magen, Darm, Lymphknoten). Nun liegt er seit mehr als einer Woche im KH, Unser Kind (8) weiß dass Opa "schwer" krank ist, Papa deswegen auch sehr traurig ist, aber nicht dass er wohl bald stirbt. Mein Mann besucht seinen Vater jeden Tag. Heute schilderte er, dass er heute von ihm gefüttert werden musste, weil er alleine zu schwach ist, er konnte nicht mal das Bild, das unser Lütte gemalt hat, selber halten. Wir sind nun unsicher, wie wir uns verhalten; v. a. ob wir mit unserem Kind den Opa besuchen, weil er wohl sehr abgemagert ist. Unser Kind ist sehr sensibel, wir wissen nicht wie er reagiert, wenn er den Opa in diesem Zustand sieht... Zumal er bis vor kurzem noch topfit schien.

  • 30 Antworten

    Aus eigener Erfahrung: sag es ihm! Kinder sind stärker als man denkt. Es ist wichtig, dass er es erfährt. Sterben wird er ja, also wird der Schock so oder so kommen. Bringe es ihm schonend bei, sei für ihn da, wenn er dich braucht. Und lass ihn trauern wie er mag. Ich war auch 8 als mein Großvater gestorben war. Ich wusste, dass er sehr krank war und aus heutiger Sicht ist mir klar, dass er im Sterben lag. Es kam aber wie ein Schock als mir mein Vater morgens beim Aufstehen sagte, er sei gestorben. :-o Und alles was meien Mutter dazu erst mal sagte war "Das hättest du ihr doch nicht gleich sagen brauchen!" Bitte was??? >:( Mein Vater hat mich gefragt ob ich meinen Großvater nochmal im Leichenschauhaus sehen will. Ich wollte, aber meine Mutter hat es nicht erlaubt. :°( Durfte nicht einmal auf die Beerdigung mit. :|N Gib deinem Kind eine Chance sich zu verabschieden, sowas ist sehr sehr wichtig!

    Hallo,


    das tut mir leid für Eure Familie. Möchte Euer Kind denn den Opa besuchen? Wir sind in unserer Familie immer offen mit dem Tod umgegangen und ich fand das gut. Auch als Kind schon (ich war 6 als mein Opa starb).

    Es ist so, dass mein Sohn keine innige Bindung zum Großvater hat. ER sieht (sah) ihn vor der Erkrankung zwar ca 1 x wöchentlich, aber mehr zufällig. Mein Schwiegervater war immer am arbeiten (im Garten) und hatte keine Zeit für die Enkel.


    Als wir von der Diagnose erfuhren, sind wir öfter die Großeltern besuchen gegangen (wohnen nur 1 Straße weiter). Aber unser Kind fühlte sich dort sichtbar unwohl, sagte kurz "Hallo" und erzählte (mehr gezwungen) wozu wir ihn animierten (Sag doch mal dem Opa ....) und quengelte, er wolle heim ...

    Kinder sind stärker als wir glauben. Wenn euer Sohn den Opa besuchen möchte, dann gebt ihm die Chance.


    Mein Sohn, auch hochsensibel, hat eines morgens als er wach wurde zu mir gesagt: Heute morgen ist Uroma Anchen von den Engeln abgeholt worden. Sie ist bei mir vorbeigeflogen und hat sich verabschiedet.


    Ich habe ihn damals nur gedrückt und wir sind unserem Tagwerk losgegangen. Um 11 h kam dann der Anruf von den Großeltern, dass die Uroma am Morgen eingeschlafen sei ...


    Als ich das dann nach der Schule meinem Kind gesagt habe, sagte er nur: das habe ich dir doch heute morgen schon gesagt ... hast du mir nicht geglaubt ?


    Nach diesem Vorfall erlaube ich mir nicht mehr darüber zu urteilen ... sondern nehme das als gegeben hin.


    Ich wünsche dir und euerer Familie ganz viel Kraft :)* :)* :)*

    Zitat

    Das ist sehr schade.

    Danke. :-)


    Mutterseit2007 auch wenn er keine innige Bindung hat, sag es ihm. Er kann dann ja selbst entscheiden ob er sich verabschieden will oder nicht. Vielleicht geht es ihm auch gar nicht so nahe. Er packt das schon. @:)

    mein vater lag im sterben, da war ich 8. ich finde es heute noch schlimm, dass es mir keiner gesagt hat - auf die idee kommt man doch als kind nicht....


    "gut" finde ich, dass die bindung bei euch nicht so tief ist. so kann sich das kind verabschieden und damit auseinandesetzen, aber wenn es passiert, wird es nicht so hart getroffen. vergessen darf man auch nicht, dass das kind eure trauer mitbekommen wird, ob ihr wollt ode nicht, d.h., es ist sowieso ein teil des vorganges, da ja auch teil eurer familie.

    Ich habe als ich in dem Alter war auch eine Urgroßvater verloren.


    Ich weiß nicht wie gerne dein Sohn Bücher mag, aber ich habe damals von meiner Mutter "Wenn Oma plötzlich fehlt" von Manfred Mai geschenkt bekommen und das hat mir irgendwie ein bisschen mehr beim Verstehen geholfen.


    Vielleicht ist das ja eine Möglichkeit.

    Hallo,


    Du kennst Dein Kind am Besten - allerdings glaube ich, Kinder können manchmal besser mit solchen Dingen umgehen als wir Erwachsenen.


    Ich würde es meinem jetzt Achtjährigen unter den beschriebenen Umständen sagen. Ganz eindeutig, gerade weil mein Kind sehr sehr sensibel ist und es besser ist darüber zu sprechen.


    Das erinnert mich an etwas das passiert ist als ich ein Kind war. Meine deutlich ältere Schwester fand ihren zwanzig Monate alten Sohn morgens tot im Bett. Niemand d hatte etwas gemerkt, es war ein Hirntumor.


    Das Kind wurde aufgebahrt und ich durfte ihn mir ansehen, mich verabschieden. Ich war beeindruckt und traurig... Aber eben auch neugierig. Eine Verwandte die mit mir da war bot mir an mit mir draußen vor der Kapelle zu bleiben- Aber ich wollte ihn sehen. Und spürte genau: eigentlich hatte besagte Verwandte Angst vor dem was sie da zu sehen bekommen würde: ein totes Kind.


    Ich war alt genug um zu verstehen dass tot tot ist, dass das Kind nicht wieder aufwacht, - aber ich war auch neugierig. Und irgendwie unbefangen.


    Heute würde mich die Situation damals viel mehr umbauen. Damals war ich sehr traurig aber ich konnte damit besser umgehen als manche Erwachsenen.


    Man sollte Kinder nicht unterschätzen..Und für mich war es im Nachhinein dann gut das ich ihn gesehen hatte. So konnte ich glauben dass er wirklich tot war.

    Hallo,


    Du kennst Dein Kind am Besten - allerdings glaube ich, Kinder können manchmal besser mit solchen Dingen umgehen als wir Erwachsenen.


    Ich würde es meinem jetzt Achtjährigen unter den beschriebenen Umständen sagen. Ganz eindeutig, gerade weil mein Kind sehr sehr sensibel ist und es besser ist darüber zu sprechen.


    Das erinnert mich an etwas das passiert ist als ich ein Kind war. Meine deutlich ältere Schwester fand ihren zwanzig Monate alten Sohn morgens tot im Bett. Niemand d hatte etwas gemerkt, es war ein Hirntumor.


    Das Kind wurde aufgebahrt und ich durfte ihn mir ansehen, mich verabschieden. Ich war beeindruckt und traurig... Aber eben auch neugierig. Eine Verwandte die mit mir da war bot mir an mit mir draußen vor der Kapelle zu bleiben- Aber ich wollte ihn sehen. Und spürte genau: eigentlich hatte besagte Verwandte Angst vor dem was sie da zu sehen bekommen würde: ein totes Kind.


    Ich war alt genug um zu verstehen dass tot tot ist, dass das Kind nicht wieder aufwacht, - aber ich war auch neugierig. Und irgendwie unbefangen.


    Heute würde mich die Situation damals viel mehr umbauen. Damals war ich sehr traurig aber ich konnte damit besser umgehen als manche Erwachsenen.


    Man sollte Kinder nicht unterschätzen..Und für mich war es im Nachhinein dann gut das ich ihn gesehen hatte. So konnte ich glauben dass er wirklich tot war.

    Sag es ihm. Mir hat man es damals nicht gesagt und ich bin - trotz scheinbar nicht so großer Bindung - in ein Loch gefallen. Du schützt ihn nicht, indem du es ihm nicht sagst. Du schützt ihn, indem er sich vorbereiten kann.

    Das tut mir sehr leid, dass ihr gerade so eine schwierige Phase zu meistern habt.


    Ich würde es dem Kind nicht sagen und ihn auch nicht mit ins KH nehmen, wenn er sowieso keine enge Beziehung zum Großvater hatte.


    Wenn er dann gestroben ist, kann man dem KInd erklären, dass er ja sehr krnak war ( das weiß er ja schon jetzt).


    Ich denke mt dem schwebenden Zustand jetzt kann dein Sohn wenig anfangen. Vielleicht denkt er darüber zu viel nach, er ist sensibel..und ändern kann er ja daran sowieso nichts.


    Auch sollte er den Opa werkelnd im Garten in guter Erinnerung behalten und nicht schwer krank im Bett. ":/

    also kindern irgendwas vormachen, "schützen" find ich nicht richtig.


    ich denke, daß da vertrauen kaputt geht.


    auch kinder wollen ernst genommen werden und für mich gehört da dazu, sie mit in diese situation zu nehmen, wenn auch natürlich pädagogisch wertvoll.

    Hallo! Ich bin da anderer Meinung. Der Tod, ein Sarg, eine Aufbahrung, eine Beerdigung ist meines Erachtens nichts für Kinder. Das ist zu emotionsgeladen, beeindruckend und irgendwie beängstigend, weil selbst Erwachsene nicht wissen, was da eigentlich geschieht. Sicher haben auch schon Kinder Angst vor dem Tod und meiden jede Begegnung mit ihm. Andererseits verstehen sie noch weniger als wir, dass der Tod Teil des Lebens und unvermeidlich ist - aber in keinerlei Zusammenhang irgendwie "gut". Wir wissen nicht, was sich ein Kind denkt, wenn es den Sarg im Grab sieht. Ich bezweifle ob es das rational verarbeiten kann, sondern vermute, dass es sich dabei in jedem Fall erschreckt und ängstigt. Man sollte es viel langsamer an den Tod heranführen, z.B. mit einem Spaziergang auf dem Friedhof, wobei man dann auch seine Fragen beantworten kann. Aber eben fragen, die vom Kind kommen, nicht Fragen, vor die man es stellt. Ich denke, es hat schlicht Angst vor jedem Toten und vor einem Sarg! Insofern schließe ich mich der "Wintersonne" an.


    In der Diskussion sind 2 Wörter gefallen: "bis vor kurzem noch topfit schien" und "Engel". Ja, das sind 2 Sachen, die stimmen so einfach nicht, zeigen dass die Erwachsenen da ihr eigenes, sehr vages Verständnis haben und damit sollte man einem Kind zu aufklärerischen Zwecken nicht kommen. Aber dies ist nur meine persönliche Meinung, bitte nicht böse sein und Entschuldigung, wenn ich von Pietät ein anderes Verständnis habe.

    Wieso ist eine Beerdigung nichts für Kinder? Und das Thema Tod?


    Ich empfinde das "möglichst verschweigen" so als völlig unpassend. Es geht ja nicht um Dreijährige sondern um ein Kind das durchaus bis zu einem gewissen Grad schon verstehen kann was passiert.


    Und Kinder haben eine Antenne für Stimmungen, das was in der Luft liegt spüren sie und sind dann beunruhigt ohne das etwas erklärt wird :(v


    Ich habe eher das Gefühl dass Erwachsene Kindheit oft viel zu sehr mit Unbelastetheit, mit "kindlicher Unschuld" assoziieren. Aber Kinder kriegen Stimmungen mit. Und sind nicht unfähig zu merken das "etwas nicht stimmt"


    Meiner Erfahrung nach können Kinder zumindest ab einem gewissen Alter ganz gut selbst entscheiden ob sie mit zu Trauerfeier wollen oder nicht. Und ansonsten eben die Eltern.


    Mit Kindern kann man über so gut wie alles sprechen wenn man den passende. Ton, den passenden Moment wählt und wenn man nichts hineininterpretiert und überbetont. Gerade mit dem Thema Tod gehen Kinder meist deutlich unbefangener um als Erwachsene.


    Schutz bedeutet für mich nicht verschweigen.

    Ich würde es dem Kind sagen und wäre auch für einen Besuch im Krankenhaus, damit man sich zu Lebzeiten verabschieden kann. Ob das Kind an der Beerdigung teilnehmen sollte, weiß ich nicht. Vielleicht ist da ein späterer Besuch des Grabes mit dem Kind sinnvoller als an der offiziellen beerdigungszereomonie teilzunehmen.


    Wenn man es dem Kind nicht sagt, wie es um den Großvater steht, wird es sich ja trotzdem Gedanken dazu machen, spätestens wenn es plötzlich heißt, dass der Großvater verstorben ist. Das fand ich als Kind zB viel befremdlicher: dass es erst hieß, dass derjenige im Krankenhaus ist und man ihn dort besuchen würde (und sein Zustand zwar ernst aber nicht weiter schlimm wäre sinngemäss, obwohl bekannt war, dass er zu diesem Zeitpunkt längst in absehbarer Zeit sterben würde) und dann "auf einmal", dass der Besuch nicht mehr möglich sei und ich ihn in guter Erinnerung behalten solle usw.. Immerhin habe ich viel später durch hartnäckiges nachfragen erfahren, woran er gestorben ist. Mir war das wichtig zu wissen. Aber vorübergehend ist bei mir der Eindruck entstanden, dass Krankenhäuser Orte sind, zu denen man nicht schlimm krank hingeht und mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit dann dort plötzlich verstirbt, wenn man dort länger bleiben muss. ... Ich schätze es wäre sinnvoller gewesen, einfach die Wahrheit zu sagen. Meine Eltern wollten mich dagegen schonen, weil ich da ca. 6 war, was es erst schlimm gemacht hat.