Wir haben aktuell Probleme mit unsern Servern.
In ein paar Minuten wird ein neues Update eingespielt, welches die Probleme lösen wird.
Wir bitten um Entschuldigung!

    Ich kann sicher sagen, das ich als Kind keine Angst vor Grab und Sarg hatte. Auch nicht vor der Leiche.


    Da war eine Scheu, ein Respekt und viel Neugier. Aber keinerlei Angst.


    Genauso hat es mir meine Mutter später beschrieben - sie ist neben einem Friedhof groß geworden, und damals wurden dort die Toten noch offen im Sarg transportiert. Sie erzählte dass sie und ihre Geschwister immer sehr neugierig auf die Toten waren und nein, da war ebenfalls keine "Angst"


    Kinder sind verschieden und ich würde das individuell entscheiden. Aber generell kommt es wohl sehr auf die Haltung der eigenen Eltern gegenüber dem Tod an wie ein Kind damit umgehen kann. Meine Erfahrung: Je weniger problematisch das sprechen über Krankheit und Tod für die Eltern ist desto weniger schwer ist es auch für die Kinder das zu verkraften.


    Schweigen erschwert da die Verarbeitung eher als das es "schützt".

    Ich würde nichts verschweigen, schon gar nicht bei einem achtjährigen Kind. Ein Schulkind sollte man von so etwas nicht ausschliessen. Auch der Grossvater möchte sich doch vielleicht vom Enkelkind verabschieden.


    Mein Ansatz ist immer, solche schwierigen Situationen so gut wie möglich zu erklären (also dem Alter und Verständnis des Kindes angepasst).


    Die Teilnahme an der Beerdigung würde ich als wichtig empfinden. Die Beerdigung hilft zu verstehen, was passiert ist und ermöglicht dem Kind auch zu erleben, wie andere Leute mit der Situation umgehen.


    Will das Kind allerdings sich nicht verabschieden, oder nicht an der Beerdigung teilnehmen, so würde ich es auch nicht zwingen.

    Als meine Großmutter im Haus starb, habe ich meinen Hund geschnappt und bin fortgerannt. Ich kam erst wieder, als der Leichenwagen schon lange weg war. Warum soll ein Kind damit konfrontiert werden, was es noch nicht, oder nicht richtig versteht? Wer will wissen, was das Kind versteht? Wer versteht den Tod überhaupt? Mein Sohn ist 26 und war bis heute noch auf keinem Friedhof (blieb davor im Auto sitzen) geschweige denn auf einer Beerdigung, weil er dankend ablehnte. Als Zivi musste er etwa alle 2 Wochen einen Patienten in den Keller schieben... Wenn ich bedenke, wieviele Verwandte schon verstorben sind, wovon wir erst nachträglich erfahren haben - und keiner hier hat einen Schaden davon erlitten, oder musste "Trauerarbeit" leisten. Da wird viel zu viel hinein interpretiert, aber allein die Trauermusik weckt bei einer Beerdigung schon Gefühle, von denen ein Kind frei bleiben sollte. Dafür wurde sie komponiert und dafür wird sie gespielt - eben für eine sehr, sehr traurige und depressive Stimmung. Aber dies ist nur meine persönliche Meinung.

    als die großmutter von meinem sohn nach einem schlaganfall hatte, an dem sie nach einigen tagen verstarb, habe ich ihm so offen und kindgerecht wie möglich erklärt, was da passiert ist und dass die oma wahrscheinlich nicht mehr gesund wird und wahrscheinlich sterben, weil das gehirn zu kaputt ist.


    er war da sieben. aus meiner sicht war es die sinnvollste reaktion. er hat seinen papa bitter weinen sehen, er hat mich erlebt, wie ich mit den tränen gekämpft habe. er brauchte eine erklärung. und es war auch er, der sich von der oma, die er so 2-3 mal im jahr gesehen hat, verabschieden wollte im krankenhaus ehe die maschinen abgestellt wurden.


    wir haben ihm im vorfeld erklärt, dass oma an maschinen hängt, dass sie am kopf operiert wurde, dass die maschinen für sie atmen, dass diese maschinen komische geräusche machen, ihn eben darauf vorbereitet, dass er da kein schönes bild vorfinden wird.


    ein jahr später kann ich sagen, dass es richtig war. ihm hat es geholfen, zu verarbeiten, dass die oma tot ist. er hat mit uns getrauert, hat auch darauf bestanden, auf der beerdigung zu sein.


    hätten wir ihm das alles versagt, ich bin mir sicher, er wäre bitterböse auf seine eltern gewesen.


    von daher denke ich, man sollte da eben die bedürfnisse des kinder erfragen und respektieren.

    onodisep:

    Zitat

    Warum soll ein Kind damit konfrontiert werden, was es noch nicht, oder nicht richtig versteht? Wer will wissen, was das Kind versteht? Wer versteht den Tod überhaupt?

    Kinder können sowas verstehen. Ich habe es damals gut verstanden. Und gut verarbeitet, aber mir fehlt bis heute der Abschied, den man mir verweigert hat. Wir waren alle mal Kinder und ich weiss noch wie ich damals gedacht habe. Natürlich ist nicht jedes Kind gleich, manche tun sich damit schwerer. Dennoch ist es einfach fair einem Kind die Wahrheit zu sagen und ihm damit überhaupt eine Chance zu geben selbst zu entscheiden was es denn will. Ein guter Umgang damit ist wichtig, so lernt das Kind mit dem Thema umzugehen. Man sollte natürlich behutsam und kindgerecht reden, aber dennoch ehrlich und offen. Ich z.b. finde Beerdigungen nichts so schlimmes an sich, es ist ja eher eine Art Abschiedszeremonie. Klar empfindet das jeder anders, deswegen auch ist es wichtig dass man die Wahl hat was man will.

    Gute Idee... sage doch deinem Kind, dassder Opa schwer krank ist und frage ihn, ob er ihn besuchen will. Aber nicht so, dass er sich verpflichtet fühlt.


    Dass er ev. bald stirbt würde ich ihm aber nicht sagen, da würde ich echt warten.

    Zitat

    "Warum soll ein Kind damit konfrontiert werden, was es noch nicht, oder nicht richtig versteht? Wer will wissen, was das Kind versteht? Wer versteht den Tod überhaupt?"

    Ich hätte als Kind damals sehr gerne die Möglichkeit gehabt, mich zu verabschieden. Bevorzugt im Krankenhaus vom Sterbenden, aber wenigstens nach dem Tod dann persönlich; ich hätte ihn einfach gerne nochmal gesehen und habe explizit danach gefragt, meine Eltern haben das aber jedesmal abgelehnt, weil sie meinten, dass ich zu jung dafür wäre/das nichts für Kinder wäre. Davon abgesehen hatten sie selbst viel um die Ohren.


    Und da ich später sowohl eine tote Verwandte im Krankehaus im "Abschiedsraum" für Angehörige besucht/gesehen habe als auch an mehreren Beerdigungen teilgenommen habe, verstehe ich nicht, was so schlimm an einem Toten oder Sterbenden sein soll, geschweige denn an einer Beerdigung.

    Die Situation hat sich jetzt dahingehend verändert, dass der Schwiegervater, wenn alle Vorkehrungen getroffen sind, morgen oder übermorgen nach Hause kommt (sein Wunsch, er möchte nicht im KH sterben). Ich habe nun mit meiner Schwiegermutter, und der Schwester meines Mannes (die im Haus wohnt) vereinbart, dass ich ihm heute sage wie schwer krank der Opa ist. Ich lasse ihn entscheiden, ob er noch zu ihm möchte. Falls er sich dafür entscheidet sollen sie aber noch den Schwiegervater fragen. Vielleicht möchte er lieber, dass ihn der Enkel vital und nicht schwer krank in Erinnerung behält. Durch die Diskussion hier ist mir auch etwas aus meiner Kindheit eingefallen: Mein Urgroßvater (der bei meinen Eltern in der Wohnung lebte) verstarb als ich 4 war. Meine Mutter hat mir erzählt, dass man mich nicht zu ihm ließ, als er im Zimmer aufgebahrt lag (war in den 70ern so), sondern das Zimmer immer abgeschlossen hat. Ich wollte immer zu ihm, und habe noch viele lange Tage danach geweint, dass ich Uri nicht mehr sehen konnte. Ich denke ich werde meinen Sohn und dem Opa die Entscheidung überlassen.


    Danke für Eure Ratschläge @:)