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    Ändert nichts daran, dass sich da sehr viele Probleme erkennen lassen.

    So ist es. Lies Deine ersten zwei, drei Beiträge, liebe(r) ...215, und Du weißt, woran Du bei Dir bist. Falls Du Dich noch nicht kennst ;-D

    ich glaube, alias hat es inzwischen begriffen/eingesehen :)z .


    schließlich schrieb es:

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    Ich kenne meine Kollegen ja besser als ihr und ich weiß auch, an wen ich mich da vertrauensvoll wenden kann, wenn mir danach ist, dieses Thema anzusprechen.

    es hat also schon etwas davon abstand genommen, es auf jeden fall anzusprechen

    Die Entscheidung es erst mal nicht zur Sprache zu bringen finde ich sehr gut :)^


    Ich möchte zu all den richtigen Dingen die Geschrieben wurden noch eines hinzufügen:


    Wenn es keine offizielle Regelung gab, dann fallen die Entscheidungen, was getan wird oft aus dem Bauch heraus.


    Mir ging der frühe Tod meines Vaters auch sehr nahe. Allerdings kann man das bei anderen nicht so genau wissen, wenn man sie nicht mal näher kennt.


    Gerade für ältere Menschen ist der Tod der Eltern eine traurige Sache, die aber zwangsläufig eintritt.


    Der Gedanke überrascht nicht, so traurig dieses Ereignis auch ist.


    Hört man vom Tod eines Partners, dann trifft das viele viel härter, denn sie fangen an sich vorzustellen, wie das für sie wäre, wenn der Partner plötzlich stirbt. Damit rechnet man nicht, es erwischt einen kalt. Aus dem Erschrecken an diesen Gedanken erwächst dann Mitgefühl mit der betroffenen Person... und damit wohl auch die Idee mit dem Geld.


    Bei uns ist es auch eher üblich gewesen, nur eine Karte mit Inhalt zu schenken, zur Grabpflege.


    Also später mal Blumen, wenn die ersten verwelkt sind.


    Die Karte dient der Verpackung, mehr nicht.

    @ Kleio

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    Bei uns gibt es keine firmenmäßige Regelung.

    Das dachte ich bisher auch, weil ich das bei anderen Trauerfällen außerhalb unserer Abteilung nicht so mitbekommen habe.


    Seit ich in der Firma bin ist das nun nach meinem Vater erst der zweite Trauerfall direkt in unserer Abteilung.


    Und daher bekomme ich das nun auch besser mit.

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    Auch muss eben bekannt sein, dass es so einen Trauerfall gibt, denn nicht jeder teilt es ja mit. Ich z. B. gebe solche Dinge nicht bekannt, insofern wissen es die Kollegen nicht oder zumindest nicht zeitig genug für eine Kondolenzkarte.

    Das verstehe ich jetzt aber nicht ganz.


    Wie kann man denn sowas "nicht mitteilen"?


    Wenn eine dir sehr nahe stehende Person stirbt, dann kannst du doch sicher auch nicht einfach so zur Tagesordnung übergehen und dir rein gar nichts anmerken lassen. Auch stehen einem in solchen Fällen 3 Tage Sonderurlaub zu, um eben auch bestimmte Dinge erledigen zu können. Wie wolltest du einen solchen Trauerfall also vor deinen Kollegen verheimlichen?


    Und v.a. wozu?

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    Ich wüsste jetzt auch nicht, dass andere Kollegen sehr nach außen gerichtet sind, wenn nahe Verwandte sterben.

    Wir reden nicht von nahen Verwandten, sondern von direkten Familienangehörigen, wie z.B. Eltern, Ehepartner oder Kinder.


    Das geht doch an keinem Menschen spurlos vorüber, der auch nur einen Funken von sowas wie Gefühlen in sich trägt.

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    Klar, kann man das mal generell thematisieren, wenn es keine offizielle Regelung gibt.

    Die scheint es aber neuesten Erkenntnissen zufolge doch zu geben, denn wie ich nun erfahren habe, hat die betroffene Kollegin auch von der Geschäftsleitung eine offizielle Kondolenzkarte bekommen.


    Und das läßt die Sache nun doch wieder in einem ganz anderen Licht erscheinen.

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    Das heißt, Du pflegst hier seit Jahren einen Groll, von dem niemand etwas weißt.

    Absolut falsch, denn diesen "Groll", wenn man so will, kann ich ja gar nicht schon seit Jahren hegen, denn erst jetzt habe ich mitbekommen, daß anderen Mitarbeitern im Trauerfall per Karte kondoliert wird und dies nicht nur von den Kollegen, sondern auch von der Geschäftsleitung. Früher wußte ich das ja nicht und habe mir bei meinem Trauerfall somit auch nichts weiter dabei gedacht. Ein bißchen drüber gewundert habe ich mich damals zwar schon, daß mir "nur" von meinen Kollegen und meinem unmittelbaren Vorgesetzten kondoliert wurde und nicht auch von der Geschäftsleitung, aber ich habe dieser Sache trotzdem keine weitere Bedeutung beigemessen. Dachte mir halt einfach, es wäre vielleicht nicht üblich oder man hätte es nicht mitbekommen ect.


    Aber nun erwächst bei mir wirklich langsam der Verdacht, daß es nur zu bestimmten Trauerfällen eine Kondolenzkarte gibt.

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    Sorry, ich habe keinerlei Verantwortung für Mitkollegen und ihr Befinden.

    Dir ist es in anderen Worten also egal, wie es ihnen geht und wie sie sich fühlen, oder?


    Also ein wenig unterkühlt wirkt das auf mich schon.

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    Aha. Nö. Nicht aus diesem Grund und so nicht. Auch diese Erwartunghaltung ist schlichtweg unrealistisch.

    Nicht aus diesem Grund? Aus welchen dann?


    Was kann denn ein noch triftigerer Grund als der Tod eines geliebten Menschen sein, damit es in deinen Augen legitim ist, wenn es einen aus der Bahn wirft?


    Du würdest es also für völlig unangebracht halten, Kollegen in der Phase ihrer tiefsten Trauer ein wenig zu unterstützen, wenn man merkt, daß sie einfach noch nicht so können, wie sie wollen?


    Oder anders gefragt: Bei dir könnte sterben, wer will und du könntest sofort wieder zur Tagesordnung übergehen und unvermindert die volle Arbeitsleistung bringen?

    @ Choupette_Finnian

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    Zudem warst du nicht lang in der Firma dabei (vllt sogar noch in der Ausbildung?)

    Nein, in der Ausbildung war ich nicht mehr, aber was hat es mit der Kondolenz im Trauerfall zu tun, wie lange jemand schon in einer Firma ist?


    Haben da erst langjährige Mitarbeiter einen Anspruch darauf?

    @ bellagia

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    Gerade für ältere Menschen ist der Tod der Eltern eine traurige Sache, die aber zwangsläufig eintritt.

    Richtig, für ältere Menschen.


    Aber nicht für jüngere.


    Und ich war noch ziemlich jung, als mein Vater verstarb bzw. würde mich auch jetzt noch nicht zu den "älteren Menschen" zählen.

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    Hört man vom Tod eines Partners, dann trifft das viele viel härter, denn sie fangen an sich vorzustellen, wie das für sie wäre, wenn der Partner plötzlich stirbt.

    Man kann sich aber auch genauso gut vorstellen, wie das ist, wenn man als junger Mensch einen Elternteil verliert, oder?

    Über Gefühle kann man nicht streiten. Warum sie da sind und man sich verletzt "fühlt" auch nach den Jahren, wo dieser Brauch wohl noch nicht üblich gewesen ist, dass kann Alias nur für sich selbst beantworten. Das hat auch nur mit ihr etwas zu tun, denn andere würden das nicht so empfinden.


    Bei uns in der Firma starben auch Mutter und Vater eines nahestehenden Kollegen. Es gab auch eine persönliche Kondolation, keine Karte ect.


    In einer anderen Firma war das dann so üblich gewesen.


    Bräuche ändern sind, denn Ideen tauchen auch im Laufe der Zeit erst auf. Ideen sind dafür da, um etwas zu verändern. Irgendeine Person hat sie aus einem bestimmten Anlass heraus ins Leben gerufen und dann wird das weitergeben, andere greifen das auf, stimmen evt. zu und es gibt ein neues Ritual in der Firma. Das kann man so stehen lassen. ;-)


    Wenn man sich aber persönlich betroffen fühlt, weil das vor Jahren noch nicht der Fall gewesen ist und man wissen will warum das bei einem selbst anders gewesen ist, dann muss man wirklich Detektivarbeit leisten und herausfinden, wer die Idee hatte und wann das zum ersten Mal zur Sprache kam. Kann ja auch in einer anderen Abteilung entstanden sein.


    Persönlich betroffen ist man dann, wenn man glaubt andere hätten einen mutwillig übergangen und man glaubt weniger wert zu sein als andere, denen es ähnlich ergangen ist. Auch wenn es nicht so gewesen ist, man wird es trotzdem wissen wollen. Das eigene Selbstwertgefühl verlangt automatisch danach. Und der Verstand, so logisch wie die Sache mit der neuen Idee sein sollte, steht da erst mal hinten an. Das ist dann nachvollziehbar, es sei denn, man möchte, dass in sich selbst ändern.

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    Inwiefern? Damals so und heute eben anders.

    Hier wurde gesagt, daß ich der Sache nicht so viel Bedeutung beimessen soll, wenn das mit der Karte nur im Kollegenkreis gemacht wird.


    Würde es aber auch von der Geschäftsleitung kommen, dann sähe die Sache wieder anders aus und dann könnte ich mich zurecht übergangen fühlen.


    Und da ich nun eben weiß, daß die Kollegin auch von der Geschäftsleitung eine Kondolenzkarte bekommen hat, gilt es für mich nun herauszufinden, ob das eben schon immer so üblich war oder erst seit Kurzem.


    Ich kann es ja nicht wissen, da es seitdem keinen vergleichbaren Fall mehr in unserer Abteilung gegeben hat.


    Aber eine andere Kollegin, die schon sehr lange dabei ist, könnte das evtl. wissen und über sie könnte ich es herausfinden.

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    und dann könnte ich mich zurecht übergangen fühlen.

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    Und da ich nun eben weiß, daß die Kollegin auch von der Geschäftsleitung eine Kondolenzkarte bekommen hat, gilt es für mich nun herauszufinden, ob das eben schon immer so üblich war oder erst seit Kurzem.

    Entschuldige, aber das klingt dermassen verschroben, dass ich an deiner Alltagsumgänglichkeit ernsthaft zweifle... ":/

    Alias 689215

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    Und da ich nun eben weiß, daß die Kollegin auch von der Geschäftsleitung eine Kondolenzkarte bekommen hat, gilt es für mich nun herauszufinden, ob das eben schon immer so üblich war oder erst seit Kurzem.

    Und dann?

    Und was bringt dir das, wenn du weißt, ob es damals schon üblich war oder nicht?


    Nehmen wir an die Kollegin sagt, es war damals schon üblich aber nur beim Tod des Partners. Gehst du dann zur Geschäftsleitung und sagst: "Was soll das? Mein Trauerfall war genauso schlimm wie wenn ein Partner stirbt. Warum gibt's da bitte keine Karte?"


    Oder wenn sie sagt es war damals generell üblich, dann fragst du auch da nach, warum du übergangen wurdest? Als ob man es dort noch wüsste. Vielleicht war ja die Person, die sich darum gekümmert hat, gerade krank oder im Urlaub oder selbst verstorben. Die werden dir ja wohl kaum sagen "Ja, wir haben Sie absichtlich übergangen, weil wir Sie mobben wollten".

    Mich macht das so ratlos. Alias, Du bist wirklich ganz, ganz böse neben der Spur, so richtig. Irritieren Dich die hochgradig irritierten Reaktionen hier denn gar nicht?

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    Und dann?

    Der Frage schließe ich mich an.

    Du willst doch nicht allen Ernstes von der Geschäftsleitung eine Erklärung, wieso dir vor ca 7 Jahren keine Kondolenzkarte zum Tod deines Vaters geschickt wurde und bestenfalls noch den Ausdruck tiefsten Bedauerns??


    Da fällt mir ein, vor 2 Jahren ist meine Mutter verstorben, ein paar Kollegen haben mir eine Kondolenzkarte nach Hause geschickt, aber der Chef hat nicht darauf unterschrieben!!! Ich frag ihn gleich mal, wieso......oder lieber doch nicht, denn bisher hält er große Stücke auf mich ;-)

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    Würde es aber auch von der Geschäftsleitung kommen, dann sähe die Sache wieder anders aus und dann könnte ich mich zurecht übergangen fühlen.

    Du WILLST Dich übergangen fühlen, oder? Du empfindest eine Kränkung, und Du willst mit aller Macht einen handfesten Grund dafür finden. Viel lieber jedenfalls, als zu begreifen, dass es sich um keine absichtliche Kränkung und Herabsetzung handelt, und Deine aus irgendeinem Grund verletzten Gefühle runterzuregeln.

    Man kann im Rahmen der Entwicklung einer Unternehmenskultur auch mal Abläufe ändern. Manche werden öffentlich bekannt gemacht, andere eben nicht, und in diese "eben nicht"- Rubrik fallen Kondolenzkarten, denn ein Memo an alle Beschäftigten: ab sofort wird zur Verbesserung des Betriebsklimas die Vergabe von Kondolenzkarten an Beschäftigte im Falle des Todes eines Angehörigen verteilt" kommt einfach schlecht rüber....


    Menno, es ist laaange her, lass es ruhen-um deiner selbst Willen, du kannst bei weiterer Nachfrage nur verlieren und dich zum Deppen machen.

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    Würde es aber auch von der Geschäftsleitung kommen, dann sähe die Sache wieder anders aus und dann könnte ich mich zurecht übergangen fühlen.

    Warum? Auch die Geschäftsleitung kann wechseln oder die Vorgehensweise ändern.


    Es hat schon etwas Zwanghaftes, dass du dich auf Teufel komm raus benachteiligt fühlen willst.


    Das Beste wäre die Sache einfach ruhen zu lassen und zu akzeptieren, dass die Dinge sich verändern. Dein eigener Trauerfall liegt schon viele Jahre zurück und Informationen über einen noch weiter zurückliegenden Vergleichsfall zu wollen wird auf deine Kollegen mit Sicherheit äußerst befremdlich wirken. Falls sich überhaupt jemand daran erinnern kann.

    Ich würde ja versuchen, mich von der Vorstellung zu lösen, dass in der Sache irgendwer "Recht" und ein anderer "Unrecht" hat und einfach auf der Gefühlsebene bleiben. Du fühlst dich übergangen, Alias und meiner Meinung nach darfst du dich auch übergangen fühlen. Das sage ich nicht, weil ich das Verhalten der Kollegen oder der Geschäftsleitung rückblickend unanständig finde, sondern weil ich dich und dein Fühlen ernst nehmen will. Mir tät das als Kollegin rückblickend leid und ich fände es nicht schlimm, wenn du es auf der Gefühlsebene ansprichst.


    Dir scheint es aber vielmehr um Recht haben bzw. Recht bekommen zu gehen. Damals, als dir persönlich von deinen Kollegen kondoliert wurde, hast du dich nicht schlecht behandelt gefühlt, wenn ich dich richtig verstanden habe, du fühlst dich nur rückblickend "ungerecht" behandelt.


    Geht es – für dich – darum, dass von außen (an)erkannt wird, dass der Verlust deines Vaters für dich genau so schwer wiegt, wie für andere der Verlust des Partners? Denn das scheinst du ja mit der Frage, in welchen Fällen auf welche Art kondoliert wird, irgendwie zu verbinden.


    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass da keinerlei Zusammenhang bestehen muss. Du schreibst:

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    nun erwächst bei mir wirklich langsam der Verdacht, daß es nur zu bestimmten Trauerfällen eine Kondolenzkarte gibt

    Gut möglich. Mein Vater hat als Geschäftsführer auch nur in bestimmten Trauerfällen Kondolenzkarten an seine Mitarbeiter ausgegeben. Das sagte aber nichts über die jeweilige Anteilnahme im konkreten Fall aus. Als der Vater eines Angestellten starb, war klar, dass die Karte einfach nur pro forma überreicht wird, weil in diesem Unternehmen eben beim Tod der Eltern, Ehepartner und Kinder kondoliert wurde. Im konkreten Fall war der Betroffene froh, dass sein alter Herr, der ihn jahrelang tyrannisierte, endlich die Augen zugemacht hat. Das war allen klar, die Anteilnahme hielt sich deshalb in Grenzen, man trank eher einen darauf, dass es nun endlich vorbei ist. In einem anderen Fall starb ein enger Vertrauter aus Kindertagen und mein Vater wäre nie auf die Idee gekommen, dem trauernden Freund eine der "offiziellen" Kondolenzkarten der Firma zu überreichen. Er kondolierte aber persönlich und drückte den alten Jungen so fest, wie selten jemanden. Ihm war klar, was der Verlust für denjenigen bedeutete. Eine Karte gab es deshalb aber nicht.


    Wenn es in dem Unternehmen, in dem du angestellt ist, einfach üblich sein sollte, seitens der Geschäftsleitung nur eim Tod des Ehepartners zu kondolieren, dann...?

    Vermutlich ist es dem TE wichtig, dass er denselben "Wert" unter Kollegen und Vorgesetzen hat wie alle anderen auch. Er möchte genauso respektiert werden wie alle anderen. Ihm ist weder die Karte noch das Geld wichtig sondern ob er nur II. oder III. Wahl ist. Das ist ein Problem mit dem Selbstbewusstsein. Auch wenn ich mich nie um dererlei Dinge gekümmert habe, kann ich den TE schon verstehen. Und zu dem "und dann?" - sollte er herausfinden, dass vor seinem Trauerfall anderen Kollegen Karte plus Geld zugekommen sind, nur ihm nicht, und nach im gab es das auch immer, dann würde ich mich nicht einmal wundern, wenn er sich deswegen eine neue Arbeit suchen würde (nur mal so ins Blaue geschossen). Für ein schwaches Selbstbewusstsein sind solche Dinge, glaube ich, enorm wichtig.