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    könntet ihr (persönlich), wenn man euch ein 10 Jahre altes Dokument mit seiner Verfügung vorlegt, jemand Gift geben ohne das mit ihm nochmal abzuklären zu können?

    Das hängt sicher davon ab: kenne ich denjenigen und seine Einstellung? Wie ist sein Zustand?


    Wenn wir schon am fabulieren sind: ich könnte mir auch vorstellen, jemandem ohne Dokument das Gift zu verabreichen, wenn ich eine geliebte Person von Leiden erlösen muss und ich der festen Überzeugung bin, dass das der einzige Ausweg ist.


    ... und die Verfügbarkeit von entsprechenden legalen Methoden würde manchem Lokführer Alpträume und psychische Traumata ersparen.

    Ich könnte es vermutlich nicht, aber es sollte auch nicht so sein, dass Angehörige in diese Situation kommen. Das ist dann Sache des medizinischen Personals, die die nötige Distanz haben. Und ja, auch ein 10 Jahre altes Dokument würde ich ernst nehmen, weil Derjenige ja auch 10 Jahre Zeit hatte, es gegebenenfalls wieder zu verwerfen oder zu ändern. Wenn er es nicht getan hat, würde ich annehmen, dass es für ihn auch bis zum Schluss so gegolten hat.


    Und jemand, der eine ernste Krankheit hat, kümmert sich oft relativ zeitnah um eine Patientenverfügung, das ist dann in aller Regel keine Sache von Jahren. Aus voller Gesundheit heraus werden es die wenigsten tun.


    Die Frage ist, was macht man, wenn es keine Verfügung gibt?

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    Das ist die schöne Theorie, aber die Praxis sieht leider anders aus: In den europäischen Ländern, in denen aktive Sterbehilfe erlaubt ist (Niederlande und belgien), hat in einem erheblichen Teil der Fälle der Patient eben *nicht* zugestimmt – was in beiden Ländern klar erboten ist, trotzdem wird es gemacht (ok, die Daten die ich dazu kenne sind schon etwas älter, aber ich glaube kaum, dass sich da so viel geändert hat). In Belgien wurden sogar mehr Menschen ohne Einwilligung getötet als mit.

    @ the-caver

    Da gibt es Erhebungen wenn jemand OHNE Einwilligung...öhm, ich bin sprachlos


    Aber auch ohne Daten kann ich es mir schon vorstellen, dass da manche Angehörige "nachhelfen" würden. Die Oma die Kosten verursacht, die ungeliebte Schwiegermutter die frau nicht pflegen WILL...


    Ich habe mich auch schon oft gefragt, wenn es rein um Schmerzen geht, ob da nicht in manchen Fällen eine anständige Schmerzmedikation möglich wäre so dass der Patient keine Schmerzen mehr hat ? (und anständige Versorgung in Pflegeheimen...aber das ist ein anderes Thema)

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    Aber auch ohne Daten kann ich es mir schon vorstellen, dass da manche Angehörige "nachhelfen" würden. Die Oma die Kosten verursacht, die ungeliebte Schwiegermutter die frau nicht pflegen WILL...

    Das halte ich für unwahrscheinlich, einfach weil man die Indikationen viel enger eingrenzen kann. Bei deiner Vorstellung sind Ärzte außen vor. Es muss eine klare medizinische Abgrenzung geben, ab wann etwas Sterbehilfe ist und das setzt voraus, aus meiner Sicht, dass der Sterbeprozess begonnen hat, also eben ganz zum Schluss. Dafür gibt es medizinische Kriterien und dann sehe ich es auch als sinnvoll an, "nachzuhelfen". Das ist dann eine Abstimmung von Arzt und Angehörigen, passiert ja jetzt auch schon nur über die passive Variante und das ist meiner Meinung nach keinen Deut angenehmer für die Betroffenen. Dann wird eben festgelegt, dass der Sterbende keine Flüssigkeiten mehr bekommt, keine Nahrung und auch auch keine Medikation. Schmerzlinderung ist in Pflegeheimen eher ein untergeordnetes Problem.

    sehr schwieriges Thema... ich bin da sehr gespalten und tendiere eher zu einem nein zur Sterbehilfe, bzw. nur erlaubt in absoluten Ausnahmefällen und dies muß massiv kontrolliert, ich sehe es wie hasenreich die Gefahr des mißbrauchs ist da.


    ich da persönlich die Gefahr des mißbrauchs von allen seiten sehe. und auch die Gefahr von druck erzeugen von seiten der Verwandtschaft.


    wie wird eigentlich so eine aktive Sterbehilfe im Krankenhaus organisiert wie läuft das ab, soweit ich hörte, unterhalten sich dann 2 verschiedene Ärzte mit dem Patienten!? bevor das bewilligt wird, und wie wird die aktive Sterbehilfe im Krankenhaus abgerechnet? ähnlich wie bei der fallkostenpauschale für Operationen?und unterhalten sich auch Psychologen bzw. Psychiater vor so einer Entscheidung mit dem sterbewilligen?

    Wieso will man schwerkranke das Leben schwerer machen?


    Wenn jemand im sterben liegt und den Wunsch äußert zu sterben, so finde ich hat er das Recht dazu.


    Das K.O Kriterium gegen Sterbehilfe für euch ist, dass man wegen "Druck" von außen tatsächlich von der Sterbehilfe gebraucht macht,obwohl man es gar nicht will.


    Auch wenn das hart/unfair klingen mag, aber wenn sich jemand von außen unter Druck setzt, dass er tatsächliche die Sterbehilfe annimmt ist doch selbst schuld


    Die Sterbehilfe wird vielen einen leichten Tod ermöglichen, die es wollen!


    Und diese Optionen sollen sie auch haben.

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    das ist immer das Totschlagargument, sowie es um Sterbehilfe geht.


    Was hat das mit der heutigen Diskussion zu tun?

    Das war auf diese:

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    Die Frage ist, was macht man, wenn es keine Verfügung gibt?

    Frage bezogen. Und nur darauf. Denn die impliziert in meinen Augen etwas das es in Deutschland schon mal gab.

    als ein muß würde ich zusätzlich zum Gespräch mit 2 ärzten noch 2 Psychiater vorschlagen, die ebenfalls sich mit den sterbewilligen vorher unterhalten also zusätzlich 2 ärzte der zusätzlich mit der Bezeichnung Psychiater und Psychologe.


    solche Ärzte können in einem Gespräch zusätzlich herausfinden, ob die Entscheidung ohne druck erfolgt ist und ob der sterbewillige sich wirklich sicher sind über seine Entscheidung sterben zu wollen.


    da eine solche Entscheidung, irreversibel ist.

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    Dann wird eben festgelegt, dass der Sterbende keine Flüssigkeiten mehr bekommt, keine Nahrung und auch auch keine Medikation. Schmerzlinderung ist in Pflegeheimen eher ein untergeordnetes Problem.

    Das gibt es doch heute schon. Ich dachte die Diskussion ginge um aktive Sterbehilfe. Darunter verstehe ich etwas anderes...


    Und ja, ich kenne Leute (nicht in Pflegeheimen) die Schmerzen haben und der Arzt meint, damit müsse man leben...

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    Auch wenn das hart/unfair klingen mag, aber wenn sich jemand von außen unter Druck setzt, dass er tatsächliche die Sterbehilfe annimmt ist doch selbst schuld

    Diese Aussage ist imho auch unfair.