Mein Opa

    Hy ihr!


    Am 7.11.04 war einer der schlimmsten Tage in meinem Leben. Mein Opa ist gestorben. Ich hatte nur mehr geweint, mir war dauernd schlecht, ich konnte oft nicht zur Schule gehen oder musste früher heimgehen, weil ich es einfach nicht schaffte. Es begann die schlimmste Zeit meines Lebens. Ich hatte dann dauernd Angst und Panikattaken. Hatte das Gefühl zu sterben und auch irgendwie schwer krank zu sein. Ich konnte nicht alleine schlafen, ich wollte nichts mehr mit anderen Leuten zu tun haben. Mir tat es so weh, meinen Papa (opas Sohn) leiden zu sehen. Mein papa hat nun keinen Papa mehr. Oder beim Begräbnis dann, zu allerheiligen usw. wo jetzt immer die ganze verwantschaft zusammenkommt, es tut weh, ich freue mich aber dass alle kommen um an opa zu denken, es ist schön mitanzusehen wie alle vor seinem Grab stehen und er nicht alleine ist. Ich hatte ungefair 5 monate damit zu kämpfen das es mir wieder gut geht. Seit Juli geht es mir wieder total gut, ich habe mich ein bisschen verändert, bin stärker geworden, bin wieder mehr unter Leuten und habe auch Spaß. Jeder braucht einfach seine Zeit damit fertig zu werden, ich eben so.


    Es wird alle wieder gut, es bringt nichts ein leben lang zu trauern, Opa will sicher das es uns gut geht, und irgendwann sterben auch wir und dann sind wir wieder alle beisammen.


    Ich bin froh das ich heute so darüber denke.


    Ein Problem war auch das ich dann am 11.11. geburtstag hatte und diesen Geburtstag in der Leichenhalle und am Friedhof verbracht habe. Zum Glück war es nur mein 17ter geburtstag, denn heuer ein Jahr dannach werd ich 18 und diesen Geburtstag kann ich in ruhe und glücklich feiern.


    Lg ich

  • 2 Antworten

    Es ist schön, dass es dir wieder gut geht! Ich kenne zwar dich und deinen Opa nicht, aber ich bin ganz fest davon überzeugt, dass er nicht möchte, dass du soooooooo traurig bist!


    Die Menschen kommen und gehen und viele gehen viel viel zu früh! Morgen ist in diesem Jahr die 4. Beerdigung aus meinem Bekanntenkreis.


    Die erste Beerdigung war im März, das war der Opa von meinem Freund. Er war 88 Jahre alt und hatte Blasenkrebs, ich denke, es war endlich die Erlösung.


    Die zweite Beerdigung war dann im April, als meine Großtante gestorben ist, sie war 93 Jahre alt! Das war auch wirklich alt genug und sie war zum Schluß geistig auch nicht mehr ganz auf der Höhe.


    Die dritte Beerdigung war im August, es war der Mann meiner Patentante. Er wurde 55 Jahre alt, und für ihn war es auch zum Schluß dann die Erlösung.


    Morgen ist nun die vierte Beerdigung. Es ist ein Bekannter, 37 Jahre alt, er legt sich ins abends ins Bett und ist am nächsten morgen nicht mehr aufgewacht! Er ist am 7.11.05 von uns gegangen. Er war nicht irgendwie krank, er ist einfach nicht mehr aufgewacht... An sich ist das ein schöner Tod, aber nicht in diesem Alter! Dennoch freue ich mich für ihn, dass er nicht leiden musste. Jedoch konnte sich keiner von ihm verabschieden. Seine Frau tut mir so unendlich leid. Wie schlimm muss es sein, morgens aufzuwachen und dein Mann liegt kalt neben dir, ist einfach gegangen, ohne lebe wohl zu sagen.


    Er hatte sich im letzen und in diesem Jahr so um seine Mutter gekümmert, sie hatte Krebs und ist erst vor knapp 3 Monaten gestorben. Er hatte nie Lust zu feiern, auch auf dem Polterabend meines Bruders war er nicht. "Meiner Mutter gehts nicht gut, ich bin nicht in der Stimmung zu feiern, ich bleibe lieber zu Hause."


    Daher gebe ich den Tipp:


    Gehe nie zu Bett ohne den vorhandenen Streit zu schlichten, denn erstens schläft man nicht gut und


    zweitens macht man sich ein Leben lang vorwürfe, dass man seinen Streit nicht vorher geklärt hat, wenn man aufwacht und der Partner urplötzlich verstorben ist...


    Und: gönnt euch ab und zu was, auch wenn ein Familienmitglied krank ist, denn der Kranke wird dadurch auch nicht wieder gesund, wenn man selbst traurig ist...


    In diesem Sinne: Genießt euer Leben, es könnte morgen schon zu Ende sein...

    Hallo so einsam87


    vieleicht hilft dir dieses gleine Gedicht


    Steh weinend nicht an meinem Grab,


    ich lieg nicht hier in tiefem Schlaf.


    Ich bin der Wind, der immer weht,


    ich bin Brillantgefunkel im Schnee.


    Ich bin die Sonne auf reifem Feld,


    ich bin im Herbst der Regen mild.


    Und wachst du auf in stiller Früh,


    flattre als Vogel ich in die Höh,


    zieh stumme, weite Kreise.


    Nachts bin ich der weiche Sternenglanz.


    Steh weinend nicht an meinem Grab,


    ich lieg nicht hier, weil ich nie starb.


    Gruß Reiner

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