Mein Papa...Ich vermisse ihn so sehr!

    Heute ist wieder so ein Tag, an dem ich mich unendlich schwach fühle. Deshalb schreibe ich hier.


    Kurz zu meiner Vorgeschichte: Ich bin 22 Jahre alt und letztes Jahr im April ist mein Vater mit 54 Jahren an ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) gestorben. Ein Jahr der Trauer ist nun vorbei und an manchen Tagen bin ich so stark und an anderen frage ich mich immer wieder, wie ich das aushalten soll. Ich habe nie nach dem "Warum" gefragt, habe nicht versucht mich als Opfer zu sehen, sondern als eine starke Frau, die diesem schlimmen Schicksalsschlag gewachsen ist. Ich habe nicht der Vergangenheit hinterher getrauert, sondern habe mich an die schönen Dinge erinnert und die Möglichkeiten genutzt, die hinter den "neuen offenen Türen" gewartet haben.


    Natürlich habe ich meine Trauer auch zugelassen, aber immer versucht "das Beste aus der Situation" zu machen. Habe gemacht, was mir gut tat...


    Und obwohl ich glaube, das alles ganz gut "gemeistert" zu haben, frage ich mich manchmal einfach, wann dieser Schmerz nachlässt. Ich bin zwar erwachsen aber ich brauche trotzdem meine Eltern... Mein Papa fehlt mir so sehr und selbst heute noch denke ich oft in manchen Situationen "Das muss ich gleich dem Papa erzählen", bis ich dann merke, dass das nicht mehr geht...


    Wenn ich den Haustürschlüssel in der Türe höre, denke ich, er kommt nach Haue... Wenn ich einen silbernen Passat sehe, denke ich, das ist er... Ich kann einfach nicht realisieren, dass mir ein so wichtiger Teil genommen wurde... Sollte man nach über einem Jahr nicht langsam aufhören, ihn überall zu sehen?


    Ich fühle mich grade so leer... Wann heilen diese Wunden?? :°(


    swoin

  • 10 Antworten

    Vielen Dank für eure lieben Worte...Ich spreche sehr viel mit ihm und manchmal-z.B. wenn ich unser lied höre oder singe-spüre ich ihn nah bei mir... aber manchmal reicht mir das nicht. ich will ihn umarmen können. manchmal fühle ich mich wie ein trotziges kind, das nicht einsehen will, dass eben irgendetwas nicht funktioniert.


    Ich mache mir z.B. auch heute schon Gedanken darüber, dass ich im Sommer 2011 ohne Papa zu meiner Examensfeier gehe... Er wäre so stolz auf mich, dass ich meinen Weg gefunden habe.


    was mir sehr weh tut, ist, wenn mir manche leute durch die blume erzählen, dass nach dem einen sogenannten Trauerjahr mal langsam alles vorbei sein sollte und ich mich nicht so haben soll...es ist ja nun wirklich nicht so, dass ich nur darüber spreche und als trauerkloß rumrenne; im Gegenteil, ich mache meine Ausbildung, treffe mich mit Freunden, versorg zuverlässig mein Pferd und versink sicherlich nicht im Selbstmitleid.Viel mache ich auch ihm zuliebe, weil ich weiß, dass mein Vater will, dass ich meinen Weg gehe und ich glücklich bin. Aber manchmal würde ich gerne mal wieder mit jemandem darüber sprechen...Es hilft mir auch, Gedanken aufzuschreiben, aber wenn ich daran denke, wie viele Menschen nach seinem Tod gesagt haben "Ich bin für dich da" und wie wenige von denen nach ein paar wochen wirklich einmal nachgefragt haben, wie es mir geht, macht mich das schon traurig. und ich will meine trauer einfach nicht verdrängen... aber manchmal wäre es einfacher sie mit jemandem gemeinsam bewältigen zu können!

    @ oros-lan:

    Das tut mir sehr leid für dich! Ich finde immer, Eltern haben einfach nicht zu sterben! Egal wie alt man ist, plötzlich fühlt man sich wie ein kleines Kind!

    Swoin, ich kann dich sehr gut verstehen..... mein Dad ist letztes Jahr im januar mit 58 an Lymphdrüsenkrebs gestorben. Auch bei mir ist es nun über ein Jahr her, aber Trauer ist nicht zeitlich begrenzt....


    Es werden noch sehr viele Momente und Ereignisse in deinem Leben passieren die du gerne mit deinem Papa teilen möchtest, in denen du stolz und glücklich bist aber gleichzeitig auch traurig weil er nicht dabei ist..... Diese Tage sind fuchtbar so schön sie auch sein mögen..... Ich hatte nach seinem Tod auch schon solche Ereignisse, meine Hohzeit, die Geburt meines Sohnes.... alles Momente auf die er sich so gefreut aber nicht mehr erlebt hat......


    Ich bin mir sicher dass dein Dad bei deiner Examensfeier in 2 Jahren stolz von ober auf dich herabsehen wird und ganz nah bei dir sein wird.

    Ich bin Mitte 40 und habe meinen Vater vor 6 Jahren verloren:°(.Heute gibt es immer noch Situationen,in denen er mir so nah ist als wenn er immer noch bei mir wäre.:)z,aber es tut nicht mehr so weh.Dieser Schmerz wird immer bleiben,und das ist auch gut so.Ich bin froh das er immer noch so nah bei mir ist,und ich ihm alles sagen kann,und das solltest du auch.Ich glaube fest daran das er immer an meiner Seite ist,obwohl ich eigentlich nicht so ein gläubiger Mensch bin,glaube ich fest daran,das er an meiner Seite ist.Lg :)*:)*

    Liebe Swoin,


    mein geliebter Vater verstarb mit 56 Jahren an Lungenkrebs, ich kann gut nachvollziehen, was Du durchmachst.


    Das erste Jahr war schrecklich, das zweite war auch noch nicht gut, erst im dritten Jahr konnte ich besser mit seinem, für mich zu frühen, Tod umgehen. Bei meiner Hochzeit konnte er nicht dabei sein, das tat so weh.


    Es gibt nach 6 Jahren immer noch Momente in denen er mir fehlt und dann spreche mit ihm. Er wird immer in meinem Herzen sein und ich werde nie aufhören ihn zu lieben. Liebe ist stärker als der Tod, daran glaube ich ganz fest und es tröstet mich. Zeit heilt die Wunden, das stimmt wirklich, ich dachte anfangs, diesen Schmerz im Herzen werde ich nie mehr los. Man darf diesen Schmerz nicht von sich fernhalten, sondern man muss ihn zulassen und allmählich vergehen lassen, das musste ich erst lernen. Dann ging es auch mir stätig besser.


    LG


    :)*:)*:)*

    jetzt lag der faden einige zeit still, bei mir war viel los, immer viel zu tun, immer auf achse... aber plötzlich bremst einen dann die trauer. ich sitze da und kann nur weinen. ich schaue sein photo an und will ihn noch ein letztes mal umarmen dürfen! er ist grade so weit weg...


    papa, ich will, dass du weißt, wie stolz ich auf dich bin und wie sehr ich dich vermisse!


    :)- :)-

    mir geht das auch so, obwohl mein Papa "schon" vor 10 Jahren gestorben ist. Die Trauer holt einen immer wieder ein. Mal ist sie mehr da, mal weniger. Aber sie wird einfach nie ganz gehen. An manchen Tagen oder auch ganzen Monaten denkt man nicht so intensiv daran, wie an anderen. Ich glaube, man muss mit dieser Trauer "einfach" leben. Aber wenn man nach 2 Jahren oder 10 Jahren oder 20 aufhören würde sich Gedanken zu machen bzw. zu trauern über den verlorenen Menschen, dann wäre es doch auch furchtbar, meiner Meinung nach. Dieser Mensch könnte noch leben und einen begleiten, aber so ist es nicht. Das muss man akzeptieren, aber trotzdem darf man traurig darüber sein und sich wünschen, dass es nicht so wäre. Man muss aber auch versuchen, sich daran zu erfreuen, was man mit ihm erleben durfte. So schwer das auch fällt.


    Ich bin auch sehr stolz auf meinen Papa, weil mir auch soooo viele Leute immer wieder sagen, dass er ein toller und besonderer Mensch war. Ich bin stolz, seine Tochter sein zu dürfen und ich bin einfach überzeugt davon, dass er mich von oben sieht und begleitet. Und dein Papa macht das ganz bestimmt auch! :)*


    Alles Liebe @:)