Gegen die Übelkeit im Endstadium werden keine MCP-Tropfen helfen. Bei uns hat er zu Hause pausenlos Gallenflüssigkeit erbrochen, nachdem ihn die Klinik als "normalen Pflegefall" entlassen hatte. Vom Hausarzt bekamen wir gegen die Übelkeit nur MCP-Tropfen. Zum Glück kam er nach 3 Tagen auf die Palliativ. Dort stellten sie ihn gut ein, dass er so gut wie nicht mehr erbrechen musste.


    Ich wünsche dir viel Kraft. Es ist nicht einfach, aber man wächst in diesen Situationen über sich hinaus. Deine Mutter wird lernen müssen eigenständig zu werden. So hart dies jetzt klingt. Nimm ihr nicht zu viel ab. Nur so lernt sie es.


    Was deinen Vater betrifft: Ich denke, er ahnt die Wahrheit. Wir waren nicht dabei, als ihm die Ärztin die Wahrheit sagte. Ehrlich gesagt, war ich froh, dass sie uns unter einem Vorwand hinausschickte. Darüber geredet hat er dann nie. Ihm blieb nach diesem Gespräch allerdings auch nicht mehr lange Zeit.

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    Mein Papa weiß das nicht. Der Arzt hat ihm nur gesagt, dass er ein paar Metastasen in der Leber hat und wir nach dem Urlaub mit der Chemo beginnen.

    Das glaube ich nicht.

    Habe ich auch nicht geglaubt. Leider habe ich erst heute live erlebt, wie meine Großmutter direkt angelogen wurde als sie nach den Ergebnissen der Untersuchung fragte. Ich wusste sie schon, die Ärztin sagte jedoch meiner Großmutter nur, dass nichts aussagekräftiges festgestellt wurde, man würde noch eine Untersuchung abwarten, aber es spräche nichts gegen eine Entlassung.


    20 Min vorher hatte sie gegenüber ihrem Sohn und mir noch Klartext geredet, dass der Krebs nicht weiter behandelt wird, weil die Ergebnisse zu schlecht sind.


    Sobald ich die Ärztin alleine treffe, werde ich ihr mitteilen, wie unmöglich ihr Verhalten ist. Nicht nur meiner Großmutter gegenüber, sondern auch uns Angehörigen.

    Ich würde jetzt nicht auf den Arzt herumhacken. Er ist auch nur ein Mensch. Seine Aufgabe ist es, Menschen zu heilen. Der Tod eines Patienten stellt für ihn eine Niederlage dar.


    Da Dein Papa, faith47, ohnehin wissen oder ahnen wird, wie es um ihn steht, solltet Ihr das Versteckspiel umgehend beenden. Nicht nur, daß noch viel zu regeln und zu klären sein wird – auch der Abschied sollte langsam eingeleitet werden.


    Sehr zu empfehlen sind hier die Bücher der Sterbeforscherin Elisabeth Kübler Ross (z.B.: "Verstehen, was Sterbende sagen wollen").


    Menschen, die wissen, daß ihr Tod bevorsteht, haben oft ein starkes Redebedürfnis. Sie möchten Dinge, die sie oft zeitlebens vor sich hergeschoben haben, endlich klären und bereinigen. Es ist wichtig, viel Zeit mit ihnen zu verbringen, ihnen zuzuhören und auch die Dinge zu verstehen, die nicht ausgesprochen, aber oft angedeutet werden.


    Ich finde es auch wichtig, zu klären, wie er selbst über den Tod denkt, ob er Angst davor hat, er ein vielleicht gläubiger Mensch ist und seelsorgerischen Beistand wünscht.


    Mir fällt gerade noch ein Satz aus einem Lied ein (Shaina Noll: Everything Possible):


    And the only measure of your words


    and your deeds will be the love you leave behind when you're gone.

    Hallo ihr alle,


    Wir sind im Urlaub angekommen, aber so wirklich entspannend kann man es wohl nicht nennen. Meine Mama weint in jeder freien Minute und über uns schwebt das Wissen, dass es der letzte Urlaub sein wird.


    Nach unserem Urlaub wird mein Papa es erfahren und ich weiß gerade nicht so wirklich, wie es dann weitergehen soll und wird. Ich möchte natürlich jede freie Minute mit ihm verbringen, aber ich brauche auch eine Pause, das merke ich jetzt schon und ich habe ja auch eine Familie, Arbeit und gewisse Dinge zu erledigen.


    Mein Papa übersteht keinen Tag ohne Schmerzmittel, aber momentan helfen die noch recht gut und er hat keine weiteren Symptome. Er ist sehr stark und ich kann gerade so gar nicht einschätzen, wie viel Zeit ihm noch bleiben wird. Aktuell gehe ich davon aus, dass wir es vielleicht bis Weihnachten schaffen, aber das kann sich auch ändern, sobald er die Diagnose weiß und seinen Lebenswillen verliert. Um das weiß ich, wird passieren

    Zuerst einmal möchte ich sagen, dass mir eure Situation sehr leid tut.


    Ich frage mich aber, warum ihr dieses Versteckspiel so weiter treibt. Dein Vater weiß bestimmt sehr viel mehr, als er euch zeigt. Diese Information

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    Mein Papa weiß das nicht. Der Arzt hat ihm nur gesagt, dass er ein paar Metastasen in der Leber hat und wir nach dem Urlaub mit der Chemo beginnen.

    war doch alleine schon mehr als alarmierend. Wenn er von den Metastasen weiß, dann weiß er auch vom Primärtumor.


    Könnte es sein, dass er auf seine Frau Rücksicht nehmen will? Es ist ganz schrecklich für sie, das ist klar – aber wenn sie ständig weint, wie Du schreibst, dann merkt er das doch. Ich würde euch wünschen, dass ihr die Zeit, die ihm noch bleibt gut, respektvoll und ehrlicher nutzt. Vielleicht kann Deine Mutter sich etwas mehr darauf einlassen, was für Deinen Vater gut ist.

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    Aktuell gehe ich davon aus, dass wir es vielleicht bis Weihnachten schaffen, aber das kann sich auch ändern, sobald er die Diagnose weiß und seinen Lebenswillen verliert. Um das weiß ich, wird passieren

    vielleicht wird eben genau das nicht passieren, dass er seinen lebenswillen verliert. oft reagieren menschen gegenteilig, weil sie wissen, dass sie nicht mehr lange zu leben haben. sie werden eifrig und versuchen die letzte zeit so intensiv wie möglich zu leben.


    ich halte es für unfair, nicht mit ihm darüber zu sprechen. das schrieb ich ja schon einmal. vielleicht ist gerade jetzt im urlaub der beste zeitpunkt. im kreise der trauten familie und nicht durch irgendeinen arzt oder geistlichen oder psychologen.

    Der Urlaub ist vorbei und ich bin erstmal zurück nach Hause gefahren. Es ist seltsam tröstlich wieder hier zu sein. Es scheint so, als ob sich nichts verändert hat, als ob wir nicht wüssten, dass mein Papa bald nicht mehr da sein wird.


    Der Urlaub war nicht schön, er war anstrengend und schwer zu ertragen, da mein Vater solche Schmerzen hat.


    Morgen früh nun hat er endlich einen Termin in der Onkologie.Morgen früh wird er nun erfahren, dass sein Leben bald beendet wird. Und seltsamerweise bin ich froh, morgen nicht dabei zu sein. Es ist geplant, dass ich ab Mittwoch erstmal wieder arbeiten gehe. Mich ablenken, etwas Normalität haben. Aber ich stelle mir die Frage, ob ich nicht jede freie Minute bei und mit meinem Papa verbringen sollte...darauf weiß ich keine Antwort...

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    Aber ich stelle mir die Frage, ob ich nicht jede freie Minute bei und mit meinem Papa verbringen sollte...darauf weiß ich keine Antwort...


    faith47

    Nein. Sei in angemessenen Abständen regelmäßig an seiner Seite.

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    Nein nichts vom tod erzählen immer mut zusprechen und Hoffnungen geben.


    bringt ihn nicht um bevor er tod ist.


    Wenn ihr es sagt nimmt ihr sein lebensenergie weg.

    Das macht so richtig keinen Sinn. Nicht mal ansatzweise.

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    Ich würde seinem Wunsch entsprechen und nur mit ihm über das sprechen, was er selbst anschneidet. Niemand MUSS einem Todkranken sagen, dass er im Sterben liegt; allerdings sollte man ihn auch nicht belügen, wenn er danach fragt.

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    Wenn ihr es sagt nimmt ihr sein lebensenergie weg.

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    Das macht so richtig keinen Sinn. Nicht mal ansatzweise.

    Das kannst Du nicht wissen. Es gibt Menschen, die sich im selben Moment, wo sie es gesagt bekommen, aufgeben.

    Grundsätzlich können wir ihm erst dann wirklich helfen und nach Behandlungsmöglichkeiten schauen, wenn er über seine Diagnose Bescheid weiß und gewillt ist, sich helfen zu lassen.


    Und es ist nicht so, dass ich mich in den letzten Wochen nicht ausgiebig mit dem Thema Bauchspeicheldrüsenkrebs und Methoden, Überlebensdauer etc. beschäftigt habe. Ich bin sehr couragiert, es geht um meinen geliebten Papa.

    Ich schätze meinen Papa so ein, dass er sich aufgeben wird, keinen Lebenswillen mehr haben wird und sich auch nicht mehr helfen lassen wird. Nicht für umsonst haben wir nun 3 Wochen gewartet und diese Diagnose von ihm fern gehalten.


    Aber: Ich finde es trotzdem wichtig, dass er jetzt darüber informiert wird. Er muss Entscheidungen treffen, Dinge müssen geregelt werden, auch zum Wohle meiner Mama und letztendlich finde ich es ganz wichtig, dass er selbst entscheiden kann, wann und wo er sterben möchte.


    Und auch wenn er entscheidet, sich nicht mehr helfen zu lassen, dann akzeptiere ich das-diesen Weg kann er jetzt noch bewusst wählen.

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    Niemand MUSS einem Todkranken sagen, dass er im Sterben liegt

    Hm, doch? Nämlich der behandelnde Arzt, der die Diagnose gestellt hat. Wenn du jemanden nicht aufklärst, entziehst du einem erwachsenen und mündigen Patienten sämtliche Möglichkeiten, Pflichten etc. die damit einhergehen - und entmündigst ihn damit förmlich.


    Das kannte man, war vor ein paar Jahrzehnten im deutschsprachigen Raum noch weitverbreitet. Da sind Leute gestorben, oder waren schwerstkrank, weil man der Meinung war, den Patienten vor seiner Diagnose 'schützen zu müssen'.

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    Das kannst Du nicht wissen

    Warum sollte ich einem terminalen Patienten, der aufgrund seiner Erkrankung in absehbarer Zeit sterben wird, Mut zu sprechen und ihm Hoffnungen machen, die, der Schulmedizin nach, nicht gegeben sind?


    Da wäre es doch illusorisch ihm zu sagen 'hey, das wird wieder'.

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    Und auch wenn er entscheidet, sich nicht mehr helfen zu lassen, dann akzeptiere ich das

    Gute Einstellung! Dir, deiner Familie und vor allem dein Vater viel Kraft in der kommenden Zeit.

    Über die praktischen Dinge solltet Ihr reden, solange es noch geht. Das ergibt sich meiner Ansicht nach schon aus der Ernsthaftigkeit seiner Krankheit. Trotzdem muss ihm nicht jegliche Hoffnung genommen werden.

    Grognor,


    ich finde die gängige Praxis heute barbarisch, und hoffe, wenn ich einmal in die Lage kommen sollte, dass man es mir selbst überlässt, wie genau ich "Bescheid wissen" möchte. Mir selbst wäre wichtig, dass mir ein Funke Hoffnung bleibt. Nicht alle Menschen sind hier gleichgeschaltet.