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    Und nun muss ich sagen, dass ich mich enorm über den Hausarzt ärgere. Die Art und Weise, wie er es mir und meiner Mama gesagt hat und uns von vornherein jegliche Hoffnung genommen hat.

    Man muss auch dazusagen: der Mensch ist Hausarzt. Kein Onkologe, der sich tagtäglich mit diesem hochkomplexen Erkrankungsbild auseinandersetzen muss und der das entsprechende Fachwissen hat.


    Das er sonst, auch was die fehlende Aufklärung deines Vaters betrifft, unzureichend gearbeitet hat, habe ich ja schon anfangs mal erwähnt.

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    Er bekommt wohl morgen oder am Freitag so ein Ding unters Schlüsselbein gesetzt (weiß jemand, wie das richtig heißt?), über welche die Chemotherapie laufen wird. Nächste Woche wird damit gestartet und es wird jeden 2. Tag ambulant durchgeführt.

    Das Ding nennt sich "Port".


    Das ist schön, dass ein wirklich gutes Gespräch stattgefunden hat und auch vor allem, dass ihr diesen Ärzten vertrauen könnt :-)

    Ich habe bisher auch still mitgelesen und freue mich mit euch :)_ Ich drücke die Daumen, dass alles so läuft, wie es soll und dass ihr noch möglichst viel gemeinsame, schöne Zeiten erleben dürft :)* :)*


    NinaleinPB


    Du hast das aber schon ganz gelesen, oder? Dass es hier um zwei verschiedene Ärzte geht, hast du auch gemerkt, oder?

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    aber dem Vater will man eine Chemotherapie andrehen, die ja nichts mehr bringt. Klingt für mich nur nach Geldmacherei.

    Erstens steht das hier nirgends und zweitens: Woher willst du denn wissen, dass die nix bringt? Selbst wenn sie den Tumor und die Metastasen "nur" in Schach hält und der Familie ein Mehr an gemeinsamer Zeit ermöglicht, hat sie doch etwas gebracht, oder? Eine Chemo dient doch nicht nur dazu, einen Patienten zu heilen.

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    und nebenbei noch einen guten Anwalt.

    Glaubst du nicht, der Vater hat momentan ganz andere Probleme? Er braucht seine Kraft für etwas ganz anderes.


    Aber genug OT.

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    Ich würde erstmal den Arzt wegen Schweigepflichtsverletzung anzeigen

    Bitte, wo verletzt hier ein beteiligter Mediziner seine Schweigepflicht? Vor allem, in welcher Form?


    Mich wunderts hier immer wieder, wie schnell man manchen Leuten etwas andrehen will. Das ist ein schwerer Vorwurf den man wahrlich nicht leichtfertig aussprechen sollte.

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    aber dem Vater will man eine Chemotherapie andrehen, die ja nichts mehr bringt. Klingt für mich nur nach Geldmacherei

    Sag mal, hast du eigentlich auch nur einen Hauch von Ahnung von dem was du da eigentlich schwafelst? Inwiefern sollte jemand, der für eine gesetzliche Krankenkasse und eine öffentliche Klinik an einer Chemotherapie, die er einem Patienten verordnet, verdienen?


    Richtet sich der behandelnde Mediziner in deiner Welt Dank der verordneten Therapien regelmäßig das Wohnzimmer neu ein, oder wie? :|N


    Mir hängt hier dieses 'Wuhu, die machen alle nur XY, weil sie Geld wollen' und 'Her mit dem Anwalt'-Geschwafel ernsthaft zum Hals raus. Ja, es gibt schlechte Mediziner, vielleicht auch welche mit kommerziellen Motiven. Aber das ist nichts, was es nur in dieser Berufsgruppe gibt.


    Hier hat man aber gerne mal den Eindruck, dass die beteiligten Mediziner in erster Linie da sind, um an den Patienten zu verdienen. Wird eine Behandlung vorgeschlagen? Ha, der will ja bloß wohl nur Geld scheffeln!

    @ Nela:

    Egal ob ein Arzt oder Zwei. Ein Arzt darf nicht mit anderen Menschen über seine Patienten reden.


    So wie ich es verstanden habe, hat der Vater doch nur noch kurz zu leben, auch mit Chemo. Also ich würde mir keine Chemo antun nur um damit noch 1-2 Wochen länger zu leben.


    Ich wäre mächtig sauer, wenn mein Arzt mit anderen Leuten über mich spricht und mir vorallem verschweigt, dass ich bald sterben werde.

    @ Grognor:

    So wie ich es gelesen habe, vor der Vater bei dem Arztgespräch nicht dabei. Also wurde die Schweigepflicht verletzt.


    Ärzte wollen doch immer nur Geld verdienen. Und so eine Chemo ist teuer, richtig teuer. Und ja, mein Hausarzt kauft sich auch regelmäßig einen neuen Sportwagen.

    Ich bin ja dankbar für jegliche Kommentare, um auch in verschiedene Richtungen denken zu können.


    Ich weiß nicht, ob die Chemo sinnvoll ist. Ich bin kein Arzt und stecke in dieser Materie zu wenig drin. Aber der Onkologe hat meinen Eltern heute wohl sehr glaubhaft versichert, dass es hier nicht darum geht, meinem Papa 2-3 Wochen, sondern im besten Fall VIELLEICHT 1-2 Jahre zu verschaffen. Und dann bin auch ich für eine Chemo. Wenn es um 2-3 Wochen gegangen wäre, müsste mein Papa sich dies wahrlich nicht antun.


    Und ich bin froh über diese Nachrichten heute. In erster Linie auch, weil er es endlich weiß und daran heute nicht zerbrochen ist, wie ich befürchtet habe.


    Und danke für eure lieben und aufmunternden Worte @:)


    Ich habe auch mit meiner Mutti über den Hausarzt gesprochen und wie wir uns verhalten sollen. Ich überlege aktuell, ob ich ihm einen Brief schreiben soll und ihm diese Hölle aufzeigen soll, durch die wir in den letzten Wochen gehen mussten.


    Der Onkologe sagte heute noch zu meiner Mama im Vertrauen, dass es sehr wichtig ist, dass mein Papa nicht erfährt, dass wir es schon wussten, das wäre wohl psychisch sehr schlecht für ihn.


    Wichtig ist jetzt, dass wir meinen Papa unterstützen, ihm Mut machen und füreinander da sind. Ich bin so froh, vielleicht doch noch ein paar Monate länger mit ihm zu haben. x:)

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    So wie ich es verstanden habe, hat der Vater doch nur noch kurz zu leben, auch mit Chemo. Also ich würde mir keine Chemo antun nur um damit noch 1-2 Wochen länger zu leben.

    Hier gehts aber nicht um nur 1-2 Wochen.


    Und wenn der Vater die Chemo machen möchte, warum denn nicht? Ist seine Entscheidung. Und wenn sie ihm Hoffnung gibt, ists gleich noch besser.

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    Ärzte wollen doch immer nur Geld verdienen. Und so eine Chemo ist teuer, richtig teuer.

    Du hast keine Ahnung von der Abrechnung mit den Kk. Mach dich mal richtig schlau drüber und dann sehen wir weiter. Aber das gehört hier nicht her.

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    Und ja, mein Hausarzt kauft sich auch regelmäßig einen neuen Sportwagen.

    Schon mal dran gedacht, dass er vielleicht noch andere Einkünfte hat? Mein HA fährt auch alle zwei Jahre ein neues (teures Auto). Der ist aber nebenher auch noch als Verbandsarzt tätig und macht Leistungsdiagnostik.


    Aber darum geht es hier in dem Faden gar nicht. Wenn du nur über die bösen Ärzte schimpfen willst, kannst du ja einen eigenen Faden aufmachen. Hier geht es um faith47 und ihre Gefühle. Ein bisschen Empathie wäre nicht verkehrt ;-)

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    So wie ich es verstanden habe, hat der Vater doch nur noch kurz zu leben, auch mit Chemo. Also ich würde mir keine Chemo antun nur um damit noch 1-2 Wochen länger zu leben.

    Mhm. Woher nimmst du diese Expertise? Ein Facharzt in Onkologie hat davon wohl ein anderes Bild, nachdem er sich ein Bild gemacht hat. Das aus mehr besteht, als den Informationen die du hier hast - aus einem Internetforum. Ohne Facharztabschluss. Aber dein fachlicher Hintergrund auf dem Gebiet ist sicherlich enorm...


    Auf den Stuss mit den 1-2 Wochen geh ich gar nicht erst ein.

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    Und so eine Chemo ist teuer, richtig teuer

    Wirklich wahr? Wie bezahlst du denn deine medizinischen Behandlungen, per Überweisung, Kreditkarte oder mit dem guten alten Schuldschein?

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    mein Hausarzt kauft sich auch regelmäßig einen neuen Sportwagen.

    Ha! Was für ein eindeutiger Beweis. Scharlatan! ]:D

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    Wichtig ist jetzt, dass wir meinen Papa unterstützen, ihm Mut machen und füreinander da sind. Ich bin so froh, vielleicht doch noch ein paar Monate länger mit ihm zu haben. x:)

    Das ist die richtige Einstellung :)z Dein Papa kann so froh sein, dass er so eine tolle Familie hat :)^

    Ich bin froh für euch, dass nun das (Ver)Schweigen ein Ende hat. Jetzt könnt ihr die verbleibende Zeit nutzen, um endlich über das zu sprechen, was wirklich wichtig ist.

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    Ich habe auch mit meiner Mutti über den Hausarzt gesprochen und wie wir uns verhalten sollen. Ich überlege aktuell, ob ich ihm einen Brief schreiben soll und ihm diese Hölle aufzeigen soll, durch die wir in den letzten Wochen gehen mussten.

    Das kannst Du natürlich machen, dann hast Du das Thema aus dem Kopf. Wenn es Dir weiterhilft... - aber Du kannst die Zeit aber für Wichtigeres nutzen, nämlich für Deinen Vater und für Dich nutzen. Ich würde das Verhalten des Hausarztes zunächst mal ausblenden. Den Brief kannst Du auch später noch schreiben.


    Ich wünsche Deinen Vater erst einmal, dass er die Behandlungen gut übersteht und Verbesserungen spüren kann. Alles Gute!

    Faith, ich finde die Aussage des Onkologen gut: sachlich und in meinen Augen eine realistische Einschätzung :)_ :)*


    Ich wünsche dir sehr, dass ihr die erhoffte Lebensqualität durch die Chemo bekommt und ihr noch unbeschwerte Weihnachten und viele viele glückliche Wochen verleben könnt! :-D :)^


    Nur wer aufgibt, hat schon verloren. Umschwenken kann man auch während einer Behandlung noch immer.

    Ich finde es unmöglich, dass sich Dritte hier in Faiths Faden über ihre eigenen Ansichten streiten. Es geht hier um Faith und ihre Familie und nicht um eure Deutungshoheit über Ärzte und Kosten im Allgemeinen. >:(


    Faith, ich freue mich dolle für euch, dass ihr diesen schweren Schritt nun endlich gehen konntet. Wie ich vorgestern schon schrieb, kann man sich erstaunlicherweise mit einem Schicksal arrangieren, solange es stabil ist. Ihr seid nun aus dem Taumel des Ungewissen endlich raus, die Ärzte haben euch die Chancen erklärt, und dein Vater kann entscheiden.


    Wie ich dir schon schrieb ist eine Chemo immer eine Belastung. Aber ein geschenktes Jahr ist ein geschenktes Jahr, und es gibt auch immer wieder Pausen und bessere Tage während den Chemos. Dein Vater weiß, was kommt, und er hat nun viel Zeit gewonnen, sich damit zu arrangieren. Und vor allem Vorkehrungen zu treffen. Ihr könnt mit der ganzen Familie nun bewusst handeln und diese Zeit erleben und auch noch all die wichtigen Dinge tun, sich auf die Zeit danach vorzubereiten.


    Als meine Mutter damals die Diagnose bekam fühlten wir uns genauso. Aber irgendwann war es normal, dass sie eben die Chemo-Zeiten hatte, aber sie war noch bei uns und sie genoss die Zeit, die ihr verblieb. Und das waren auch Jahre, und die Behandlung stellte sie erst ein, als sie keinen Erfolg mehr brachte. Auch dein Vater wird dies als geschenkte Zeit betrachten und sie intensiv nutzen. Deine Befürchtungen, dass er sich nur noch zum Sterben hinlegt, haben sich nicht bewahrheitet.


    Ein Port ist eine prima Sache! Viel besser als vernarbte Venen, und so besteht nicht das Risiko, dass eine Vene mal durchstochen wird und die Chemo direkt ins Gewebe läuft. Wenn du sonst Fragen hast oder Tipps gegen die Nebenwirkungen brauchst, schreib einfach.


    Mir kommen gerade sehr viele Erinnerungen hoch, und ich freue mich wahnsinnig für euch, weil ich weiß, wie dankbar wir damals für die geschenkte Zeit waren. @:)


    Und wenn wieder schlechtere Zeiten kommen: wir sind da. :)_


    Erst einmal alles Gute und seid deinem Vater eine tolle Stütze *:)

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    aber dem Vater will man eine Chemotherapie andrehen, die ja nichts mehr bringt. Klingt für mich nur nach Geldmacherei.

    was heißt nichts bringt? Es ist nunmal so dass egal was wir im Leben tun und wenn es nur ein Stück Brot essen ist, dass dies bedeutet den Tod herauszuzögern. Es gibt niemals ein "ich werde nicht sterben" nur ein "ich muss jetzt noch nicht Sterben"


    Meinem Vater haben sie damals gesagt mit Chemo ungefähr zwei Monate, er hat noch drei Jahre gelebt. Eins dazwischen ganz Chemo und beschwerdefrei. Ich war froh und dankbar für seinen Lebenswillen und ich glaube dass sich kämpfen immer lohnt. Für jeden einzelnen Tag.


    Ich glaube, dass man heute auch noch nicht sagen kann, welche möglichkeiten oder neuen Chemos es in eins/zwei Jahren gibt.


    Ich wünsche euch jedenfalls viel Glück und Erfolg und alles Gute.

    Hallo ihr Lieben *:)


    Danke, danke, danke. Es tut so gut, eure lieben Worte zu lesen. Sie machen mir Mut, weil ich sehe, dass wir nicht alleine sind.


    Trotzallem ist die aufkeimende Euphorie von gestern leider verflogen. Heute ist im Krankenhaus wohl nicht viel passiert. Der Prof. und der behandelnde Onkologe haben sich wohl darüber gestritten, ob nun noch eine Biopsie gemacht werden soll oder nicht. Mit dem Ergebnis, dass diese morgen gemacht wird und zusätzlich wohl nochmal ein MRT, ein CT und/oder eine Sonographie. Es geht dort im KH wohl ziemlich drunter und drüber sagen meine Eltern.


    Mein Papa war heute wohl depressiv und hat viel von geplatzten Träumen gesprochen, von seiner Arbeit, die er sehr vermisst und davon, dass er unbedingt dieses Wochenende nach Hause wollte. Aber wenn morgen erst die Biopsie gemacht wird, wird er wohl übers Wochenende noch stationär bleiben müssen :-(


    Dann haben sie den Zimmernachbarn wohl verlegt, was meinen Papa heute sehr traurig gemacht hat. Er hat sich wohl super gut mit ihm verstanden und ist sehr geknickt jetzt alleine im Zimmer zu liegen. Er hat so viel Zeit zum Grübeln. Meine Mama ist von morgens bis abends bei ihm, aber irgendwann muss sie halt auch mal heim.


    Sie sagte vorhin, dass sie heute noch nichts gegessen habe und nur am Weinen war :°( Ich habe ihr versucht klar zu machen, dass sie auch an sich denken muss. Mein Papa braucht unsere ganze Unterstützung. Vielleicht geht sie gleich noch zu ihren Nachbar, die wissen über alles Bescheid und haben ihre Hilfe angeboten.


    Ich werde am Samstag zu ihnen fahren.


    Meine Eltern haben Angst, dass die Ärzte einfach zu viel Zeit sinnlos verstreichen lassen. Ich kann das so gar nicht einschätzen, in was für einem Zeitraum der Kebs einen Körper auffressen kann und ob es auf 2 Tage mehr oder weniger ankommt.


    Auch der Port wurde heute noch nicht gelegt, ich denke aber auch nicht, dass dies morgen geschehen wird.


    Ach...alles doof :°(

    Liebe Faith,


    in solch einer Umbruchsituation wie Ihr sie gerade erlebt, geht es wohl nur, von Tag zu Tag, eher noch von Stunde zu Stunde und manchmal jede Minute für sich zu leben.


    Ihr alle braucht viel, viel Kraft, und die wünsche ich Euch von Herzen. :°_