Mein über alles geliebter Bruder wollte nicht mehr leben

    Ich bin am Ende und kann einfach nicht mehr.


    Mein geliebter Bruder hat sich heute Nacht das Leben genommen. Mein Vater fand ihn heute morgen. Dieses Bild werde ich wohl nie vergessen.


    Er hatte soviel Pech im Leben und war sehr einsam.


    Manuel wurde nur 29 Jahre alt.


    Wie sollen wir ohne ihn weiterleben können? :°(

  • 39 Antworten

    Das tut mir so leid :°_ :°_


    auch ich verlor vor 2 Jahren meinen geliebten Bruder :°( :°(


    an einem schnell wachsenden bösartigen Gehirntumor :)-


    er starb innerhalb von 6 Monaten :°( :°(


    es kommt mir vor wie gestern :°( :°( :°( :°(


    Ganz viel Kraft schick ich dir :)* :)* :)* :)* :°_ :°_ :°_ :°_

    Liebe Fliedersee,


    es tut mir sehr leid, mein Beileid. :)- :)* Die nächste Zeit wird sicher sehr schwer für euch. Kannst du dich an einen Moment erinnern, an dem dein Bruder glücklich und gut gelaunt war? Versuche, ihn genau so in Erinnerung zu behalten und das schreckliche Bild von heute morgen so gut es geht zu vergessen. Ich wünsche dir ganz viel Kraft!!! :)* :°_

    Vielen Dank für eure lieben Worte. @:)


    Unser Hausarzt hat uns starke Beruhigungstabletten verschrieben. Das Problem ist nur, dass ich vor Jahren süchtig war und so habe ich sie nur zweimal genommen. Am Tag, als es geschehen ist und an seiner Beerdigung. Ohne diese Tabletten ist es unheimlich schwer, das zu ertragen aber da muss ich durch.


    In drei Tagen hat mein Vater Geburtstag. Keine Ahnung, wie wir das durchstehen sollen. Was, außer Kraft, kann man ihm wünschen? Er ist auch schwer krank und nun pumpt er sich mit diesen Tabletten voll. So haben wir alle Angst, dass er bald seinem Sohn folgen wird.

    Liebe Fliedersee

    :°_ Das ist furchtbar und auch unfassbar. Ja, ich kann verstehen, dass das ganze Leben einfach nicht mehr das Gleiche ist. Und nun steht eigentlich ein Freudenfest an und keinem ist nach Freude oder feiern. Man ist traurig, leer, ratlos – was wünscht man dann.... Ich wünsche Dir und Deiner Familie, dass Ihr es irgendwann verarbeiten und akzeptieren könnt.


    Es war Manuel's Entscheidung zu gehen. Er hat Euch nicht gefragt und wohl auch nicht vorgewarnt. Er hat es für sich entschieden und ist den Weg gegangen. Ihr vermisst ihn, er fehlt – solche Lücken kann niemand sonst schliessen. Ich wünsche Euch, dass Ihr alle sie irgendwann zu überbrücken lernt, ohne stets seinen Abgrund vor Augen zu haben.


    Und nun machst Du Dir Sorgen um Deinen Vater. Du befürchtest, er könnte sich auch etwas antun oder dass sein Körper die "Verdauung" der Tabletten nicht packt? Habt Ihr innerhalb der Familie offene Gespräche über Manuel? Falls ja, fühlen sich Deine Eltern am Ende sogar irgendwie mitverantwortlich für Manuel's Freitod? Das sind sie ja sicher nicht. Vielleicht kann der Arzt, der Euch die Tabletten verschrieben hat, einen Therapeuten vermitteln, der Euch beim Verarbeiten helfen könnte? Oder möglicherweise gibt es eine Selbsthilfegruppe?


    Ich wünsche Euch allen von Herzen viel viel Kraft – für Deinen Papa leihe ich Dir mal kurz meinen Schutzengel aus – ich denke, ich werde ihn bis morgen früh vermutlich grad nicht in Anspruch nehmen müssen :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)*


    Für Manuel :)-

    Zitat:


    Vielleicht bedeutet Liebe auch lernen, jemanden gehen zu lassen, wissen, wann es Abschied heißt. Nicht zulassen, dass unsere Gefühle dem im Wege stehen, was am Ende wahrscheinlich besser ist für die, die wir lieben.


    Ich wünsche Euch allen von Herzen viel Kraft @:) :)* :)-

    mein bruder hat sich auch das leben genommen!


    weißt du, er konnte und wollte nach einem sehr "leidenschaftlichen" leben einfach nicht mehr. er hat unserer familie kurz vor seinem tod noch einen hinreißenden sohn geschenkt, im dem er für uns alle weiterlebt. ich habe ihm (aber dazu habe ich auch einige zeit gebraucht!) das geschenk gemacht, dass ich ihm respekt entgegengebracht habe... respekt dafür, dass ich seine entscheidungsfreiheit – zu leben, oder zu sterben – nicht auf mich selber beziehe!


    (dass ich selber damit auch endlich meinen frieden geschlossen habe, ist dabei ein sehr schöner nebeneffekt)

    Danke für eure Worte.


    Ich dachte wirklich, es geht aufwärts, ich kann es akzeptieren. Muss ich auch und möchte ich nur allzu gerne.


    Doch spätestens abends kommen wieder die Tränen, wenn man zur Ruhe kommt. Gestern war der Geburtstag meines Vaters. Ich setzte mich aus Gewohnheit an den Platz neben Manuels Platz. Was schlimm war. Sein Platz blieb leer. Niemand wollte aufrücken. Ich war die einzige, die geweint hat. Meine Eltern nehmen täglich Tabletten, meine Kinder sind so tapfer und ich? Sass da und konnte nach ein paar Stunden nicht mehr und habe geweint.


    Geweint, weil er nicht mehr mitfeiert.


    Geweint, weil er so sehr fehlt.


    Geweint, weil ich an die schönen Zeiten mit ihm gedacht habe.


    Geweint, weil er immer lustig war (uns gegenüber auf jeden Fall) und uns geholfen hat.


    Geweint, weil er immer sagte, es ginge ihm gut, was nicht stimmte.


    Geweint, weil ich ein schlechtes Gewissen habe, weil ich mit meinem Freund lachte, während er sich erhängte.


    Geweint, weil ich Angst habe, er hat uns lachen gehört und dachte, wir wären froh über sein Vorhaben.


    Geweint, weil er dachte, wir würden es nicht gut mit ihm meinen.


    Geweint, weil es ihm so schlecht ging, und keiner es wirklich gemerkt hat, weil er sich verstellt hat.


    Geweint, weil er einfach nicht mehr konnte.


    Manuel, danke für alles. Du hast mich oft zum Gyn gefahren, warst bei mir, wenn es mir nicht gut ging und hast mich aufgebaut. Hast mich zum einkaufen gefahren, als ich mal kein Auto hatte. Es war deine Entscheidung zu gehen. Vergessen werden wir dich nie, das verspreche ich dir. @:)

    Fliedersee

    Dir mal Taschentücher rüber reiche... :°_


    Ja, diese kreisenden Gedanken, die Vorwürfe, ... was wäre gewesen, wenn, etc. Das kann einen sooo zermürben und fertig machen. Aber ich gehe mal davon aus, dass Du auch keine Hellseherin bist. Woher hättest Du also ahnen, oder gar wissen können, wie schlecht es ihm wirklich ging? Vielleicht wollte Manuel ja, gar nicht, dass Ihr das wisst. Vielleicht hätte er sonst darüber gesprochen.


    Ja, sein Stuhl blieb leer – aber möglicherweise war er dennoch dort – irgendwie. Ich habe mal eine alte, indianische Weisheit gelesen: Der Mensch stirbt immer drei mal. Das erste mal, wenn sein Herz aufhört zu schlagen; das zweite mal, wenn sein Körper zerfallen und zu Staub geworden ist; das dritte mal und dann definitiv, wenn sein Name das letzte Mal ausgesprochen wurde. Manuel ist nicht weg. Er ist in Euren Herzen.


    Ich wünsche Dir und Deiner Familie viel viel Kraft – und Zeit all das irgendwann vielleicht fassen und vor allem verarbeiten zu können. :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)*


    Für Manuel :)- :)- :)-