Habe versucht, seine Entscheidung zu akzeptieren. Wollte zurück ins Leben.


    Gestern ist er für mich zum zweiten mal gestorben. Er war in derKlinik, bekam Tabletten, welche er zwei Wochen vor seiner schicksalshaften Entscheidung nicht mehr genommen hat. Gestern waren meine Eltern zu einem Gespräch in der Klinik.


    Tja, sie wussten, dass er im Februar bereits schon einmal die Tabletten abgesetzt hatte und sie hätten durch einen Bluttest nachweisen können, ob er diese noch nimmt oder nicht. Sie haben es nicht getan. Weshalb nicht. Er könnte noch leben, wenn sie dahinter gekommen wären. Ebenfalls wurde erwähnt, dass 80 % der Patienten mit seinem Krankheitsbild die Tabletten absetzen. Mein Gott, er setzte sie schon einmal ab und 80 % machen dies. Und sie sahen keinen Grund, ihn darauf zu kontrollieren. Sie untersuchten sein Blut wöchentlich, aber eher darauf, ob er Drogen nehmen würde usw.


    Weshalb haben sie nichts unternommen? Er könnte hier sein.


    Hier sein Link, sein Abschiedsbrief war ähnlich, nur schrieb er darin von 18 verlorenen Jahren. http://www.med1.de/Forum/Psychologie/450191/


    Manuel, wo bist du jetzt? Du glaubtest nicht an ein Leben nach dem Tod. Geht es dir gut oder weisst du nichts mehr? Lebst du weiter oder hast du deine endgültige Ruhe gefunden? Denke ständig an dich. :)-

    Fliedersee

    :°_ Oh weh... Ja, solche Mitteilungen können einen gleich noch mal ein Stück weiter runter ziehen. Ja, warum haben sie es nicht getan... Ich weiss es auch nicht. Aber ich denke, wenn dieses Gedankenkarussell sich zu lange dreht, dass es Dir dabei immer schlechter, oder zumindest schwerlich besser gehen wird.


    Wo Manuel nun sein mag, weiss ich auch nicht. Ich habe so meine eigenen Ideen. Ich bin der festen Überzeugung, dass man sowohl eine Art ewige Ruhe hat, dass man aber dennoch nicht einfach weg ist. Ich kann nicht erklären, warum ich diese Überzeugung habe, aber mir ist, als ob irgendetwas in meinem Inneren das einfach "weiss". Seltsam nicht? Aber auch irgendwie tröstlich.


    Ich wünsche Dir weiterhin viel viel Kraft. :)*


    Für Manuel :)- :)- :)-


    Wie geht es Deinen Eltern inzwischen?

    Fliedersee

    Ich kann verstehen, dass dich diese Nachricht hart trifft. :°_


    Haben deine Eltern nachgefragt, wieso man das Blut deines Bruders nicht auf die Medikamente untersucht hat? Ich könnte mir vorstellen, dass sie rechtlich gesehen eingeschränkt waren, sprich sein Blut nur auf gewisse Dinge untersuchen durften. Ich habe diesbezüglich ähnliche Erfahrungen gemacht: Ich war vor 1 1/2 Jahren sehr wütend auf einen Psychiater, weil dieser den Therapieabbruch eines mir nahestehenden Menschen nicht kommuniziert hat. Wenn wir Angehörige das gewusst hätten, hätten wir auf den darauffolgenden Zusammenbruch sehr viel besser reagieren können. Die Begründung des Psychiaters war dann aber auch nachvollziehbar: Sein Patient ist volljährig, freiwillig in der Behandlung und er unterliegt der Schweigepflicht. Hätte er sich über diese Punkte hinweggesetzt, wäre dies einer Entmündigung des Patienten gleichgekommen.

    Vielen Dank für eure Worte.


    Meine Mutter kommt gut zurecht. Mein Vater überhaupt nicht. Wir haben wirklich alle Angst, ihn auch bald zu verlieren.


    Den Psychiater deines Bekannten kann ich genau wie diese hier nicht verstehen. Die Tabletten sind wichtig, da, wie bei meinem Bruder, eine paranoide Schizophrenie oft in der Selbsttödung endet. Und da ist es doch wichtig, diese Untersuchung zu machen. Ich finde das grobe Vernachlässigung. Es gibt ja auch Zwangseinweisungen.


    Manchmal kann ich seine Entscheidung gut akzeptieren. Kann verstehen, dass er nicht mehr wollte und konnte. Manchmal geht es mir sehr schlecht. Dieses Endgültige macht mich fertig.


    Meine Mutter ist schon wieder die Alte. Anfangs war sie sehr nett zu mir. Vorgestern hat sie mich, wie vor dem Freitod meines Bruders, schlecht gemacht und ist über mich hergezogen.

    Ach Manu, alles ist so schwer ohne dich.


    Unsere Mutter ist wieder so sonderbar wie früher. Werde Weihnachten alleine verbringen, während die Kinder mit unseren Eltern feiern.


    Ich brauche und vermisse dich.


    Weshalb nur hattest du so ein schweres Leben? Warum ausgerechnet du? Weshalb hast du dich nicht mehr anvertraut. Ich wäre doch nach wie vor immer für dich da gewesen. Egal um welche Uhrzeit.


    Es ist so schwer ohne dich. Aber bitte, lasse es dir gut gehen, wo immer du gerade bist. @:) :)-

    ich hab meinen lieben bruder auf die gleiche weise verloren.


    vor fast 30 jahren. er ist nicht zurückgekommen, von seiner ersten langen reise ans andere ende der welt.


    er war ein jahr jünger und wir waren ein herz.


    ich kann dir sagen, es hört niemals wieder auf.


    er ist immer noch bei mir. manchmal weine ich mit ihm. manchmal zeige ich ihm mein glück...


    es ist so, als könnte er jeden moment zur tür hineinspazieren.


    niemals ist er richtig weg.

    Zitat

    niemals ist er richtig weg

    das geht mir mit meinem bruder auch so, der sich vor 12 jahren das leben genommen hat. und manchmal grinse ich so in mich hinein, weil ich dann überlege, was er denken würde, wenn er wirklich zur tür reinkommen würde: hey, seid ihr alle alt geworden! ich habe ihn nämlich in erinnerung und da wird er niemals älter!

    mein sehr lieber und schöner stiefbruder hat sich auch als jugendlicher vom hochhaus gestürzt....tot.


    die eltern waren zu verständnislos,lieblos,egozentrisch,abwertend,streng und hart..


    sie waren zu sehr mit ihren eigenen problemen beschäftigt

    :)_ sie stressten ihn auch viel zu sehr mit dem schuldruck...


    er war klug,aber er lernte nicht gut,weil es ihm in der familie pychisch schlecht ging..


    ich konnte ihm nicht helfen...ich hatte zu den eltern seit vielen jahren keinen kontakt mehr..