mein Vater ist im Krankenhaus verstorben - unfassbar

    Am 1. Weihnachtstag (25.12.17) wurde mein Vater (89 Jahre) aufgrund eines Sturzes mit dem Rettungswagern ins Krankenhaus eingeliefert. Am 18.12.17 bekamen wir eine


    Mitteilung vom Krankenhaus, daß er wg,. Herzprobeme und erfolgloser Reanimierung verstorben ist.


    Wir können es nicht fassen. Von Herzproblemen war uns nichts bekannt. Allerdings hatte er Blutverdünner vom Hausarzt verordnet bekommen; das wurde vom Krankenhaus bereits am 1. Tag hinterfragt...


    Uns kommt das alles sehr suspekt vor. Wie kommen wir an die Unterlagen vom Krankenhaus. Nicht den allgemeinen "Entlassungsbericht", sondern detaillierte Aufzeichnungen der Vorgänge/Behandlungen während seines Aufenthaltes, oder gibts sowas nicht?


    Kann jemand was dazu sag :°( en?

  • 30 Antworten

    Tut mir sehr leid.


    Wenn sowas völlig unerwartet passiert, ist es schwer zu begreifen. Deine Wut ist absolut nachvollziehbar, ihr befindet euch gerade in einem Ausnahmezustand, da ist man nicht objektiv, ganz klar. Aber versucht euch erstmal nicht darauf zu fixieren, dass das Krankenhaus Fehler gemacht hat. Dein Vater hat ein gesegnetes Alter erreicht - das schließt zwar Behandlungsfehler nicht aus, aber macht auch nicht unwahrscheinlich, dass seine Zeit gekommen war.


    Zu deiner Frage: Doch, sowas gibt es. Da ranzukommen hängt von verschiedenen Faktoren ab.


    Grundsätzlich wäre gut zu wissen, ob ihr Erben seid (und bleibt oder ausschlagt).


    Hier gibt es eine Übersicht:


    https://www.diekmann-rechtsanwaelte.de/news/details/article/die-einsichtnahme-in-patientenakten-nach-dem-tod-des-patienten/


    Grundsätzlich ist das ja nichts, was eilt. Dass deine Familie genau wissen will, was war, ist verständlich. Aber selbst wenn ihr Recht hättet, fahrt ihr mMn am besten, jetzt erstmal den Schock zu verdauen und dann freundlich anzufragen, welche Informationen man euch gibt. Krankenhäuser machen sonst schnell dicht (nach dem Motto: "Verklag mich doch!"), die wollen schließlich auch keinen Stress.

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    ich denke schon dass der verantwortliche Arzt im Krankenhaus in der moralischen Pflicht ist, zumindest ein offenes Gespräch mit euch zu führen.

    Das Gespräch mit dem Arzt war offen. Trotzdem fragen wir uns, wieso er an Herzversagen verstorben sein soll. Meine Mutter war am Abend vorher (27.12.17) noch bei ihm und er war ansprechbar; allerdings nicht mobil, weil der Sturz wohl die Schulter und den Rücken betraf.


    Wir wollen kein Strafverfahren anstregen - nur Klarheit haben.

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    Zitat

    Trotzdem fragen wir uns, wieso er an Herzversagen verstorben sein soll.

    Verständlich.


    Die Frage wird man so online nicht beantworten können, ohne die Patientenakte zu kennen, Diagnosen, Vorerkrankungen, Medikamente usw


    Sinnvoller ist es , wenn ihr mit dem zuständigen Arzt nochmal in Kontakt tretet. Fragt den Arzt warum es zu dem Herzversagen gekommen ist. Der Arzt der euren Vater behandelt hat, wird euch das sicher erklären können.

    Der Arzt, der im übrigen nachts und morgens nicht anwesen gewesen war (Weihnachten) sagte uns, daß mein Vater morgens mit kaum fühlbarem Puls und Herzschlag von der Schwester vorgefunden wurde. Woraufhin die Reanimierun eingeleitet wurde.


    In der Nacht hatte mein Vater lt. Arzt Erbrechen und Durchfall, daraufhin wurden Untersuchungen der Sekrete auf Norovirus durchgeführt, die negativ waren.


    Uns ist nicht nachvollziehbar, wie danach vorgegangen oder irgendwelche Maßnahmen ergriffen wurden, um eine Verbesserung seines Zustandes herbeizuführen.


    Egal, wie alt er war, das steht hier nicht zur Debatte.


    Wir sind die Hinterbliebenen (und Erben) und möchten Klarheit haben.

    Also im Klartext: Ihr vermutet, dass er nicht sachgemäss behandelt wurde?


    Ganz grundsätzlich können Menschen auch in Krankenhäusern in unbeobachteten Momenten sterben. Wer dort nicht auf der Intensivstation liegt, wird nicht rund um die Uhr bewacht. Das ist natürlich tragisch und für die Hinterbliebenen vielleicht sogar noch schlimmer als ein plötzlicher Todesfall zuhause, aber es kann halt durchaus passieren. Und dass knapp 90jährige aus dem Nichts Herzprobleme bekommen, leider auch.


    Dennoch: Wendet euch an das Krankenhaus und bittet nochmal um ein ausführliches und klärendes Gespräch, damit ihr damit abschließen könnt.

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    Ein Trauma in diesem Alter birgt leider Risiken, die auch die Götter in weiß nicht vorhersehen können. Kleine Randnotiz, sollte euch die Akte nicht ausreichen (und davon ist auszugehen), rate ich dringend von einem Prozess ab. Die Wahrscheinlichkeit einen solchen Prozess für sich zu entscheiden ist gering und dann habt ihr nicht nur die Trauer, sondern auch noch horrende Anwaltskosten. Dennoch auch an dieser Stelle mein Beileid an euch.

    Absolut verständlich ja.


    Aber wie gesagt. Klarheit erhaltet ihr nur wenn ihr mit dem zuständigen Arzt ( Assistent, Oberarzt) noch mal ein Gespräch führt. Schreibt euch die Fragen auf die für euch wichtig sind.


    Dann könnt ihr im neuen Jahr einen Gesprächstermin mit den zuständigen Ärzten vereinbaren.


    Auch wenn die Situation im Moment undurchsichtig ist, aber Spekulieren und Vermuten hilft nicht weiter.

    Hallo ersens,


    das tut mir leid.


    Ggf. die Krankenkasse kontaktieren. Meistens gibt es dort eine spezielle Abteilung, die sich mit dem vorgehen bei Verdacht auf Behandlungsfehler gut auskennt.


    https://dejure.org/gesetze/SGB_V/66.html


    Ggf. gibt es auf der Internetseite der Krankenkasse schon gute Hinweise.


    Gruß


    RHW

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    Das mag jetzt hart klingen, und zur Info, vor weniger als einem Monat ist meine Oma auch an Herzversagen gestorben. Warum Herzversagen? Weil man an irgendwas sterben muss. Und in dem Alter wird in den allermeisten Fällen nicht mehr so groß auf Ursachenforschung gegangen. Denn, zumindest meiner Ansicht nach, ist's auch völlig egal obs ein Schlaganfall war oder sonst was. In dem Alter, und ohne Fremdverschulden, da könnte man für meinen Geschmack auch einfach das Alter als Todesursache eintragen.


    Versucht euch mit der Zeit daran zu freuen (Wort passt jetzt auch nicht direkt), dass es schnell ging. Dass nicht jahrelang gelitten wurde. Das ist für mich wichtiger als das was am Totenschein steht.

    @ TE

    Der Tod Deines Vaters tut mir leid!

    Zitat

    Egal, wie alt er war, das steht hier nicht zur Debatte.

    Doch, das kann man nicht ausblenden, denn ein hohes Alter ist der größte Risikofaktor. Dein Vater hat sein Leben gelebt, ist viel älter geworden als die meisten anderen, und eigentlich sollte man dankbar sein, wenn jemand alt und unerwartet stirbt, denn das bedeutet auch, dass es weder Krankheit, Unfall noch ein langes Leiden gab.


    Es ist normal, dass das Herz irgendwann versagt und der alte Mensch an Ende der Nacht einfach nicht mehr aufwacht.

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