Meine Katze gehen lassen?

    Liebe Mitforis,


    ich muss mir gerade mal was von der Seele schreiben, weil ich mit meinen Emotionen nicht mehr klarkomme.

    Ich habe seit nunmehr fast 16 Jahren eine Gefährtin. Eine kleine Siam-Prinzessin, die ich 2004 vom Züchter holte. Dort hatte sie mich ausgesucht, denn sie war eigentlich nicht das Tier, was ich wollte. Aber vom ersten Moment an ist die kleine Maus auf meinem Schoß eingezogen. Nach dem ersten Kennenlernen sagte ich meiner Begleitung:"Die wird es wohl sein - ob ich will oder nicht".

    Wenige Tage später holte ich sie ab. Und ab da waren wir unzertrennlich. Sie ist immer mit im gleichen Raum, schläft immer mit im Bett, begrüßt mich laut maunzend, wenn ich nach Hause komme. Führt mit mir Diskussionen und liebt mich abgöttisch. Andere mag sie nur. Und diese Liebe ist beidseitig. Wer Siams kennt, weiss, was ich meine. Sie hat Umzüge, WG's, Partner, Trennungen, Studium, Jobwechsel mit mir durchgestanden. Als ich noch ein Kind war, hatten wir zwar immer Katzen, aber sie ist was ganz besonderes. Und ja, wegen ihr hab ich auch ein bisschen einen verrückte-Katzenlady-Ruf weg. Gemeinsam mit dem Kater (der Jahre später dazu kam) bilden sie hier im Haus meine Pussy-Possy.

    Auch jetzt sitzt sie wieder bei mir auf dem Schoß - wo auch sonst.

    Mit ca. 4 Jahren wurde sie schwer krank. Die Tierklinik sagte, sie wird niemals 10 werden. Ein Tierarztwechsel, eine Ernährungs- und Lebensumstellung hat sie geheilt. Ich konnte all ihre Medikamente ausschleichen.

    Aber weil sie Futter-Allergien hat, konnte ich sie nur sehr einseitig ernähren. Vor drei Jahren begannen dann die Verstopfungen. Seitdem Behandlung mit Lactulose. Das ging dann auch einige Zeit einigermaßen gut, obwohl sie einen Megakolon entwickelt hatte. Letzten November bin ich dann mit ihr zum Arzt, weil mir ihr Zustand auffällig vorkam. Der stellte fest, dass sie total dehydriert sei, ich solle alles tun, um Flüssigkeit in die Katze zu bekommen. Hab ich gemacht. Blutwerte wurden gemacht und waren aber in Ordnung. Sie zu Füttern ist inzwischen ein bisschen eine kleine Oper in drei Akten - bekommt sie zuviel, erbricht sie wieder alles.

    Nun war es vor ca. zwei Wochen so, dass sie gleichzeitig Verstopfung, Durchfall und Erbrechen hatte. Also wieder zum Arzt. Ich soll Flohsamen beifüttern. Gemacht. Es schien besser zu werden. Und dann, letzte Woche, sie schläft nur noch, kämpft kleine Kotköttel raus und erbricht sich. Der Enddarm liegt also lahm. Ein bisschen Blut ist am Kot.

    Also wieder ab zum Tierarzt. Ich war auf Darmverschluss, Megakolon etc. gefasst und bereit, über operative Maßnahmen zu sprechen.

    Und dann sagt er: Lebertumor. Groß, diffus. Er müsse nachdenken. Sie sei schon alt. Der Darm würde auch nicht mehr gut werden.

    Ich habe nun das ganze Wochenende geweint, mich zwischendurch abgelenkt. Dann wieder geweint. Sie hat Appetit, frisst, sie schnurrt, sie putzt sich, sie ist bei mir, zwischendurch verpult sie dem Kater eine, wenn er zu frech ist. Und dann putzt sie ihn wieder leidenschaftlich. Aber ich merke, sie hat Beschwerden.

    Ich will nicht, dass sie leidet. Aber ich kann sie auch noch nicht gehen lassen! Es bricht mir das Herz. Ich weiß auch gar nicht, wie das ablaufen soll. Morgen um 9 - also nachher - erfahre ich, wie der TA vorgehen möchte. Wenn er nicht operieren möchte, werde ich wohl noch eine Spezialklinik in der Nachbarstadt konsultieren. Corona macht das alles nicht einfacher.

    Ich bin noch nicht soweit. Siams können über 20 werden! Im Wesen, in ihrer Optik ist sie noch immer so jung. Ich hatte damit gerechnet, dass sie wohl in 3 Jahren circa an ihre Grenze kommen wird. Aber jetzt? Ich meine, JETZT?! Es tut so weh und ich hab so Angst. Und sie anzusehen und zu denken, dass das nun vielleicht (wahrscheinlich?) unsere letzten gemeinsamen Tage sind? Es quält mich so sehr und ich bereue es, sie angeschafft zu haben, weil ich sie so sehr liebe und der Verlust so weh tun wird. Das Leben ohne sie. Ich bin noch nicht soweit.

    Wieso hat er es nicht im November entdeckt? Wieso nicht vor zwei Wochen? Wieso schickt er mich ins Wochenende mit dieser Mischung aus Endzeit und kleinem, leisen Hoffen? Und ich kann nichts tun. :°(

  • 43 Antworten
    Alias 972524 schrieb:

    Und ich kann nichts tun.

    Doch, kannst Du. Deine Liebe zu deiner Katze kann ich nachempfinden, weil meine auch schon 18 Jahre alt ist und ich jeden Tag damit rechnen muss, dass sie gehen will. Und ich sage ihr, dass sie mir zeigen soll, wenn es soweit ist. Sie bekommt jetzt Medikamente und TA und ich achten darauf, dass sie auf keinen Fall leiden muss.


    Denn wenn ich eins nicht möchte, dann ist es sie aus einer Liebe heraus nicht gehen zu lassen. Und es ist nachrangig, ob man selbst soweit ist oder nicht. Das wäre selbstsüchtig und würde das Leid des Tieres nur verlängern.


    Warum bereust die Anschaffung? Bedanke dich bei ihr für die wundervolle Zeit, die ihr miteinander haben durftet. Lass deine Katze gehen in dem Gefühl das Du sie wirklich liebst. Tiere spüren, wenn man ihr Leid nicht annehmen kann, wenn man selbst mit sich beschäftigt ist.


    Meine Worte könnten für dich sehr hart klingen, was ich nicht verhindern kann. Nur kann ich deinen Schmerz gut verstehen. Und es würde sich für mich falsch anfühlen, wenn ich jetzt nicht so deutlich geschrieben hätte.


    Ich wünsche dir viel Kraft und das Du eine wirkliche Entscheidung für deine Katze treffen kannst.


    Alles Liebe für dich und deine Katze.

    Vor zwei Monaten musste ich meine Luna im Alter von nur 8 Jahren gehen lassen. Innerhalb von zwei Wochen ging es ihr so furchtbar schlecht wegen Nierenversagen. Ich hab sie jeden Tag zum Tierarzt geschleppt für Infusionen, sie täglich mit Medikamenten und Spritzen gequält und in zwei Wochen 2000 Euro beim Tierarzt gelassen, weil ich nicht aufgeben wollte. Am Ende lag sie nur noch rum und konnte nicht mehr fressen und trinken.

    Im Nachhinein tut es mir so leid, dass ich ihr das angetan habe, weil ich nicht loslassen konnte.

    Aber der letzte Liebesbeweis ist es, dass geliebte Tier gehen zu lassen. Sie hat dir so viel Glück und Liebe gegeben. Jetzt kannst du es zurück geben, indem du sie nicht weiter leiden lässt.


    Ich weiß, wie furchtbar das ist und ich weine auch nach zwei Monaten noch sehr oft, aber es wird besser. Du hattest sehr viele schöne Jahre mit deiner Mietze.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft für die kommende Zeit:)*

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    Meine Tochter hat ihren geliebten Kater in einer Tierklinik behandeln lassen, es ging dem Kater aber immer schlechter. Dann erfolgte noch einmal eine Untersuchung unter Narkose, wo dann feststand, Krebs in Blase und Nieren und Metastasen in der Wirbelsäule.


    Sie hat dann den Kater heimgeholt und ihre sehr freundlich Haustierärztin hat den Kater zu Hause in gewohnter Umgebung auf dem Schoß meiner Tochter eingeschläfert. Die Welt meiner Tochter brach auch für einige Zeit zusammen.

    Nun, 2 Jahre später, sagt sie, dass es falsch war, dass das Tier so lange weiter behandelt wurde, obwohl es ihm schon schlecht ging. In der Klinik 3 Tage nur besucht werden konnte.

    Heute würde sie es anders machen.


    Damals hatte sie ein schlechtes Gewissen, das Tier einschläfern zu müssen, heute, im Rückblick hat sich das Gewissen gewandelt in: hätte ich dem Tier das doch bloß nicht zugemutet...

    Weil, ein leidendes Tier aus Gründen, ich will mich nicht von dem Tier trennen, egoistisch ist. Es verlängert die Qual weiterhin.

    In der freien Natur hätte sich das Tier nämlich einfach zum Sterben verkrochen, was unter menschlicher Regie natürlich wenig möglich ist.


    Du brauchst viel Kraft. Und deine Katze hat dir doch so viel Liebe geschenkt, sie wollte zu dir, sie hatte ein glückliches Leben.


    Stuhlgang nicht wirklich ausscheiden zu können macht furchtbare Bauchkrämpfe. Laß sie gehen, weil du sie liebst.


    Alles Gute.

    @TE

    du schreibst, du bist noch nicht soweit. Es geht hier auch nicht um dich, sondern um deine Katze. Ich sehe es auch als Verantwortung an, das Tier gehen zu lassen. Warum bereust du es, die Katze angeschafft zu haben? Man weiß doch vorher, dass das Tier den Menschen im Normalfall nicht überleben wird. Und nur, weil die Katze statistisch 20 Jahre alt werden kann, heißt das ja nicht, dass dieses Ziel mit aller Macht erreicht werden muss. Tierliebe zeigt sich auch dadurch, dass man entscheiden muss, wann es Zeit ist, das Tier gehen zu lassen. Und ihr habt doch so viele schöne Jahre zusammen gehabt.

    Wir hatten auch schon immer Katzen und keine von denen hat uns den Gefallen getan, einfach so zu sterben. Sie sind alle alt geworden und mussten vom Tierarzt eingeschläfert werden. Das war sehr traurig, aber wir wussten, dass wir unseren Katzen, die uns sehr viele Jahre begleitet haben, einen Gefallen getan haben. Sie hatten es nicht verdient, weiter zu leiden. Mit diesen Gedanken konnten wir uns dann auch trösten. Und wir haben uns auch auf das verlassen, was der Tierarzt gesagt hat.

    Jetzt haben wir hier wieder eine Katze sitzen, die wir irgendwann gehen lassen müssen. Wir haben dann die Erinnerung an viele schöne Jahre und die Gewissheit, dass die Katze bei uns ein sehr gutes Leben hatte. Das heißt nicht, dass wir uns die Entscheidung dann einfach machen und ich weiß schon jetzt, dass ich mir die Augen aus dem Kopf heulen werde. Aber die Tiere sind auf uns Menschen angewiesen und es darf nicht sein, dass wir sie aus, tut mir leid, dass jetzt so hart sagen zu müssen, Egoismus so lange am Leben erhalten, bis wirklich nichts mehr geht. Deine Katze quält sich und Katzen sind gut darin, Schmerzen auszuhalten.

    Ich kann verstehen, dass du traurig bist, das ist hier überhaupt keine Frage. Aber du hast die Verantwortung für dein Tier und musst dafür Sorge tragen, dass es nicht leidet.

    Ich hoffe, du triffst die richtige Entscheidung.

    Meine Worte klingen hart, das weiß ich, und ich weiß auch, wie sehr man an einem Tier hängen kann. Aber denke bitte in erster Linie an das Tier und dann erst an dich.

    Alles Gute für dich und deine Katze.

    :)*

    Unsere Lilli (BKH Highlander) wird am 01.05. 16 Jahre alt. Im Dezember waren wir zum ersten Mal beim Tierarzt, weil sie dünner geworden ist. Schilddrüsenüberfunktion, morgens und abends 1 Tablette. Im Januar waren wir zur Kontrolle. Innerhalb von 5 Wochen ist ihr im Mäulchen ein Tumor gewachsen, schwarz und rötlich durchzogen, man sieht die Bösartigkeit schon an.


    Im Moment bekommt sie alle 14 Tage ein Langzeitantibiotikum gespritzt (bekam plötzlich furchtbaren Schnupfen) und 1/2 Kortisontablette. Sie macht wieder einen etwas fitteren Eindruck, zieht sich nicht mehr ganz so arg zurück. Wir haben klar entschieden, wenn sie nicht mehr frisst, dann werden wir sie erlösen. Es ist also auch nur noch ein Frage der Zeit.


    Von daher kann ich Deinen Schmerz nachvollziehen, denn uns kann die Entscheidung auch jeden Tag treffen. Wir würden die Entscheidung aus Liebe zu unserem Tier treffen und zwar rechtzeitig.


    Wir haben mehrere Katzen und müssten schon häufiger so eine Entscheidung treffen. Immer haben wir noch eine Zeitlang versucht, zu therapieren. Immer mit dem Ergebnis des Einschläferns. Wir hatten ähnlich wie Benitas Tochter auch immer im Nachhinein das Gefühl, das wir einen Ticken zu lange gewartet haben. Das wollen wir bei Lilli vermeiden. Unter allen Umständen.


    Sie ist eine alte Dame, hat ein wundervolles Leben voller Liebe, Nähe und gesichertem Freigang gehabt. War nie krank, hatte nie Beschwerden. Und daher werden wir die Entscheidung rechtzeitig treffen. Aus Liebe.

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    da kann ich dir einiges zu erzählen im Januar 2020 habe ich dasselbe erlebt bei unserem Hund. Ich musste ihn mit nichtmal anderthalb Jahren einschläfern lassen und es zerbrach mir mein Herz! Wir haben ein halbes Jahr um sie gekämpft (Hirnhautentzündung) obwohl alle Tierkliniken uns gesagt haben einschläfern, haben wir sie nicht leicht aufgeben wollen und es versucht. Sie konnte auch fressen & alles selbstständig machen. Bis zum Januar 2020 da hat sich der Zustand so dermaßen verschlechtert, das wir sie gehen lassen mussten. Ich weiß also wie du dich fühlst. Es ist jetzt 2 Monate her und ich vermisse sie sehr. Sie war wie mein Baby, mein erster hund, mein erstes Kind sozusagen. Bis heute bereue ich es nicht, weil wir können sagen wir haben alles mögliche für sie getan und jetzt mussten wir ihr den Schmerz nehmen und sie erlösen.

    Ich danke euch allen ganz herzlich für eure Worte und für das Teilen eurer Erlebnisse. Sie haben mich sehr bewegt und ich danke für euer Verständnis und eure Anteilnahme. Und nein, ich empfinde eure Worte nicht als hart. Denn es ist ja genau der Konflikt, in dem ich mich gerade befinde. Ich möchte keinesfalls, dass sie leidet.

    Es hat mich nur alles so unfassbar überfahren: Ich ging mit ihr (mal wieder) zum TA, um eine Umstellung der Behandlung ihres Darmes zu besprechen.

    Kennt ihr diesen Gedanken auf dem Weg zum Tierarzt:"Womöglich ist da nichts und ich bin bloß hysterisch/überbesorgt und klaue ihm ggf. seine wertvolle Zeit"?

    Mir war ja klar, dass sie schon betagter ist. Ich war aber tief davon überzeugt, dass sie noch 2-3 Jahre hat. Dass nun quasi ihr Lebensabend kommt.


    Heute morgen habe ich mit dem Tierarzt telefoniert. Er schlägt vor, endoskopisch reinzugehen; wenn er sehen kann, dass es operabel ist, operieren - ansonsten Biopsie und dann das weitere Vorgehen entscheiden. Er machte es allerdings von ihrem Allgemeinzustand abhängig.

    Gestern - und heute morgen - mit Blick auf die letzten 14 Tage war ich fest davon überzeugt, dass sie die OP locker wegsteckt. Genau wie ihre Zahn-OP vor drei Jahren. So hab ich es ihm auch gesagt.

    Heute sehe ich aber über den Tag, dass sie dramatisch abbaut. Obwohl sie frisst und trinkt. Sie wirkt wie um Jahrzehnte gealtert. Ich denke nun darüber nach, ihr die OP zu ersparen und direkt in die palliative Behandlung zu gehen. Ich möchte ihr nicht unnötig die OP zumuten und sie dann letztendlich über diesem Wege gehen lassen zu müssen. Mein Partner tendiert eher dazu, die Chance zu nutzen bzw. ihr nochmal die Chance zu geben. Er hatte sie allerdings auch nicht die letzten 48h/72h auf dem Schoß. Sie wirkt plötzlich so alt - obwohl sie frisst und trinkt. :°(:°(

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    Es kommt immer darauf an wie sehr das Tier leidet. Wie empfindest du es denn? Du siehst ja ob es ihr sehr schlecht geht 😔 wir hatten auch noch die Option mit der Chemo aber dafür war es im Endeffekt zu spät das Leid wollten wir ihr ersparen. Ich habe auch gelernt loszulassen obwohl es mich innerlich zerfressen hat. liebe Grüße

    Das hat man ja bei dem Kater meiner Tochter auch noch einmal versucht. Unter Narkose hat man in die Blase und in den Darm geschaut. Und dann abgewunken, weil es nichts bringen würde. Der Krebs war zu weit gewachsen. Alles umsonst gewesen. Nein, das stimmt nicht. So gar nicht.

    Die ganze Familie hat zusammengekratzt, um die Rechnung in der Tierklinik bezahlen zu können. Schlappe 1300 €. Und im Rückblick betrachtet: alles für die Katz im wahrsten Sinne des Wortes. Und die Katz mußte das sich quälend über sich ergehen lassen.


    Man meint es gut, aber manchmal ist es eben doch nicht gut.


    Vielleicht könntest du deiner Katze tatsächlich noch eine weitere Woche Leben schenken und dann wird sie vielleicht doch immer schwächer, trotz allem. Aber sie wird ja nicht geheilt, die Chance besteht doch jetzt schon nicht mehr. Es verlängert nur das Siechtum. Tu das deinem felligen Schätzchen bitte nicht an.


    Hab den Mut und lasse sie erlösen.

    Es ist erschreckend zu sehen, wie schnell die Tierchen sich verändern.

    Meine katze war eine Woche bevor wir sie einschläfern lassen mussten, noch optisch total normal. Auch der Tierarzt hat gesagt, so sieht normalerweise keine Katze mit Nierenversagen und 10fach erhöhten Nierenwerten aus.

    Eine Woche später sah sie aus, als wäre sie um 10 Jahre gealtert.

    Ich glaube, wenn man es den Katzen schon anmerkt und ansieht, ist die Lage schon sehr dramatisch.

    Letztlich kannst nur du beurteilen, wie deine Katze wirkt und ob sie leidet.

    Aber ich mache mir immer noch große Vorwürfe, dass ich sie zwei Wochen weitergequält habe.

    Aber meine Katze hatte auch Nierenversagen. Das führt zu extremer Übelkeit und die Katze sitzt vorm Napf und kann weder fressen noch trinken.

    Wenn deine Katze noch frisst, trinkt und sich putzt, könnte man es noch probieren.

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    Vielen lieben Dank nochmal für eure Rückmeldungen. Ich werde die Tage gerne nochmal näher auf eure Beiträge eingehen. Nur kurz vorweg:

    BeataM schrieb:

    Wenn Du Deine Katze wärst, was würdest Du dann wollen?

    Ich habe den Eindruck, dass sie mir vermittelt, dass sie sehr gerne noch leben möchte. Manchmal meine ich in ihrem Blick Angst zu sehen. Ich glaube, es verwirrt sie, mich weinen zu sehen.


    HasiX schrieb:

    Wir haben klar entschieden, wenn sie nicht mehr frisst, dann werden wir sie erlösen. Es ist also auch nur noch ein Frage der Zeit.


    Von daher kann ich Deinen Schmerz nachvollziehen, denn uns kann die Entscheidung auch jeden Tag treffen. Wir würden die Entscheidung aus Liebe zu unserem Tier treffen und zwar rechtzeitig.

    Und, liebe HasiX, es tut mir so leid, dass ihr gerade gleiches durchmachen müsst. :°_ Ich freue mich für euch, dass ihr einen gangbaren Weg gefunden habt. Ähnliches hat der Tierarzt auch in den Raum gestelllt, sollte eine OP nicht sinnvoll sein.


    Ich habe gestern nochmal mit dem TA telefoniert und mit ihm darüber gesprochen, dass ich ggf. von der OP Abstand nehme. Heute ist der Termin. Wir haben abgesprochen, dass wir es gemeinsam entscheiden, wenn er sie gesehen hat. Er sich dann auch nochmal ein aktuelles Bild machen und abwägen kann. Er sagt, auch er möchte ihr keine sinnlose Operation zumuten. Ich versuche an meinem Vertrauen in ihn festzuhalten, dass er immer im Sinne des Tieres handeln wird.


    BenitaB. schrieb:

    Und im Rückblick betrachtet: alles für die Katz im wahrsten Sinne des Wortes. Und die Katz mußte das sich quälend über sich ergehen lassen.


    Man meint es gut, aber manchmal ist es eben doch nicht gut.

    Liebe Benita, das ist ein sehr wichtiger Punkt. Ich werde dies im Auge/Hinterkopf haben heute. Ich habe nicht vor, auf Teufel komm raus noch ein paar Tage oder Wochen Siechtum aus ihr rauszuholen.


    Ich konnte mich die letzten Tage langsam an den Gedanken gewöhnen, dass sie nun eben doch alt ist, wenn man ihre gesundheitliche Vorgeschichte betrachtet, Siams werden sonst eher mindestens 15 Jahre alt, im Normalfall und als gesundes Tier werden sie deutlich älter. Aber sie hatte trotzdem auch ein phantastisches Leben voller Liebe und Abenteuer. Nur eine Maus hat sie in ihrem Leben nicht gefangen. Dafür aber einige Käfer. Sie ist sogar verreist - mit Siams kann man das machen, da sie nicht revier- sondern menschengebunden sind.

    Nun sind es vielleicht nur noch Stunden..

    Liebe Alias,


    Ich kann Dich sehr gut verstehen. Ich musste im Januar meine kleine, flauschige Herzdame im Alter von 16,5 Jahren einschläfern lassen.

    Sie war so ein tolles Tier, wollte auch immer in meiner Nähe sein, hat mich immer an der Tür oder der Gartenpforte begrüßt. Ich hatte mein Herz so sehr an sie verloren.

    Leider wurde sie dann sehr krank, Tumor im Mäulchen, wie bei der Katze von HasiX .

    Sie wurde noch operiert, Zähne gezogen. Sie bekam auch Langzeitantibiotika. Leider wuchs der Tumor schnell. Als dann ihr ganzes Gesichtshälfte geschwollen war und sie ihr Futter nur noch verzweifelt rum geworfen hat, kaum mehr fressen konnte, musste ich sie leider einschläfern lassen.

    Diese Entscheidung war hart, denn ich habe dieses Tier sehr geliebt. Es war mein letzter Liebesbeweis an sie, damit sie nicht mehr leiden muss.

    Sie hatte ein schönes Leben und mein Leben hat sie jeden Tag bereichert.

    Die Einschläferung an sich war sehr friedlich, der Tierarzt kam zu uns nach Hause.

    Ich wünsche dir viel Kraft, versuche im Sinne des Tieres zu handeln und vertraue dem Doc.

    Ich vermisse meine Katze jeden Tag :)-

    Wir haben dieses Jahr im Abstand von nicht einmal zwei Monaten unsere beiden Katzen einschläfern lassen. Sie wären im Mai 21 geworden. Während der Entscheidung hat es sich vor allem bei der zweiten, die sehr plötzlich abgebaut hat und davor immer noch ausgesehen hat wie ein Katzenkind, so angefühlt, als ob es zu früh sein könnte. Im Nachhinein aber nicht. Im Nachhinein denke ich, später wäre nicht fair gewesen.


    Eine OP würde ich tatsächlich nicht mehr machen lassen. Sechzehn Jahre sind für eine Siam nicht uralt, aber jung auch nicht mehr, und angesichts der zahlreichen anderen Probleme ist sehr fraglich, ob sie danach noch für eine Weile mal richtig auf die Beine käme.


    Es tut mir sehr leid für Dich und Deine Kleine. Das klingt schrecklich plötzlich, und man steht auf einmal vor so einem gähnenden Abgrund, und alles in einem schreit: Das kann nicht sein, das war doch nur ein Irgendwann, ein Gedanke, aber das kann doch nicht wirklich passieren, und das jetzt?

    Kaum auszuhalten. Man hält es trotzdem irgendwie durch, aber es ist wirklich absolut beschissen und tut unglaublich weh.

    Aus meiner noch recht frischen Erfahrung: Wenn Du durch den Schrecken erst mal durch bist, wird eure ganze schöne Zeit wieder lebendiger und präsenter. Ich fand und finde das sehr tröstlich. Ich hoffe, Du hast jemanden, mit dem Du Dich viel über sie unterhalten kannst, über alle Spinnereien, schönen Momente, Anekdoten.

    Ganz viel Kraft wünsche ich Dir.


    Musstest Du schon mal ein Tier einschläfern lassen? Es gibt eine Handvoll Dinge, die man da beachten kann, an die man nicht unbedingt gleich denkt, gerade in der Situation. Ich setze es Dir mal in einen "Spoiler" (was für eine saublöde Bezeichnung, bitte entschuldige), dann kannst Du überlegen, ob Du es lesen möchtest oder nicht. Es ist wirklich sehr pragmatisch und hat nichts mit der Regenbogenbrücke zu tun oder so, einfach nur ein paar nüchterne Anmerkungen zum ganzen Prozess und der Handhabung. Unromantisch, aber ich war ganz froh drum, das meiste davon vorher zu wissen.

    Alles Liebe Dir und Deiner Kleinen. So, wie Du über sie schreibst, bin ich sicher, dass sie sich bis zum Schluss bei Dir geborgen fühlen wird, und das zu Recht. Sei ganz bei ihr, wenn es so weit ist, fürs Weinen ist später noch genug Zeit. Du hast Deiner Katze angesichts ihrer Vorerkrankungen viele, viele Extrajahre geschenkt, die sie bei vielen anderen nicht hätte erleben dürfen, und es scheinen für euch beide wunderschöne Jahre gewesen zu sein.

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