Meine Mama stirbt, Krebs Endstadium, wer hat Ähnliches erfahren

    Hallo, ich bin Saskia, 36 J alt..


    Seit wenigen Tagen weiß ich -nach unendlichen Tagen und Wochen der Ungewissheit- daß meine Mama sehr bald sterben wird. Innerhalb von Wochen hat sich meine Welt komplett verändert-


    Ostern hatte meine Ma Atemschwierigkeiten, kurzatmig, sah schlecht aus. Man sagt "Geh mal zum Arzt" und denkt an verschleppte Erkältung. Der Arzt schickte sie zum Röntgen, dann "Wasser in der Lunge!", sofort ins Krankenhaus. Sie wurde punktiert, immer wieder. Das Wasser lief nach-literweise- Untersuchungen, Proben, Andeutungen---Werte ok, Fragezeichen bei den Ärzten. Keine echte Diagnose - nur Ausschlußverfahren. Nicht das Herz, nicht die Lungenfunktion, fast nach jeder Untersuchung erstmal eine Art "Entwarnung"- nichts gefunden.


    Tagelang auf einen Platz in einer Fachklinik gewartet: Wie wir dachten, damit dort eine Drainage und Eingriff zur Verklebung vorgenommen wird.


    In der Fachklinik erfuhr meine Mum: "Es ist was gefunden worden- bösartig. Aber wir wissen nicht, wo der Kerntumor sitzt".


    Einen Tag später hörte ich die Ärztin wie in Trance: "Es kann auch sein, daß wir den Ursprung des Krebses nicht finden, bevor sie stirbt. Der Krebs ist höchst aggressiv, überall gestreut. Wir würden keine weitere Behandlung mehr vorschlagen. ..Wochen, vielleicht Monate...."


    Es ist so unfassbar- ich bin wund, hilflos--- muß stark sein für alle und bin selbst so schwach. Meine Mama stirbt bald..-- zu früh-- zu schnell- zu überraschend-- zu viel zu tragen für mich. Gerade sie- Vorsorge, immer gesund ernährt. Was alles duch meinen Kopf rast, kann ich nicht schreiben. Unsortiert, schneidend--Mein Papa, der nach über 40 Jahren Ehe bald allein sein wird- was kommt auf uns zu? Soll ich hoffen, kämpfen, sie gehen lassen, alles versuchen? Schon trauern oder Optimismus verbreiten? Todkrank, unheilbar- nichts mehr zu tun. ..WIE KANN ICH DAMIT LEBEN, SCHLAFEN, ESSEN--Wie meinem Papa helfen, wie meiner Mama helfen?


    Ich würde mir sehr wünschen, vielleicht hier von Menschen zu hören, die ähnliches erlebt haben und mir berichten können, wie sie damit umgegangen sind. Was wichtig ist, was nicht. Worum kümmert man sich? Wir wollen sie bald nach Hause holen und die Ärztin hat gesagt, ich solle mich auch um Pflege bemühen. Gibt es Selbsthilfe in Hamburg und Umgebung- Trauerunterstützung?


    Am allermeisten Angst habe ich davor, beide Elternteile zu verlieren, da die zwei so miteinander verwachsen sind.


    Alles Liebe für alle hier!!!, Saskia

  • 31 Antworten

    Meine Mutter verstarb am Lungenkrebs am 18.05.07, sie hatte eine schwere Zeit!


    Schon einmal hatte sie Krebs an einer anderen stelle und es brach wieder aus, der letzt war es der Lungenkrebs.


    Bei ihrem erste Krebs, denn sie besiegte hatte, durch einen großen OP.... jetzt kannst du dir denken das ich heil froh wahr sie noch zu haben, Jahre lange Angst balgte mich... 10 Jahre immer wieder diese Angst sie noch mal so leiden zu sehen, ich bin immer wieder so froh sie gesehen zu haben und wenn sie irgendwas machte es von ihr kam, kam mir immer mal der Gedanke Gott sei dank sie ist noch da!!! das wahr sie!!!!


    Doch meine Angst um sie blieb, geht alles gut, bleibt sie jetzt auch wirklich gesund, geht sie auch immer zum Arzt usw.


    Alles ging so weit denn Umständen entsprechen gut, bis auf einmal eine schreckliche Nachricht kam, Mama hat schon wieder Krebs und das nach ca.10 Jahren.... es erschrak mich, meine Beine zitterten, wurde bleich und meine Angst nahm zu.


    Schreckliches musste sie durch machen und immer wieder die Angst um sie, erst gut und wir wieder voller Hoffnung, sie bekam Chemo-, mehrere Monate. Danach wurde es abgesetzt die Chemo- und auch die Bestrahlungen!


    Nach einiger Zeit abwarten, das Ergebnis, es wäre nichts mehr zu machen, außer, eine weitere Chemo-, die aber nur als Lebensverlängerung gilt, sie wolle nicht mehr, diese Qual auf sich nehmen.


    Immer wieder ging es ihr schlechter, Stück für Stück, meine Angst um sie ist immer mehr größer geworden. Immer größer wurde die Angst um sie, sie hielt noch einige Monate durch, wollte noch was mit Erleben was sie auf gar keinen Fall verpassen wollte.


    Eine Woche danach starb sie.......


    Deine Situation kenne ich......:°_:°_:)*

    Zitat

    Ich würde mir sehr wünschen, vielleicht hier von Menschen zu hören, die ähnliches erlebt haben und mir berichten können, wie sie damit umgegangen sind. Was wichtig ist, was nicht. Worum kümmert man sich? Wir wollen sie bald nach Hause holen und die Ärztin hat gesagt, ich solle mich auch um Pflege bemühen. Gibt es Selbsthilfe in Hamburg und Umgebung- Trauerunterstützung?

    Darauf zurück zukommen, mir fällt es auch immer noch schwer darüber zu erzählen,


    Wir mein Vater und ich habe meine Mutter auch zu Hause betreut, zusammen mit einem Pflege dienst, der leider auch nur immer wenige Stunde, einmal am Tag da waren.


    Zu erst war es nur den Rücken zu waschen, vom Pflegedienst, das sich nachher steigerte, immer kam was dazu, was auch der Pflegedienst mit übernahm. Es kam auf die Krankenstufen an, diese Formulare gibt es im Krankenhäusern, die aber auch dort ausgefüllt werden können.


    Der Pflegedienst war leider meiner Meinung viel zu wenig da.


    Selbst zu Letzt die Spritzen, musste letzt, immer täglich mein Vater meiner Mutter verabreichen.


    Für Medikamente sorgen die sie bekommen musste, Morphium -Pflaster kleben.


    Es ist immer eine Kopf Sache, wie wann was macht, da es immer nach umständen jeden Tag anders war.


    Das Krankenbett stand schon vorzeitig da und es hat auch eine Weile gedauert, als meine Mutter darin lag.


    Sie lag nicht immer darin, das wollte sie nicht, sie saß auch in ihrem Sessel. Bis an jenen Tag, als es überhaupt nicht mehr ging und sie nach einigen Tagen verstarb.


    Wir waren, für sie da passten auf sie auf, hielten sie, stützten sie, taten alles was wir für richtig hielten.


    Manches male mit Rücksprache des Hausarztes und dem Pflegedienst, es kommt auf das an was im Moment war, man kann keine richtige Gebrauchsanleitung, für solche Situationen,


    geben. Vielleicht kommen mir im nachhinein, Dinge in den Kopf, die noch wichtig waren, wir haben alles getan, alles gegeben und auch vieles verdrängt.


    Ich drück dich mal:°_:°_

    Ich kenne deine Situatuation....leider....


    Bei mir ist 6 Jahre her das meine Mum starb, 1/2 JAhre lag zw.Diagnose Krebs und Tod.


    Ich habe sie zu Haus gepflegt, habe auch keinen Papa der uns hätte helfen können, aber auch keinen den ich hätte trösten müssen..naja..hat also auch Vorteile...


    Der Pflegedienst und Arzt kamen um zu helfen...es war sehr schwer und nicht länger zu ertragen, als sie dann starb war es auch eine Erlösung für alle.


    Erst nach der genzane Zeit jetzt kommen bei mir die Trauer so richtig hoch, damals war gar keine Zeit dafür...


    Ich wünsche Dir viel Kraft!!!!!!!!!!

    @ saskia_tochter,

    ich weiß genau wie es Dir momentan geht. Vor 1 Stunde erfuhr ich, daß meine Mutter durch und durch voller Metastasen ist. Am Wochenende bekam sie starke Schmerzen im Arm und wurde mit dem Sanka ins Krankenhaus gebracht.Am Dienstag die Diagnose Tumor im Arm:-o:-o und der käme von der BrustOp die sie 1984(!) gehabt hatte (Entfernung derselben). 8 Jahre hatte sie Krebsnachsorge dann hieß es, wenn der Krebs bis jetzt nicht wiedergekommen wäre, käme er auch nicht mehr und sie wäre geheilt. Danach kümmerte sich niemand mehr um sie und sie hatte auch keine Beschwerden. Außer einer durchgemachten Borreliose und schwerer Osteoporose mit den damit verbundenen Begleiterscheinungen (letztes Jahr wurde der Spinalkanal ausgefräst um die Nervenbahnen zu entlasten) hatte sie keinerlei Probleme. Im letzten Jahr nahmen die, wie man meinte, osteoporotisch bedingten Schmerzzustände zu und sie bekam Morphiumpflaster als auch Tabletten verabreicht. Gründliche Bodychecks ergaben erhöhte Entzündungswerte, Lungenröntgen war auffällig, wurde aber damit abgetan, das wäre ein Überbleibsel der Borreliose.


    Gestern wurde sie gescannt und buchstäblich überall sitzen die Metastasen:°( Ich sitze 1000 km entfernt und bin total geschockt und durch den Wind).Die Krebsspezialistin sagte, manchmal käme der Krebs auch noch nach (nunmehr) 24 Jahren und sie möchte Bestrahlungen vornehmen. Meine Mutter hat die letzten Wochen über 20kg abgenommen und ist nur noch Haut und Knochen. Ob sie die Bestrahlungen im jetzigen reduzierten Zustand aushält ist fraglich. Ich weiß überhaupt nicht wie ich reagieren soll. Sie ist Alpha und Omega für mich:°(


    Meine Geschwister und ich können es einfach nicht begreifen. Wie geht man damit um? Wie helfe ich ihr ohne Tag und Nacht zu heulen?

    Hallo saskia_tochter @:)

    Ich selber kann dir nur raten so viel Zeit wie es geht mit deiner Mutter zu verbringen.


    Nutz die Zeit die euch noch bleibt. Für deine Mutter für dich, für deinen Vater, für euch alle als Familie.


    Wenn es sicher ist, dass es für deine Mutter keine Hilfe mehr gibt, solltest du versuchen dich dieser Diagnose zu stellen und nicht noch die letzte Kraft in Hoffnung investieren die nicht berechtigt ist.


    Es ist schlimm, wenn man jemanden gehen lassen muss und tut unendlich weh dabei zuzusehen wenn die Mama leidet.


    Ich wünsche dir viel Kraft für das was kommt und drück dich ganz kräftig


    :)*:)*:)*

    Hallo Saskia ,


    ich wünsche Dir vom ganzen herzen viel kraft für diese zeit. selber habe ich das erlebt vor 12 jahren als meine mutter an kerbs erkrankt ist.


    bei ihr hatten sie zu spät festgestellt das es ein tumor ist, obwohl sie regelmäßig beim arzt war weil sie beschwerden hatte , hat er sie nie richtig untersucht ,erst als eine vertretung da war hat der sich die mühe gemacht mal etwas näher zu schauen.


    als die diagnose kam wusste ich von ihrem lebenspartner das es nur ca. 1 jahr dauern wird bis sie stirbt da er das gleiche schon mit seiner ersten frau durchgemacht hat.


    ich war damals auch am boden zerstört aber wir haben ihr dieses eine jahr so schön wie möglich gemacht das sie noch viel erlebt und die sachen sieht die sie schön findet.


    erst in solchen situationen merkt man wie wenig zeit man hat und glaube mir ,das es für die angehörigen oft viel schwieriger ist damit umzugehen als für den kranken selbst.


    deine mutter wird jetzt wahrscheinlich vorhaben noch so viel wie möglich zu erledigen weil sie denkt sie muß euch noch alles mögliche vorbereiten weil sie ja dann nicht mehr da ist.


    lasse es zu das sie es macht denn ihr wird es wichtig sein.


    aber bestätige sie das ihr es schaffen werdet und ihr als familie zusammenhaltet. deinem vater kannst du nur mut zusprechen und es gibt viele hilfen in vereinen.


    suche dir die schönen momente in dieser zeit denn die wird es garantiert geben.mach fotos und fahrt irgendwo hin wo sie es schön findet. sprecht auch über dinge die dir auf dem herzen liegen denn später kannst du keine antworten mehr von ihr bekommen.


    wenn jemand stirbt so ist das nicht das ende sondern der beginn von etwas neuem. je positiver du denken kannst umso leichter kann es für dich werden.


    damit du verstehst das ich nicht nur so rede ...meine mutter war für mich mit der wichtigste mensch im leben und sie fehlt mir auch noch heute.


    ich wünsche dir noch alles gute für die nächste zeit únd schaue trotzdem auch mal in die sonne :)


    herzliche grüße


    s.

    Hallo,


    ich gehöre auch zu den "Halbwaisen" hier. Meine Mutter bekam letztes Jahr im Februar die Diagnose Brustkrebs. Noch während der Chemo streuten die Metastasen in Lymphen, Leber und letztlich bis ins Gehirn. Anfang September stand fest, dass sie sterben wird, im November ist sie dann gestorben. Sie war bis fast zum Ende zu Hause, brauchte phasenweise mal mehr, mal weniger Pflege. Die letzte Woche verbrachte sie teilweise im Krankenhaus, Samstag mittags konnten wir sie dann ins Hospiz bringen (dafür hatten wir uns gemeinsam entschieden. Sie wollte nicht, dass wir im Haus ein "Tabuzimmer" haben), das hat sie noch mitbekommen. Sonntag morgens war sie bewusstlos, mein Vater, zwei der Geschwister meiner Mutter und ich saßen dann lange dort, haben miteinander und mit ihr erzählt, ihre Hand gehalten, ihr ihre Lieblingsmusik vorgespielt. Dann sind wir gegangen, weil viele Menschen besser sterben können, wenn sie alleine sind. Drei Stunden nach unserem Aufbruch war sie auch tot.


    Was man tun kann, nach meiner Erfahrung: Den Dingen ins Auge sehen, deine Mutter trösten, ihr helfen Abschied zu nehmen und ihre Angelegenheiten zu ordnen, falls sie noch etwas auf dem Herzen hat. Auch konkret über das Sterben reden, über ihre Ängste, aber auch z.B. darüber, wie sie ihr Grab gerne hätte. Sie fragen, ob sie sich von den Freunden verabschieden will und das managen. Bei uns ist z.B. Mamas Schwester aus Kanada noch einmal eingeflogen und es waren immer, wenn sie es wollte, Menschen zu Besuch. Das gehört auch dazu, noch so viel Lebensqualität zu schaffen wie möglich.


    Den Tod willkommen heißen, auch wenn das für dich jetzt vielleicht noch unvorstellbar ist. Sterben gehört aber nun einmal zum Leben dazu, wegdrücken könnt ihr es sowieso nicht.


    Über ein Hospiz könntet ihr euch auch Gedanken machen. Meine Erfahrung damit war ganz anders, als ich mir das vorgestellt hatte, obwohl es nur 2 Tage waren, sehr sehr positiv. Dort herrscht eine unglaubliche Ruhe und warme Atmosphäre, man "darf" Sterben und das macht vieles leichter. Die Betreuung ist top und vor allem nicht wie im Krankenhaus darauf ausgelegt den Patienten so lange wie möglich am Leben zu erhalten, sondern ihm das Sterben so angenehm zu machen wie es irgendwie geht. Ein großer Qualitätsunterschied. Und auch um uns Angehörige wurde sich sehr gekümmert.


    Zu deinem Papa: Ich kannte meine Eltern auch nur als Einheit. Aber es geht auch alleine. Meine Mama hat meinen Vater in ihren letzten Wochen animiert sich als Ausgleich zu ihrer Pflege außer Haus zu beschäftigen und er macht das jetzt weiter. Sprich er hat sich eine weitere Sportart gesucht, seine Freunde und Bekannten haben ihn nach Mamas Tod immer eingeladen, (mittlerweile traut er sich auch von sich aus irgendwo vorbei zu schauen ;-) ) er hat seine verstaubte Gitarre wieder rausgekramt und macht demnächst einen Didgeridoo-Schnupperkurs. Am Anfang hat ihm eine Art Stundenplan geholfen eine neue Struktur für sein Leben zu finden. Erst sorgt man dafür, möglichst viel beschäftigt zu sein, dann kommt das Lebensgefühl langsam von selbst zurück.


    Dein Vater schafft das schon. Und du wirst es auch schaffen. Verabschiede dich von deiner Mutter, hab auch keine scheu sie evtl. unangenehme Dinge zu fragen, die dir noch auf dem Herzen liegen. Wenn euer Verhältnis bereinigt und ungetrübt ist, ist alles leichter.

    mein vater verstarb an krebs im letzten jahr. ich weis genau was du durchmachst. auch ich war damals die anlaufstelle für alle.


    zeig deinen angehörigen ruhig das du fertig bist. sie müssen etwas rücksicht nehmen.


    ich fühlte genau wie du im moment. es kommt etwas unvermeidtiches schrekliches auf dich zu und mn knn nichts machen.


    ich habe damals sehr viel geweint. jede nacht.


    alles was ich dir sagen kann ist das du reden muss. mit jedem. rede es dir von der seele oder schreib es auf oder hier im forum. so viel wie möglich. teile dein leid mit anderen.


    und weine ruhig. tränen reinigen die seele.

    Hallo Saskia_Tochter, ganz liebe Grüße und Gedanken Dir und Deiner Familie. Ich kann so gut nachempfinden, was Du gerade durchmachst! Meine Mutter starb damals zwar plötzlich und unerwartet, aber mein Vater lag damals im Krankenhaus und ich mußte ihm sagen, daß er nach 40 Jahren Ehe nun alleine ist. Ich habe gar nicht trauern können, weil ich ständig Angst um meinen Vater hatte. Wie oft habe ich mir gewünscht, wir wären ein Jahr weiter! Aber mein Papa war klasse, er hat sich nicht unterkriegen lassen! Ich bin die jüngste Tochter und kinderlos, daher war es sowieso meine Aufgabe, mich um ihn zu kümmern. Aber das brauchte ich nur insoweit, daß wir zusammen essen gingen, er mit all meinen Freunden auf Du war! Er war Teil meines Lebens, bis er starb. Das ist der eine Teil der Geschichte. Vor einem halben Jahr, gestern genau, starb meine Schwester an Krebs. Ich habe sie eineinhalb Jahren begleitet. Wir lebten nebeneinander, hatten gemeinsam ein Haus gekauft. Sie war erst 48 J. alt und wollte auf gar keinen Fall sterben, bis zum Schluß hat sie sich gewehrt. Unser Glück war, daß unsere Nachbarin ehrenamtliche Hospitz-Mitarbeiterin war. Sie hat uns hervorragend betreut, war mir und meiner Schwester eine unschätzbare Hilfe. Und das möchte ich Dir unbedingt ans Herz legen: Hole Dir Hilfe aus der örtlichen Hospitzgruppe! Das bedeutet auf keinen Fall, daß Deine Mutter in ein Hospitz muß. Die Leute kommen zu euch nach hause, hören euch zu, Dir und Deinem Vater! Und Deiner Mutter, die vielleicht einer neutralen Person eher ihren Kummer anvertrauen kann. Und wenn es schmerztechnisch Probleme gibt, wenn der behandelnde Arzt sich nicht traut, es gibt Palliativärzte, die sich darum kümmern, daß Deine Mutter nicht leiden muß! Die Hospitz-Mitarbeiter wissen über alles Bescheid. Sie können Dir und Deinem Vater helfen, Deiner Mutter das zu geben, was sie braucht, ihr zusagen, was sie hören möchte.Ich kann mich nicht besser ausdrücken, ich bin ziehmlich aufgewühlt. Ich wünsch'Dir ganz viel Kraft!:°_:°_:°_:°_


    :)*:)*:)*:)*:)*:)*:)*:)*:)*:)*:)*:)*:)*:)*:)*:)*

    Hallo Saskia,


    ich kann genau nachvollziehen, was Du empfindest. Ich habe meine Mutter am 22.01.08 verloren (Speiseröhrenkrebs) und ein Jahr lang alles versucht, meine Mutter am Leben zu erhalten. Nachtarbeit im Internet u. s.w.Der Befund kam im Januar 2007. Auch mir hat ein Arzt im Oktober 2007 gesagt, dass ihre Lebenserwartung nur noch Wochen oder Monate beträgt. In diesem ganzen Jahr habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass sich viele vermeintliche Freunde abgewand haben, als diese von dieser grausamen Krankheit erfahren haben.


    Sollte Deine Mutter wirklich steben (Ärzte sind keine Götter), wird zunächst eine sehr harte Zeit auf Dich zukommen, aber Dein Leben existiert dann weiter, wenn auch in der ersten Zeit, einige Wochen, nicht wirklich fühlbar. Ich möchte Dir damit sagen, dass das vor kurzem noch Unfassbare Wirklichkeit werden kann und dass Du dann in der Lage sein mußt und wirst, damit umzugehen. Ganz viele Menschen sind von dieser Situation betroffen und gehen weiter. Ich wünsche Deiner Mutter von ganzem Herzen das Wunder, welches es immer wieder gibt und Dir ganz viel Kraft, die Du in dieser Zeit so dringend brauchst.


    Schnabauffell

    Hallo Saskia,


    hier noch einmal ein ganz wichtiger Ratschlag. Behandle Deine Mutter genau so, als wäre sie völlig gesund. Keine Gespräche über die Krankheit u. s. w., nur über das momentane Befinden. Tumorkranke Menschen möchten grundsätzlich nicht als kranke Menschen gesehen werden. Ich weiss, dass das mitunter sehr schwer sein kann aber Du kannst durch dieses Auftreten die Lebensquallität (auch unter diesen Bedingungen) Deiner Mutter erheblich verbessern.


    Gruß


    Schnabauffell

    Zitat

    Behandle Deine Mutter genau so, als wäre sie völlig gesund. Keine Gespräche über die Krankheit u. s. w., nur über das momentane Befinden. Tumorkranke Menschen möchten grundsätzlich nicht als kranke Menschen gesehen werden.

    Würde ich so nicht verallgemeinern, da kommt es wirklich auf den Sterbenden an. Mein Opa hat gerne getan, als wäre er noch gesund und alles beiseite geschoben, meine Mutter hat sich bewusst mit ihrem Tod und der Krankheit auseinander gesetzt und hatte entsprechend auch Redebedarf.


    Einfach auf den Patienten einlassen und sich von der Vorstellung, dass irgendwas soundso vor sich gehen müsste und man sich soundso fühlen müsste verabschieden, dann verhält man sich schon angemessen.

    Zitat

    hier noch einmal ein ganz wichtiger Ratschlag. Behandle Deine Mutter genau so, als wäre sie völlig gesund.

    Das haben wir auch so gemacht, alles was sie sich noch zu traute, im Leben mit machen lassen*:)


    Ihre letzten Wünsche erfüllen@:)


    Selbst die Kleinigkeiten, sind dabei auch noch sehr wichtig!!!


    Sei bei ihr, so oft wie möglich:)*


    Ich wünsche dir viel Kraft saskia_tochter:)*:)*:)*:)*:)*:)*:)*:)*:)*:)*:)*:)*:)*:)*:)*:)*:)*:)* drück dich fest :°_:)*

    Hallo, seit gestern (wohlgemerkt: sie ist seit Dienstag nach Ostern in zwei Kliniken...) haben wir einen ersten Namen für diesen scheiss Kerl Krebs in ihr:


    Neuroendokrines großzelliges Karzinom, primär wohl von der Lunge ausgegangen.


    Ein wenig hilft es, da ich nun erfahre durch Recherchen, daß diese Form sehr selten ist.


    Es gibt eine Selbsthilfeorganisation die mir UNBEDINGT raten eine weitere Meinung einzuholen.


    Ich bin momentan ganz zerrissen. Mein Papa traut sich nicht, daß wir die Krankenakte sofort einfordern..Er hat Angst, die Klinik würde sie vernachlässigen. Akzeptiere ich erstmal. Die Ärztin hatte gestern ganze fünf Minuten für unsere Familie übrig- TOLL! Ich bin echt wütend. Geht nicht darum, daß Ärzte viel Stress und Belastung haben. Aber der Ton ist wichtig und das man das Gefühl hat, sie bemühen sich, einer Familie die Situation verständlich zu machen. Wir sind doch noch viel hilfloser als die "Götter in Weiss". Die können sich wenigstens an die Befunde halten, die ich noch gar nicht alle kenne.


    Gestern wurde ihr die Drainage rausgenommen. Eher ein schlechtes Zeichen: Ab nach Hause :(.


    Ich habe mir fest vorgenommen eine zweite Meinung einzuholen und wenn ich meine Mama vorstellen muß und sie noch ganz schwach ist, dann fahr ich sie schlimmstenfalls mit nem geklauten Krankenwagen nach wohin auch immer-- Es gibt Spezialkliniken für diese Art von Tumor.


    Wenn die sie auch aufgeben -- Ok. Aber immerhin haben wir alles versucht.


    Ich weiß nicht, wie ich diese Achterbahn aushalten soll. Da sitzt einem eine lebendige Frau gegenüber und wir suchen demnächst eine Grabstelle für sie, damit wir nicht in Stress geraten, wenn es "Passiert" und sie auch noch mitbestimmen kann.


    Zu dem Punkt: Nicht über die Krankheit sprechen-- zum Glück können wir das und meine Ma fühlt sich nicht als Kranke behandelt.. Denn SIE IST JA KRANK!! Sie liest sehr emotionale Literatur, Gedichte, Kindererinnerungen. Redet über den Krebs und den Tod. An der Stelle bin ich sehr stolz auf uns alle.


    Als Familie zeigen wir plötzlich all das was es länger nicht gab: Zusammenhalt, Stärke, Liebe , Geborgenheit und Toleranz, daß jeder unterschiedlich ist.


    Alles liebe für euch--


    ich werde die folgenden Tage dafür kämpfen, mehr Infos zu bekommen und eine zweite Meinung einzuholen.


    saskia

    zur verteidigung des medizinischen personals...


    ärzte haben in der regel pro patient 10 min zeit. mehr gibt der stellenplan nicht her. einige unserer chirurgen rennen zwischen station, op, aufnahme und intensiv hin und her.


    ärzte haben sehr oft mit patienten zu tun für die es keine hoffnung gibt und werden darum recht schnell kühl zu angehörigen. sie lassen es nicht an sich ran. zur ausbildung eines arztes gehört leider nicht die gesprächsführung mit patienten und angehörigen. ist im studium nicht vorgesehen.


    diagnosen werden oft lnge zurückgehalten. und das aus gutem grund. mal angenommen man endeckt etwas auf einem rö-bild was alle hinweise für einen tumor hat. das wort tumor wird immer mit krebs in verbindung gebracht. wobei tumor nur schwellung bedeutet. hat man einaml dieses wort gesagt bekommt man es bei patienten nicht mehr aus dem kopf. selbst wenn man spter rausfindet das es eine fehldiagnose war.


    was ist schlimmer. eine zeitlng nicht zu wissen das man vielleicht eine tötliche krankheit hat oder eine diaagnose zu bekommen die tödlich ist und sich später als falsch rausstellt.

    *:) hallo zusammen


    ich wollte euch allen,allen die so ein schlimmes schicksal teilen,alles alles gute und vorallem viel kraft und durchhaltevermögenm wünschen :)*:)*:)*:)*


    ich kann eure sorgen und ängste total nachvollziehen da meine mum vor drei jahren brustkrebs hatte,ihr wurde sogar die brust abgenommen.


    sie hat gott sei dank bis heute alles gut verkraftet. :)^


    ich hatte solche angst,so unbeschreibliche angst,das ich es kaum in worte fassen kann,mir sitzt die zeit des wartens und der angst heute noch im nacken.


    viel viel kraft an euch.


    ihr seit wahnsinnig stark und tapfer.


    großen respekt


    :)*@:)

    Hallo Saskia,


    sorry, ich sollte meinen Beitrag präzisieren.


    "Nicht über die Krankheit sprechen" bedeutet nur, darauf zu achten, ob der Erkrankte darüber sprechen möchte. Wenn dies der Fall ist, dann können solche Gespräche ein ganz großer Halt sein. Auch meine Mutter hat das gleiche getan wie Deine Mama (Literatur und Auseinandersetzung mit dem Leben und dem Tod) und wir haben auch über die Krankheit gesprochen.


    Für wichtig halte ich dabei aber ganz sicher, dass man trotz der scheinbar und meist ausweglosen Situation versucht, solche Gespräche positiv zu gestalten um die Psyche des/der Erkrankten zu stabilisieren.


    Im Regelfall möchten tumorerkrankte Eltern nicht, dass die Kinder durch ihre Krankheit leiden, was dennoch natürlich unvermeidbar ist. In den letzten Monaten des Lebens meiner Mutter gab es oft Momente, in denen sie selbst alles ausblenden wollte und wir (ihre Familie) versucht haben, uns dem anzupassen. Z. B. Weinachten, was wirklich schwer und emotional extrem belastend war.


    Jetzt noch etwas zu den Ärzten. Ich selbst habe unglaubliche Situationen mit Ärzten erlebt, die ich zuvor für unmöglich gehalten hätte.


    Im März 2007 musste ich auch die Erfahrung machen, dass fünf Minuten Gespräch offensichtlich schon zu lange waren. Die Onkologin war über den Behandlungsstatus völlig uninformiert, guckte zwei Mal in ihre Datei, wie lange die Chemo noch andauern würde, obwohl ich Ihr ebenso zwei Mal sagte, dass die Chemo abgeschlossen ist. Als ich ihr berichtete, dass meiner Mutter ständig übel ist, drückte mir diese Ärztin sofort ein Medikament gegen Pilzbefall in die Hand. Als ich ihr noch erzählte, dass sich meine Mutter an diesem Tag sehr gereizt und fast schon aggressiev verhielt, bekam ich als Antwort: "Das kann auch ein Gehirntumor sein. Kommt sehr häufig vor." Sagte es, völlig ohne Patientendiagnose, und wünschte mir noch einen schönen Tag.


    Das Unglaubliche passierte aber dann am 22.08.08 um 17,25 Uhr unter Zeugen, als ich im Haus meiner Mutter, die mein Bruder etwa eine Stunde zuvor tod aufgefunden hatte, eingetroffen war.


    Der behandelnde Hausarzt erschien in der Tür, sah zwei Polizeibeamte und uns und "begrüßte" mich mit dem Spruch: "Sie sind doch von der Kripo". Ich erwiderte, dass ich der Sohn bin und er daraufhin: "Sie sehen aber so aus, wie einer von der Kripo."


    Was dann kam, erschütterte selbst die belastungserprobten Polizeibeamten. Dieser Arzt war nach der Leichenschau nur noch am Lachen und Witzemachen, so als wenn er auf einer Partie wäre. Zum Schluss kam dann noch die Ansage, dass noch eine Rechnung käme, die wie zu bezahlen haben, da man einem Toten ja nicht mehr in die Taschen fassen kann.


    Später haben wir noch erfahren, dass dieser Arzt auch das Arztgeheimnis verletzt hat.


    Saskia, ich habe deshalb so umfangreich über diese Erfahrungen berichtet, damit Du und jeder, der das liest, begreifen kann, dass man als Patient und Angehöriger manchmal für Ärzte nichts anderes als ein Geschäft zu sein scheint. Manchmal, weil diese Ärzte eben nicht die Regel darstellen. Es gibt auch ganz viele Ärzte, die im Vordergrund den Menschen sehen und ihren Beruf als Berufung. Diese Ärzte sollte man versuchen, zu finden.


    Hole bitte nicht nur eine zweite Meinung ein, sondern auch eine dritte und eine vierte.


    Zum Thema Achterbahn. Man möchte kratzen, beißen, weinen, um sich schlagen, hofft und verzweifelt, blendet aus und ist doch gleich wieder mittendrin. Man glaubt, dass man daran zerbricht und macht letztendlich die Erfahrung, dass man stärker ist, als man bislang wusste.


    Viel Glück und Kraft,


    schnabauffel

    Hallo an alle, die das lesen.


    Es tut sehr gut, zu hören, wie ihr das erlebt habt. HEUTE war wieder ein Horrortag (wieviele werden noch kommen :(()--


    Zuerst einmal habe ich die Nacht und am Morgen gekotzt, völlig schwach zu meinem Papa gefahren, mit Kotztüte im Auto- schick! Wenn es nicht so traurig wäre..


    Wir haben eine Grabstelle ausgesucht (Paps will es ihr noch zeigen), Termin bei der Pastorin und Krankenkasse. Nun wieder unentschlossen, ob Pflegebett oder nicht, da es ja auch psychologisch bedeutsam ist. Solange es geht also Ehebett.


    Erst hieß es in der Klinik, meine Mama wird Mittwoch entlassen. Sie will aber noch in der Klinik bleiben. "Sie machen ja auch noch was" sagt sie. Heute war hektisch eine Thoraxsono--- Es ist wieder Wasser nachgelaufen. Den Krebs - sagt meine Mutter- haben sie nicht gesehen. HALLLO?? Krebs in diesem Stadium. Wo ist er denn, wo versteckt sich diese falsche Schlange. Hatte ich schon erwähnt, daß meine Mama einmal zu wenig Schmerzmittel bekam und uns sagte:


    "Ich hätte nie für möglich gehalten, daß es solche Schmerzen gibt, Es ist, als wenn dich jemand von innen zerbeißt, sich durchfrißt."


    Das Wasser- das weiß ich jetzt- ist ein schlechtes Zeichen.


    Gestern habe ich noch an Organisationen und Kliniken gemailt.


    Meine Güte, wie schwer es ist, jemanden zu finden, der sich ihre Befunde ansieht. ("Ist Sie Privatpatientin??")


    Aber es gibt halt einfach zu viele dieser Fälle. Und ich sehe ein, daß sie und ich letztendlich eine Nummer, ein Abrechnungsfaktor ist.


    Jeder zusätzliche Aufwand bringt die buchhalterische Gleichung durcheinander.


    Beim UKE jmd gefunden, der sich die Befunde ansieht.


    Bin mir aber wieder nicht sicher, ob ich die Befunde richtig beschrieben habe...


    Ich bin LAIE, zwar schon weiter als letzte Woche aber was weiß ich wo der Unterschied ist von Karzinom und Karzinoid, was es heißt, daß der Primärtumor nicht gefunden wurde, ob sie Morphium oder Morphin bekommt. Soll ich nun noch schnell Medizin studieren? Ich hatte keinen Einblick in das Krankenblatt.


    Ich bin kraftlos.


    Der Oberarzt meiner Mum hat versprochen, sich mit der anderen Klinik in Verbindung zu setzen. Und die Befunde zu faxen.


    HOFFENTLICH macht er das und auch so, daß die das damit anfangen.


    Ich bin auf die Ärzte angewiesen aber würde so gerne alles selbst unter Kontrolle halten.


    ALSO: ZWEITE MEINUNG... Irgendwann diese Woche - oder nächste - lebt sie dann noch? Der behandelnde Arzt war natürlich wieder ziemlich abweisend.


    WARUM IST ES FÜR ÄRZTE EHRENRÜHRIG, EINE ANDERE MEINUNG EINZUHOLEN? ODER IST ES NUR DER AUFWAND, DER EINFACH ALS KOSTEN GESEHEN WIRD??


    Und wenn es so ist, würde es MIR eher helfen, es so klar zu hören.


    Auch wünsche ich mir soviel mehr Information, Daten, Werte um zu wissen: Muß ich sie schon verabschieden, sind zwei Tage relevant? Oder haben wir noch Jahre, so daß ich mich noch nicht so schämen muß, mein "normales" Leben zu leben- Das ist zur Zeit aber völlig unmöglich.


    ICH bin auch NUR NOCH KREBS. Er hat auch mich befallen und verseucht und stark zu sein fällt unendlich schwer,


    danke allen, die hier mitlesen und Anteil nehmen.


    :°_ saskia