ich wünschte ich wäre damals so energisch gewesen bei meinem vater. der zeitraum ist so eine sache. bei uns hies es ziemlich am ende...man kann es nicht genau sagen... er hat noch einen monat bis 10 jahre. krebs ist heimtükisch und man kann nicht vorraussagen wie er sich auswirkt. er wächst unkontroliert. die ärzte sagten uns das mein vater irgendwann dem lungenkrebs unterliegen wird. allerdings war einer der tumore in seinem schädel der ausschlaggebende. dieser machte einen wachstumsschub und drückte aufs atemzentrum.


    die ärzte werde sich hüten eine prognose über ihre lebenserwartung abzugeben, weil sie es nicht können.


    versuch ab und an den krebs mal zu vergessen und versuch etws zu leben.

    Leider war ein wenig meines Beitrages abgeschnitten-- daher noch mal kurz der rest:




    "Gestern habe ich noch an Organisationen und Kliniken gemailt.


    Meine Güte, wie schwer es ist, jemanden zu finden, der sich ihre Befunde ansieht. ("Ist Sie Privatpatientin??")


    Aber es gibt halt einfach zu viele dieser Fälle. Und ich sehe ein, daß sie und ich letztendlich eine Nummer, ein Abrechnungsfaktor ist.


    Jeder zusätzliche Aufwand bringt die buchhalterische Gleichung durcheinander.


    Beim UKE jmd gefunden, der sich die Befunde ansieht.


    Bin mir aber wieder nicht sicher, ob ich die Befunde richtig beschrieben habe...


    Ich bin LAIE, zwar schon weiter als letzte Woche aber was weiß ich wo der Unterschied ist von Karzinom und Karzinoid, was es heißt, daß der Primärtumor nicht gefunden wurde, ob sie Morphium oder Morphin bekommt. Soll ich nun noch schnell Medizin studieren? Ich hatte keinen Einblick in das Krankenblatt.


    Ich bin kraftlos.


    Der Oberarzt meiner Mum hat versprochen, sich mit der anderen Klinik in Verbindung zu setzen. Und die Befunde zu faxen.


    HOFFENTLICH macht er das und auch so, daß die das damit anfangen.


    Ich bin auf die Ärzte angewiesen aber würde so gerne alles selbst unter Kontrolle halten.


    ALSO: ZWEITE MEINUNG... Irgendwann diese Woche - oder nächste - lebt sie dann noch? Der behandelnde Arzt war natürlich wieder ziemlich abweisend.


    WARUM IST ES FÜR ÄRZTE EHRENRÜHRIG, EINE ANDERE MEINUNG EINZUHOLEN? ODER IST ES NUR DER AUFWAND, DER EINFACH ALS KOSTEN GESEHEN WIRD??


    Und wenn es so ist, würde es MIR eher helfen, es so klar zu hören.


    Auch wünsche ich mir soviel mehr Information, Daten, Werte um zu wissen: Muß ich sie schon verabschieden, sind zwei Tage relevant? Oder haben wir noch Jahre, so daß ich mich noch nicht so schämen muß, mein "normales" Leben zu leben- Das ist zur Zeit aber völlig unmöglich.


    ICH bin auch NUR NOCH KREBS. Er hat auch mich befallen und verseucht und stark zu sein fällt unendlich schwer,


    danke allen, die hier mitlesen und Anteil nehmen.


    :°_ saskia

    @ Azrael:

    Ja, das versuche ich. ..Wahrscheinlich ist es einfach zu frisch. Letzten Mittwoch gab es die erste Diagnose. Das ist noch nicht mal ne Woche.


    Bei der Lebenserwartung sehe ich es ähnlich. Es gibt ja auch Wunder.


    Da sich die Spirale eher nach unten neigt, sie Sauerstoff bekommt und überall Wassereinlagerungen sind und auch die Schmerzmittel jetzt höher dosiert werden, stellen wir uns auf wenig Zeit ein.


    Wie viel würde ich drum geben, wenn jemand sagt: Wir versuchen eine Chemo oder OP. Aber meine Mama hat auch viel zu viel Angst davor und gar nicht mehr die Ressourcen um eine Chemo zu überstehen.:°(


    Morgen werde ich noch einmal um den Krebs herum tanzen und ihn mir anschauen...und giftig anflehen. Mittwoch bis Freitag gehören MIR für schöne Dinge. Ich muß einfach wieder etwas anderen erleben, Frühling inhalieren.


    LG an alle, saskia@:)

    fahr mal einen tag weg, geh mal ins kino oder essen. lade mal freunde ein oder las dich einladen.


    was du hier machst ist aber auch eine gute sache. reden ist eine sache die uns hilft. der spruch "geteiltes leid ist halbes leid" stimmt.


    aber gönn dir zeit für dich.

    Es kann nicht sein, dass man sich in dem Moment schämen muss, sein "normales Leben" zu leben, in dem Mutter, Vater u. s. w. ableben. Im diesem Fall hätte man nie ein eigenes Leben gehabt. Das Leben ist aber ein Geschenk und wir sollten damit nicht leichtfertig umgehen. Das war nicht die Absicht unserer Schöpfung, die uns auch vor Aufgaben stellt. Ich bin nicht religiös aber ich glaube ganz fest daran.


    Werde mich jetzt aus dem Forum abmelden, weil ich gesehen habe, dass ich nicht wirklich helfen kann, obwohl ich das so gerne getan hätte.


    schnabauffell

    Die freien Tage finde ich gut, ich wünsche dir da viel Sonne zum Auftanken. Und keine falsche Scham wegen deinem "normalen" Alltagsleben, das gibt Halt. Niemand wird dir das vorwerfen, niemand hat dir irgendwas vorzuwerfen.

    hallo saskia,


    ich wünsche dir viel kraft für die kommende zeit. ähnliches wie das was du beschreibst ist mir vor 3 moanten passiert. ich musste die diagnose gehirntumor- leider unheilbar innerhalb weniger tage schlcuken und ab da meine sterbende mutter begleiten. es war die schlimmste zeit meines lebens und ich kann dir auch nur raten. sei da, verabschiede dich. verbringe zeit, jede minute, redet wenn es noch möglich ist. lacht vor allem. wir ahben das versucht und es ist sogar manchmal geglückt. meine mutter hat wenige tage vor ihrem tod mit ihren besten freundinenn noch mit sekt und musik "gefeiert§. die menschen im hospiz sind großartig. sie erfüllen alle wünsche, machen scherze. sind da!


    für mich trotzdem der schlimmste ort der welt und ich hatte unglaubliche angst das meine mutter mitbekommt wo sie ist...sie war schon sehr "weit weg" als sie dort eingeliefert wurde. ich weiß nicht was sie noch mitbekommen hat und was nicht. ich habe mich daher immer sehr zusammengerissen an ihrem bett. ich wollte nicht das sie merkt wie traurig ich bin....leider habe ich mich (in meinen augen) deshalb auch nicht von ihr verabschiedet. ich bin mit den worten "mama, lauf nicht weg. ich komme nächste woche wieder" bei meinem letzten besuch gegangen. leider hat sie die woche nicht überlebt...das macht mich heute ganz wahnsinnig.


    nichts desto trotz. sei da und mach was du denkst was für dich und für sie das beste ist. mach scherze oder weine mit ihr. du wirst merken was das beste ist.


    viel kraft.

    Mein Vater starb 1983 auch an Lungenca. beide Lungen waren befallen - es war nichts mehr zu machen.


    Er wurde gerade mal 42 Jahre alt. Meine Mama ist vor fünf Jahren am Herztod gestorben - sie wurde auch nur 60. Ich wünsche ganz viel Kraft und Unterstützung!

    meine mama ist tot:°(


    Hallo ihr Lieben. Danke für die Worte.


    Es hat alles nichts geholfen. Meine Mama ist am 20.5.2008 eingeschlafen, 4 (!) Wochen nach der Diagnose, 8 Wochen nach der Einlieferung ins Krankenhaus wegen Wasser in der Lunge. Ich bin all meiner Illusionen und Naivität beraubt, was diese Krankheit angeht.


    Nichts ist mehr wie es war und das letzte Bild meiner gesunden Mama ist das einer quirligen fröhlichen, energischen Frau, die beim Osterfeuer mit uns lacht und traurig war, weil ich so früh nach Hause gefahren ist. Und die dann innerhalb von Wochen zerfressen wurde vom Krebs, aufgeschwemmt vom Wasser im Körper, angewiesen auf Sauerstoff und benebelt von hohen Morphingaben.


    Nach der Klinikentlassung ging es täglich bergab, dann hat sie Nahrung und Medikamente verweigert. Sie hat es uns erspart, sie lange pflegen zu müssen oder monatelanges Siechtum ertragen zu müssen.


    Sie ist nur noch eine Woche zu Hause gewesen und hat sich von allen verabschiedet und den Zeitpunkt der endgültigen Aufgabe selbst gewählt. Mehr hat ihr der Krebs nicht gelassen.


    Sie ist zu Hause gestorben in den Armen meines Vaters. Und die Sonne schien-


    Ich habe sie noch getreichelt,wollte sie nicht gehen lassen. Will es immer noch nicht.


    Alles Erlebnisse die mit dem Todestag direkt zusammenhängen will ich hier nicht schildern, zu unfassbar sind die Bilder.


    Ich bin nur noch leer und tränenlos.Mum, ich habe dich so lieb. Ich passe auf Paps auf!


    Wir mußten dich hergeben aber vergessen werden wir dich nie...


    Danke an allen, die mir Mut machen wollten. Ich habe gekämpft aber es war alles umsonst.


    Paßt auf euch auf und auf die, die mit dem Krebs ringen,


    saskia


    Ich habe unter "Lungenkrebs" nach Ihrem Tod einen neuen Beitrag eingestellt: "9 Wochen bis der Krebs siegte".

    Hallo... Ich bin Silvia 40 Jahre alt und das schlimmste was ich in den ganzen 40 Jahre erlebt habe mit gemacht. Meine Mami is Mai 2014 an Krebs ( Leberkrebs) erkrankt, von da an ging der Alptraum los, unzählige Chemos, Bestrahlungen was wohl dann gut geholfen hat. Sie wog 98kg bei knapp 1.50cm also hatte genug auf die Rippen. Der Krebs wurde eingekapselt 👍 schien alles gut zu sein. Rückschlag Dezember 2014 er hat wohl doch gestreut, also ich mich informiert ob ich da vielleicht helfen kann mich mit einer Ärztin aus Brandenburg telefonisch unterhalten, sie meine ich könnte die hälfte spenden, perfekt dachte ich da ich. Aber meine Mami lehnte ab, war ihr zu riskant 😟 naja es vergingen Monate Krankenhäuser, Hospiz wieder Chemos ,Bestrahlungen usw dann sah es irgendwie wieder etwas besser aus. Februar / März 2015 nächste Ding Krebs auf die Stimmbänder und an der Brust 😢es war echt zum verzweifeln wieder nur Krankenhäuser usw sie wog nur noch 60 kg jeder anblick meiner Mami brach mir das Herz, ich hatte Angst vor der Zukunft, fragen über fragen wie lange hat sie noch, oh Gott ihre schmerzen die sie haben muss und mein Bruder und ich konnten nichts machen. 24.05.2015 wieder Hospiz sie wog nur noch 50 kg sah so klein und zierlich aus 😖 Wasser in der Lunge wir wusten es gibt nicht mehr wirklich Hilfe. Sie lag schon ca 4 Wochen drine wurde auf Schmerzmittel eingestellt immer mehr, immer höher. Sie war nur noch ein Häufchen Elend. Sie kam nach hause am selben Tag direkt wieder ins Krankenhaus ihre knochen war so porös das man zu gucken konnte wie sie gebrochen sind. Woche später wieder nach hause sie konnte kaum noch reden, bekam sehr schlecht Luft ,Tage später meine Mami erkannte niemand mehr, wieder Hospiz. Ich mit Ärzte und Schwester mich in Verbindung gesetzt wollte wissen was gemacht wird, wie es weiter geht jegliche Hoffnung wurde genommen 2-3 Tage gaben sie ihr noch. Graunvoll tausend Gedanken im Kopf ,was passiert mit meinem Vater ?wie soll es weiter gehen? Nächte lang nich mehr geschlafen. 21.06.2015 Krankenhaus man sah es in den nächsten 24 Std wird sie von uns gehen, die Schwestern fragen uns wer hier bleiben will über Nacht ich übernahm es (sterbebegleitung nennt man es) schlimme Bilder die sich im Kopf eingeprägt haben. Am 22.06.2015 is sie Nachts neben mir eingeschlafen 😭. Mir fiel ein Stein vom Herzen das sie endlich nich mehr leiden musste, war aber auch zu gleich traurig, wütend auf alles aber es konnte ja niemand was dafür. Das is meine Geschichte...nu is es mit der Weile schon 4 Wochen her und ich komm einfach nicht zur ruhe vermisse sie ohne ende... Liebe Grüße Silvia 24.07.2015