Morgens um 8 war mein Leben am Ende

    Ich habe lange überlegt, hier meinen Schmerz los zu lassen....

    Mein Mann ist vor 7 Wochen verstorben. Ganz plötzlich und allein in seinem LKW. Mit 51. Man hat ihn morgens um 5 gefunden. Wir hatten noch am Abend vorher telefoniert, so wie jeden Abend. Und er war wie immer. Wir haben uns jeden Abend gute Nacht gesagt, weil wir in der Woche über nie zusammen waren, wegen seinem Job. Und dann stehen 3 Polizisten morgens vor der Tür und teilen mir mit, das er tot ist. Er war nie krank...Ich weiß bis heute nicht, was ihm wirklich passiert ist.

    Und dann kommen so viel gut gemeinte Ratschläge.... Du brauchst Kraft... sei stark...die Zeit wird es heilen.... NEIN....Die Zeit wird nichts heilen und ich bin auch nicht stark. Ich weine mich jeden Abend mich in den Schlaf. Er war und ist meine große Liebe. Wir waren seit 9 Jahren glücklich.

    Wie übersteht man so was? Ich weiß es nicht.

  • 138 Antworten

    Auch wenn du es jetzt nicht glauben magst: ja, die Zeit heilt Wunden. Allerdings hinterlässt die Wunde auch eine Narbe, die wahrscheinlich nie ganz heilt.


    Wie man es übersteht? Weitermachen. Gib der Trauer Zeit, aber versuch dich auch mal abzulenken. Ein Patentrezept gibt es wahrscheinlich nicht. Die einen vergraben sich, die anderen werfen sich in die Arbeit.


    Hast du mal überlegt Medis zu nehmen? Die helfen teilweise wirklich, sollten aber natürlich nicht zur Gewohnheit werden.


    Es tut mir echt leid was deinem Mann passiert ist :(

    Puh.. ausser "tut mir Leid" kann man da wohl gar nichts angebrachte zu sagen.


    Aber ja, es stimmt, das Leben geht dennoch weiter. Es kann lange dauern, aber irgendwann tut es das.

    hallo, herzliches Beileid!

    Ich hoffe, das du dich hast Krankschreiben lassen! Lass die Krank schreiben, so lange wie du es brauchst! Du kannst jetzt nicht anderes machen, außer weinen und wütend sein. Lass alle Emotionen zu, unterdrücke nichts! So etwas ist ein Trauma, es zerreist einem die Seele, die Narben bleiben.

    Herzliches Beileid, glaub mir der Schmerz wird weniger.

    Irgendwann wird es so sein, dass man hin und wieder wehmütig wird, aber nicht mehr so extrem vom Schmerz überrannt wird.

    Die meisten Menschen können mit so einem Fall nicht gut umgehen. Daher kommen die - hilflosen - Floskeln und Phrasen zum Trost.


    Die ersten Wochen sind hart. Der Schmerz überstrahlt alles. Das Ganze Leben und Streben wirkt so sinnlos.


    Dann kommt eine Trauerphase von so etwa 12-14 Monaten, in denen es weh tut, aber der Alltag kommt zurück.


    Und dann was für die Zukunft (ist eigentlich noch verfrüht, das hier zu erwähnen, aber später lesen wir wahrscheinlich nichts mehr von einander): Im Durchschnitt findet man einen neuen Partner umso früher, je besser die Beziehung war.

    ich drücke dich in deinem unsäglichen Schmerz, du fühlst dich so allein gelassen, wenn du den Schmerz nicht mehr aushältst, geh damit in ein Gotteshaus, und flehe den Unsichtbaren dich anzuhören, klage ihm dein grosses Leid, er kann dir zwar keine Ratschläge geben aber glaub mir du fühlst dich nachher wohler

    Mein Beileid zum Verlust. Das ist der absolute Horror, den du da durchmachst.

    Alle Floskeln der Welt würden mich persönlich da auch eher nerven. Aber schau mal, die Menschen um dich herum sind unsicher und wollen dir was Gutes zum Ausdruck bringen. Sieh es ihnen nach, wenn sie dabei etwas ungeschickt sind.

    Wie übersteht man das? Ich weiß es nicht, da ich bislang das Glück hatte dies nicht erleben zu müssen.

    Ich kenne aber Menschen, die jung Witwe oder Witwer geworden sind. Irgendwie haben auch sie es geschafft. Sie leben. Wie genau kann ich dir nicht sagen. Ich weiß nicht wie es in ihnen wirklich aussieht.


    Lass dir Zeit und lass die Trauer zu. Und wenn Menschen etwas in deinen Augen falsches sagen, dann darfst du denen das mitteilen. Nur so können sie lernen dir nicht weh zu tun.

    Das schlimme daran ist noch, das sein Sohn aus erster Ehe mich terrorisiert. Er verbietet mir, Blumen auf sein Grab zu stellen, wirft alles gleich weg. Dabei hatte er den Kontakt zu seinem Vater abgebrochen, hat ihn sogar damals verklagt auf noch mehr Unterhalt... Jetzt ist er 22 uns spielt sich als großer Alleinerbe auf . Ja, ist er ja auch, denn wir waren nicht verheiratet.Jetzt merkt er, das er alles bezahlen muß und dreht völlig durch. Aber nachdem er mich seit dem Tod meines Lebensgefährten so fertig gemacht hat, bedroht hat..., soll er das auch.

    Dann brich den Kontakt zu dem Bengel ab. Dann lass ihn eben auch Erbe sein, sprich er darf sich dann eben auch kümmern, das machst du schon richtig.

    Ein Friedhof ist ein öffentlicher Ort. Er kann dir nicht verbieten dort Blumen hinzustellen. Du aber leider ihm auch nicht sie wieder wegzuräumen.


    Ich denke, er braucht professionelle Hilfe, da er anscheinen noch viel schlechter damit umgehen kann, aber das ist nicht deine Baustelle. Er ist erwachsen und kann das selbst erkennen und handeln. Nicht dein Theaterstück.

    Ich habe auch keinen Kontakt zu ihm. So eiskalte Menschen braucht man nicht im Leben. Wenn das mein Schatz wüsste, er würde keinen Sohn mehr haben wollen.

    Das was du da erleben musst ist grausam. Und dann noch so ein schlimmer Nebenkriegsschauplatz mit dem Sohn... Das ist der Horror.

    Vielleicht kannst du dir im Garten oder an einem für euch beide wichtigen Ort eine eigene kleine Gedenkstelle einrichten, an der du auch eine Möglichkeit hast Blumen oder Kerzen aufzustellen. Ich wünsche dir ganz viel Kraft und, dass irgendwann wieder die Sonne in dein Leben scheint.

    Mein aufrichtiges Beileid. Mein Mann ist vor genau 5 Jahren an Krebs verstorben. Und das was bei dir der Sohn aus erster Ehe, ist bei mir die Schwiegermutter.

    Ich habe mein Leben völlig neu ordnen müssen. Bin umgezogen und habe mir zum Teil einen neuen Bekanntenkreis aufgebaut.

    Laß dir ruhig helfen, eine Trauerbegleitung kann sehr gut tun, auch vorübergehend Medikamente sind keine Schande. Ich habe weiter gearbeitet, ist allerdings nur ein Job, aber das hat mir Struktur gegeben.

    Was ich dir noch mit auf den Weg geben kann, Trauer verändert sich, findet ihren Platz im Leben und wird trotzdem nie vergehen :°( ich lebe, liebe , lache aber ich habe nie vergessen und vermisse ihn bis heute ganz schrecklich ?

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und liebe Menschen die dich durch diese Zeit tragen.

    Dein Leben wird weitergehen und du wirst auch wieder glücklich werden aber die Erinnerung wird dich stets begleiten...:°_ ich drück dich

    Mein aufrichtiges Beileid und ganz viel Kraft wünsche ich Dir.

    kleineengeline schrieb:

    Er war nie krank...Ich weiß bis heute nicht, was ihm wirklich passiert ist.

    naja, nur weil man nichts sieht bzw. nicht beim Arzt war heißt das nicht, dass da nichts ist. gerade LKW-Fahrer mit viel sitzender Tätigkeit sind da gefährdet, einen Herzinfarkt oder ähnliches zu erleiden.

    Falls Ihr Euch keine Vollmachten für den Krankheitsfall ausgestellt habt ist es schwer, über die Umstände etwas zu erfahren.

    Das mit dem Sohn ist echt doof. Viel Kraft, lass Dich nicht von ihm terrorisieren.

    Ich danke euch allen für die lieben Worte. Zum Glück habe ich viele liebe Freunde, die für mich da sind. seine Mutter und Brüder stehen voll hinter mir. Auch sie wollen von dem Sohn nichts mehr wissen. Und ich gehe morgen in ein Trauercafe.Aber am Endes sitze ich abends alleine vor seinem Bild und rede mit ihm und weine. Wir waren 9 Jahre so glücklich zusammen.