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    In welcher Form?

    indem sie eine angemessene trauerzeit einhält.

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    Oder soll sie tatsächlich jetzt einfach mal darauf verzichten, glücklich zu sein?

    es gibt zeiten wo man glücklich sein kann und es gibt zeiten wo man trauert. beides ist zu einem großen teil individuell sollte aber nicht auf kosten anderer wichtiger familienmitglieder gehen.

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    Hilft das den Töchtern bei der Trauerbewältigung?

    aber natürlich!

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    Sollte sie auf diese neue Beziehung verzichten in der Hoffnung, dass nach angemessener Trauerzeit ein neuer Partner vorbei kommt?

    mit ein wenig mehr anstand wäre es die pflicht der mutter zumindest eine angemessene trauerzeit verstreichen zu lassen bevor sie sich den nächsten Partner ins haus holt. der vater ist gerade mal 3 monate tod und nur darum geht es.

    ich find eigentlich viel schlimmer das die Mutter ja direkt gelogen hat und den neuen ja scheinbar echt schon nach wenigen Wochen kannte und nun zieht er schon ein?


    Ich glaub der sprung wäre mir auch zu heftig. Natürlich kann man nicht (tut wohl auch keiner) erwarten, dass Mutter nun jahrelang in schwarzer Sack und Asche geht und depressiv wird, aber gibts da keinen Mittelweg? Und wenn sollte sie ihre Töchter doch irgendwie involvieren, aber das hier klingt echt nach Ersatzfamilie, da käme ich mir auch ganz schön überflüssig und allein mit meiner Trauer vor... so als würde man neben dem Vater nun auch noch die Mutter verlieren. (wenigstens emotional)

    @ Docupitchkumaterinu

    Jeder braucht so lange wie er braucht. Da gibt es keinen Rahmen, in den man sich hineinpressen muß. Das wäre auch krank, sowas zu tun.


    Die Mutter der TE hat alles Recht auf ein glückliches Leben. Du scheinst mir irgendwie verbiestert zu sein und gönnst anderen das Glück nicht.


    Die "offizielle" Trauerzeit dauert im Übrigen 6 Wochen.

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    indem sie eine angemessene trauerzeit einhält.

    d.h. sie tut so, als wenn sie trauert, damit sich die Töchter besser fühlen. Obwohl--sie trauert ja-ihrer neuen verpassten Liebe hinterher, die sie wegen "angemessener Trauerzeit" vorbeiziehen ließ.

    PS:


    Trauer ist etwas völlig individuelles und ich finde es extrem vermessen, wenn ein Außenstehender sich anmaßt, die Qualität der Trauer aufgrund Länge, Intensität etc beurteilen zu können.


    Meine Mutter ist im letzten Jahr gestorben. Mein Vater hat in dem Haus nichts verändert. Muttis Puschen stehen noch im Flur an der Heizung, Muttis Tagescreme im Bad-Schränkchen, Muttis Parfums auf dem Schminktisch im Schlafzimmer---es ist gruselig! Als wenn sie jeden Moment wieder zurück kommt.


    Und Papa ist antriebslos und einsam. Seine Einsamkeit ist so erdrückend, dass es alle anderen belastet und bestürzt. Aber er will nichts anderes machen, als in dem leeren Haus zu sitzen, mit Muttis Puschen an der Heizung......

    Jelisaweta

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    mein Vater hätte im Februar z.B. Geburtstag gehabt, ob es nicht ein besinnlicher Tag sein kann für uns als Familie, ohne das "neue Glück", an dem wir gemeinsam zum Grab gehen... Sie stimmte Zähne knirschend zu ("Na von mir aus, wenn euch da was dran liegt...") und danach kam der Neue vorbei und fragte, ob wir alle zusammen ins Kino gehen wollen %:|

    Uff. Ja, das hätte mich auch getroffen. Sieht so ein bisschen danach aus, wie wenn deine Mutter in ihrer Verliebtheit das Feingefühl für euch und eure Trauer verloren hätte. Das ist sehr schade, sie schadet sich und ihrer neuen Liebe damit mehr, als ihr warscheinlich bewusst ist. :-/

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    Jeder braucht so lange wie er braucht. Da gibt es keinen Rahmen, in den man sich hineinpressen muß. Das wäre auch krank, sowas zu tun.

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    Du scheinst mir irgendwie verbiestert zu sein und gönnst anderen das Glück nicht

    beleidigungen verbitte ich mir hier und ich wiederhole gerne nochmals, dass der vater gerade einmal 3 monate tod ist. beetlejuice21 hat es korrekt verstanden. es geht nicht darum das man nach dem tod des partners nicht mehr glücklich sein darf, ganz im gegenteil. der tod eines vaters oder einer mutter betrifft aber nicht nur den überlebenden partner sondern auch die kinder und vor diesem hintergrund ist etwas anstand und einfühlungsvermögen geboten, auch wenn dies bedeutet vorerst mit einschränkungen zu leben.

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    nach nicht einmal 3 monaten kann wohl von qualität keine rede sein

    seit Frühjahr 2012 steht die Diagnose. Man beginnt doch nicht mit der Trauer, wenn derjenige verstorben ist. Ich fing an, um meine Mutter zu trauern 3 Jahre vor ihrem Tod, da wir sie stückchenweise verloren haben.

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    seit Frühjahr 2012 steht die Diagnose. Man beginnt doch nicht mit der Trauer, wenn derjenige verstorben ist

    ?? die diagnose meiner mutter stand im kalenderjahr 2005 und gestorben ist sie 2010. ich trauere um einen toten menschen wenn der tod eingetreten ist und nicht vorher. vorher hat man in der regel ganz andere sorgen und probleme.

    Also wie lange ist das jetzt her, dass dein Vater gestorben ist? Jeder hat ja eine unterschiedliche Trauerzeit und deine Trauer ist anders, als die von deiner Mutter. Ich finde, wenn du immer noch sehr trauerst, solltest du dir noch etwas Zeit nehmen und vielleicht solange auch nicht zu deiner Mutter fahren und dir das angucken, aber du solltest auch akzeptieren, dass deine Mutter ihre eigene Trauer hat. Oder eben nicht mehr.

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    Trauerarbeit ist ja wirklich ein höchst individueller Prozess, gerade, wenn dem Todesfall eine Krankheitsphase vorausgeht, in welcher man sich ja auch schon mehr oder weniger intensiv mit Trauer auseinandersetzen kann.

    Ja, das war bei meinem Onkel z.B. auch so. Er hat jetzt auch nach ca. 1,5 Jahren ne neue Freundin und natürlich gibts immer noch Leute (grade die Familie meiner Tante, also Eltern und Geschwister), die da ziemlich angepisst sind irgendwie, obwohl ja vorher immer schon zum Psychodoc geraten wurde, weil der Onkel nach 5 Monaten immer noch nicht die Sachen weggeschmissen hatte etc... ":/ schon komisch.


    Aber der Onkel war auch der einzige, der wusste, dass meine Tante sterben wird. Für ihn und nur für ihn kam das gar nicht so plötzlich, also ist er vielleicht auch deshalb wieder fit jetzt.


    Und übrigens, sowas zieht ganz schöne Kreise: bei der letzten Familienfeier hat das Kind von der neuen Freundin vor mir bitterlich geweint, weil es so ein schlechtes Gewissen gegenüber der ganzen Familie hatte. Das ist meiner Meinung nach sowas von unnötig, aber hilft vielleicht zu wissen, wenn man selber die "neue" Familie als Eindringling sieht. Für die ist das auch nicht immer leicht und die können sich sicher ein bisschen vorstellen, wie es dir geht. :)z


    Und oft steht auch für den neuen Partner da einiges dahinter, der war vielleicht auch jahrelang unglücklich und ist jetzt das erste Mal wieder glücklich. Das sollte man auch mal gönnen.


    Aber wenn mans erstmal nicht kann, dann ist das auch ok. Dann trauer doch erstmal noch ein Weilchen.


    Mein Vater ist nicht tot, aber schon mehrmals "ersetzt" worden und ich muss sagen, ich habe mich nie um ein besonders gutes Verhältnis zu den neuen Männern bemüht, sondern lasse die immer bisschen links liegen. ;-) Ist glaub ich auch normal. Du musst ja jetzt nicht "Stiefpapa" sagen. Sowas wäre mir z.B. NIE in den Sinn gekommen... das is der "Freund der Mutter" und sonst nix. Dabei mag ich meinen Vater nichtmal besonders... ;-)

    wissen wir, ob die Mutter nicht noch trauert?


    ich kann in einer Ecke meiner Seele sehr wohl trauern, Erinnerungen bewahren, einsam sein.... all das, was die Leute um einen wohl erwarten. Wieviel ich davon nach außen trage ist doch mir überlassen. Und wenn ich gleichzeitig wieder lieben kann- schön.


    Unsensibel, was den Geburtstag angeht und ähnliches, das sehe ich auch so.


    Aber das Haus? Nun, ich habe kein "Elternhaus", meine Eltern wohnen immer irgendwo zur Miete und als wir Kinder ausgezogen waren, da gab es dann kleinere Wohnungen und ja, unsere Sachen konnten wir behalten oder sie kamen bis auf ausgewählte Erinerungsstücke weg.


    Deshalb kann ich wohl die Empörung über den Einzug des LG in das Elternhaus nicht nachempfinden, denn die Denkweise, "Jugendzimmer" immer bereit zu halten, die kenne ich gar nicht.


    Jelisaweta, ich glaube gar nicht, dass deine Mutter nicht mehr trauert. Das kann sie auch trotz der neuen Beziehung noch.

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    Und warum nicht den möglichen Verdacht ansprechen, dass er es genießt, sich in's gemachte Nest zu setzen?

    das habe ich auch als erstes gedacht. wie unempathisch kann denn ein mensch sein, der eine frau, die er gerade erst kennengelernt hat (?) und die seit kurzem witwe ist, so unter druck setzen, das sie sich entscheiden muss zwischen dem ende der neuen beziehung oder das er mitsamt seinen 3kindern bei ihr einzieht. das riecht verdammt nach geldgier und ins gemachte nest setzen. wie abgebrüht muss der typ sein, imehemaligen ehebett mit zu schlafen... :-X %:|


    und dann müsste er ja auch mal eben in der neuen stadt nen job finden, oder will er jetzt das erbe verprassen?


    also, liebe te, ich vermute mal, deine mum ist da ganz blind in was reingestolpert...weil sie möglichst schnell vergessen will oder warumauch immer. guck dir das aus einer groooooßen distanz an, sag nichts dazu, lass sie machen... aber rechne damit, das es in wenigen jahren vorbei ist unddu/ihr dann wieder die scherben wegräumen dürft.

    an alle mutter verteidiger

    ich glaube die meisten hier sagen ja noch nicht mal was dagegen, das sich die mutter der te so schnell einen neuen mann gesucht hat. ??vielleicht kannte sie ihn sogar schon noch länger als die 3 monate??... aber wenn sie dadurch wirklich glücklich ist, ist es gut für sie – das bestreiten die meisten hier ja gar nicht.


    te: Ist sie wirklich glücklich und zufrieden mit ihrer neuen liebe?


    was aber eben echt krass ist, sind ihre sprüche, ihr widerwille gegenüber der trauer ihrer kinder und v.a. das sie sich ne komplett neue familie ins haus holt. das geht halt echt zu weit. die te hat den vater verloren (den kann sienicht mal eben nach 3 monaten ersetzen), ihr elternhaus (es gibt ja keinen persönlichen platz mehr für sie) und momentan auch ihre mutter. DARUM geht es hier...

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    Jelisaweta, ich glaube gar nicht, dass deine Mutter nicht mehr trauert. Das kann sie auch trotz der neuen Beziehung noch.

    und wie kommst du auf diese vermutung? nach solchen sprüchen wie am geburtstag des vaters?

    Twilight Garden,


    das mit dem Haus sehe ich gar nicht als Problem an, verstehe die Denkweise auch nicht


    und dies:

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    wie abgebrüht muss der typ sein, imehemaligen ehebett mit zu schlafen... :-X %:|

    ist doch albern, oder? Er schläft sogar mit der Frau, da kommt es doch auf den Untergrund nicht an.....

    ich finds eben nicht albern. ich hätte sehr großen respekt vor der trauer, wenn die frau meines neuen partners erst wenige monate verstorben wäre und mir würde es gar nicht behagen in den möbeln/haus etc. der verstorbenen zu leben...

    Süntje

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    Deshalb kann ich wohl die Empörung über den Einzug des LG in das Elternhaus nicht nachempfinden, denn die Denkweise, "Jugendzimmer" immer bereit zu halten, die kenne ich gar nicht.

    Für mich ist das zum aktuellen Zeitpunkt ein Vergehen an der Trauer der Kinder – so nehme ich es zumindest wahr.

    Zitat

    aber rechne damit, das es in wenigen jahren vorbei ist unddu/ihr dann wieder die scherben wegräumen dürft.

    Erstens ist die Tochter nicht für die Scherben der Mutter verantwortlich, zweitens kann hier niemand voraussehen, wie sich die Beziehung zwischen Mutter und Freund entwickeln wird.

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    ??vielleicht kannte sie ihn sogar schon noch länger als die 3 monate...??

    Solche Vermutungen finde ich echt daneben. Ich bin ja auch der Meinung, dass die Mutter zu wenig Sensibilität ihren Kindern gegenüber zeigt. Aber Hetze gegen die Mutter bringen die TE nicht weiter. Ich gehe davon aus, dass Jelisaweta bei all ihrer Wut die Mutter liebt und sich gerne wieder mit ihr verstehen würde.

    Liebe Te ich kann dich soo gut verstehen, ich glaube meine Welt würde völlig zusammen brechen, wenn mein Elternhaus nun das Familienhaus einer neuen Familie wäre. Ich bin in deinem Alter und studiere auch im Ausland, aber es ist doch immer wieder schön Heim zu kommen. Das ist eben dieses Heimatgefühl, die Basis wo man Energie tanken kann. So nehme ich meine Besuche Zuhause immer wahr. Mir kommen echt die Tränen, wenn ich nur daran denke in deiner Situation zu sein. Ich finde es total ok, wenn deine Mam auch nach 3 Monaten schon einen neuen Freund hat. Es ist zwar recht schnell nach dem Tod, aber ok...das ist ihre Sache und damit müssen die Kinder wohl klar kommen. Aber allein diese total empathielose Aktion mit dem Kino...ich glaube da würde ich echt gehen und erst wiederkommen, wenn ich selber in der Trauerarbeit soweit bin, wie es wohl deine Mutter mittlerweile zu sein scheint. Vielleicht verdrängt sie es auch nur... aber es scheint ihr gerade gut zu gehen, was ich klasse finde. Aber ihre Art ihr Glück gerade durchzuboxen, finde ich ein wenig taktlos und echt egoistisch. So wie du es schreibst akzeptierst du ja eh den Partner, ihr akzeptiert, dass ihre Trauerzeit zu Ende ist, aber gleichzeitig tritt sie es mit Füßen, dass eure Trauer noch nicht vorbei ist. Diese Familiensubstitution find ich echt krass... ich meine ich würde es auch ansosnten total bescheuert finden, nach 3 Monaten schon zusammen zuziehen. Und auch die Aussage Fernbeziehung oder keine Beziehung finde ich total dämlich. Welcher Mann, der die Frau von Herzen liebt würde so was 3 Monate nach dem Tot des Ehemannes verlangen? Ernsthaft? So was ist doch total pietätlos. Deine Mutter befindet sich gerade in einer Ausnahmesituation, wer weiß wie die Beziehung verläuft, wenn sich ihr Gefühlschaos wieder normalisiert hat. Mir tun auch die "neuen" Kinder leid.... ich finde es nie gut, wenn Kinder in eine neue Beziehung gleich so mit einbezogen werden. Ich würde wohl mal sehr großen Abstand nehmen, ich könnte diese Situation niemals ertragen. Ich würde dir so gerne einen Rat geben, aber wie gesagt... es ist eine verdammt harte Situation, da es nunmal keine Normen für so eine Situation gibt. Gefühle nimmt nunmal jeder anders war. Aber wenn ich mir dieses Szenario im eigenen Familienhaus anschauen müsste, würde ich nur noch trauriger werden.... fühl dich gedrückt!