Ich hatte auch mal eine Nahtoderfahrung, mit 13. Im richtigen Leben war ich medizinisch in einem 4-tägigen Koma. Meine Erfahrung war ein schweben über mein bisheriges Leben, eine Beobachtung von Oben. Kein Richten, kein Licht, nur eine Beobachtung mit einem wahnsinns schönem Gefühl Geborgenheit, Gelassenheit, Glück. Als ich dann von den Ärzten zurückgeholt wurde und an den Schläuchen und Maschienen hing, habe ich getobt, geschrieen, geweint. Ich wollte sofort wieder zurück und habe meine Lebenretter angeschrien. Seither habe ich keine Angst mehr vor dem Tod. War eine absolut tolle Erfahrung, die ich nicht missen will.

    Nach einer schweren Kopfverletzung durch einen Autounfall, lag ich zwei Wochen im Koma. Davon bekam ich nichts mit.


    Aber in einem normalen Traum - während eines natürlichen Schlafes - wurde ich 'ermordet' und schwebte über dem Geschehen als Beobachter, genau so wie es hier immer wieder beschrieben wird.


    Kann es deshalb auch genau nachvollziehen wie es wohl ist.

    Taiga Wutz

    Zitat

    nur eine Beobachtung mit einem wahnsinns schönem Gefühl Geborgenheit, Gelassenheit, Glück.

    Diese unbeschreiblich intensiven Emotionen sind wohl kennzeichnend für NTE. Nur eine winzige Minderheit erlebt etwas Negatives, nämlich einen Zustand unbeschreiblicher Angst. In der Nahtodforschung konnte bisher kein Grund für das schreckliche NTE einzelner Menschen gefunden werden, zumal auch die Todesursache keine Rolle zu spielen scheint.


    Da immer mehr Menschen an der Schwelle zum Tod erfolgreich wiederbelebt werden können, häufen sich natürlich auch die Berichte zu NTE. Es wäre interessant zu erfahren, welcher Art eine NTE z.B. bei einem hasserfüllten, verbitterten Menschen oder gar einem skrupellosen Mörder und/oder Misshandler ist. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass sich ein nicht aufgelöster Hass während des Sterbens in Form einer angstvollen NTE äußert.

    Ratzefatz

    Bei den NTE ist es möglicherweise wie mit dem Träumen: Viele Menschen haben sie, können sich aber nicht daran erinnern.


    Wenn ich mich an meine erste NTE zurückerinnere, so muss es noch viel mehr beinhaltet haben, denn nach dem Aufwachen wusste ich von einigen Dingen, die ich eigentlich nicht wissen konnte. Ich war im ersten Moment auch maßlos enttäuscht, als ich mich von Weißkitteln umringt sah. Alle waren sichtlich erleichtert, nur ich nicht. Mein erster Gedanke war: "Sch****, das ist nicht der Himmel."


    Knapp zwei Wochen später hatte ich ein längeres Gespräch mit einer Oberärztin, der ich von meinem Erlebnis erzählte. Sie schien nicht sonderlich beeindruckt davon gewesen zu sein und sagte, dass davon schon etliche Patienten berichtet hätten. Dann fragte ich, wie lange ich denn weggewesen sei. Sie sagte was von gut 10 Minuten, man habe schon aufgeben wollen. Unglaublich, was ich in dieser Zeit erfahren habe, könnte ein ganzes Buch füllen! Zeit und Raum waren wie weggeblasen!

    Davon zu berichten, ist in der Kürze schwierig. U.a. sah ich mein gesamtes Leben, einschließlich bloßer Gedanken und auch die Gedanken von anderen, mit denen ich zu tun hatte. Es ging im Mutterleib los und endete im Jetzt. Schon dies allein würde ein Buch füllen. Dann verstand ich, warum ich als Mensch auf diesem Planeten lebe. Es war so klar und logisch. Leider ist mir diese Erkenntnis nicht mehr so deutlich präsent, ich weiß aber, dass es etwas mit bedingungsloser Liebe zu tun hat, die ich so während meines irdischen Daseins aber nicht konsequent leben kann, außer ich wäre dazu bereit, alle Zelte abzubrechen, alle Bindungen aufzugeben und fortan völlig als Wohltäterin unterwegs sein. Dazu bin ich natürlich nicht bereit. Zu sehr hänge ich an meinem Mann und meinem Umfeld. Zudem: Würde das jeder so machen, würde nichts mehr funktionieren.


    Fast jede(r) von uns kennt das Gefühl, unsterblich in einen anderen verliebt zu sein, aber die Liebe, die einem in einem NTE begegnet, schlägt dieses überwältigende Gefühl um Längen. Ich kann es nicht treffend beschreiben. Es ist ein unendliches, vollkommen wertfreies Wohlwollen. Aber auch das passt nicht wirklich. Tut mir leid, ich finde keine Worte dafür.

    Monsti,


    ja, das wäre interessant, wie ein NTE wohl abläuft bei einem Bestie/Unmensch. Wie weit da die Psyche mitwirkt.


    Bei diesem Traum war ich noch ein Jugendlicher und in einer Phase des Suchens und der Neugier. Ich las damals gerade ein sehr altes Buch (ca. 1830) über das Leben von Heiligen, fand es ebenfalls sehr spannend neben Karl May Büchern ...


    Anscheinend waren die Heiligen-Geschichten so inspirierend! Jedenfalls empfand ich meinen 'Traum-Tod' unvergesslich leicht und beschwingt!


    Hat aber wahrscheinlich nur eine Ähnlichkeit mit einem echten NTE.

    @ Monsti

    Zitat

    U.a. sah ich mein gesamtes Leben, einschließlich bloßer Gedanken und auch die Gedanken von anderen, mit denen ich zu tun hatte. Es ging im Mutterleib los und endete im Jetzt.

    Das berühmte "Leben, das wie ein Film vor einem abläuft". Aber ich vermute mal Du hast es nicht chronologisch wahrgenommen, sondern alles auf einmal. Zeitlos. Oder? Hast Du auch die Gefühle der anderen, mit denen Du es zu tun hattest, gefühlt?

    Ja, ich habe auch die Gefühle anderer wahrgenommen, genauso intensiv wie meine eigenenen. Das war besonders lehrreich. Und ja, irgendwie nahm ich das alles zugleich wahr. Anders ausgedrückt: Ich kann es nicht passend erklären. Zeit und Raum spielten keine Rolle, es war alles im JETZT.