Noch 12 Tage....

    Guten Morgen,


    in 12 Tagen ist es wieder soweit.


    Der Todestag meiner Mama jährt sich. 4 Jahre ist es nun schon her. Und es kommt mir vor wie gestern..... Es tut immer noch genau so weh. So viele Dinge waren unausgesprochen zwischen uns, so viel wollte ich ihr noch erzählen, kein Mensch konnte ahnen, dass es innerhalb von wenigen Monaten entgültig ist.....

    50 Jahre wäre sie jetzt. Viel zu jung! 25 bin ich. 11 war ich bei dem Tod meines Vaters, 21 bei dem meiner Mutter. Sie fehlen so sehr!!!!!


    Mein Bruder wird in 6 Tagen 12, 6 Tage nach seinem Geburtstag ist unsere Mutter verstorben, nicht einfach für ihn, bestimmt nicht!



    Sie hatte Hautkrebs, ging Jahre nicht zum Arzt. Dann war es zu spät. Metastasen erst im Hirn und dann ganz schnell im ganzen Körper, es war schrecklich sie leiden zu sehen. Schrecklich zu wissen dass sie wusste sie wird sterben...... Ob sie Angst hatte? Oder war sie froh?



    Unglaublich wie schnell die Zeit vergeht!!!! In den 4 Jahren ist so viel passiert !!! Es war ein Weg, wo meine Eltern sehr gefehlt haben....:-(:-(:-(

  • 3 Antworten

    Was genau hindert Dich, immer noch mit ihnen zu reden? Erzähl ihnen im Geiste, was Dir am Herzen liegt.


    Ich habe schon sehr viele Menschen in meinem Leben verloren, allein 3 Lebenspartner. Freunde, Freundinnen.


    Ich rede mit ihnen, habe immer ein Gefühl, ihnen sehr nahe zu sein.


    Das hätte, hätte ich nur... bringt gar nichts, macht im Gehirn bloss die nächste Schallplatte mit Sprung und haut noch eins im Schmerz drauf, läßt die Trauer nie wandeln in eine tiefe Verbundenheit.


    Zünde eine Kerze an, sag, was Du sagen möchtest und fühle nach, bis Du die Nähe spürst. Du wirst Frieden finden.


    Niemand der Verstorben würde wollen, dass Du so hinkrebst. Aber die liebevolle Verbundenheit, die schönen gelebten Stunden, die bringen Frieden. Für alle.

    Eine Bekannte von mir geht regelmäßig auf den Friedhof und redet da mit ihren eltern.

    Ich selber habe mit meiner Mutter meckern müssen als sie gestorben ist weil es doch so plötzlich war.


    Im Herzen leben sie weiter bei uns

    Liebe Boounty,

    meine Mutter wurde auch keine 50 und ich war da auch noch sehr jung. Wir konnten niemals unsere schwierige Beziehung aufarbeiten und ich war darüber sehr wütend. Ich habe lange gebraucht um für mich einen Weg zu finden, mich mit ihr zu versöhnen und sie auch wirklich gehen zu lassen.

    Iwann habe ich angefangen mit ihr zu sprechen, auch wenn ich nicht am Grab stand. Das fand nicht ununterbrochen statt, sondern immer dann wenn ich wieder wütend, traurig wurde. Mit der Zeit bekam ich antworten für mich, nicht über den Kopf sondern über mein Herz. Mit jedem Mal wo mir klarer wurde warum es so abgelaufen ist wie es war, umso ruhiger und dankbarer war ich für die Zeit die wir trotz schwieriger Umstände hatten.

    In einer ganz stillen Stunde zündete ich bewusst eine Kerze an und schrieb ihr in Gedanken einen Brief mit all meinen Gefühlen, die sich über die Zeit von Wut auf Verzeihung änderten. Gedanklich stelle ich diesen Brief mit einem Strauß Blumen auf ihr Grab. Von diesem Moment an spürte ich die beiderseitige Liebe, konnte sie wirklich gehen lassen.

    In den letzten vier Jahren habe ich viele Menschen verloren, meinen Mann im März. So mancher Schmerz über den Verlust zeigt sich immer wieder mal, macht mich traurig. Ich frage nur nicht nach dem warum, weil es so ist wie es ist.

    Wenn es mich zu sehr überrollt zünde ich eine Kerze an, lasse mich gedanklich auf meinen Schmerz ein und weine auch. Danach fühle ich mich besser und dann gelingt es mir auch, mich wieder auf das Leben einzulassen.

    Mir fehlen immer noch viele Menschen, auch wenn sie vor langer Zeit gegangen sind. Nur gehören sie - abgesehen von meinem Mann - nicht mehr zu meinem Leben.

    Vllt gelingt es dir ja deinen Schmerz, deine Trauer beiseite zu legen, abzugeben, wenn Du dich über für dich evtl. wichtige Rituale damit auseinandersetzt. Denn sie sind nicht mehr unter uns und das ist das was die, die bleiben, lernen müssen.

    Wir können und dürfen aber alle unsere Lieben im Herzen behalten. Und wenn es dir gelingt, nimm deinen Bruder mit auf diese Reise, wenn es für ihn wichtig ist. Ich denke das könnte für euch zu einer Verabschiedung führen und dabei helfen, einen neuen, anderen Weg zu gehen.