Person mit Demenz vom Tod ihres Ehepartners erzählen

    Hallo liebes Forum,


    Ich hab heute leider einen traurigen Anlass, um hier um Rat zu fragen.


    Ich hab heute Abend die Aufgabe, einer lieben alten Dame aus meinem Familienkreis mit mittelschwerer Demenz vom doch überraschenden Tod ihres Mannes zu erzählen.


    Und ich weiß nicht so recht, wie ich das angehen soll.


    Hat vielleicht jemand Tipps oder Erfahrungen mit solchen Situationen?


    Vielen Dank!

  • 7 Antworten

    Am besten frei raus. Wahrscheinlich hat sie es nach ein paar Minuten wieder vergessen. Ich kannr mal einen Dementen dessen Frau schon lange tot war. Er kam alle halbe Stunde mit der Bitte diese anzurufen. Man sagte ihm, sie sei verstorben. Er war kurz überrascht und schon war es wieder vergessen.

    Einfühlsam mitteilen, wie man es mit jeder anderen Person auch tun würde.


    Vielleicht bleibt es haften, vielleicht aber nicht, wenn nicht, würde ich bei weiteren Treffen den Tod auch nicht erwähnen, sondern vage bleiben, XYZ ist gerade ...., kommt ein andermal, das muß man abwägen, man muß die Bekannte immer dort "abholen", wo sie geistig gerade ist.


    Aber einmal mitteilen würde ich es ihr schon. Was sich draus ergibt, wird sich zeigen.

    Passieren kann alles mögliche - eine Reaktion vorherzusagen ist schwierig.


    Mein Schwiegervater wollte unbedingt zu seiner Schwester, die vor 10 Jahren verstorben ist. Als ich ihm möglichst schonend, mit ruhiger Stimme mitteilte, dass Tante N. tot ist, war er


    1) zornig - weil es ihm niemand mitgeteilt hat .. oder


    2) todtraurig - mit Tränen in den Augen (anschließend ist er dann zur Schwiegermutter und behauptete wir hätten ihm gesagt sie wäre verstorben)


    3) wollte er die Beerdigung organisieren


    4) auf den Friedhof ihr Grab besuchen


    5) wollte es überhaupt nicht glauben (auch nicht den Tod seines Vaters, der über 30 Jahre her ist)


    Also du siehst die Palette kann durchaus bunt sein.

    Meine Oma hat das immer wieder vergessen, allerdings ging es nicht um ihren Mann, sondern einen sehr engen Freund und Nachbarn. An Weihnachten fragte sie dann dessen Frau, ob er noch käme... :-(


    Jedenfalls war sie entweder erschrocken oder es kam ein "Ach stimmt" - das ist ihr wohl in dem Moment tatsächlich wieder bewusst geworden und hat sie dann nicht erneut emotional mitgenommen.


    Als mein Opa nach einem Herzinfarkt zur Reha musste, war es aber eine Katastrophe. Sie ist jedes mal erneut ausgerastet, hat behauptet er würde rumhuren und sie im Stich lassen...


    Es kann also so oder so ausgehen, je nach Verfassung.

    Hallo allerseits,


    auch wenn die Sache wohl "gut gelaufen" ist ( Zitat >texty< vom 10.11. / 22:56 ) geht mir der Gedanke nicht aus dem Kopf, daß der von den Diskutanten empfohlene direkte Weg in ähnlich gelagerten Fällen womöglich aber sehr problematisch sein könnte. Soweit ich gehört habe, könnte eine solche Konfrontation die vorbestehende Demenz wohl auch gravierend verstärken - und zwar womöglich irreparabel.


    Ich kann mangels Erfahrung keine alternative Lösung anbieten - das mag man mir jetzt bitte nachsehen. Aber bedenken muß man eben, daß eine direkte Konfrontation im Einzelfall ( und auf den kommt es an ) eben gar nicht "gut laufen" muß. Und dann ?


    Netter Gruß, Thomas.