Schreckliche Bilder

    Am 22.September ist meine Mutter (68) unter furchtbaren Schmerz und Leid an Krebs gestorben.Wir haben ihr den letzten Wunsch erfüllt und Sie bis zum Ende bei uns zuhaus behalten.Es war über 9 Monate ein grausamer Leidensweg.


    Jetzt, nach fast 5 Wochen komme ich aber nicht mehr klar.Ständig muß ich an die Bilder denken, die wir gesehen haben.


    Es macht mich einfach depressiv und ich bin völlig am Ende.Ganz schlimm wird es immer, wenn ich alleine bin.Ich komme mit den Bildern einfach nicht klar.


    Was kann ich tun?Meine Arbeit leidet darunter und meine Ehe auch.


    Einen termin beim Psychiater zu bekommen kann 3 Monate dauern.


    Solange kann es so aber nicht weitergehen.Wer hat Ratschläge für mich??

  • 7 Antworten

    @Silikonmeister

    Einen genauen Rat geben fäält sehr schwer, da ich dich nicht persönlich kenne. Ich kann Dir daher nur aus meinen eigenen Erfahrungen berichten. meine mutter verstarb vor ein par Jahren auch An Krebs, da sie für sich entschieden hatte keine Chemo zu machen, nahm sie die letzten 3 Monate Ihres lebens sehr genau wahr. Und wir lernten alle zusammen das zum Leben der Tod und auch das Sterben dazu gehört. Nur das Sterben sieht bei jedem anders aus, wir müssen es aber akzeptieren und auch den Weg den jeder einzelne für sich wählt. Mir und meiner Mutter gab unser glauben sehr viel Unterstützung und Kraft, trotz aller Zweifel die auch kurzzeitig bei jedem von uns aufkammen. Schau mal unter Gedichte in diesem Forum nach dort steht ein Gebet / Gedankengang der mir sehr viel Kraft gegeben hat. die Erfahrungen beim tod meiner Mutter haben mir soviel Kraft und auch dankbarkeit für das zu Lernende gegeben, daß ich einer Tante von mir, die im letzten Jahr an Lungenkrebs starb ähnlich gut helfen konnte, und im Juni dieses Jahres habe ich meinen Schwiegervater alleine auf seinem letzen Weg begleitet und unterstützt. auch von ihm habe ich wenn mir auch die letzten 8 Std. einiges an Kraft gekostet habenwieder einiges gelernt und ich bin mir noch sicherer geworden, daß das oben erwähnte Gebet siene Richtigkeit hat. Ich hoffe diese Zeilen zeigen Dir einen Weg auf. zu guter letzt noch ein Tip nimm Dir zeit und Ruhe alles zu verarbeiten und versuch Trost in und bei Gott und Dir selbst zu finden. ein Spaziergang Wanderung durch die Natur und ein Gespräch und Gebet in einer Kirche können Linderung bringen. ich bin in Gedanken bei Dir und unterstütze Dich :°_@:)*:)

    Silikonmeister

    Hallo Silikonmeister,


    erkundedig mal es gibt doch bei Euch bestimmt auch die Notfallseelsorge,die können dir vieleicht helfen.Ruf die Rettungsleitstelle bei Euch an die geben dir dann die Anschrift oder Telefonummer.


    Gruß

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    Hallo!


    Ich schätze das bei dir jetzt die sogenannte Trauerphase beginnt!


    Ich kenne das wenn man die Bilder nicht mehr aus dem Kopf bekommt!


    Mein Vater starb als ich 15 war an Krebs! Oft schrie er vor Schmerzen und er hat oft wegen der Chemo erbrochen, er wurde immer dürrer etc.


    Und später war er durch das Morphium total verwirrt!


    Es war eine schlimme Zeit!


    Aber schau mal jetzt ist deine Mutter erlöst, sie hat keine Schmerzen mehr!Die Bilder die du im Kopf hast werden sich nicht einfach abstellen lassen, aber es wird besser werden! Glaube mir!


    lass deine Trauer und vielleicht auch Wut (die verspürte ich) zu und versuche einen Termin bei einem psychologen zu bekommen!


    Selbst heute nach 9 Jahren träume ich ab und zu noch von diesen Bildern! Aber es ist wesentlich besser geworden1

    Bilder....

    ...wenn man seine Eltern leiden sehen muß, wird man glaube ich nie richtig los. Die erste Zeit verlassen Sie gar nicht den Kopf. Nach einer gewissen Zeit wird es besser. Aber man braucht nur über spezielle Dinge nachzudenken oder Menschen zu sehen, die nur etwas Ähnlickeit haben - schups sind Sie wieder da.


    In deinem Fall, würde ich einer Selbsthilfegruppe eintretten - und mir einen Termin holen bei einem Therapeuten. Sag, dass es eilt, und du bekommst sicher vorher einen Termin.

    ich bin der selben meinung wie schlafmütze -du wirst bis jetzt noch nicht so richtig getrauert haben -denn das gehört unbedingt dazu -wenn du nicht trauern kannst, aus welchen gründen auch immer ..dann wirst du diese begebenheit nicht vergessen..


    es gibt von der kirche auch einrichtungen -dort arbeiten therapeuten -ehrenamtlich -es gibt dort für notfälle wie dich immer einen schnellen termin.


    viel erfolg.

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    Silikonmeister

    Hallo Silikonmeister,


    ich hoffe das dir dieses kleine Gedicht hilft bei deiner Trauer


    Steh weinend nicht an meinem Grab,


    ich lieg nicht hier in tiefem Schlaf.


    Ich bin der Wind, der immer weht,


    ich bin Brillantgefunkel im Schnee.


    Ich bin die Sonne auf reifem Feld,


    ich bin im Herbst der Regen mild.


    Und wachst du auf in stiller Früh,


    flattre als Vogel ich in die Höh,


    zieh stumme, weite Kreise.


    Nachts bin ich der weiche Sternenglanz.


    Steh weinend nicht an meinem Grab,


    ich lieg nicht hier, weil ich nie starb.


    Gruß Reiner

    @Silikonmeister

    > Am 22. September ist meine Mutter (68) unter furchtbaren


    > Schmerz und Leid an Krebs gestorben.


    Ich kann das nur zu gut nachvollziehen, nachdem mein Vater unter ähnlichen Umständen vor rund einem Jahr ebenfalls starb.


    > Jetzt, nach fast 5 Wochen komme ich aber nicht mehr klar.


    > Ständig muß ich an die Bilder denken, die wir gesehen haben.


    Die Bilder werden mit der Zeit verblassen, auch wenn sie nie ganz verschwinden werden. Der beste Weg liegt darin, die Bilder zu akzeptieren, statt zu versuchen sie zu verdrängen. Es sind nur Bilder ihrer Hülle - deine Mutter ist längst an einem Ort, an dem sie von liebenden Menschen von der Krankheit geheilt wird und ziemlich schnell wird sie wieder sie selbst sein. Ich durfte diesen Prozeß bei meinem Vater ein wenig mitverfolgen, daher weiß ich, daß es ihm heute gut geht. Die Bilder der Krankheit sind nach wie vor da, aber ich sehe sie heute nur als kurze Phase an - wie eine Grippe, die man durchmacht und von der man sich dann wieder erholt. Daß die Erholung nicht hier bei uns stattfinden konnte ist zwar bedauerlich und natürlich schmerzt der persönliche Verlust, aber es ist wichtiger, daß es meinem Vater gut geht.


    Das mag nun ein wenig mit deinem Weltbild kollidieren, aber ich wollte dir mal meine Sicht der Dinge schildern.


    > Was kann ich tun?


    Du kannst nicht viel tun, außer die Trauer zu verarbeiten und dafür gibt es keine praktische Anleitung, weil jeder Mensch anders ist. Aber nur, indem wir trauern, heilen unsere seelischen Wunden.


    > Meine Arbeit leidet darunter und meine Ehe auch.


    "In guten wie in schlechten Tagen..."


    > Wer hat Ratschläge für mich??


    Vielen hilft es, wenn sie sich mit anderen Trauernden zusammentun. Gemeinsam kommt man oft leichter über den Verlust. Die entsprechenden Stellen wurden ja schon genannt.