Sofia-ich komme ja leider nicht drumherum auch mal alleine zu sein. Meine Mama ist jetzt wieder bei sich zu Hause und somit bin ich nach der Arbeit auch erstmal alleine bis der Rest nach Hause kommt. Und ehrlich gesagt, finde ich es nicht schlimm alleine zu sein. Wenn mein Freund oder mein Sohn da sind, möchte ich stark sein und nicht vor ihnen so verzweifelt. Das "gönne" ich mir nur, wenn ich alleine bin. Es tut einfach nur so schlimm weh.


    Süntje-alles Liebe auch dir. Ich habe Angst vor den ganzen besonderen Tagen an denen er nicht dabei sein wird (Weihnachten etc.)


    Das hat mir meine Liebe Schwiegermama geschrieben, ich möchte es gern mit euch teilen:


    Es ist vorbei.


    Ganz ruhig bin ich jetzt.


    Erlöst, befreit, mir selbst zurück gegeben.


    Kein Wunsch, kein Wollen, nichts mehr, was verletzt.


    Gestorben bin ich nur zu neuem Leben.


    Ich bin von euch gegangen,


    Aber meine Liebe zu euch stirbt nicht,


    ich werde euch vom Himmel aus lieben,


    wie ich euch auf Erden geliebt habe.

    Liebe faith47,


    deine Worte berühren mich sehr und als ich deinen Thread gerade las, kamen mir in Erinnerung an meinen Vater die Tränen. Mein Vater starb Anfang diesen Jahres an Krebs und deine "Geschichte" ähnelt so sehr der unserer. Wir haben meinen Vater auch daheim bis in den Tod begleitet, gemeinsam mit ihm seine Bestattung organisiert und viele letzte Dinge geregelt und abschließend seinen letzten Atemzug miterlebt. :°(


    Genau wie du, vermisse ich meinen Vater unendlich. In so vielen Situationen überkommt mich die Trauer wie ein Faustschlag auf die Brust. So wie es Süntje schon schrieb, warte ich auf die Zeit, in der ich an den schönen Erinnerungen festhalten kann und nicht immer über sein Sterben und seinen Tod nachdenken muss! Ich versuche es zwischendurch ganz bewusst...an das Schöne denken, an tolle Zeiten. Leider gelingt mir das noch nicht so gut.


    Ich mag gar nicht an den Winter denken, an Weihnachten :°( . Trotzdem wird es mit der Zeit weniger und ich bemerke, dass ich nicht mehr ständig, immer, rund um die Uhr an ihn denke. Und das ist auch okay so...


    Ich wünsche dir viel Kraft für die kommende Zeit liebe faith47 @:)

    Zitat

    Ich habe Angst vor den ganzen besonderen Tagen an denen er nicht dabei sein wird (Weihnachten etc.)

    hab doch keine Angst davor, er fehlt dann sowieso, das weißt du schon jetzt.


    Wir haben beim ersten Weihnachtsfest ohne Papa alle kollektiv geheult, schon beim Begrüßen. Ja und? Und dann haben wir darüber geredet, dass es ganz merkwürdig ist, ohne ihn den Baum gekauft zu haben, dass wir dennoch seine Lieblingssüßigkeit auf dem Teller hatten, dass er uns fehlt da auf seinem Platz, auf den sich dann bewusst einer von uns gesetzt hat usw.


    Er war trotzdem irgendwie dabei, weil wir es zugelassen haben, unsere Trauer auch da nochmal rausgelassen haben, und dann konnten wir uns sogar über Geschenke freuen.


    Hab keine Angst vor den besonderen Tagen, das Schlimmste ist euch ja schon passiert. :)*

    Zitat

    Heute war ich seit lange, mal wieder etwas joggen und musste unterwegs zu sehr weinen, weil er mir so fehlt. Immer wieder überkommt mich diese Enge in der Brust und der Herzschmerz und ich breche in Tränen aus. Wie schafft man es denn nur damit umzugehen? Ich vermisse ihn so sehr :°(

    Die Zeit heilt, wenn du es zulässt. Gib dir ein paar Wochen und verdränge es nicht, lebe deine Trauer, wie sie kommt. :)_


    Es wird immer noch "Stichtage" geben, wo die Trauer aufgrund der Erinnerung stark wird, aber im Großen und Ganzen wirst du wieder in den Alltag zurückfinden und nicht ständig trauern. Das legt sich irgendwann. :)z

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    Die besagte Kollegin war zwar wirklich verärgert und hat auch jetzt noch wenig Verständnis für mein Fehlen, aber die anderen Kollegen waren sehr nett, haben mich in den Arm genommen und auch eine Karte für mich gestaltet. Ich lerne daraus...das ist doch auch schonmal was.

    Du hast deine Kollegin jetzt von einer unangenehmen Seite kennengelernt, dafür weißt du, dass sie damit recht alleine steht und du dich auf dein Umfeld insgesamt verlassen kannst.

    Hi Faith, mein tiefstes Beileid und Mitgefühl.


    wie geht es dir heute 3 Wochen danach? Konntest du ein bisschen Frieden finden?


    Ich sitze gerade im Krankenhaus bei meiner Mama. Sie hat vor knapp 3 Wochen die Diagnose fortgeschrittener Brustkrebs mit Metastasierung in die Leber bekommen. Vorher war sie komplett fit und jetzt hat sie dermaßen abgebaut, dass sie bereits Morphin erhält.


    Ich bin so überfordert mit der Entwicklung und geschockt über meine Machtlosigkeit. Ich hänge so an meiner Mama und habe keine Vorstellung wie das ohne sie werden soll.


    Lässt der Schmerz ein wenig nach?


    Liebste Grüße,


    Catharina

    @ Catharina

    Man kann nicht nach 3-4 Wochen zum Alltag übergehen. Meine Mutter ist im Mai gestorben und ich denke täglich an sie, was sie gesagt hätte, was sie immer gemacht hat.


    Schwer fiel es mir vor allem deshalb, weil ich von ihr nicht Abschied nehmen konnte. Wir sind 3 Schwestern und eine davon bezeichnete sich als "Sterbebegleitung" und hat uns andere Schwestern nicht informiert. Sie brauchte die Zeit um das Konto abzuräumen. So konnten wir von ihr nicht einmal Abschied nehmen, als sie bereits gestorben war.


    Noch dazu wusste meine Schwester, dass ich in der Nähe meiner Mutter zu Besuch war. Ich versuchte vergeblich meine Mutter telefonisch zu erreichen, warf ihr dann sogar noch eine Karte in den Briefkasten. Warum keine Antwort kam, war mir ein paar Tage später klar. Sie lag zu diesem Zeitpunkt bereits im Sterben.


    Meine Mutter war nicht immer leicht über all die Jahre. Aber ich denke noch oft an die Zeit zurück, als sie noch nicht so schwierig war.


    Als mein Vater starb, kamen wir alle zusammen und nahmen Abschied. Auch von meinen Schwiegereltern konnte ich Abschied nehmen.


    Meine Schwester hat sich die letzten Jahre gar nicht um meine Mutter gekümmert. War vielleicht 2 x zu Besuch und selbst da stritt sie nur mit meiner Mutter. Am Ende war sie auch nur 4 x da, um sich dann als Sterbebegleitung aufzuspielen.


    Ich muss ihr Verhalten nicht verstehen, aber wir beiden anderen Schwestern müssen es hinnehmen.

    Hallo Catharina, hallo ihr lieben Mitlesenden,


    ich melde mich erst heute wieder, weil ich die letzten 3 Wochen im Urlaub war. Wir hatten den Urlaub lange geplant und viel darüber gesprochen, ob wir nun so kurz nach Papas Tod wirklich fahren sollen, aber letztendlich wäre er auch nicht wiedergekommen, wenn wir zu Hause geblieben wären. Ich muss zugeben, dass mir der Urlaub sehr gut getan hat. Ich war nach Papas Tod richtig fertig und erschöpft, hatte viel abgenommen und war am Ende meiner Kraft. In den letzten drei Wochen konnte ich wieder richtig Kraft tanken. Ich habe viel und denke natürlich auch noch jeden Tag an Papa! Gestern habe ich erfahren, dass ich schwanger bin und wer weiß, vielleicht hat Papa mir ein Engelchen auf die Erde geschickt o:)


    Ich habe auch viel mit meiner Mama gesprochen, ich glaube, dadurch, dass wir so lange Zeit vorher wussten, dass er an diesem Krebs sterben wird, haben wir die ganzen Jahre schon von ihm Abschied genommen. Jeden Tag wenn ich mit ihm telefoniert hatte, habe ich mich gedanklich verabschiedet und doch gehofft, dass er noch länger durchhält.


    Die letzten beiden Tage war ich bei meiner Mama und habe Papa an seinem Grab besucht, natürlich mit vielen Tränen. Er fehlt-immer ...


    Liebe Catharina, dein Beitrag ist nun schon drei Wochen her. Wie geht es dir und deiner Mama? Kämpft sie noch?


    Die Diagnose lässt die Welt still stehen und danach ist nichts mehr wie es war. Ich weiß genau wie du dich fühlst. Lass dich ganz lieb drücken. :)*


    :)- :)- :)- Eine Kerze für alle unsere geliebten Menschen, die viel zu früh von uns gehen mussten. Wir denken an euch!!!

    Liebe Faith .. es freut mich von dir zu lesen ... zu einem weil du jetzt nicht mehr so verzweifelt klingst und zum anderen freue ich mich sehr über deine Schwangerschaft.


    Ich bin jetzt in der 15 Woche und am Freitag mussten wir meinen Schwiegerpapa beerdigen. Allerdings war er 91 Jahre alt .. etwas mit dem man sich leichter versöhnen kann .. Trotzdem fehlt er .. Was mich und auch meinen Mann ungemein tröstet ist aber die Tatsache dass er zu Hause sterben durfte und ihn die gesamte Familie bis zum Ende begleitet hat. Und natürlich auch dass er noch erfahren durfte, dass er nochmals Opa wird.. einer geht einer kommt ... das ist pures Leben...


    Ich wünsche dir viel Kraft weiterhin ...