Zitat

    Ich wollte nur wissen, ob jemand Erfahrung berichten kann, wie das Sterben bei all diesen lebensverlängernden Maßnahmen abläuft...

    Das kann dir niemand genau sagen, nicht der erfahrenste Arzt. Aus eigener Anschauung kann ich dir aber sagen, dass es leichtes und schweres Sterben gibt und das kommt sowohl bei lebensverlängerten Maßnahmen vor und auch da, wo nicht viel gemacht wir. Ich kannte eine Frau, die wirklich lange Sondennahrung erhielt auf Wunsch der Angehörigen, der Mann vegetierte lange vor sich hin, aber sein eigentliches Sterben kam plötzlich und friedlich. Andere quälen sich sichtbar, denn auch ohne Nahrung stirbt es sich nicht immer "schnell", der Körper kann trotz Auszehrung erstaunlich lange aushalten. Und ob es jemand als subjektiv qualvoll erlebt oder nicht, ist auch verschieden und nicht immer leicht zu beurteilen. Ein großes Problem ist auch die Flüssigkeitszufuhr, soll man ja oder nein, manche haben quälenden Durst ander nicht.. Sterben ist einfahc nicht schön, man kann es drehen und wenden wie man will.

    @ Staph.Aureus:

    Danke @:)

    @ Sunflower:

    Traurig ist es trotzdem, auch wenn für ihn die Quälerei aufhört :°(

    @ Monika65:

    Er hatte immer große Angst davor zu sterben. Er rief uns oft an, dass er glaubt, dass er stirbt, aber es waren Panikattacken. Das hat er momentan nicht, deshalb glauben wir, dass es aufgrund seines schlechten Zustandes tatsächlich ernst ist :-(

    Lischenswelt

    Zitat

    Das hat er momentan nicht, deshalb glauben wir, dass es aufgrund seines schlechten Zustandes tatsächlich ernst ist

    Ja, das ist deutlich.


    Was das Palliativteam anbelangt, wenn er keine Schmerzen hat, sehe ich den Sinn nicht so richtig. Oder was meint ihr, warum?

    Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung was ein Palliativteam sonst noch macht... Wie gesagt, unsere Pflegekräfte können kaum deutsch. Die versorgen ihn, können aber nicht sagen, was warum so ist wie es gerade ist. Wir fühlen uns momentan etwas allein gelassen. Seine Frau weint nur, mein Freund ist überfordert und ich habe mit sterbenden Menschen auch keine Erfahrung :/ Ich wünsche mir, dass jemand da ist, der sie Situation kennt, richtig einschätzt und uns sagt warum was gerade passiert und dass alles vielleicht so seine Richtigkeit hat... also verstehst du was ich meine oder ist es zu konfus geschrieben?

    Nein, ich verstehe das sogar sehr gut. Es macht euch Angst. Es gibt ja Palliativversorgung auch zu Hause, müsst ihr euch mal informieren. Vielleicht einfach nur ergänzend, jemand, der einmal am Tag kommt, nachschaut, Fragen beantwortet.

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    Ich glaube einem Buch weniger als Augenschein. Da werden Negativbeispiele herausgegriffen und zum Normalfall deklariert.

    *seufz* %-| Es würde jetzt hier zu weit führen und vom eigentlichen Thema abkommen, deshalb nur soviel:


    Schau dich doch um: der Kostendruck macht vor Krankenhäusern und Altenheimen nicht halt. Glaubst du ernsthaft das bleibt nicht ohne Auswirkungen? Kannst du ernsthaft ausschließen, dass manche Heime oder Krankenhäuser eben... sagen wir mal... "kreativ" werden und Kosten senken zu Lasten des Patienten? Viele Fälle in der Vergangenheit haben gezeigt dass eben doch vieles im Argen liegt.


    Die Negativbeispiele hab ich herausgegriffen aus einer Fülle im Buch. Wieso auch nicht? Natürlich kannst du jetzt sagen, naja, das ist ja "nur" ein Buch. Das ist aber ein Totschlagargument. Der Autor ist Arzt mit über 30(!) Jahren Praxiserfahrung; diese Fälle hat er so erlebt bzw hat sie mitbekommen.


    Ich will hier gewiss keine Schwarzmalerei betreiben. Wenn das in deinem Umfeld anders ist, dann freut es mich. Aber wir dürfen auch nicht so tun, als ob alles wunderbar wäre und es keine Verbesserung gibt.


    Ich kenne z.B. einen Fall aus meinem näheren Umfeld wo der Wille des Patienten komplett ignoriert wurde.

    Ich bin die Letzte, die den Kostendruck im Gesundheitssystem NICHT kritisiert. Ist mein tägliches Brot. Ich will auch nicht leugnen, dass es Probleme gibt. Aber HIER sprangen einen die Pro-Argumente doch an.

    @ Lischenswelt

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    Wie gesagt, unsere Pflegekräfte können kaum deutsch.

    Tja...

    Zitat

    Die versorgen ihn, können aber nicht sagen, was warum so ist wie es gerade ist.

    Siehe meinen vorigen Text.


    Weil sie vermutlich selbst nicht darauf vorbereitet sind.

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    Wir fühlen uns momentan etwas allein gelassen.

    Das kann ich gut nachvollziehen.

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    Seine Frau weint nur, mein Freund ist überfordert und ich habe mit sterbenden Menschen auch keine Erfahrung :/

    Wer hat diese Erfahrung schon? Das geht/ging mir auch nicht anders.


    Ich habe den Eindruck, dass in der heutigen Zeit Sterben und Tod verdrängt wird, aber nicht wirklich integriert. Früher konnten/durften Sterbende im Kreise der Familie sterben. Es wurde Totenwache gehalten und sich um Trauernde gekümmert. Man hat es gemeinsam durchgestanden. Es wurde sich intensiver damit auseinander gesetzt. Klar, es war auch allgegenwärtig und konnte jederzeit passieren.


    Heutzutage sind die medizinischen Errungenschaften groß und mit ihnen die Erwartungen. Passiert das unausweichliche, soll der Tod möglichst geräuschlos vollzogen werden, möglichst unsichtbar um die Lebenden nicht damit zu "belästigen".


    Aber zurück zum Thema.


    Es ist eigentlich ganz einfach und braucht nicht viel: Nehmt intensiv Abschied von eurem geliebten Menschen. Nehmt euch Zeit mit ihm und für ihn. Sprecht mit ihm wenn er das noch kann und will. Haltet seine Hand, seid für ihn da wenn er stirbt.


    Das macht es nicht einfacher. Aber nichts ist so tragisch und unmenschlich, wie in einem kalten, sterilen Zimmer zu sterben ohne seine geliebten Menschen.

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    Ich wünsche mir, dass jemand da ist, der die Situation kennt, richtig einschätzt und uns sagt warum was gerade passiert und dass alles vielleicht so seine Richtigkeit hat...

    Aus der Ferne kann man das schlecht beurteilen.


    Wünsche euch Kraft :)* :)*


    LG,

    Ja auf jeden fall do ein team einschalten oder um rat fragen.. dafür sind die da.


    ich arbeite eng mit verschiedenen zusammen. . Die kümmern sich auch psychosozial nicht nur medizinisch und das geht unabhängig vom pflegedienst.. im besten fall hand in hand...


    Das bei euch alle kaum deutsch sprechen ist schade.. kenne ich so nicht..


    zum Thema peg sag ich nichts. . Meine Patienten haben alle eine und keiner quält sich deswegen. .im Gegenteil die wären ohne alle tot.


    Es sei denn nun kommt die Diskussion ob das nicht per se besser wäre. . Beatmet bleibt oft nix anderes... oder mit stenosen oder ohne saug und schluckreflex..

    Vermutlich wird es normal ablaufen. Sein Zustand dämmert immer mehr ein. Irgendwann schlägt zwar noch das Herz und er atmet, aber bewußt mitbekommen wird er nichts mehr. Wenn er die Pflegekraft schon nicht mehr erkennt, wird er das schlimmste vielleicht schon hinter sich haben.

    Keine Ahnung ob man das jetzt vergleichen kann.


    Bei meiner Ma war es so, das sie eh schon im künstlichen Koma lag.


    sie war schwer herzkrank, hatte ständig wasser in der Lunge, ihre Organe wurden nicht mehr durchblutet, sie mußte an die Dyalyse wegen Nierenversgen, sprich eigentlich haben alle Organe versagt.


    Wie lange sie mit Medikamenten diesen Zustand noch überlebt hätte weiß keiner, noch dazu sie auch einen Herzschrittmacher hatte.


    Jedenfalls haben wir auf ihren Wunsch hin ( zum Glück war der bekannt ) sämtliche Medikamnte eingestellt.


    Das einzige was sie bekam war Sauerstoff, damit sie nicht mit Erstickungsanfällen kämpfen muß und zu wenig Luft hat, und Schmerzmittel.


    Der Defi ist aber immer wieder angesrungen wenn ihr Herz aufhähren wollte zu schlagen.


    Wir waren alle bei Ihr, und haben dann auch durchgekriegt das der Defi abgestellt wir damit sie sterben kann.


    Es hat 10 Stunden gedauert bis sie entlich ihre letzte Reise antreten konnte, aber sie sah dabei entspannt aus.


    Reden konten wir ja nicht mit ihr in dem Sinne das sie uns antwortet, aber wir haben gemerkt das sie ruhig war, weil wir bei ihr waren , ihre hand gehalten haben, über früher mit ihr gesprochen haben.


    Wir haben schöne erlebnisse ausgetauscht, konnten sogar am Sterbebett über das ein oder andere von früher lachen.