Ich war heute bei ihr. Sie liegt unbeweglich im Bett, hat die Augen halb geöffnet, reagiert aber nicht mehr. Sie atmet sehr schwer.


    Ich glaube, dass sie gehen möchte. Aber sie schafft es irgendwie noch nicht.


    Ich habe ihre Hand gehalten und ein bisschen neben ihr gesessen. Manchmal habe ich erzählt, dann wieder geschwiegen. Meistens habe ich nur ein "Ach Oma.." rausgekriegt.


    Zum Abschied hat sie ein paar Küsse bekommen und sie hat sich gut angefühlt. Und sie riecht genau wie früher.

    Ey, Oma. Bist du schon angekommen? Ich muss an deine blauen Augen denken, die waren schön. Und beim Rummycup hast du mich immer abgezockt, das war doch mehr Glück als Verstand. Ganz ehrlich, die beste Taktik reicht nicht für solche Siege. Oma! Ich hab dich lieb.

    Oma, das ist so komisch irgendwie.


    Siehst du mich jetzt immer? Ich hoffe nicht. Manchmal wäre ich gerne alleine. Es gibt Sachen, die sollen Omas nicht unbedingt sehen. Zumal ich für dich ja immer das brave Mädchen war. Ich glaube aber, dass du eh weißt, was ich manchmal so anstelle. Aber tu mir den Gefallen und guck manchmal weg. Sieh auch meinen Geschwistern zu und deinen Urenkeln. Nicht immer bei mir, ja?


    Danke Oma. Taktgefühl war immer deine Stärke.


    Lass es dir gut gehen.

    Mir kam eben gerade erst der Gedanke, dass du vielleicht deinen Sohn wieder gesehen hast. Ich meine, Religionslehrerin hin oder her, ich glaube nicht wirklich an den tollen Ort da oben. Aber beweisen kann ich es ja auch nicht.


    Vielleicht hast du alle wieder gesehen. Muss das komisch sein nach so viel Zeit. Den eigenen Sohn zu sehen.


    Ich wünsche dir, dass es gut ist, egal wie es ist.


    Wenn du schläfst: Schlaf gut.


    Wenn du alle wiedersiehst: Genieß es. Holt alles nach.


    Ich finde dich uneingeschränkt gut.


    Wenn ich einen Hut trüge, würde ich ihn nun ziehen.

    Wenn du heulen musst, dann heule, das gehört dazu und gibt dem tiefen Schmerz ein Ventil. Es wird die Zeit kommen, da du wieder mit deiner Oma (in Gedanken oder Träumen) lachen kannst. Nicht zu weinen ist ungesund. Lass dich mal :°_

    Moh, das habe ich gerade rausgesucht, bevor du schriebst. Gedankenverbindung. Danke.


    Gestern im Bett habe ich den Mond gesehen vom Bett aus. Das war gegen Mitternacht. Sonst achte ich da nie so wirklich drauf. Habe es sogar hier in einem Faden geschrieben. Als er aus dem Blickfeld verschwand, habe ich mich im Bett gedreht, mit dem Kopf zum Fußende, damit ich ihn noch sehe.


    Ich bin nicht abergläubisch. Ich weiß nicht, ob es was mit Oma zu tun hatte. Aber es steht fest, dass es schön war. Ein schöner Moment. Und egal wodurch und weshalb, es war ein verdammt gutes Ereignis vor dem heutigen Tag.


    Es geht nun weiter.

    Welch wunderschöner Vers @:)


    So treffend.


    Und du darfst in dein Monderlebnis hineininterpretieren, was dir in den Sinn kommt. Mir hilft es ungemein, solchen Ereignissen emotionalen Bezug und Sinn zu geben, sie als Zeichen zu betrachten. Ich kann mir gut vorstellen, dass es ein letzter stiller Gruß deiner Oma an dich war :)*

    Oma, ich bin echt tapfer.


    Aber eben an der Tankstelle ist mir die Pin von meiner EC-Karte nicht mehr eingefallen, dabei habe ich die schon seit Jahren und kann sie eigentlich im Schlaf.


    Ich stand vor dem Gerät und wusste einfach nicht mehr, wie die Pin lautet.


    Ich habe dann bar bezahlt.


    Komisch, Oma. Echt komisch.