Tod meiner Eltern wirft mich aus der Bahn

    Hallo,


    ich habe innerhalb eines Jahres (August 2016 und Juli 2017) beide Eltern verloren und seitdem habe ich das Gefühl, mich in einer Art Abwärtsspirale zu befinden.


    Beide Eltern sind mit jeweils 80 Jahren ziemlich überraschend verstorben, auch wenn mein Vater zum Zeitpunkt seines Todes wegen gesundheitlicher Probleme im Krankenhaus war.


    Kurz etwas zu mir: Ich bin in den 40ern, verheiratet, kinderlos. Ich habe keine Geschwister, kaum sonstige Familie bzw. nur noch sporadisch Kontakt zur Schwester meines Vaters. Richtige Freunde habe ich auch nicht; lediglich einige Leute im Internet, die ich früher mal als Freunde betrachtet habe.


    Den Tod meines Vaters habe ich noch halbwegs verkraftet bzw. wahrscheinlich teilweise auch einfach verdrängt. Mir war seitdem klar, dass der Tod meiner Mutter mich noch viel schlimmer treffen würde. Genau das ist dann auch eingetreten. :-(


    Seitdem habe ich irgendwie jeglichen Lebensinn verloren. Ich hatte in der Zeit nach ihrem Tod das furchtbare Gefühl, völlig allein gelassen zu sein, weil niemand wirklich für mich da war oder da zu sein schien. Mein Mann tat und tut zwar sein Bestes, ist aber trotzdem nicht in der Lage, mich emotional ausreichend zu unterstützen.


    Da wären wir dann leider auch schon beim nächsten Punkt: Ich habe panische Angst davor, dass meinem Mann etwas passiert. So abartig es klingt: Ich habe tatsächlich schon in Erwägung gezogen, mich von ihm zu trennen und jeden Kontakt zu ihm abzubrechen, um bloß nie wieder den Schmerz erleben zu müssen, einen Menschen durch den Tod zu verlieren. Lieber ganz allein sein, als nochmal so einen Verlust verkraften zu müssen. Ich weiß, das klingt völlig verrückt und ist letztlich wahrscheinlich nichts anderes als Ausdruck meines eigenen Egoismus, aber so empfinde ich nun mal. :-(


    Ich habe ohnehin das Gefühl, seit diesen beiden Todesfällen ein immer schlechterer Mensch zu werden, der nur noch sich selbst sieht. Ich stelle auch immer wieder fest, dass ich zunehmend anderer Meinung bin als meine Online-Kontakte und dass sie sich deshalb auch zunehmend zurückziehen. Ich sehe Freundschaften mittlerweile nur noch als Zweckgemeinschaften, die dann enden, wenn das gemeinsame Interesse nicht mehr da ist. Wirkliche echte Freunde hatte ich rückblickend mein ganzes Leben nicht - von meinem Mann mal abgesehen.


    Ich kann zwar noch eine gewisse Freude an positiven Dingen empfinden, aber das vergeht immer sehr schnell wieder. Letztlich lebe ich zurzeit mit dem Gefühl dumpfer Sinnlosigkeit und der ständigen Frage, wie lange es bis zur nächsten Katastrophe in meinem Leben wohl noch dauern wird. Wirklich auf Dinge freuen kann ich mich nicht mehr. Wenn ich zum Beispiel an Weinachten denke, stelle ich mir nur noch die Frage, wie viele Weinachten ich wohl noch mit meinem Mann haben werde. Dass er 10 Jahre älter ist als ich, macht die Sache nicht leichter. :-(


    Ich weiß wirklich nicht, wie das alles noch weitergehen soll. :-(

  • 19 Antworten

    Hast du dir schon mal überlegt das du dir psychologische Hilfe holst?

    Hilfe um zum einem den Tod der Eltern zu verarbeiten und zum anderen um auch dein Gleichgewicht wieder zu finden. Weiter kann auch deine starke Verlustangst therapiert werden.

    Weil so wie es jetzt ist, leidest du darunter ja sehr und das geht ja auch auf die Beziehung.

    Hallo Hyperion,


    überlegt hatte ich das schon. Ich war allerdings vor Jahren schon mal in Therapie, was leider überhaupt nichts gebracht hat. Ich hatte jetzt nach dem Tod meiner Mutter mal eine Beratungsstelle per Mail kontaktiert, bekam da aber eine Antwort, die mich erst recht runtergezogen hat. Unter anderem hieß es da, meine Ängste könne mir niemand nehmen. :-(

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    Zitat

    Unter anderem hieß es da, meine Ängste könne mir niemand nehmen

    Das würde ich nicht so sagen. Sicher wird die Angst nicht ganz verschwinden, aber du kannst lernen sie kleiner werden zu lassen und besser damit umzugehen, so dass du wieder mehr am Leben teilhaben kannst ohne die starke Angst.

    Angst um den Partner zu haben ist ja nicht verkehrt und nichts schlimm, aber eine starke Angst welche dich auch selbst gefangen nimmt führt irgendwann dazu das du dich selbst verlierst und in ein Loch fällst.


    Zitat


    Ich war allerdings vor Jahren schon mal in Therapie, was leider überhaupt nichts gebracht hat.

    Ich schlage vor das du es noch einmal versuchst und vielleicht einen anderen Therapeuten nimmst oder vielleicht auch einen Klinikaufenthalt überdenkst. Das klingt zwar im ersten Moment schrecklich, aber es kann helfen das du wirklich Zeit für dich hast, mal raus kommst, an de Angst arbeiten kannst mit den Therapeuten.


    Ich würde nicht so schnell aufgeben und es nochmal versuchen, denn schau, Hilfe brauchst du ja und alleine kommst du aus dieser Angst nicht heraus.

    Ohne Hilfe wird sie dich immer mehr gefangen nehmen und dein Leben beherrschen.

    Grazia schrieb:

    Lieber ganz allein sein, als nochmal so einen Verlust verkraften zu müssen. Ich weiß, das klingt völlig verrückt

    Ich finde nicht, dass das völlig verrückt klingt. Es gibt viele Leute, die lieber ungebunden sind, als den Schmerz, den eine Bindung im Negativfall mit sich bringt, ertragen zu müssen. Das muss ja nichtmal der Tod sein, auch sonstige Spannungen in der Patnerschaft sind nicht angenehm. Dazu gibts hier ja auch gerade einen anderen Faden (glücklicher ohne Partner, oder so).


    Zumindest ist das Ambivalent und das Leben stellt einen da vor ein Dilemma, es hat was von "es geht nicht mit, und es geht auch nicht ohne". Zumindest ist es nicht "völlig verrückt", wenn man da ein Problem verspürt. Sei mal nicht so hart mit Dir selber.

    Hallo!


    Zunächst einmal mein herzliches Beileid. Ich kann deine Situation sehr gut nachvollziehen, da ich selbst weder Geschwister, noch nennenswerte Verwandte habe (bis auf meine Mutter). Den Gedanke, dass man irgendwann komplett alleine sein könnte, habe ich gelegentlich auch.


    Du musst genau das machen, was alle Menschen tun sollten, die mit Schicksalsschlägen zu kämpfen haben - Möglichst viel Positives erleben, sodass die negativen Dinge etwas ausgeglichen werden.

    Hobbies aller Art, Vereine, Reisen, Ehrenamt, Konzerte, vielleicht ein Haustier. Sorge dafür, dass du ausgelastet bist, neue schöne Erinnerungen sammelst.

    Wenn du sagst, dass du dich (noch) an Dingen erfreuen kannst, ist das doch ein guter Anfang.

    Sollte das nicht funktionieren, käme natürlich auch eine psychologische Beratung infrage. Hier musst du wohl selbst abwägen, inwiefern dir das helfen würde. Jeder Mensch trauert/kompensiert anders, da gibt es kein Patentrezept.


    Ein anderer Tipp wäre eventuell, wobei jener sicherlich von manchen als fragwürdig empfunden wird: Überlege dir, was noch alles hätte Schlimmeres passieren können. Eltern schwer dement, jahrelang schlecht versorgt im Pflegeheim oder oder oder. Ein plötzlicher Tod kann für Angehörige ein Segen sein, wenn man bedenkt, welches Kreuz viele erwachsene Kinder zu tragen haben.

    Sich klarzumachen, dass andere Menschen es noch viel schlimmer haben, hilft mir zumindest immer sehr. Es macht es einfacher, die Dinge rationaler zu sehen.


    Liebe Grüße und viel Glück

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    Es geht mir ähnlich wie manchen von Euch. Meine Eltern sind zwar "erst" 63 und 62, aber mein Vater ist Herzkrank und hat Diabetes und meine Mutter vor 1 1/2 Jahren eine schwere Hirnblutung mit diversen Komplikationen. Ich bin 37 Jahre alt und habe weiter niemanden. Keinen Partner, keine Kinder, wenig bis keine echten Freunde...

    Ich habe oft Angst davor bald ganz allein hier zu sein, weiß aber nicht wirklich wie ich das ändern kann. Unter der Woche bin ich viel arbeiten, am WE schon unterwegs aber nicht da wo man z.B. eine Beziehung finden kann (Basketball, Oper, Theater). Ich denke einfach ich muss es auf mich zukommen lassen und hoffe, dass es auch allein irgendwie geht.

    Hallo Grazia,


    ich glaube, die Mailantwort dieser einen Beratungsstelle sollte dich nicht abschrecken, dennoch nach Beratung oder Therapie zu suchen. Vielleicht fängst du erst einmal unverbindlich an und suchst in deiner Region nach einem Trauertreff/Trauercafe. Hier bei uns in der Region werden diese vom Hospizverein organisiert. Beim Sterben meiner Mutter hatten wir Unterstützung durch Hospizkräfte und diese waren eine große Hilfe für uns. Allein von den Gesprächen und die Erfahrung mit dem Tod haben uns geholfen, im Tod nicht mehr irgendein bedrohliches Etwas zu sehen, sondern einen Schritt zurückzutreten und ihn objektiver zu betrachten. Das Verstehen über das Sterben und den Tod hilft sehr.


    Die Ängste, die du beschreibst, hatte ich auch schon. Auch meine Frau hatte diese Verlustängste schon (sie hat auch schon ihren Vater verloren und ihrer Mutter ging es zeitweise sehr schlecht). Das ist irgendwie normal. Aber bei dir nimmt es andere Züge an, die an eine Traumatisierung denken lassen. Ich selbst habe das Gefühl, bei jedem Verlust besser damit umgegangen zu sein. Es war ein Lernprozess. Ich habe mich der schmerzlichen Erkenntnis auch über Monate gestellt, dass Verluste zum Leben gehören, auch das Leiden. Und ich muss sagen, dass ich die Tatsache irgendwann akzeptiert hatte, nachdem ich mich ausführlich mit ihr auseinandergesetzt habe. Ich fühle mich etwas vorbereiteter und verdränge es nicht mehr. Gerade das Verdrängen, das Nicht-darüber-Reden, das frisst einem die Angst immer tiefer.


    Suche unbedingt den Kontakt mit Betroffenen und idealerweise auch mit erfahrenen Menschen, die das Thema Verlust und Tod aus täglicher Praxis kennen. Es hilft :)_

    Grazia schrieb:

    ich habe innerhalb eines Jahres (August 2016 und Juli 2017) beide Eltern verloren (...)

    Sorry, ich bin dermaßen durch den Wind, dass ich die Jahre der Todestage falsch aufgeschrieben habe. Mein Vater ist im August 2017 und meine Mutter im Juli 2018 verstorben, d. h. vor gerade mal drei Monaten. Irgendwie erscheint es mir manchmal schon so unglaublich lange her.

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    Carnival89 schrieb:

    Hobbies aller Art, Vereine, Reisen, Ehrenamt, Konzerte, vielleicht ein Haustier. Sorge dafür, dass du ausgelastet bist, neue schöne Erinnerungen sammelst.

    (...)

    Ein anderer Tipp wäre eventuell, wobei jener sicherlich von manchen als fragwürdig empfunden wird: Überlege dir, was noch alles hätte Schlimmeres passieren können. (...)

    Vielen Dank für deine Antwort! Ich versuche, möglichst viel Positives zu erleben und war zum Beispiel gerade für ein paar Tage mit meinem Mann verreist. Im Gegensatz zu früher ist die Vorfreude allerdings deutlich weniger und nach meiner Rückkehr in den Alltag bin ich jetzt wieder so richtig in ein Loch gefallen. Ich fühle mich auch teilweise mit ganz einfachen Dingen überfordert. Da ist manchmal schon ein Anruf oder das Ausfüllen eines Formulars eine richtige Herausforderung, die mir Nest macht, obwohl ich eigentlich weiß, dass ich das problemlos bewältigen kann.


    Dass es noch VIEL schlimmer hätte kommen können, ist mir völlig bewusst und das ist zumindest ein gewisser Trost. Irgendwie scheint mit die Trauer selbst auch fast das geringere Problem zu sein. Ich empfinde alles irgendwie als sinnlos und leer. Ich frag mich immer wieder: "Wozu das alles?" Wozu zum Beispiel noch großartig neue Kleidung oder andere nicht unbedingt notwendige Dinge anschaffen? Irgendwas ist man tot und das alles landet schlimmstenfalls eh nur im Müll.

    Comran schrieb:

    Aber bei dir nimmt es andere Züge an, die an eine Traumatisierung denken lassen.

    Danke für deine Antwort! Ich bin ziemlich sicher, dass ich traumatisiert bin. Ich muss schauen, was es hier in meiner Stadt für Möglichkeiten gibt. Leider neige ich dazu, mich in Gruppen sehr zurückzunehmen und unterzugehen. Ich bin dann auch sehr gehemmt und spiele meine Probleme herunter statt sie offen anzusprechen, eben weil ich damit keinen belasten will und weil andere ja noch viel schlimmer dran sind als ich und mir meine Probleme dann völlig unwichtig erscheinen.

    GoldenOldie schrieb:

    Es geht mir ähnlich wie manchen von Euch. Meine Eltern sind zwar "erst" 63 und 62, aber mein Vater ist Herzkrank und hat Diabetes und meine Mutter vor 1 1/2 Jahren eine schwere Hirnblutung mit diversen Komplikationen. Ich bin 37 Jahre alt und habe weiter niemanden. Keinen Partner, keine Kinder, wenig bis keine echten Freunde...

    Ich habe oft Angst davor bald ganz allein hier zu sein, weiß aber nicht wirklich wie ich das ändern kann. Unter der Woche bin ich viel arbeiten, am WE schon unterwegs aber nicht da wo man z.B. eine Beziehung finden kann (Basketball, Oper, Theater). Ich denke einfach ich muss es auf mich zukommen lassen und hoffe, dass es auch allein irgendwie geht.

    Danke für deine Antwort! Irgendwie muss es ja weitergehen und das klappt wohl offenbar meist auch - stellt sich nur die Frage: WIE?


    Ich tue mich auch unheimlich schwer damit, neue Freundschaften zu schließen. Mein Mann war damals auch mein erster Partner. Ich war 23, als wir uns kennenlernten, also ziemlich spät dran im Vergleich mit anderen. Realistisch betrachtet, stehe ich abgesehen davon ziemlich alleine da.


    Ich habe leider in der Vergangenheit meist die Erfahrung gemacht, dass sich zumindest im Erwachsenenalter Freundschaften oder Bekanntschaften eher aus einer Zweckgemeinschaft ergeben. Wenn der gemeinsame Zweck wegfällt, lässt das Interesse dann meist sehr schnell nach, vor allem, wenn man selbst etwas anders ist als die meisten anderen. Bei mir ist zum Beispiel ein Punkt, der mich zum Außenseiter werden lässt, dass ich kinderlos bin und die meisten anderen Leute in meinem Alter Kinder haben, wo ich dann zum Beispiel überhaupt nicht mitreden kann.


    Ich hab mal einen Nähkurs mitgemacht, wo ich mich kaum an den dort geführten Gesprächen beteiligen konnte: Kinder, Auto, Haus - hab ich alles nicht. Ich fühle mich dann auch nicht wirklich wohl und verliere dann auch meist schnell die Lust daran, weiter dorthin zu gehen.

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    rr2017 schrieb:
    Grazia schrieb:

    Lieber ganz allein sein, als nochmal so einen Verlust verkraften zu müssen. Ich weiß, das klingt völlig verrückt

    Ich finde nicht, dass das völlig verrückt klingt. Es gibt viele Leute, die lieber ungebunden sind, als den Schmerz, den eine Bindung im Negativfall mit sich bringt, ertragen zu müssen. (...)

    Zumindest ist das Ambivalent und das Leben stellt einen da vor ein Dilemma, es hat was von "es geht nicht mit, und es geht auch nicht ohne". Zumindest ist es nicht "völlig verrückt", wenn man da ein Problem verspürt. Sei mal nicht so hart mit Dir selber.

    Danke für deine Worte! Letztlich weiß ich, dass ich ohne meinen Mann eh untergehen würde und das ist wahrscheinlich auch Teil meiner Angst vor dem Verlust. Mein Mann weiß das alles glücklicherweise richtig einzuordnen und kann damit umgehen. Leicht hat er's trotzdem nicht mit mir. :-(

    Hyperion schrieb:

    Ich schlage vor das du es noch einmal versuchst und vielleicht einen anderen Therapeuten nimmst oder vielleicht auch einen Klinikaufenthalt überdenkst. Das klingt zwar im ersten Moment schrecklich, aber es kann helfen das du wirklich Zeit für dich hast, mal raus kommst, an de Angst arbeiten kannst mit den Therapeuten.

    Danke für deine Antwort! Klinik ist für mich schwierig, weil ich freiberuflich tätig bin und nicht länger Zeit ausfallen kann. Ich bräuchte auf jeden Fall einen Therapeuten, dem ich mich wirklich öffnen kann und der mich auch "durchschauen" und "knacken" kann. Ich habe nämlich aufgrund meiner Erziehung nach außen hin eine ziemlich perfekte Fassade, die eine glückliche Person ohne Probleme vortäuscht und die ich nur sehr schwer ablegen kann. Mir ist von klein auf beigebracht worden, dass man Probleme nicht mit Fremden bespricht, dass die das eh nicht interessiert und dass das dann nur gegen einen verwendet wird. Ist natürlich Blödsinn, aber sitzt tief verankert in meinem Verhalten fest. Wenn ich dann irgendwo sitze und von meinen Problemen erzählen soll, kommen sie mir plötzlich total banal und unwichtig vor. Wirklich offen darüber zu reden, gelingt mir nur schriftlich.

    Ich finde Deine Gedanken bzgl. "Trennung, dann tut der Verlust später nicht so weh" ehrlich gesagt ziemlich logisch. Für jemanden in Deiner Situation, mit Deinen Gedanken, Ängsten,...


    Und JA, die Ängste kann Dir keiner nehmen. Das wird Dir auch jeder Therapeut sagen. ABER: Man kann lernen, damit bedeutend besser umzugehen. Sowohl mit den Verlustängsten als auch mit der so kritisch gewordenen Einstellung zu Freundschaften. Das sind für mich auch zwei eher eigenständige Problemaspekte, die zwar irgendwie zusammenhängen, aber irgendwie auch nicht.


    Ich würde Dir daher tatsächlich auch therapeutische Hilfe ans Herz legen. Aber dabei auch drauf achten, ob die "Chemie stimmt".

    Und wie Comran schreibt: Vielleicht unverbindlich erstmal Selbsthilfegruppe/Trauergruppe suchen. So wie Dir geht es vielen. Nicht jedem, aber vielen. Dem einen länger und tiefgreifender, dem anderen kürzer und weniger tiefgreifend.


    Ich habe auch nur wenige, aber gute Freunde. Leider alle weiter weg. In der Nähe meine Eltern, wo der mögliche Verlust auch immer greifbarer wird. Bleibt noch mein Partner. Mir macht das auch Angst. Vorteil ist nur, dass ich lange Jahre Single war und weiß, dass ich alleine klarkäme. So rein praktisch. Aber psychisch würde es mir wirklich den Boden unter den Füßen wegziehen für eine Weile.

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