• Tod meiner Eltern wirft mich aus der Bahn

    Hallo, ich habe innerhalb eines Jahres (August 2016 und Juli 2017) beide Eltern verloren und seitdem habe ich das Gefühl, mich in einer Art Abwärtsspirale zu befinden. Beide Eltern sind mit jeweils 80 Jahren ziemlich überraschend verstorben, auch wenn mein Vater zum Zeitpunkt seines Todes wegen gesundheitlicher Probleme im Krankenhaus war. Kurz etwas zu…
  • 19 Antworten
    Zitat

    Mein Vater ist im August 2017 und meine Mutter im Juli 2018 verstorben, d. h. vor gerade mal drei Monaten.

    Oh, gerade erst vor 3 Monaten? Da dürfte die Trauer über den Verlust noch sehr präsent sein.

    Zitat

    Ich habe nämlich aufgrund meiner Erziehung nach außen hin eine ziemlich perfekte Fassade, die eine glückliche Person ohne Probleme vortäuscht und die ich nur sehr schwer ablegen kann.

    Hey, auch da finde ich mich wieder. *:)

    Ich habe dies auch lange mit mir allein ausgemacht. Als vor 5 Jahren meine Mutter schon schwer krank war und mein Patenonkel im Sterben lag, habe ich gelernt, das nicht mehr zurückzuhalten. Ich musste lernen, das Weinen zuzulassen, und meine Trauer und Sorge zu teilen, weil der Druck zu groß wurde.


    Auch das war ein Prozess, der mir geholfen hat. Öffne deine Fassade, zuerst beim Partner, und dann sinnvollerweise in einer Gruppe "Gleichgesinnter". Das ist wirklich wichtig. Setz dich mit deiner Angst auseinander, indem du sie zuerst akzeptierst, und dann mit anderen teilst. Du wirst sicher wieder in die Spur kommen. Und mach dir keine Sorgen wegen deiner Gefühle - nach 3 Monaten ist das wirklich nicht unnormal. :)*

    Es ist nie ideal oder selten. Ich bin seit deutlich über 20 Jahren verheiratet und es passt alles, aber mein Mann ist im Alter meiner Eltern und klar, das wird mal schlimm. Hätte ich ihn deswegen nicht heiraten sollen? Manchmal denke ich das . Und man muss sich halt klar machen, dass es endlich ist, iwie gewöhnt man sich über die Jahre dran, ab und fällt man halt in ein Loch. Meine Schwester ist mit einem Arzt verheiratet, da sagt die Statistik auch, dass diese nicht alt werden (warum auch immer, sie erwähnte das mal)- sollte sie ihn deswegen nicht heiraten? Bei Freunde muss er dreimal die Woche zur Dialyse, seitdem er 21 ist... auch diese Leute haben geheiratet.

    ich sage mir immer, es gibt "Schlimmeres", z.B., dass ich trotz des großen Altersabstandes vor meinem Partner sterbe. Dann "lieber" er, weil für ihn dann nicht so schlimm.

    Aber das ist evtl. auch Galgenhumor.

    Danke für eure Antworten!


    Ich muss mich mal informieren, was es hier in meiner Stadt für Möglichkeiten gibt. So wie ich mich kenne, komme ich wahrscheinlich mit einem Therapeuten besser klar als in einer Gruppe.


    Andererseits denke ich mir auch oft, dass ich eigentlich nur jemanden bräuchte, der/die mich und meine Geschichte gut kennt, dem ich also nicht erst alles erklären muss und dem/der ich mich anvertrauen kann. Mein Mann kommt da eigentlich als einziger in Frage, ist aber leider nicht der beste Gesprächspartner. Er unterstützt mich allerdings praktisch sehr und tut auch sonst, was er kann. Wirkliche Freunde habe ich sonst ja leider nicht.


    Was den Altersunterschied angeht, so ist bei uns aufgrund meines ohnehin nicht besonders guten Gesundheitszustandes die Wahrscheinlichkeit durchaus gegeben, dass ich vor meinem Mann sterbe, was er im Übrigen auch für durchaus wahrscheinlich hält. Mir ist natürlich völlig klar, dass es letztlich völlig unabhängig vom Alter geschieht und auch ein sehr junger Mensch urplötzlich sterben kann.

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    Therapie ist sicherlich erstmal befremdlich und ja, Du musst natürlich alles erstmal erzählen. Dir sitzt aber jemand Geschultes gegenüber, der die richtigen Fragen stellt und Dich unterstützt.

    Und dem man dafür im Gegenzug ALLES erzählen kann. Alles rauslassen kann, völlig unzensiert. Das macht man im privaten Umfeld nämlich so meist nicht. Rücksichtnahme, Überforderung des Gegenüber, Angst vor blöden Reaktionen angesichts vielleicht etrwas "schräger" Gedankengänge. So viele gute Gründe, sich nicht völlig auszukotzen.

    In der Therapie kann man das - und dann sogar noch mit der Option, eine bessere Lösung zu erarbeiten.


    Versuch' es einfach mal. Oder ein zweites oder drittes Mal, wenn die Chemie nicht stimmen sollte.

    Nike Zoê schrieb:

    PS.: Entschuldige bitte, auch von mir noch herzliches Beileid zum Verlust deiner Eltern.

    Vielen Dank, liebe Nike Zoê!


    Ich glaube, da geht es uns wirklich ziemlich ähnlich, auch wenn ich mit meinem (aus verschiedenen Gründen) unerfüllten Kinderwunsch mittlerweile abgeschlossen und in gewisser Weise Frieden geschlossen habe.


    Die Angst, alleine nicht klarzukommen, ist bei mir auch sehr groß. Es mag übertrieben klingen, aber ich könnte nicht ausschließen, womöglich regelrecht abzurutschen. Andererseits ist man dann ja oft in der tatsächlichen Situation doch stärker als man denkt und bekommt auch von unerwarteter Seite Hilfe.


    Ich wünsche dir alles Liebe und ganz viel Kraft!