Tod meines Vaters...

    Hallo Leute,


    ich konnte keine Ruhe finden weshalb ich nun doch den Arztbrief vom Krankenhaus verlangt habe. Ich bin mir sicher (vlt. nur aus meiner Sicht) er ist letztendlich durch das Morphium gestorben. Im Brief steht er ist mit Fieber & Benommenheit aufgenommen worden. Fieber ja aber benommen war mein Vater nicht. Mich lässt der Ablauf am nächsten Tag nicht in Ruhe. Als ich ihn besucht habe hatte er beim Atmen ein rasseln, er war zudem schwach.


    Den ersten Fehler habe ich bei der Visite durch die Assistenzärztin gemacht. Erstens wusste sie, wie in meinem alten Faden schon erwähnt nicht einmal den Namen meines Vaters und zweitens (mein Fehler) habe ich ihr die Diagnosen in die Hand gegeben weshalb aufgrund dessen keine weiteren Untersuchungen vorgenommen wurden. Daraufhin kam der Satz, mein Vater liege in Sterben... Sie wollte gehen aber ich habe nach einem Medikament für die Atmung gebeten und er bekam Morphium. Wieso habe ich nicht gegooglet... Ich hätte dadurch die Nebenwirkungen erkannt. Der Chefarzt nachdem ich verlangt habe, hat einen Infekt vermutet und ihm Antibiotika verschrieben. Sein Fieber ging am nächsten Tag runter und er war am Morgen kurz wach, hat nach Essen verlangt und fiel sofort wieder ins Schlaf wovon er nicht wieder aufwachte.


    Im Brief steht man hat es zuerst mit Antibiotika versucht und ERST DANN mit Morphin da es notwendig war. Es war umgekehrt! Im Brief steht die Familie war gegen eine intensivmedizinische Behandlung... Ich habe mehrmals darum gebeten, man hat mir immer gesagt es wäre kein Grund dafür. Wieso diese Lügen!


    Das Morphin wurde um 11:00 abgesetzt. Er hat keine Medikamente zum Entwässern bekommen, keine dür die Nieren. Seine Leber war vollkommen zersetz. Wie also hätte er das abbauen sollen?!?! Er ist dann kurz vor Mitternacht gestorben.


    Hätte ich bloss nicht nach diesem Medikamet gefragt, hätte ich nicht der Ärztin seine Diagnosen in die Hand gedrückt hätte mein Vater vielleicht den Infekt überstanden und er wäre hier... er wollte so gern noch diesen Sommer bei uns sein um meinen Kleinen beim Laufen zuzusehen...


    Ich fühle mich so schuldig..


    Schönen Abend und Danke fürs Lesen. Ich musste es nochmal schreiben und auch in einem neuen Thread... Ich bin so leer. Ich habe das Gefühl nichts mehr fühlen zu können. Meine Stimmung schwank von Minute zu Minute. Mal bin ich gut drauf und dann gar nicht mehr...

  • 2 Antworten

    Hallo SamSi70!


    Mein aufrichtiges Beileid zum Verlust deines Vaters :)- . Offensichtlich hattet ihr ein gutes Verhältnis, da du einen Schuldanteil bei dir suchst.


    Du hast richtig gehandelt. Aus meiner Außenperspektive ohne die familiäre Bindung hätte ich auch nicht anders gehandelt:


    -der Vater wurde in einem Notfall ins Krankenhaus gebracht


    -alle wichtigen Unterlagen hattest du dabei


    - du hast die Ärzte über den aktuellen Gesundheitszustand informiert


    Meiner Meinung nach hast du als medizinischer Laie nicht mehr tun können.


    Leider sind Krankenhäuser nicht mehr der Garant für professionelle medizinische Betreuung. Das ist leider derzeit so und ist eher dem Gesundheitssystem geschuldet, was zum großen Teil auf Wirtschaftlichkeit basiert.


    Hier gibt es aktuell zwei ähnlich gelagerte Diskussionen:


    http://www.med1.de/Forum/Gesundheitswesen/737766/


    http://www.med1.de/Forum/Trauer/738386/


    Trauer um einen geliebten Menschen ist anstrengende emotionale Arbeit. Die Schuldvorwürfe dir gegenüber sind nicht gerechtfertigt. Vielleicht hilft dir die Zeit über die Geschehnisse im Krankenhaus hinwegzukommen.


    Das wünsche ich dir von Herzen @:)

    Hallo heute_hier,


    vielen Dank für Deine Worte.


    Ich vermisse ihn einfach so sehr... :°(


    Ich bin heute auf Dienstreise und habe seine Jacke angezogen. Sie riecht noch nach ihm. Er hat sie am letzten Tag als ich ihn ins KH gebracht habe, getragen. Ich habe ein Taschentuch darin gefunden. Es kommt mir vor als wäre er bei mir aber ich kann ihn nicht sehen.


    Ich hab ihn immer wieder vor den Augen in seinem Pullunder wie er zu mir rüber schaut und lacht. Ich ertrage den Gedanken nicht ihn nie niemals wieder zu sehen. Ich möchte noch einmal seine Stimme hören. Ich habe die Momente mit ihm nie Wert geschätzt, mir niemals über seinen Tod Gedanken gemacht. Ich habe immer so gelebt als würde ich ihn immer haben und jetzt fehlt er mir in fast jedem Moment. Ich möchte ihn unglaublich sehr umarmen und ihm sagen wie sehr ich ihn liebe.


    Ich sehe ihn immer wieder vor mir wie er in seiner Jacke verschwindet weil er so viel abgenommen hatte, wie er auf mich wartet bis ich ihn mit dem Auto abhole. Diese Bedürftigkeit, gerade er der immer sehr stark war.


    Gute Nacht.

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