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    In Deinen Augen scheinen Kinder auch als Goldkinder aus dem Märchen zu sein. Kinder können eine Bereicherung darstellen, aber genervte Eltern von Kindern, die gar nicht so den Vorstellungen entsprechen, kommen Dir gar nicht in den Sinn. Ein Kind großzuziehen, das ist nicht immer eitel Sonnenschein.


    All diese Gedanken kommen Dir gar nicht. Trotzdem ist sie für viele Realität. Vielleicht trennt sich ein Partner, zahlt keinen Unterhalt, man lebt an der Armutsgrenze deshalb....

    Also Ich bin mir dessen durchaus bewusst, dass ein Leben mit Kind nicht nur eitel Sonnenschein ist. Es hat hier keiner was von Goldkindern geschrieben. Das es auch Probleme mit Kindern gibt, würde jede von "uns", die keine Kinder bekommen können, allzu gerne in Kauf nehmen.

    Ja, deshalb habe ich ja auch nachgefragt. Mir ist nicht klar, was deine krebskranke Freundin an Mitgefühl erlebt hat, was du bei dir vermisst. Dass es ein ständig geäußertes "Ach du Arme" nicht ist, habe ich schon verstanden.


    Es gibt ja nicht viele Möglichkeiten, wie Außenstehende reagieren können, auch wenn sie begriffen haben, wie groß dein Problem für dich ist.

    Es ist sicher nicht einfach, wenn man merkt, dass man kaum etwas richtig machen kann im Umgang mit einer Betroffenen, weil sie jeden einzelnen Tag untröstlich ist, und jedes gut gemeinte Wort auf die Goldwaage gelegt wird.


    Darum frage ich: Welche Reaktionen wünscht ihr euch von eurer Umwelt?


    Sowieso klar, dass es nicht weiterhilft, die negativen Seiten des Elternseins aufgezählt zu bekommen. Die zählen sich andere Leute ja auch nicht auf, wenn sie sich an die Realisierung ihres Kinderwunsches machen.


    Täglich bedauert werden kann es auch nicht sein, was man sich wünscht.


    Also bleibt wohl nur zugewandtes Zuhören, bei Bedarf.


    Wenn ich dann lese, dass jemand beklagt, dass er nicht so aktiv und mit den gleichen Worten bedauert wird wie eine Todkranke, dann stelle ich mir die Fragen von Vorne: Wie soll man es recht machen?

    Das Leben kann auch ohne Kind schön sein.


    Kauf dir doch nen Hund.


    Ihr müsst euch nur mal entspannen, das ist alles Kopfsache.


    Ihr könnt doch Reisen.


    Ihr könnt immer spontan abends weggehen.


    Du weißt gar nicht, wie teuer ein Kind ist.


    Du kannst immer ausschlafen.


    Du musst wenigstens nicht jeden Tag staubsaugen.


    Es gibt Schlimmeres im Leben.


    Du kannst dafür Karriere machen.


    Such dir doch ein anderes Hobby.


    Du ruinierst dir wenigstens nicht die Figur durch Schwangerschaft.


    Adoptiert doch einfach ein Kind.


    Wenn die Natur nicht will, dass du schwanger wirst, dann soll das wohl so sein.


    zzz 8-) ]:D Ein paar meiner Lieblingssprüche

    Nachtrag: Ich frage das nicht, weil ich gerne Haare spalte oder in Wunden bohre, sondern weil ich finde, dass Betroffene in ihrem Schmerz und in ihrem Gefühl, die ganze Welt hätte sich gegen sie verschworen, auch mal gerne über das Ziel hinausschießen und ihren herbeigeredeten Groll auf ihre Mitmenschen als Ventil benutzen.

    Ach es geht mir nicht ums bedauert werden. Es geht mir einfach um etwas Verständnis.


    Ich möchte nicht jeden Tag bemitleidet werden. Ich versuche schon von mir aus, nicht viel über das Thema zu reden, damit ich andere nicht noch belaste und die nicht sagen, ich hätte nur noch das eine Thema (dabei ist das Thema dauernd in meinem Kopf).


    Wenn die oben genannten Sprüche weggelassen würden, dann ginge es mir schon viel besser.


    Vielleicht habe ich es auch falsch ausgedrückt. Ich für mich habe schon gedacht, ich hätte "lieber" eine Krankheit, wo aber die Chance besteht, dass sie geheilt werden kann. Ich weiß, dass sich das für Außenstehende scheiße anhört, denn wer wünscht sich sowas und darf man sowas überhaupt denken.... Natürlich würde ich das auch niemals gegenüber jemandem aussprechen, der krank ist.


    Dass jeder im Leben "sein Päckchen" zu tragen hat, ist mir auch klar. So ist nunmal das Leben. Aber es gibt Dinge, die sich zum guten wenden können. Zb wenn ich meinen Job verliere, ist das schlimm, aber ich kann nen neuen finden.


    Aber kein Kind zu bekommen ist nunmal etwas, dass dich den Rest deines Lebens begleiten wird. Das wird nicht "wieder gut".


    Ich kann nur versuchen, damit so gut wie es geht zu leben. Und ich hoffe, dass ich irgendwann mit Frieden auf diese Situation blicken kann und auf diese furchtbare Zeit, die ich gerade durchmache. Im Moment kann ich es noch nicht, aber ich stecke auch noch mittendrin.


    Mein einziger Wunsch ist, dass ich irgendwann zufrieden sein kann. Ob mit oder ohne Kind, denn das kann ich nicht groß beeinflussen.

    Zitat

    Nachtrag: Ich frage das nicht, weil ich gerne Haare spalte oder in Wunden bohre, sondern weil ich finde, dass Betroffene in ihrem Schmerz und in ihrem Gefühl, die ganze Welt hätte sich gegen sie verschworen, auch mal gerne über das Ziel hinausschießen und ihren herbeigeredeten Groll auf ihre Mitmenschen als Ventil benutzen.

    Das glaube ich auch.


    Hier kommt ja vieles zusammen. Eine ungenügende Krankenversicherung, die einen hindert, eine Therapie zu beginnen.


    Das Bedürfnis, über Gott zu reden, aber Argumente findet, vorgeschlagene Angebote nicht wahrnehmen zu können...


    Immer ist es mit einer Vorstellung verbunden, da würde man sich nicht kümmern, es sind Laien und und und.


    Sogar die Vorstellung wird gepflegt, man würde als Kinderhasser eingestuft werden...


    Männer wollen Familien gründen....


    Es gibt auch Männer, die das nicht wollen, aber solche Gedanken werden gar nicht gepflegt...


    Es muß grundsätzlich einmal in Angriff genommen werden, dass sich ein kompetenter Mensch einer sozialen Einrichtung


    das Ganze anschaut, um dann nach Lösungen zu schauen. Wie man vielleicht das mit der Krankenkasse anders regelt, wie man an Therapien rankommt.


    Ohne das wird es sicherlich nicht funktionieren.

    Meines Erachtens stoßen nirgends so sehr zwei Welten aufeinander wie bei dem Thema unerfüllter Kinderwunsch.


    Ich bin aber sicher, dass diejenigen, deren Wunsch sich nicht erfüllt, in dem Fall,dass er sich erfüllt hätte, nicht anders reagieren würden als ihr derzeitiges Umfeld es tut. Etwas hilflose, gut gemeinte Rstschläge sind nämlich die normale menschliche Reaktion auf das Thema. Was sonst sollte man auch sagen? Das alles fürchterlich ist, das Leben der kinderlosen ja dann wertlos und langweilig?Nichts?


    Ich werbe da auch immer für Verständnis der anderen Seite, die es ja nicht schlecht meint, aber ggf. schlecht macht.


    Und meine Antwort auf die Frage ob ich Kinder habe war immer: leider nein. Thema erledigt, niemand hält mich für einen Kinderhasser bei der Antwort.

    Zitat

    Lian-Jill19.03.17 10:44


    Nachtrag: Ich frage das nicht, weil ich gerne Haare spalte oder in Wunden bohre, sondern weil ich finde, dass Betroffene in ihrem Schmerz und in ihrem Gefühl, die ganze Welt hätte sich gegen sie verschworen, auch mal gerne über das Ziel hinausschießen und ihren herbeigeredeten Groll auf ihre Mitmenschen als Ventil benutzen.

    Ja, das kann sein, das will ich gar nicht leugnen.


    Ich habe allerdings keinen herbeigeredeten Groll auf andere Menschen. Außer auf die, die ich nicht mag (aber das ist ja wohl normal und hat jeder andere auch)...


    Alle meine Freundinnen und Verwandten haben Kinder und ich mag alle diese Kinder. Warum sollte ich anderen etwas Schlechtes wünschen. Warum soll ich mich nicht für die anderen freuen, die können nichts für mein Schicksal. Mir würde es ja auch nicht besser dadurch gehen, wenn andere auch keine Kinder bekommen könnten, also warum soll ich mich nicht für die freuen....


    Und trotzdem fühlt man sich ausgeschlossen. Bei Familienfesten zb. Es tut einfach so weh, weil man es sich auch so sehr wünscht. Man muss halt seine ganze Lebensplanung umbauen und nen neuen Sinn im Leben finden und das ist nicht so einfach, wenn man sich seit man ein kleines Kind war, also seit 30 Jahren, ein Leben mit eigenen Kindern vorgestellt hat.

    Das kann ich ja alles durch meine Erkrankung auch ohne Kinder nicht tun... Solche Sprüche machen es dann für mich nur noch viel schwerer.

    Das kann ich ja alles durch meine Erkrankung auch ohne Kinder nicht tun... Solche Sprüche machen es dann für mich nur noch viel schwerer.


    Dann unterliegst jetzt Du aber einem fatalen Irrtum, dass ein Kind diese Defizite ausgleichen könnte....


    Dieses: wenn ich doch ein Kind kriegen könnte dann.... ist seehehr gefährlich.


    Ich bin Zeit meines Lebens krank gewesen, habe über 40 Operationen hinter mir, viel hat sich eigentlich durch meinen erkannten Diabetes gebessert. Ich ernähre mich anders und viele meiner Probleme verschwanden dadurch. Mich hat das Essen, wie ich es früher gewohnt war, eindeutig krank gemacht.


    Seit der geänderten Ernährung geht es mir so gut und mein Motto ist und bleibt:

    Zitat

    was kann ich trotzdem und mit Freuden tun...

    Jammern, Klagen, mit Gott im Unreinen sein, hilft nicht.

    Wie möchtet ihr denn, dass ein Gespräch stattfindet? Auch ich frage danach. Soll überhaupt ein Gespräch stattfinden, soll das Gespräch nach der Frage aufhören? Auch für den Gegenpart ist es nicht einfach.


    Und zum Thema "geheilt sein nach Krebs". Ich kann euch diesbezüglich beruhigen, die den Krebs und die Angst trägst du oftmals immer mit dir rum. Meine Mutter wird nie wieder ihr Leben wie vorher leben, hat teilweise nicht unerhebliche schmerzvolle Nachwirkungen und die Angst ist immer da. Das ist keine Relativierung, soll nur aufzeigen, dass die eigene Perspektive mitunter sehr eingeschränkt ist.

    Zu dem Thema mit dem Krebs. Ich habe ja nun mehrfach geschrieben, dass ich es selbst schlimm finde, dass ich sowas denke. Eine Krebserkrankung ist furchtbar und diese Angst zu sterben, oder dass der Krebs wiederkommt ist mir durchaus bewusst. Ich habe ja wie gesagt mehrmals geschrieben, dass ich es furchtbar finde, dass ich solche Gedanken habe und ich würde das auch niemals laut aussprechen. Habe auch ein schlechtes Gewissen, dass ich sowas manchmal (!) denke.

    Ich kann jetzt nur von mir aus schreiben, wie es mir mit der psychischen Erkrankung geht. Ich habe ganz lange wirklich gedacht, wenn ich ein Kind habe, dann wird es mir besser gehen. Jetzt weiß ich, dass es definitiv nicht so sein wird und ich dem Kind großen Schaden mit dieser​ Verantwortung zugefügt hätte. Mein Arzt, der mich schon lange kennt, hat mir gesagt, dass er schon denkt, dass ich eine gute Mutter sein könnte. Und er hat wirklich viele meiner Krisen begleitet. Aber dennoch bin ich der Meinung, dass ein Kind eine psychisch zumindest einigermaßen gesunde Mutter braucht, um sich selbst gesund entwickeln zu können.


    Hoffnungslosigkeit, wenn du körperlich so eingeschränkt bist, könntest du denn damit einem Kind gerecht werden? Oder wärst du auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen?

    Wenn du kein Kind adoptieren möchtest, wirst du dennoch einen Mann finden, der auf Kinder verzichten kann oder aus erster Ehe schon Kinder hat. Wäre das ein Kompromiss für dich, wenn du dann Stiefmutter für diese Kinder sein könntest? Meine Freundin wohnt direkt neben uns. Sie kann auch keine Kinder bekommen und erfreut sich sehr an unseren Kindern. Sie lebt dabei richtig auf. Wie wäre es für dich, sich um andere Kinder zu kümmern? Würde dir das helfen oder würde es dich zu sehr verletzen, wenn du siehst, was du nicht haben kannst?

    Ich werde schon eingeladen. Ich habe ja nicht geschrieben, "ich werde ausgeschlossen", sondern "ich fühle".


    Wenn da aber acht andere Frauen in meinem Alter sind (und das ist nicht übertrieben) und alle zwei bis fünf Kinder haben, geht es automatisch hauptsächlich um die Kinder. Das ist ja auch normal und auch schön, nur ich bin dann sehr traurig und ich "gehöre dann irgendwie nicht dazu". Natürlich versuche ich das dann nicht so zu zeigen.

    Alles klar, jetzt habe ich es auch verstanden. Das nervt mich auch etwas, allerdings sind in meiner Familie die Nichten und Neffen alle schon größer und die es gibt wieder andere Themen. Aber im Freundeskreis finde ich es auch anstrengend, wenn es nur um die Kinder geht. Wenn ich genau weiß, dass viele Mütter kommen und ich eh nicht mitreden kann, kommt es auch schon vor, dass ich lieber zu Hause bleibe...

    Hallo Hoffnungslosigkeit,


    bei uns schien es anfangs auch so sein zu wollen, wie es leider bei Dir ist, und ich musste ziemlich schlucken bei dem Gedanken, dass ich womoeglich keine Kinder haben wuerde. Ich kann mich erinnern, dass mich das damals sehr belastet hat, und insoweit kenne ich dieses Gefuehl zumindest etwas. Leider kann ich Dir aber nur mein Mitgefuehl aussprechen.


    Bei mir bzw. uns hat sich dann doch noch alles gut gefuegt, und ich habe mit 5 Kindern mittlerweile die Familienplanung abgeschlossen.


    Ich wuerde aber an Deiner Stelle versuchen, auf "Plan B" umzusatteln, mit dem ich damals auch gespielt habe. Natuerlich weiss ich, wie schwer das hierzulande umzusetzen ist, aber zumindest nicht auszuschliessen ist, dass Du als Pflege- oder als Adoptivmutter doch noch bis zu einem gewissen Grad Deinen Wunsch nach Kindern erfuellen kannst. Ein Hindernis duerfte sein, dass Du vielleicht noch keinen (Ehe)partner hast, aber das laesst sich moeglicherweise ja doch in absehbarer Zeit aendern.


    Bei der Partnersuche wuerde ich aus meiner Situation kein Geheimnis machen, weil es meiner Einschaetzung nach nichts bringen wuerde, erst nach und nach damit herauszuruecken; unnoetigerweise wuerdest Du wertvolle (Lebens-)zeit vertun.


    Denkbar waere aber auch, einen Partner zu suchen, der bereits ein oder mehrere Kinder hat, und wenn es nur ein "Wochenend"-Vater sein sollte. Ein solcher "Second Hand"-Vater muss nicht unbedingt die schlechteste Wahl sein, vielleicht sogar im Gegenteil. Heutzutage gibt es ja viele Partner- und Eltern-Kind-Beziehungen, die nicht dem traditionellen "Idealschema" entsprechen.


    In diesem Sinne wuerde ich mich auch zu sehr davon loesen, dass Du Dich von anderen Leuten komisch angesehen fuehlst. "Gar nicht um kuemmern" wurde in meiner frueheren Kindheit immer gesagt. Wenn Du Dich zu sehr als eine Art Opfer fuehlst, wirkst Du leicht viel zu unsicher. Wir haben hier im Kindergarten ein Elternpaar, bei denen es ebenfalls mit den eigenen Kindern keinen Erfolg gab, und so haben sie heute eine Pflegetochter; sie gehen damit ziemlich offen um, und so hat keiner ein Problem damit.


    Ein Maedchen aus dem Bekanntenkreis kenne ich z.B., die eigentlich sehr nett ist, aber ein Riesenproblem hat, weil ihre Mutter sich spaetestens alle paar Tage mit Alkohol abfuellt und dann nicht mehr sie selbst ist. Als sie vor einiger Zeit bei uns zum Spielen war, sagte sie gegen Ende, am liebsten wuerde sie bei uns bleiben duerfen.


    Es gibt sie also, die Kinder, die sich freuen wuerden, wenn sie eine tolle Eltern-Kindbeziehung bekommen wuerden! Ich wuensche Dir alles Gute, viel Kraft und baldigen Erfolg dafuer! :)_ :)* :)* :)*