Trauer verboten

    Ich habe nicht einen Meschen, mit dem ich reden kann. Doch - ,über Schminke,Putzmittel, neueste Mode, Diäten........


    Aber nicht über den unsagbaren Schmerz, einen geliebten Menschen verloren zu haben, an einer


    heimtückischen, qualvollen Krankheit. (KREBS)


    Mein Mann ist gestorben. Vor 2einhalb Jahren. Zuhause, nach 3einhalb Jahren Pflege.PUNKT.


    Das reicht jetzt doch auch!


    Schau nach vorne!


    Kopf hoch!


    Das Leben geht weiter!


    Du findest schon wieder einen anderen.........


    ICH MÖCHTE ABER KEINEN ANDEREN!!!!!!!!!!


    Jeder Satz, ein Stich ins Herz.


    Das höre ich von nahen Verwandten, Bekannten, Freunden.


    Du musst zum Psychiater, das ist nicht normal.


    Anderen Leuten merkt man nach 3 Wochen nichts mehr an.


    Na gut, aber nach 3 Monaten muss wirklich Schluss sein!


    Du brauchst doch Hilfe.


    Ich sage den Leuten, ich bin nicht krank, das was ich habe nennt sich Trauer.


    Geht es irgend jemandem ähnlich?


    Ich würde mich über eine Antwort freuen.

  • 89 Antworten

    Mir gehts nicht ähnlich, aber ich geb dir recht. Das ist normal. Manche brauchen länger... Herrgott... 3 Monate? Da war ich noch nichtmal über meinen Ex hinweg, mit dem ich NUR 2 Monate zusammen war und der lebt noch, dem musste ich nicht beim leiden zusehen. Außerdem bist du echt nicht die erste, von der ich höre, dass die so lange trauert, wenn sie ihren Mann bzw. Frau verloren hat. Ich glaub das kann niemand verstehen, der es nicht selbst erlebt hat. Und sich dann auch kein Urteil erlauben, wie lange das dauern soll. Das ist sowieso nochmal von Mensch zu Mensch verschieden und erst recht ist es auch ein Unterschied, ob z.B. die Eltern mit 70 sterben oder der Mensch, den man liebt. Es laufen ja nicht so viele Leute rum, die sich da wirklich in dich reinversetzen können. :°_

    und bei mir war es tatsächlich so das sich meine beiden schwestern gar nicht gerührt haben......noch nichtmal gefragt wie es mir geht :(v inzwischen bin ich darüber verbittert und denke mir immer ja klar die mussten so etwas noch nicht erleben, sie leben ihr leben ganz normal weiter .....

    :°_ Tut mir Leid für dich.


    Mir geht es ähnlich. Bei uns war es ganz plötzlich. Wir waren zwar nicht verheiratet aber 7 Jahre ist schon was. :-/

    Unmöglich sowas :(v :°_

    Arme Pianga


    Verzeihung, aber kann das sein, dass deine "Verwandten, Bekannten, Freunde" irgendwie alle oberflächlich sind?

    Zitat

    Du findest schon wieder einen anderen.........


    ICH MÖCHTE ABER KEINEN ANDEREN!!!!!!!!!!

    Ich kann das gut verstehen, auch ohne je in der Situation gewesen zu sein.


    Gibt es echt so viele gefühlskalte Menschen da draussen, die für zwischenmenschliche Beziehungen kaum ein anderes Verständnis wie für ihre Autos oder sonstige materielle Güter haben?


    Und wenn du für den Rest deines Lebens alleine bleibst und darauf hoffst ihn dann wieder zu sehen, mein Verständnis hast du, auch ohne dein Alter zu wissen. *:)

    An sunshiney


    Danke für dein Versrändnis, deine Antwort


    Es ist tröstlich, nicht allein zu sein.


    Ich kann förmlich fühlen, wie du dich fühlst.


    Aber, sei bitte nicht verbittert über deine Schwestern. Sie wissen nicht was sie tun.


    Ich habe einen Bruder, für den ich viel getan habe, jetzt hat er mich einfach im Stich


    gelassen.


    Die Menschen wissen nicht, oder wollen es nicht wahrhaben, dass ihnen das selbst passieren wird, falls sie nicht früher als ihr Partner sterben.


    Pianga

    manchmal denke ich auch es ist vielleicht die angst das ihnen das auch passieren könnte, also lieber so tun als ob nie etwas passiert wäre..........


    ich habe irgendwann mal gelesen das die trauer 3- 5 jahre dauern kann, es ist schlimm irgendwie ist einem die sorglosigkeit im leben genommen worden, denn vergessen wird man nie......


    darf ich fragen was für einen krebs dein mann hatte?


    bei meinem mann ging es so furchtbar schnell, er bekam schmerzen und dann die diagnose bauchspeicheldrüsenkrebs - unheilbar...... habe ihn zu hause gepflegt, nach 4 monaten war es zu ende, es ist schrecklich mit anzusehen müssen wie ein mensch so leidet und man nichts helfen kann... habe immer gehofft das uns etwas mehr zeit bleiben würde, ich kann es heute noch nicht fassen .

    Oh je das ist ja schrecklich! Keinen zu haben mit dem man Reden kann ist wohl das schlimmste und die blöden Ratschläge kannste vergessen. Ich habe zwar nicht meinen Mann verloren, aber letztes Jahr meine Oma und meinen Vater. Vorhin war ich am Grab von meiner Oma weil der Todestag ist und habe bitterlich geweint. Sie fehlt mir einfach jeden Tag. Ich kann mir so gut vorstellen wie es dir geht! Zudem hab ich nun auch seit Anfang des Jahres Depressionen. Werde nun aber bald in die Klinik gehen und hoffe das es mir dann besser geht.


    Mein Opa ist vor 5 Jahren verstorben und auch er fehlt mir sehr und um jetzt zum Punkt zu kommen, die Trauer ist völlig normal und dauert bei jedem Menschen unterschiedlich lang. Ich würde dir aber den Tip geben dich vielleicht in Psychologische Betreuung zu begeben. Nicht weil du abnormal oder verrückt bist sondern einfach um das Ganze besser verarbeiten zu können und vorallem um mit jemanden Reden zu können der dich versteht! Alternativ vielleicht auch eine Selbsthilfegruppe. Ich weiß so ein Schritt ist schwer, kann dir aber evtl helfen. :)*

    eine therapie bei einem sympathischen therapeuten kann schon bei der trauerbewaeltigung helfen.....es gibt auch therapeuten,die sind auch auf trauer spezialisiert...ansonsten gibt es auch selbsthilfegruppen zu diesem thema


    (adressen stehen im internet,wenn man googelt)

    menschen mit so 'guten' angeblichen ratschlägen haben scheinbar keine ahnung und waren wohl selbst nicht betroffen :°( trauer kann auch das ganze restleben begleiten, wie sollte es auch anders sein, wenn ein # mensch # richtig innig geliebt wurde :°_

    Die Leute,wer auch immer,haben keine Erfahrung damit und versuchen einer so zu trösten,und klar mit Wörter die nur alles noch schlimmer machen.


    Las Dir von niemanden einreden wie lange Du trauern sollte..


    Mein Man starb vor 9j..Ich weiß wie schwer es ist,und dann wenn es heißt "Du findest ein anderen",so was grausames.


    Ich hab erst nach 3j,wieder angefangen zu "leben".


    Ich glaube ein Selbsthifegruppe, ist das beste...


    Wünsche Dir viel :)* :)* :)* :)* :)* :)* :°_ :°_ :°_

    Empathie ist aber keine Frage danach ob man selber schon einen tragischen Verlust hinnehmen musste....


    Ich find solche Aussagen wie die oben genannten sehr schrecklich. Jeder trauert anders und jedem soll seine Art der Trauer vergönnt sein.

    Liebe Leser,


    ich möchte mich bei euch allen bedanken für euere Antworten , bzw. Anteilnahme.


    Ich dachte, ich bin allein, ich bin es nicht.


    Merci Honeybee für den Rat mit der Selbsthilfegruppe, habe auch schon daran gedacht.


    Doch bin ich bisher noch nicht hingegangen.


    Wenn es nicht mehr(der Schmerz)zu ertragen ist, spreche ich mit einem Priester.


    Hilft immer


    Liebe Grüße


    Pianga

    hier bist du nicht allein!! :°_


    bei mir ist es ein jahr her ... :°( wahrscheinlich ein herzinfarkt ... aus dem nichts :°(


    die sprüche habe ich auch alle schon gehört - das macht mich fassungslos und wütend! ich will nicht ausgehen und mir einen neuen suchen! mein freund ist nicht einfach mal so zu ersetzen. "du vergisst ihn doch sowieso" sagte seine schwester ... wie kann ich den mann vergessen, mit dem ich so unendlich glücklich war? ich kann ihn nicht vergessen - ich will ihn nicht vergessen!


    es gibt einfach nicht so viele menschen, die sich vorstellen können, wie das ist, den geliebten menschen zu verlieren. die "richtigen" worte zu finden ist wohl kaum möglich, aber auch als aussenstehender sollte man einfach akzeptieren, dass trauer nicht einfach abzustellen ist.


    der mann einer sehr lieben kollegin ist vor 6 jahren gestorben. manchmal erzählt sie von ihm mit einem lächeln ... manchmal stehen ihr die tränen in den augen. sie kann sich noch heute nicht vorstellen, jemals einen anderen mann an ihrer seite zu haben. ich kanns verstehen .....


    :)* :)* :)*

    Ich kann dich verstehen. :°_


    Aber man muss auch beachten, dass man in so einer Situation oft auch nicht weiß, wie man reagieren soll. Da ist die Grenze zwischen "helfenden Worten" und "zerstoerenden Worten" sehr, sehr duenn. Es klingt ein wenig danach, als wollte man dich motivieren, aber fand einfach keine richtigen Worte. Da klingt das alles ein wenig lapidar.


    Aber in Ordnung ist es auf jeden Fall nicht... Hast du deine Familie darauf angesprochen?


    Fuehl dich ganz stark gedrueckt. :°_

    Liebe Sunshiney,


    mein Mann hatte ein Thymusdrüsen-Karzinom.


    Es kommt sehr selten vor, alle Ärzte sagen das, mit einem aufgesetzten, mitleidigen Blick-bis hin zur Lernschwester.


    Es hilft nichts, ändert nichts. Mein Mann ist betroffen, mein Kind ist betro :)_ ffen, ich bin es.


    Es spielt keine Rolle, ob es oft , weniger oft , häufiger , oder gar sehr häufig vorkommt oder auftritt-ES hat Uns getroffen,wie es auch leider andere Familien trifft.


    Alles Liebe


    Pianga

    Es tut mir leid, aber ich kann den anderen nicht wirklich zustimmen.


    Dein Verlust ist nun 2,5 Jahre her. Die Wunden, die Pflege und das Siechtum deines Mannes bei dir hinterlassen haben, sind tief. Das weiß ich sehr gut, denn ich habe meinen Vater verloren, nachdem er sieben Jahre gegen den Krebs gekämpft und dann doch verloren hat. Da war ich gerade 20.


    Meine Mutter hat seinen Tod nie verwunden. Ein neuer Mann trat auch nicht in ihr Leben, obwohl mein Bruder und ich sie ermutigt haben, loszulassen und es begrüßt hätten, wenn sie einen neuen Partner gefunden hätte. Vielleicht hat sie es als Betrug an ihm gesehen - ich weiß es nicht. Ihre Trauer war so tief, dass es viele Jahre gebraucht hat, bis sie endlich ein Foto meines Vaters aufgehängt hat.


    Heute - mein Vater ist inzwischen 20 Jahre tot - ist sie eine verbitterte, depressive und kranke Frau, die mit dem Leben hadert, das ihr so hart mitgespielt hat.


    Ich wünschte, ich hätte damals die Weitsicht besessen und sie zu einer Therapie überredet. Ich bin sicher, dass ihr weiteres Leben nicht in diesem finsteren Tal verlaufen wäre.


    Dein Blick ist immer noch in die Vergangenheit gerichtet. Frage dich doch bitte einmal, was dir dein Mann wünschen würde, wenn er mit dir reden könnte. Ich bin sehr sicher, dass er dich ermutigen würde, dein Leben zu leben. Er kann es nicht mehr, also musst du es für ihn mit übernehmen. Das geht aber nur, wenn du lernst, deinen Blick nach vorne zu richten.


    Du brauchst kein schlechtes Gewissen dabei zu haben. Loslassen heißt nicht vergessen.


    So schmerzhaft sein Tod für dich auch gewesen ist, aber bitte erkenne, wie wertvoll das Leben ist - DEIN Leben. Ich habe damals einiges mitgenommen und meine Lebensphilosophie neu ausgerichtet und mir geht es heute gut dabei. Das sage ich, obwohl es mich ein paar Mal im Jahr eine Welle tiefer Trauer überkommt. Wie gerne hätte ich mit meinem Vater mein erstes Bier getrunken. Wie gerne hätte ich gehabt, wenn er auf meiner Hochzeit dabei gewesen wäre. Ich lasse diese Trauer zu und sie verschwindet dann wieder recht schnell. Mein vater hat das Leben geliebt und würde von mir verlangen, dass ich meines auskoste.


    Deine Freunde und Bekannte können Dein Leid nicht nachvollziehen. Wie auch?


    Aber dennoch haben sie Recht. DEIN Leben geht weiter! Wie, das bestimmst DU alleine.


    Denke mal darüber nach.

    Hallo Lautsprecher,


    ich habe über deine Zeilen nachgedacht.


    Es geht mir tatsächlich wie deiner Mutter, teilweise.


    Ich habe kein einzigen Foto von ihm an der Wand, nicht mehr.


    Ich kann sie nicht ansehen, das tut zu weh.


    Aber ich werde jetzt wieder ein Foto aufstellen, noch heute.


    Und ich würde es wirklich als Betrug an ihm empfinden.


    Vielleicht, weil er zwei- oder dreimal sagte, würde ihm etwas zustoßen, möchte er nicht, dass ein anderer Mann seinen Platz einnimmt. Ich denke, das war nur scherzhaft gemeint, bin mir aber nicht ganz sicher.( Ich glaube, das war lange vor seiner Krankheit)


    Ich allerdings sagte ihm, dass im gegenteiligen Fall, sollte mir etwas passieren, ich es begrüßen würde, käme eine andere Frau in sein Leben.


    Aber wirklich wichtig ist es wohl nicht, ich bin wirklich nicht an anderen Männern interessiert.


    Ich habe auch schon zwei "Kandidaten" abgewiesen, die mich gar nicht schnell genug "trösten" wollten.


    Doch verbittert bin ich nicht, nur tief traurig. Ich hadere nicht mit Gott. Ich habe das angenommen.


    Ich weiß eben noch nicht, wie ich meinen weiteren Weg alleine gehen soll. Ich habe ja auch noch ein KInd, das in dem Alter ist, in dem du damals warst, als dein Vater starb.


    Nur möchte ich es nicht mit meinen Problemen belasten.


    Ich spiele halt die starke Frau.

    Zitat

    Ich weiß eben noch nicht, wie ich meinen weiteren Weg alleine gehen soll. Ich habe ja auch noch ein KInd, das in dem Alter ist, in dem du damals warst, als dein Vater starb.

    wie der weg allein weitergeht ... wer weiß? einen anderen mann an meiner seite kann ich mir auch nicht vorstellen, auch mir käme das wie ein betrug vor. aber sind wir wirklich allein? mit kind(ern) ??

    Zitat

    Nur möchte ich es nicht mit meinen Problemen belasten.


    Ich spiele halt die starke Frau.

    unsere kinder merken doch sowieso, wenn es uns schlecht geht. und außerdem ... auch deine tochter wird sicher trauern, oder? mit meiner "kleinen" habe ich oft zusammen geheult, ich kann mich nicht immer und überall zusammenreißen.


    :)* :)* :)*