Verlust des Vaters akzeptieren - ich schaff es nicht

    Guten Tag alle miteinander,


    mein Papa ist vor fast 5 Jahren während einer Operation (Blutverlust, Herzstillstand) verstorben. Die ersten Wochen und Monate waren unreal, ich dachte jeden Tag: bitte lass es ein Traum sein.


    Immer noch kämpfe ich mit den Gedanken, dass er nie mehr wieder kommen wird. er mich nie zum Altar führen wird, meine Kinder nie Opa zu ihm sagen werden. mein kleiner Bruder war damals 18, er hat unseren Betrieb übernommen. Meine Nichte war sein erstes Enkelkind und sie war damals 5 Monate als er starb.


    Es schmerzt so ungemein.


    Ich habe meinen Partner vor 4 Jahren kennengelernt, er hat meinen Vater also nie gekannt und das schmerzt mich noch mehr. An schlechten Tagen rede ich den ganzen Tag nur von meinem Papa, meine Mama meint zu meinem Freund immer wie ähnlich er doch meinem Papa sei. Verständlicherweise wird es ihm auch manchmal zuviel. einmal ist das ganze ein wenig eskaliert, weil ich wirklich einen sehr schlechten Tag hatte und den ganzen Tag nur von meinem Papa redete. Irgendwann schrie er mich an: er hätte ihn auch gern kennengelernt, er könne nicht dafür dass er nicht mehr hier ist. es tat ihm nachher leid. aber ich weiss dass ich ihn mit dem Verlust auch sehr belaste.


    Ich weiss nicht wie ich mit dem ganzen Umgehn soll, es gibt auch heute noch sehr viele Tage, wo ich mir denke: das kann nicht wahr sein. Er muss kommen. Ich gehe alle Tage zum Friedhof und jedesmal mit Tränen nach Hause. Ich habe Horrorträume wie er jetzt nach Jahren da unten unter der Erde liegt. Wenn ein Mann sein After-Shave drauf hat, krieg ich Herzrasen. Das kann doch nicht wahr sein?! :°(


    Ich weiss einfach nicht was ich tun soll, ich fühl mich oft so alleine mit meiner Trauer nach all den Jahren.


    Sorry dass es so lang wurde. es ist schwer für mich die richtigen Worte für das was ich fühle, zu schreiben.

  • 37 Antworten

    Wenn man es nach 5 Jahren nichr geschafft hat, die Trauer zu bewältigen, sprich irgenwo mitten im Trauerprozess steckengeblieben ist, sollte man wirklich eine Therapie in Erwägung ziehen @:) .

    Danke euch beiden!


    Ich habe ein wenig Angst vor einer Therapie. Ich weiss auch nicht wie ich es beschreiben soll, aber ich habe Angst "ihn" gehen zu lassen. Der Schmerz in mir ist zwar tief, aber dieses Unbegreifliche hält mich ein wenig von der Realität ab. Ich habe Angst, dass ich ihn durch eine Therapie vergessen könnte. und auf der anderen Seite habe ich Angst dass mich eine solche Therapie noch weiter runter zieht.


    Ich muss sagen dass ich noch nie bei einer Therapie, in welcher hinsicht auch immer, war.


    In mir ist seit 5 Jahren so eine extreme Verlust-Angst.


    Vor wenigen Wochen ist eine gute Freundin meiner Mutter plötzlich gestorben, als ich ihre Kinder sah, die Trauer in Ihren Gesichtern, hat es mir das Herz zerrissen. Es war wie auf der Beerdigung meines Papas, ich hätte schreien können.


    Meiner Mama geht es seit etwa einem Jahr wieder besser, vorher war es ganz schlimm. ich musste am Anfang immer zu ihr ins Bett, weil sie alleine nicht schlafen konnte. Sie hat zu Hause überall Fotos und Kerzen aufgestellt und Tag für Tag immer von meinem Papa gesprochen. Auch dass sie ja jetzt alleine sei, am liebsten würde sie ihm folgen, wir Kinder hätten ja alle jemanden.


    Das war für mich das schwerste. Manchmal hatte ich ein richtiges Hassgefühl ihr gegenüber, kaum dass ich mal einen guten Tag hatte, hat sie mich durch ihre Aussage immer wieder runter geholt.


    ach... ich weiss auch nicht, ob das alles normal ist und das einfach zur Trauer dazugehört. :-(

    Lass dich nicht darin beirren... Jeder braucht solange um seine Trauer zu überwinden wie er oder sie halt nunmal braucht... Wenn einige nach wenigen Tagen wieder die Sonne im Gesicht haben, dann ist das so. Wenn jemand nach Jahren noch nicht mit der Trauer abgeschlossen hat, dann ist das ebenfalls einfach so. Es gibt kein Ablaufdatum für die Trauer. Grade wenn man ein so inniges Verhältnis hat / hatte ist der Abschied unglaublich schwer.


    Ich finde nicht, dass eine Therapie notwendig ist. Wenn du Hilfe in Anspruch nehmen möchtest ist es aber sicher auch nicht verkehrt. Schlussendlich hat es für dich zu stimmen. Trauere solange bis du von dir aus sagen kannst, dass es "genug" ist, nicht weil du findest, es müsse endlich fertig sein :)- :)_

    Du musst keine Angst vor einer Therapie haben, sie wir dir auf jeden Fall weiterhelfen.


    Ja, es wird antürlich vieles aufwühlen, aber danach fällt dir die Verarbeitung leichter. Gerade was du von deiner Mutter erzählt hast, bestärkt mich noch merh in dem Eindruck, dass du wirklich eine Therapie machen solltest, weil da bestimmt viele ambivalente Gefühle neben der Trauer in dir toben @:) .


    Und hab keine Angst, du wirst deinen Papa nicht vergessen, der ist doch sicher in deinem Herzen geborgen, du schaffst es nur deine eigene Verzweiflung zu überwinden.


    Mein Lebensgefährte ist vor vielen Jahren gestorben und er ist natürlich immer noch da, weil er ja in mir weiterlebt.


    Aber die Trauer bestimmt schon lange nicht mehr mein Leben, was z.B. nicht heißt, dass ich nicht immer noch heulen muss, wenn ich von ihm erzähle oder ich z.B. ein Lied an seine Beerdigung erinnert o.ä.


    Aber ich will und kann mich mit Freunde an ihn erinnern und so soll das irgendwann auch sein, du kannst dich noch gar nicht wirklich erinnern, weil du im Schmerz gefangen bist.


    Da raus zu kommen, dabei kann dir eine Therapie helfen.


    Oder vielleicht auch erst mal eine Selbsthilfegruppe, wenn dir das als erster Schritt zu heikel ist.


    Es kann schon helfen, sich mit anderen auszutauschen, denen es ähnlich geht und die keine weiteren Angehörigen sind.


    Adressen von Selbsthilfegruppen findest du im Netz, aber auch die Kirche, die Caritas o.ä. können dir da weiterhelfen.

    Danke euch beiden, die Weihnachtszeit ist eben immer noch etwas schwerer als es sonst ist.


    Ich werde mich umhören was bei uns so angeboten wird, lebe in einem Dorf und da ist es wahrscheinlich nicht möglich so etwas anonym zu machen.

    Ja, es ist richtig: Trauer ist etwas sehr individuelles. Jeder geht anders damit um und jeder braucht individuell lange. Das muss man akzeptieren und kann niemandem darein reden.


    Schwierig wird es nur, wenn die Trauer so alles beherrschend ist, dass ein normales Leben und eine normale Beziehung kaum noch möglich ist. Und die Tatsache, dass Du hier schreibst, zeigt doch, dass Du dies selbst realisierst. Ein erster kleiner Schritt in die richtige Richtung.


    Meine eigene Erfahrung (meine Eltern sind beide kurz hintereinander gestorben, einer erwartet und einer unerwartet): Die Trauer schien mich schier zu zerreissen. Ich konnte nicht mehr schlafen, nicht mehr essen und war fest überzeugt, dass ich niemals darüber hinweg kommen würde. Lange Zeit bin ich in jeder Situation, die mich erinnert haben, in Tränen ausgebrochen. Doch eines Tages, ohne dass ich es mir zunächst bewusst war, war da bei einer Erinnerung ein kleines Lächeln statt Tränen. Von da an ging es aufwärts.


    Heute nach fast 6 Jahren ist da immer noch Schmerz. Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht an sie denke. Und ab und zu überkommt mich die Trauer mit allem drum und dran. Aber ich lebe mein Leben. Ich habe Spaß, lache, liebe und plane meine Zukunft. Und ich bin überzeugt, dass meine Eltern nichts anderes für mich gewollt haben.


    Du lebst und Du musst Dein Leben leben. Dein Vater hätte es ganz sicher nicht anders gewollt. Er hätte nicht gewollt, dass Du Dich so sehr quälst.


    Und eines ganz ich ganz sicher sagen: Wenn die Trauer weniger und erträglicher wird und die Normalität in Dein Leben zurückkehrt - Dein Vater wird immer "da" sein. Er wird immer in Deinen Gedanken, in Deiner Erinnerung und vor allem in Deinem Herzen sein.


    Lass Dir helfen! Es gibt spezielle Trauertherapien. Oder versuche eine Trauergruppe zu finden. Dort treffen sich Menschen, die sich in genau der gleichen Situation stecken. Dort kann man reden, muss aber nicht - Du kannst auch erstmal nur zuhören. Es hilft, zu hören, dass man nicht allein in so einer schweren Situation ist.


    Ich wünsche Dir sehr, dass Du auch Dein Lächeln wiederfindest und Dich mit den schönen Erinnerungen beschäftigen kannst.


    Ganz liebe Grüße und alles Gute für Dich.

    Jori, danke für deine wunderschönen Worte.


    es ist nicht so dass ich das Leben nicht geniesse, im Gegenteil. ich habe in diesen 5 Jahren meinen Lebenspartner gefunden, er ist das beste was mir passieren konnte und wir hatten viele lustige und schöne Momente.


    Ich kann meine Gefühle oft nicht zuordnen: mal ist es fast Hass, mal Enttäuschung und dann wieder das schreckliche Vermissen.


    und dann tut es mir leid dass ich diese Hassgefühle gegenüber meinem Papa hab, ich weiss er wäre sicher auch lieber hier bei uns. aber einfach dieser Gedanke, dass er gegangen ist ohne seine "Versprechen" einzuhalten, schnürt mir die Kehle zu.


    wahrscheinlich muss ich mir wirklich hilfe suchen.


    jori... mein herzlichstes Beileid auch dir! :)_

    zum Thema Trauergruppen habe ich mal diese Seite entdeckt. Ich denke auch nach 5Jahren sollte es zumindest nicht mehr so heftig sein das sich zB dein Lebensgefährte dadurch beengt fühlt.

    Zitat

    lebe in einem Dorf und da ist es wahrscheinlich nicht möglich so etwas anonym zu machen.

    das sind doch ganz verständliche Gefühle und jeder kann Sterben als etwas traumatisches erleben womit man nicht richtig klar kommt. Leute die sich beruflich damit befassen verstehen das und Menschen die in Trauergruppen gehen empfinden doch genau so wie du.

    Dankeschön, ich hab mich jetzt mal erkundigt und eine Email an eine Organisation der Caritas geschrieben. die Veranstalten anscheinend Gruppenstunden.


    Vielleicht schaffe ich es ja dorthin zu gehen. danke nochmal.

    Zitat

    Ich weiss auch nicht wie ich es beschreiben soll, aber ich habe Angst "ihn" gehen zu lassen. Der Schmerz in mir ist zwar tief, aber dieses Unbegreifliche hält mich ein wenig von der Realität ab. Ich habe Angst, dass ich ihn durch eine Therapie vergessen könnte. und auf der anderen Seite habe ich Angst dass mich eine solche Therapie noch weiter runter zieht.

    Du vergisst ihn nicht. Versprochen.


    Vielleicht klingt das merkwürdig, aber Du musst ihn gar nicht "gehen lassen", denn er ist ja schon gegangen. Der Rest spielt sich in Deinem Kopf ab. An den Gegebenheiten ändert sich nichts, wenn sich Deine Gedanken- und Gefühlswelt ändert. Zurückholen kannst Du ihn sowieso nicht.


    Das klingt jetzt so hart, so ist es gar nicht gemeint!!


    Ich denke heute noch an meine Lieblingsoma, manchmal erinnert mich etwas einfach plötzlich an sie. Ihr Tod ist schon mehr als ein Jahrzehnt her. Aber ich trauere nicht mehr.


    Ich hoffe Du findest bei dieser Organisation kompetente Hilfe. :°_ :)*

    Liebe Alias,


    mein Papa starb dieses Jahr (bald ist es schon letztes Jahr...) am 5.3.15 an den Folgen eines Herzinfarktes im Alter von 57 Jahren. Er war an sich topfit. Wir hatten zwei Tage vor seinem Infarkt noch telefoniert und er verabschiedete sich wie immer mit: "Hab dich lieb, Schätzchen." Niemals hätte ich geglaubt, dass das seine letzten Worte an mich sein werden... ich habe ihn alt und im Rollstuhl mit seinen Kumpels rennen im Alterheim machen sehen ]:D Leider kam es anders...

    Zitat

    Immer noch kämpfe ich mit den Gedanken, dass er nie mehr wieder kommen wird. er mich nie zum Altar führen wird, meine Kinder nie Opa zu ihm sagen werden.

    Ich habe 2 Monate nach seinem Tod geheiratet. Er hat sich wie Bolle auf den Tag gefreut und an dem Tag sind auch seinetwegen ein paar Tränchen gefallen... Er hat sich sehr Enkelkinder gewünscht, aber dafür war noch nicht die Zeit. Er wäre der coolste Opa der Welt geworden...


    An manchen Tagen wache ich auf und denke: "Hast lange nicht mehr mit Papa telefoniert... achso, da war ja was..." :=o


    Ich nehme das mittlerweile recht humorvoll und mache Witze darüber (das ist einfach meine (seine) Art)


    Er ist am 3.5.57 geboren und am 5.2.15 gestorben. Er wurde 57 Jahre alt... und wir witzeln, dass er selbst im Tod ein verdammter Perfektionist war... denn das war er auch im Leben... :)_

    @ Alias

    Zitat

    Angst "ihn" gehen zu lassen

    Er ist gestorben, aber unvergessen :)- :)- :)* :)* , und du vergisst ihn NIE, das schwör ich dir :)_ . Mein Vater ist nun seit fast 40 Jahren tot. Ich war damals 17, er ist mit 52 gestorben. Heut bin ich 55 und höre seine Stimme immer noch. Auch meine ganzen Sachen hat er nie miterlebt, und Kinder hab ich auch keine, auf die er als Enkel hätte blicken können. Er war tot bevor diese Sachen bei mir überhaupt losgingen...


    Die Zeit hilft einem, das zu bewältigen. Das Leben geht weiter, was einerseits traurig ist, aber das kann die eine oder andere Wunde auch heilen. Wunden hinterlassen Narben, und deine ist noch ziemlich frisch. Du brauchst noch ein bisschen Geduld, bis das aufhört, immer wieder wehzutun.


    Solltest du eine Therapie machen, geht es nicht um eine Gehirnwäsche, damit du so lebst, als wäre dein Vater noch da, oder dass du deinen Vater total vergisst und sein Andenken mit Füssen trittst!


    Es geht einfach darum, dass die Trauer und das Andenken in deinem Leben sogar ihren festen Platz kriegen.


    Da gehören sie dann auch hin :)z , und treiben sich nicht mehr unkontrolliert überall herum, wo sie nichts zu suchen haben und dein heutiges Leben beeinträchtigen.


    Ich wünsch dir, dass du diesen Verlust bewältigst und dich wieder deinem heutigen Leben zuwenden kannst, ohne Schuldgefühle und schlechtes Gewissen.


    Sorg dafür, dass dein Vater stolz und froh über dich wäre, und das wär er schon allein, weil du einfach DA bist :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)*


    *:) *:)

    emmi, danke für deine Antwort und auch von mir noch ein herzliches Beileid. Ich finde es bewundernswert wie stark du bist/klingst.


    Ich bin so schon eine die Nah am Wasser ist, mir drückt es schon die Tränen in die Augen, wenn mir jemand sagt wie ähnlich meinem Papa doch sähe.


    TestARHP, danke auch dir für deine Worte. ich probiere es so zu sehen wie du es Beschreibst, aber es fällt einfach unheimlich schwer. Meine Nichte hat letztens ein Foto gefunden von meinem Papa und mir als Baby. Sie sagte dann: "Tante guck mal, das bin ich mit Opa" (weils ziemlich viele Fotos gibt von Papa und seiner ersten Enkelin, auch wenn sie nur 4 Monate alt war). dann ich zu ihr "nein kleine, dass bin ich mit Opa als ich noch ein Baby war" sie "hat er dich auch immer gehalten wenn du geweint hast? mich hat er immer auf den Arm genommen wenn ich geweint hab und dann hab ich sofort aufgehört!"


    schon solche Gedanken verdrehen mir fast den Magen... :(

    Vielleicht kannst du auch mal eine Reha beantragen. Hat eine Kollegin von mir geamcht, die auch nicht über den Tod ihres geliebten Mannes wegkam. Ging lange in Schwarz, weinte viel...


    in der Reha hatte sie dann phsychologische Betreuung, konnte mit jeamnden alles aufarbeiten , reden...


    Jedenfalls kam sie völlig verändert zurück. Farbige Klamotten, offener. ich denke mal, dass ihr die Therapeutin gesagt hat, was auch nicht gut für sie ist... und wie man Loslassen, Veränderung hinbekommt.


    Hilfe holen finde ich immer richtig und wichtig.

    Der Tod ist nunmal das Ende des irdischen Lebens. Unausweichlich wird uns alle dieses Schicksal einmal einholen. Und manche gehen zu früh und manche zu spät. Es ist aber den Menschen nicht gegeben das zu beurteilen. Ob es danach, in welcher Form und an welchem Ort auch immer, weiter geht weiß niemand und niemand wird es je wissen.


    Weder du noch dein Vater haben sich das so ausgesucht. Nenn es ruhig Schicksal und ganz sicher gab es danach viele Momente die du viel, viel lieber mit ihm geteilt hättest als sie ohne ihn erleben zu müssen.


    Nochmal in den Arm genommen werden, nochmal einen Ratschlag, nochmal seinen Stolz auf dich in seinen Augen sehen, ihm nochmal eine tolle Neuigkeit erzählen, nochmal mit ihm diskutieren. Ja, sogar nochmal mit ihm streiten. Man nimmt das Leben als so selbstverständlich wahr das man glaubt das sich dieser Zustand nie ändern wird. Doch nun ist er tot. Gestorben und begraben. Aber nie vergessen. Und das sollst du auch nicht. Dein Vater wird immer einen Platz in deinem Herzen haben. So wie er ihn auch zu Lebzeiten schon hatte.


    Trauer kann, darf und muss sogar sein. Trauer soll dazu dienen sich letztlich neu zu ordnen um in der neuen Welt ohne den geliebten Menschen zurecht zu kommen.


    Egal wie sehr und wie lange du trauerst, an der Tatsache das dein Vater seit 5 Jahren nicht mehr lebst kannst du nichts mehr ändern und er auch nicht. Da ist neben Trauer vielleicht sogar Wut das dein Vater dich und deine Mutter "im Stich gelassen" hat und das du wegen ihm jetzt diesem Schmerz und diese Hilflosigkeit in dir trägst.


    Die Kurve bekommst du vielleicht wenn du deine Sichtweise änderst. Wenn du nicht mehr all die Dinge bedauerst die er, und du auch, nicht mehr sehen konnte, die er nicht mehr sagen konnte, sondern wenn du an all die schöne Zeit zurück denkst die du gemeinsam mit ihm erleben durftest. Das das Schicksal eben nicht nur ein mieser Verräter ist sondern auch ganz wundervolle Geschenke machen kann.


    Trauer ist viel, viel besser als Gleichgültigkeit. Ich bin sicher das dein Vater mit Genugtuung zur Kenntnis nimmt wie sehr du immer noch an ihn denkst aber auch traurig ist das du dein Leben doch nicht so frei leben kannst wie er es gerne hätte.


    Dein Vater soll immer einen ganz besonderen Platz in deinem Herzen haben. Aber da muss noch genug Raum übrig sein um auch alles andere unterbringen zu können.


    Vielleicht hilft es dir ja auch nicht über ihn zu reden sondern mit ihm.


    Und vielleicht seht ihr euch irgendwann wieder, an einem neuen Ort. Wer weiß das schon...

    hallo,


    ich habe meinen Vater als Kind verloren und habe es nie so ganz verwunden.


    Nun könnte ich sagen, Du hast es gut,


    du hattest ihn länger, aber so etwas misst man nicht in Zeit. Ich glaube, weil ich nämlich schon beim Psychologen gewesen bin, dass es nach so langer Zeit gar keine Trauer mehr ist, sondern die Zeit nach einem traumatischen Erlebnis, also die Phase nach einem richtigen Schock.


    Und den kann man passend aufarbeiten, weniger mit Trauerarbeit - weil das hast -Du schon genug getan- sondern durch Traumatherapie. Das läßt nicht vergessen,


    aber es lindert. Man sollte vielleicht langfristig versuchen, das Leben nicht immer um den Toten rumzubauen, aber das wirst Du dann lernen. Und in Deutschland führen Väter ihre Töchter auch eher weniger zum Altar :)