Verlust des Vaters nach langem Leiden

    Hallo!


    Mein Vater ist vor wenigen Tagen nach wirklich sehr sehr langer Leidenszeit (Krebs) von uns gegangen. Die letzten Jahre waren sehr schwer, da auch meine Mutter vor erst zwei Jahren völlig unerwartet vorausgegangen ist.


    Das seltsame ist, dass ich anstatt Trauer richtige Erleichterung fühle und das beängstigt mich etwas. Ich hab jetzt zwar nie so das große innige Verhältnis mit meinem Vater gehabt aber wir haben uns schon sehr gut verstanden (war immer ein Mama-Kind).


    Er hat halt einfach fast 11 Jahre mit seinem Krebsleiden kämpfen müssen. Einmal ging's besser dann wieder schlechter und jetzt war er vom Krebs schon so gezeichnet dass man sich direkt die Frage nach aktiver Sterbehilfe stellen musste.


    Wie seit ihr mit solchen Fällen des Todes umgegangen?

  • 4 Antworten
    Zitat

    Das Seltsame ist, dass ich anstatt Trauer richtige Erleichterung fühle und das beängstigt mich etwas.

    Nein, dies ist nicht nur völlig normal, sondern natürlich, daß der Tod nach einer derart langen Krebserkrankung als eine Erleichterung empfunden wird: In diesem Fall hat sich der Abschied schon lange vor dem Tod ereignet.

    Genau so dürfte es auch sein. Nachdem ich diesem Leiden so lange zugeschaut habe wurde es mir offenbar auch längst bewusst, dass der Abschied irgendwann einfach mal bevorsteht. Aber die Erleichterung ist enorm und dass find ich manchmal direkt beunruhigend.

    Da kann ich nur zustimmen, das ist völlig normal. Wenn man längere Zeit einem Menschen zusehen muss wie er, aufgrund von Krankheit oder fortschreitendem, altersbedingtem Verfall, abbaut, beginnt man innerlich schon lange vor dem Ableben Abschied zu nehmen. Ich war letztlich erleichtert und froh für meinen Vater als er gestorben ist. Ich habe Angst davor, wie er, wegen Immobilität, den ganzen Tag im Sessel zu sitzen und auf den Tod zu warten.