• Vorbei - schwerer Schlaganfall mitten in der Nacht

    (Urspr. Titel: "Vorbei ")
    Ich bin unsagbar sprachlos und meine Trauer kann ich nur hier wiedergeben. Mein Freund hat heute – er war zur Schmerztherapie ins Klinikum- einen sehr schweren Schlaganfall mitten in der Nacht, so dass es niemand bemerkt hat. Er mußte zig Mal reanimiert werden und letztendlich operiert, weil ein Blutgerinsel im Kopf einen…
  • 1 Antworten
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    Ich wäre stinkwütend auf diese Betreuerin, was geht denn in ihr vor??

    Keine Ahnung. Ich denke sie relativiert ihre eigenen Probleme damit. Sie hat auch kein leichtes Leben, das weiss ich ja.


    Jedenfalls habe ich gestern mit ihr telefoniert und sie "erstattet" mir korrekt Bericht. Kein Wort zu viel. Ich bin ja schon dankbar, dass sie überhaupt mit mir spricht.


    Stand der Dinge ist, dass ich nach dem gestrigen Telefonat nicht hinfahren werde.

    Zitat

    Vielleicht ist es auch für dich besser, wenn du ihn so nicht siehst. Das könnte ein ziemlicher Schock werden bei einem derart ausgeprägten Schlaganfall.

    Er wird nur noch sporadisch beatmet und bekommt Schmerzmittel. Weiter nichts.


    Stand der Dinge ist, dass er jetzt öfter die Augen öffnet, aber nicht fixiert. Der Blick geht ins Leere und die Augen haben eine unnatürliche Farbe angenommen (was das auch heißen mag). Die Ärzte vermuten, dass er aufgrund des Schlaganfalls erblindet ist. Was selten vorkommt, aber es kommt eben vor.


    Außerdem scheint jetzt der Todeskampf zu beginnen. Seine Befindlichkeit ändert sich stündlich.


    Er würde es nicht wollen, dass ich ihn so sehe. Er ist hier bei mir, ganz nah und ich spreche oft mit ihm und sage, dass er gehen kann.

    Zitat

    Er würde es nicht wollen, dass ich ihn so sehe. Er ist hier bei mir, ganz nah und ich spreche oft mit ihm und sage, dass er gehen kann.

    :°_ Das ist das Beste, was du tun kannst.

    Ich bin sehr unsicher und habe Angst, die Mutter anzurufen. Wenn das eskaliert, dann habe ich gar keine Informationsquelle mehr. Drückt mir die Daumen, dass ich es hinkriege und es gut läuft.


    Mein Studium hilft mir zurzeit gar nicht. Immer, wenn man selbst betroffen ist, ist alles ganz anders.


    Aber ich bin postiv und werde sanft und einfühlsam meine Gedanken formulieren. Mal sehen. Ich berichte weiter.....

    Das Gespräch mit der Mutter war sehr intensiv und gut. Daran halte ich fest, weil sie die einzige Infomrationsquelle ist.


    ER kämpft weiterhin und ein Ende ist nicht absehbar. Wie schlimm ist das denn? Wie lange kämpft ein Mensch, um endlich abzutreten?


    Egal, wir und auch ich müssen Geduld haben. Entweder erwischt es uns jetzt oder auch in einigen Wochen. Alles ganz schwammig.


    Ich will einfach nur, das mein Schatz nicht leiden muss und entscheiden kann, das es nun zu Ende ist.


    "Hasi, auch ich akzeptiere, dass es zu Ende geht. Ich bin unendlich traugig und unfassbar, dass du nicht mehr für mich da bist. Wie soll ich ohne dich weiterleben?"


    Das Leben geht leider weiter, auch ohne dich. Aber du bist weiterhin an meiner Seite. Weil ich dich brauche und in Kleinigkeiten deine so ruhige Herangehensweise so geliebt habe....


    Ich kann ohne dich dich leben.... verdammt....


    Ich brauche dich – immer – .


    Ild

    Zitat

    ER kämpft weiterhin und ein Ende ist nicht absehbar. Wie schlimm ist das denn? Wie lange kämpft ein Mensch, um endlich abzutreten?

    Das kann leider, leider lange dauern. Allerdings gänzlich ohne Flüssigkeitszufuhr nicht, ich denke, er bekommt Flüssigkeit, Nacl-Infusionen eventuell. Oder doch mit Nahrungszufuhr? Es ist ja die Frage, ob seine Mutter die medizinischen Hintergründe überhaupt versteht.

    Zitat

    Ich will einfach nur, das mein Schatz nicht leiden muss und entscheiden kann, das es nun zu Ende ist.

    So wie du den Zustand schilderst, wird er nicht bewusst leiden, ganz bestimmt nicht.