Wie helfen nach Todesfall?

    hallo ihr lieben,


    also...


    gestern ist der opa von meinem freund gestorben.


    er ist sehr traurig, was verständlich ist.


    meine großeltern sind selbst dieses jahr gestorben. ich hab es verdrängt, bzw. tue es immer noch. aber ich bin innerlich gesehn stärker als er. ich will nicht, dass er es auch verdrängt. denn er lässt sich nix anmerken und gibt sich fast so wie immer.


    ich rede mit ihm, wenn er es will. höre ihm selbstverständlich auch zu. aber ich zwinge ihn nicht dazu. aber wie kann ich ihm helfen? was kann ich tun, dass er nicht alles in sich reinfrisst? ich fühl mich hilflos, da ich nicht weiß, was ich tun soll.


    als ich in der situation war der todesfälle, war das ganz anders. es kam mir vor, als wusste er, was zu tun sei.


    könnt ihr mir vllt. helfen?


    lieben gruß, robbe

  • 5 Antworten

    Sprich mit Ihm

    Ich bin dafür das Du Ihm zuhören musst, er muss spüren das Du eine starke und verständnisvolle Schulter hast.


    Sprich ihm zur Not drauf an das er darüber spricht!


    Alles Gute, und berichte mal wie es ihm denn so geht.


    MFG


    S2kT68m

    Wenn der Opa Deines Freundes nicht gerade duch einen Unfall ums Leben gekommen ist, dann kannst Deinem Freund ja vielleicht folgendes sagen:


    Der Tod ist ein Teil des Lebens. Ohne das vergangene Leben hätte es den Tod gar nicht gegeben. War das Leben mit dem Opa nicht zu schön, als ihm den Lebensabschluß nicht zu gönnen?


    Dein Opa hat sich sicherlich auf den Tod vorbereitet. Und für ihn ganz persönlich war es jetzt offensichtlich der richtige Zeitpunkt zu sterben.


    Gönne ihm seine letzte Entscheidung, wie Du die vorangegangenen Entscheidungen akzeptiert hast und sei nicht egoistisch. Wenn Du ihm seine Entscheidung mißgönnst, dann respektierst Du sie nicht.


    Es ist klar, daß man trauert, wenn man einen lieben Menschen verliert. Aber übertreibe es nicht. Das letzte was sich Dein lieber Opa gewünscht hätte, wäre, daß Du so unendlich traurig bist. Sei fair!

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    Ich sagte meiner Freundin als ihr Mann diesen Sommer verunglückte : Egal wann und wie, ich bin für Dich da, jederzeit.


    Sie nutzte dieses Angebot


    und sagte ganz klar was sie will und was nicht.


    ...nur kein Mittleid meinte sie , das könne sie grade nicht ertragen


    gez. Niky

    es ist ganz wichtig

    richtig zu trauern -das muss erst einmal jedem klar gemacht werden...es ist ok wenn man trauert..und...es ist sogar sehr wichtig und richtig! -erst wenn man weiß das trauern ok ist, kann man richtig trauern...


    hier habe ich dir etwas herausgesucht:


    Richtig trauern ist wichtig


    Es besteht heute weitestgehend Einigkeit darüber, dass die einzelnen Trauerphasen durchlaufen bzw. abgearbeitet werden müssen. Geschieht dies nicht, ist ein Zustand pathologischer (krankhafter) Trauer sehr wahrscheinlich. Häufigste Erscheinungsform der pathologischen Trauer ist die als chronische Trauer bezeichnete dauerhaft tiefe Depression. Beeinträchtigt werden kann die psychische Genesung u.a. durch unbewusste Schuldgefühle oder Aggressionen gegenüber dem Verstorbenen.


    Als eine der wichtigsten Ursachen der Unfähigkeit zu erfolgreicher Trauerarbeit wird auch die Verdrängung des Todes und der Sterblichkeit aus dem gesellschaftlichen Bewusstsein beschrieben. Als ein Grund dafür wird der Leistungs - und Erfolgsgedanke - vor allem in den westlichen Industriegesellschaften - angeführt. Ein Trauernder ist nicht optimistisch gestimmt, nicht vital und leistungsbereit. Er bleibt in der beruflichen Konkurrenz zurück bzw. wird von Vorgesetzten mit betrieblichen Erwartungen konfrontiert. Diese Umstände können auf die Unterdrückung der Trauer hinwirken oder wirken sich zusätzlich negativ auf das Befinden aus.


    Die einzelnen Trauerphasen wurden ursprünglich von Verena Kast, einer Schweizer Psychologin entwickelt und stellen heute eine wichtige Grundlage für das Verständnis der Trauerprozesse dar:


    Die Phase des Nicht-Wahrhaben-Wollens: Schock und Verleugnung


    Diese Phase kann von einigen Stunden bis zu einigen Monaten andauern. Der Betroffene hat die Nachricht des Todes erhalten, er kann sie aber gefühlsmäßig noch nicht nachvollziehen. Er ist wie im Schock.


    Die Phase der aufbrechenden Gefühle


    In dieser Phase wechseln sich Gefühle der Verzweiflung, der Hilflosigkeit, der Schuld und Wut ab. Zugleich geht diese Phase einher mit körperlichen Auswirkungen wie Appetitlosigkeit oder Fressanfällen, Schlaflosigkeit und Konzentrationsstörungen. Diese Phase kann sehr lange, zwei Jahre und länger, anhalten. Gerade in dieser Phase ist eine geeignete Trauerbegleitung sehr hilfreich.


    Die Phase der langsamen Neuorientierung


    In dieser Phase nimmt der Trauernde den Verlust langsam an. Er nimmt alte Gewohnheiten und Aktivitäten wieder auf und entwickelt allmählich ein neues Selbstwertgefühl.


    Neues inneres Gleichgewicht


    In der letzten Phase empfindet der Trauernde ein neues seelisches und körperliches Gleichgewicht. Er reflektiert die Vergangenheit mit dem Verstorbenen auch kritisch und hat sich ein neues Leben ohne den Verstorbenen aufgebaut. Ein neuer Lebenssinn wurde gefunden.


    Anzumerken ist, dass die einzelnen Trauerphasen zwar wissenschaftlich abgesichert sind, jedoch lediglich ein Modell darstellen. Die einzelnen Trauerphasen können sich überlappen bzw. zusammenfallen. Einzelne Phasen können auch in einer anderen Reihenfolge auftreten, jedoch muss für eine gelungene Trauerverarbeitung jede einzelne Phase durchlebt werden.


    Quelle: Ahorn-Grieneisen AG

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