Wut und Trauer auf toten Vater.

    Hallo, mein Papa ist am 14. Februar 2017 an den folgen einer schweren Herzinsuffizienz verstorben. Er wurde 76 Jahre. Zur Trauer um meinen Papa mischt sich auch Wut!

    Hier seine Geschichte. :

    1986 wurde bei meinem Papa eine schwere KHK festgestellt, die Koronararterien des Herzens verstopft, er war 46 Jahre und wurde sofort berentet. Ich war damals 13. Mein Vater hat Medikamente zur Herzentlastung bekommen. Damals hatte er nur bei Belastung beschwerden. Er ging 1 mal im Jahr zum Kardiologen zur Kontrolle.


    Im laufe der Jahre wurde er ganz langsam immer schwächer. Vor 8 Jahren war ich mit ihn zusammen beim Kardiologen, sein Herz war da bereuts so geschädigt, das der Kardiologe dringend einen Schrittmacher und Blutverdünnende Medikamente empfahl. Der Arzt hat meinem Papa genau erklärt, das seine Krankheit fortschreitend ist und welche folgen das haben wird. Sein Herz würde langsam aber sicher immer schwächer.

    Mein Papa hat das alles entweder nucht ernst genommen oder verdrängt, er hat den Schrittmacher und das Marcumar rigoros abgelehnt. Danach ging er nur noch sporadisch zum Kardiologen...

    2012 hatte er eine Schwere Pneumonie und musste ins Krankenhaus. Die Ärzte dort haben auch sein Herz untersucht und ihm auch ganz ganz dringend zu einen Schrittmacher gersten, sein Herz hatte kaum noch 35% Leistung! Auch diesmal hat mein Vater abgeleht. Nach der Pneumonie kam er wieder nach Hause und war eigentlich Beschwerdefrei. Anfang 2016 wurde er immer Schwächer und Luftnot, Wasser in der Lunge und an den Beinen.

    Die Ärzte sagten jetzt sei sein Herz so schwach, das er jeden Moment tot umfallen könnte. Letztendlich ist Papa am 14 Februar 2017 gestorben. Er könnte noch Leben, wenn er den Ärzten gefolgt hätte! Ich bin so wütend auf ihn!!!

  • 18 Antworten

    ich kann das gut verstehen:)_ letztendlich wirst du wohl keine Antwort mehr bekommen, warum er das alles abgelehnt hatte. Vielleicht hätte dir ein plausible Erklärung die Wut erspart.:°_


    Nun ist es so, wie es ist und du kannst dir nur immer wieder sagen, dass es SEINE Entscheidung war....und die musst du wohl akzeptieren:°_:°_


    Ich wünsche dir von Herzen, dass du deine Wut irgendwann in Trauer und schlussendlich in liebevollen Erinnerungen umwandeln kannst:)*:)*:)*:)*:)*:)*

    Warum hat man Schwierigkeiten damit, den anderen sein zu lassen, wie er ist/war? Wenn er beschlossen hatte, ich will keine Medis, dann wird er seinen Grund gehabt haben, er war erwachsen und muß sich da eigentlich auch nicht verteidigen.


    Vielleicht war er einfach des Lebens müde, gerade, weil eigentlich das Herz, außer mit einer Transplantation, nie mehr wirklich leistungsfähig geworden wäre. Dauernd Macumar ist auch kein Traum.


    Schließ Frieden damit, wenn er es anders gewollt hätte, hätte er so gehandelt.


    Mein Vater lehnt auch alle medizinischem Maßnahmen ab. Er hat das Leben satt und sagt jeden Tag, er will nicht mehr. Wobei er weit über 90 ist. Er meint, ohne Medikamente ginge das schneller.


    Er ist völlig klar bei Verstand. Ich akzeptiere seine Entscheidung. Er muß damit leben oder sterben, wie auch immer.


    Ich kümmere mich um mein Leben, warum soll ich mir das durch Wut versaubeuteln, die eh rein gar nichts bringt. Gelassen sein. (Gehen lassen, die Wut)

    Ich kann deine Gefühle nachvollziehen, glaube aber trotzdem, dass deine Wut nur anders kanalisierte Trauer ist. Dein Vater trifft die Entscheidungen mit wachem Verstand und man vermag von außen nicht immer verstehen, warum jemand so handelt, wie er handelt. Vielleicht fühlte sich das Verdrängen für ihn einfach besser an. Keine belastenden Arzttermine und Medikamente, einfach weiterleben und sich keine Gedanken machen, ob man später 4 Jahre mehr oder weniger lebt.


    Mein Vater ist jetzt 81 und trifft einige Entscheidungen für sein Leben. Ich rede mit ihm darüber, aber ich rede ihm nicht rein. Auch wenn ich nicht jede Entscheidung gut finde. Nur muss er sich damit wohl fühlen, und ich muss es akzeptieren können.

    Hallo TE (ich sehe deinen Namen hier nicht),


    ich kann deine Gefühle verstehen. Mir ging es mit meiner Mutter nicht gar so dramatisch aber ähnlich. Aber du kannst deinen Verstand aufrufen:

    - er hat so gelebt wie ER wollte (das ist nicht immer nachvollziehbar)

    - er wurde immerhin 76 Jahre alt, das entspricht ungefähr der Lebenserwartung

    - Ja, Marcumar ist auch nicht das Wahre. Herzschrittmacher wohl auch nicht.


    Hat er denn gejammert oder war er ruhig und friedlich ? [wenn jemand nur jammert aber Hilfe ablehnt das ist nicht ok]


    Ansonsten: :)*:)*:)* von Silbermondauge

    Zitat

    Er könnte noch Leben, wenn er den Ärzten gefolgt hätte! Ich bin so wütend auf ihn!!!

    Es geht nicht nur um die Lebensdauer, sondern vor allem um die Lebensqualität. Dein Vater hat - aus welchen Gründen auch immer - bewusst diese Entscheidungen getroffen, auch wenn es für dich im Moment nicht nachvollziehbar ist. Trotzdem solltest du es akzeptieren. Letztlich sterben wir alle früher oder später. Der Verlust ist ein unumgänglicher Bestandteil des Lebens.

    erst einmal möchte ich dir mein aufrichtiges beileid zum tod deines vaters aussprechen.

    es ist schwer einen geliebten menschen zu verlieren...

    aus eigener Erfahrung kann ich dir berichten dass es sehr schwer für die familie insbesondere für Kinder zu sehn dass es dem vater schwer krank ist aber jegliche medizinische hilfe aber auch arztbesuche verweigert.

    er wird bestimmt seine gründe gehabt haben wieso er diese Entscheidung getroffen hat..

    deine wut ist ja verständlich..aber im Endeffekt war es sein leben und seine entscheidung

    du solltest versuchen das zu akzeptieren und endlich versuchen damit frieden schliessen..

    der einzige trost der hier bleibt ist dass er von seinem leiden erlöst ist ...

    so sollte man das sehn.

    auch wenn es sehr schwierig ist.

    in deinem herzen wird er immer bei dir sein.

    wenn du möchtest kannst du dich gerne jederzeit per pn eine Nachricht schreiben.

    oftmals besteht nach dem Tod eines angehörigen grosser redebedarf.

    da ist es wichtig dass jemand da ist der zuhört.

    ich möchte mich hier anbieten für dich da zu sein..

    melde dich einfach wenn dir dannach ist.

    alles liebe elli

    Hey! Ich kenne leider ähnliche Geschichten aus der Familie... Solch ein Verhalten kann natürlich verschiedene Gründe haben: Mißtrauen gegenüber Ärzten/der Medizin, Angst vor Risiken und Nebenwirkungen und nicht zuletzt der Sturkopf... Außerdem denke ich auch, dass da wohl einige ihren Körper überschätzen und lieber locker so weiterleben wollen, eben ohne irgendwelche Eingriffe oder Maßnahmen. Also so war es jedenfalls bei einer gewissen Person in der Familie. Man saß nur sprachlos daneben, sah das Ende kommen und dann kam das Ende auch... Sei nicht wütend! Dieses Schicksal war selbstgewählt. Du kannst daran nichts ändern. Alles Gute!

    76 Ist doch ein hohes alter das er noch erreicht hat und das ohne Medikamente.

    Mein Vater ist mit 52 gestorben weil er nie zum Arzt gegangen ist. Und als er dann gegangen war war es zu spät. Aber ich bin nicht wütend auf ihn. Er hatte 3 Jahre vorher schon einen Schlaganfall gehabt und danach wollte er schon eigentlich nicht mehr. Er musste alles neu lernen , reden , lesen, schreiben. Versprach sich oft wodurch er sich Aufregte und konnte auch nicht mehr Arbeiten gehen. Man merkte wie er von Tag zu Tag unzufriedener wurde.
    Wie erwähnt ging er nicht zum Arzt bis er eines Tages nicht mehr die Treppen zu unserer Dachwohnung hoch kam. Als er dann ging war es zu spät es hatte sich ein großer bösartiger Krebstumor in seinen Bauch entwickelt der Blut und Kalorienen verschluckte.
    So hab ich (damals 17) mit ansehen müssen wie er immer schwächer wurde nach jeder Chemo, wie aus einem großen kräftigen Mann inerhalb 3 Monate ein abgemagertes Skelett wurde bis kurz nach Ostern 2005 der 2 Schlaganfall folgte und ihn dann den Todesstoß gab. Er lag danach noch ne Woche im Krankenhaus und vegietierte vor sich hin bis der Körper ihn endlich frei gelassen hatte und er friedlich einschlief, zu mindestens sagte das meine Mutter zu mir ich war nicht dabei.
    Auf einen Menschen böse zu sein der geht ist falsch. Ich denke es war eine Erlösung. Du hast geschildert das er nicht mehr viel konnte wegen dem schwachen herzen und ich finde den Gedanken schwach weiter leben obwohl man nicht möchte eher grausam. Genau wie wenn man Menschen auf Teufel komm raus mit Maschinen am Leben erhält ich finde das grausam. Jeder geht irgendwann mal ob nun früher oder später aber es ist so.Behalte ihn einfach in guter Erinnerung und denke daran das es ihm auch wenn er euch zurück gelassen hat nun besser geht und er frieden hat.
    Dieser Gedanke hat mich als ich 17 war beruhigt, der Gedanke das mein Vater nicht mehr leiden muss :3

    Alles gute

    Mein Vater ist mit unter 40 gestorben, weil er nicht zum Arzt ist. Ich war jahrelang sauer auf ihn, weil wir Kinder damals noch so klein waren und ihn das wohl egal gewesen ist.

    Erst später habe ich erfahren, daß es bei seiner Krankheit meist schon zu spät ist, wenn man es entdeckt.

    Erst das hat mich etwas besaenftigt. Wenn man Familie hat, gehört einem sein Leben nicht mehr alleine und wenn man seinen lieben absichtlich schaden zufügt, dürfen die auch wütend sein.

    Schwieriges Thema... ich erlebe bei meinem Vater gerade fehlende Einsichtigkeit (demenzbedingt), die aber im Kern nicht anders ist als die Sturheit, die er seit seinem Schlaganfall im Alter von 39 Jahren an den Tag gelegt hat. Jahrzehnte weiter geraucht, Ernährung egal (heute Diabetes Typ 2, aber futtert Süßigkeiten ohne Ende).

    Es sind auch wenig Gespräche möglich (gewesen); er will "sich nichts verbieten lassen" und "nicht auf Lebensqualität verzichten". ANGST spielte wohl auch eine große Rolle über die Jahre. "Was ich nicht weiß...".


    Manches ärgert mich. Bei vielen Dingen sage ich aber: Er war damals klar. Es waren seine bewussten Entscheidungen, die sich für ihn richtig anfühlten. Ob aus Fatalismus oder Ängstlichkeit. Er ist erwachsen, er hat das Recht auf sein Leben und seine Entscheidungen. Mittlerweile weniger, weil er es nicht mehr durchblickt. Das hat er früher aber.

    Klar ist es egoistisch und klar hat es auch Folgen für mich. Aber... es ist zuallererst SEIN Körper und SEIN Leben. Also...

    Und: Es ist die Vergangenheit. Egal, wie sehr ich mich aufrege/aufreibe: Es ändert nichts mehr. Ich habe letztlich meinen Frieden gefunden... Denn: Es ist MEINE Lebenszeit, die ich jetzt gestalte. Mache ich es mir schön, oder hege ich Groll, dessen Quelle nicht mehr zu verändern ist? Damit ruiniere ich meine Gesundheit. Angemessene Wut, wenn man auf das Thema kommt: Ja. Dauerhaftes Grollen: Nein.

    ich bin wütend weil mein Vater nie die Schwere seine Krankheit verstanden hat. Trotz ausführlichen Erklärungen hat er nicht verstanden, wie das Herz arbeitet, was eine KHK ist, was eine Herzschwäche und die Arbeitsweiseeines Herzschrittmachers hat er auch nicht begreifen wollen. Er hat die Ärzte einfach nicht ernst genommen und immer gedacht, die würden übertreiben. Er war nicht konsequent und hat bewusste Entscheidungen getroffen, er war ei fach nur ignorant. Darum meine Wut! Und Trauer!

    das ist verständlich...denn wenn er rechtzeitig professionelle hilfe angenommen und sich behandeln lassen hätte lassen würde er noch leben..

    aus welchen gründen er diese Entscheidung getroffen hat...er hat es getan..

    für die Hinterbliebenen ist das oftmals sehr schwer zu verstehn.

    auch wenn es aus deiner sicht ignorant war so lässt es sich nicht mehr rückgängig machen..

    willst du dein ganzes leben lang wütend auf ihn sein?

    was würde das bringen?

    das würde ja dein ganzes leben beeinflussen..

    willst du das wirklich?

    vielleicht würde es dir helfen selbst professionelle hilfe anzunehmen.

    dass du lernst damit umzugehn...

    wäre das vielleicht eine option für dich?

    übrigens...mein angebot dass du dich jederzeit melden kannst war ernst und ehrlich gemeint und bleibt so wie für alle hier im forum aufrecht.

    denn das kann sehr hilfreich sein.

    ob du es annehmen willst oder dich dagegen entscheidest ist natürlich deine sache.

    lg elli