Allergie als Depressionsauslöser?

    Ich habe jetzt seit ca. 5 Jahren Allergieprobleme, gegen immer mehr Pollen dazu die üblichen Kreuzallergien gegen Lebensmittel und vor allem auch eine ziemlich lästige Allergie gegen Parfum.


    Allerdings halten sich die rein körperlichen Symptome (Augenbrennen, Schnupfen etc) in recht erträglichen Maßen. Unerträglich dagegen ist, daß sich die Allergien bei mir eher in Form von psychischen Symptomen äußern, nämlich je nach Stärke von Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten bis hin zu einer ausgewachsenen Depression mit Selbstmordgedanken!


    Klingt vielleicht bescheuert und nach Psychosomatik, ist es aber nicht. Die Probleme fangen tatsächlich an, sobald ich mit einem Allergen in Kontakt komme, und hören wieder auf, wenn ich Antiallergika nehme.


    Kennt irgendjemand dieses Phänomen? Ist das überhaupt eine richtige Allergie? Und kann man eventl irgendetwas dagegen machen? Desensiblisierung hat schon mal gar nichts gebracht. Im Moment habe ich eine Ladung Depot-Cortison intus. Hilft sehr gut, kann man aber auch nicht ewig nehmen. Würde mich über alle Tips freuen.

  • 24 Antworten

    @ DanYack Re: Allergie als Depressionsauslöser?

    Das klingt ganz und gar nicht verrückt. Mir geht das auch so. Ich habe unter anderem Neuordermitis, Hausstauballergie, Heuschnupfen, starke Lebensmittelallergie und allergisches Asthma. Und bei mir ist es auch schlimmer wenn ich unter Stress leide oder ähnliches. Dann bekomm ich auch Stimmungsschwankungen die hin bis zu Selbstmordgedanken reichen. Ich dachte auch immer ich würde mir das nur einbilden, aber ist tatsächlich so und war deshalb auch schon beim Arzt. Der hatgesagt das das bei manchem Menschen vorkommen kann, aber das es kein genaues Mittel dagegen gibt.


    Also keine Sorge, du bist nicht verrückt.

    Hallo DanYack

    ...ist zwar schon ein paar Wochen her, aber ich kenn das auch so wie Du.


    Ich habe nachgewiesenermaßen eine Pollenallergie gegen diverse Frühblüher, Gräser, etc... aber kaum Schnupfensymptome, keine Triefnase, eher sogar eine zu trockene Nase...dafür Müdigkeit, Benommenheit u. ä.


    Ebenso leide ich seit Jahren an psychischen Verstimmungen die als Depression diagnostiziert wurden. Im Winter gehts mir aber immer wesentlich besser und ich bin mir sicher, daß zwischen Allergie und Depression bei mir ein entscheidender Zusammenhang besteht.


    Liebe Grüße


    Simone

    Hallo Zusammen


    Möchte Euch allen Mut machen und Euch mitteilen, dass Ihr nicht alleine seid. Seit einigen Jahren hat man entdlich begriffen, dass es psychosomatische Krankheiten gibt. Vermute, dass es jetzt noch viele Jahre gehen wird, bis man in der Medizin allgemein endlich auch begreift, dass es somatopsychische Krankheiten gibt.


    Körper und Psyche sind miteinander verbunden und insbesondere deer Darm (welcher ca 80% des immunsystems enthält) und das Gehirn. Nebenbei gehen doppelt so viele Nerven vom Darm ins Gehirn, wie umgekehrt.


    Zu den Allergieen:


    Es handelt sich dabei oft nicht um klassische Allergieen die man mit den klassschen Test herausfinden könnte, sondern um versteckte Allergieen, insbesiondere bei der Nahrung.


    Empfehle euch dabei sehr das Buch von Frau Prof Dr Rapp "Ist das Ihr Kind?" welches grösstenteils auch auf Erwachsene anwendbar ist. Ein Buch welches monatelang auf der Bestsellerliste der New York Times war. Hilfreich wäre auch das Buch "Optimale Ernährung für die Psyche" von Patrick Holford.


    Dan und Lovely rate ich strikte alle Milchprodukte zu mieden. Wenn es vieleicht Anfangs mit der Psyche noch schlimmer wird, dann wäre dies ein sixcheres Anzeichen, dass Ihr Milch nicht verträgt.


    Um weitere und konkretere Tipps geben zu können müsste ich folgendes Wissen:


    - Habt Ihr trockene haut, lLppen und/oder Haare?


    - wie sind die Fingernägel? brüchig, weich, splitterig?


    - wie ist der Stuhlgang? oft und weich, oder oft verstopft?


    - habt Ihr ein aufgeblasenes Bäuchlein, Verdaaungsbeschwerden?


    - habt Ihr Froschfinger oder lange Wimpern?


    - habt Ihr dunkle Ringe oder Falten unter den Augen?


    - habt Ihr eine bleiche Gesichtsfarbe?


    - nehmt Ihr Medis, Antibiotika,


    - habt Ihr amalganfüllungen, wieviele?


    Bin gespannt


    Gruss


    beat

    @ BeatCh

    Hi du,


    ach wießt du, wenn ich mich strikt daran halten würde und nur das essen würde was ich essen darf würd ich glaub verhungern.


    Zu deinen Fragen:


    ja ich habe sehr trockene haut, vorallem ums kinn und den mund rum und hinter den ohren. Beine und Arme geht so, die creme ich meistens cm dick ein dann ist es ok. Meine haare sind nicht sehr trocken. würd sagen normal,


    Jap meine Fingernägel sind zwar lang aber die sind so weich das ich sie umbiegen kann. und sie brechen bei der kleinsten bewegung ab.


    Verdauungsprobleme hab ich keine.


    Meine Wimpern und Finger sind ganz normal.


    Außer der Pille nehm ich nicht regelmäßige Tabletten oder so.


    Amalganfüllungen hab ich. Aber wieviel weiß ich nicht, ich glaub 3 oder so.


    Bist du Arzt oder wieso wolltest das alles wissen?


    Gruß Angel

    Hallo Samara


    Die trockene haut weisst auf einen Fettsäuremangel hin. Eine Folge davon kann auch Depressionen sein. Rate dir zu einem Fischölpräpaarat mit hohem EPA Anteil, zb Eye Q aus der Apotheke odêr unter www.cenaverde


    Zur Nahrung:


    Wenn Du strikte Milch- und Glutenprodukte meidest, dann werden meist die anderen Unverträglickeiten auch reduziert.


    Offener Punkt: Wie ist Dein Stuhlgang? Weich? mehrmals täglich?


    Bin nicht Arzt, sondern Gründungsmitglied einer selbsthilfegruppe und habe so indirekten kontakt zu internationalen Ärzten


    Gruss


    beat

    Hi Beat

    Also wenn ich aufhören müßte Milchprodukte zu essen, wäre ich glaube ich allein deshalb schon depressiv. Irgendwas Leckeres muß man doch noch zu sich nehmen dürfen! Aber bis jetzt habe ich noch nie einen Unterschied zwischen milchreichen und milchfreien Zeiten feststellen können.


    Auf Deine Fragen:


    Meine Haut ist mäßig trocken, normale Bodylotion reicht völlig, Haare und Fingernägel sind OK, Verdauung meist problemlos, Stuhlgang hängt von den Umständen und der Ernährung ab, Froschfinger kenn ich nicht, hab ich wohl aber auch nicht, genauso wenig wie Ringe unter den Augen. Nehme keinerlei Medikamente (außer Antiallergika und jetzt das Cortison), und habe wohl einige Amalganfüllungen.


    Außerdem ließen die meisten meiner Allergien in den normalen Tests nachweisen (+einer Hausstauballergie, die mir bis jetzt selbst allerdings nie aufgefallen ist). Nur die Parfumallergie war lange Zeit nachweisresistent.


    Was ist das denn für eine Selbsthilfegruppe, die Du da gegründet hast?


    Schöne Grüße,


    Dan

    Für mich klingt das nach einer Mischung aus Allergien und MCS. MCS = multiple chemical sensitivity läßt sich nicht in Allergietests nachweisen und bedeutet, daß man z.B. auf Parfums, Duftstoffe aller Art, aber auch Chemie aus Möbeln, in Farben und Lacken usw. heftig reagiert. Ich kann z.B. nicht lange in einem Möbel- oder Kleidergeschäft sein, weil es mir dann ganz anders zumute wird: total müde, Triefnase, die Augen sehen schlechter...


    Grund dafür kann eine längere Belastung = Sensibilisierung mit chemischen Stoffen aller Art sein, z.B. mit Formaldehyd, irgendwelchen Lacken oder Klebern, Benzol. Aber auch mit Amalgam und/oder anderen Metallen wie Palladium. Selbst Gold kann Unheil anrichten, vor allem in Verbindung mit anderen Metallen im Mund.


    http://www.hennek-homepage.de/…ilfeinitiative/wohng3.htm

    @ beat

    Ich habe Neurodermitis und deshalb auch die trockene Haut. Heute ist wieder ein sehr schlimmer Tag für mich. Habe seit ungefähr zwei Monaten andauernd sehr trockene haut um den Mund und das Kinn. Das creme ich dann immer ein und irgendwann brennt es dann furchtbar und alles ist rot und schuppig. Ich schäme mich so sehr dafür das ich mich nur noch daheim verkrieche und kein Arzt kann mir helfen. Der Hautarzt hat mir 3 Cremes mit verschieden viel Cortison verschrieben aber irgendwie hilft das alles nichts. ich würde alles dafür geben das es wieder vorbei ist!


    Mein Stuhlgang ist eigentlich normal außer das ich ganz oft Durchfall habe. Mindestens alle 1 bis 2 Wochen.


    Wie heißt denn deine Selbsthilfegruppe?


    Lieber Gruß Samara

    Mittlerweile muss ich sagen werde ich viel depressiver, wenn ich im Laden stehe und auf was Lust habe, mir dann die Zutaten durchlese und feststellen muss, dass wieder etwas drin ist was ich nicht vertrage bzw. meiden soll.


    Hatte schon über ein Jahr alles explizt vermieden, was ich nicht essen durfte und ja es geht einem dann in der Tat besser. Aber ich nehm mittlerweile lieber eine Unverträglichkeit in Kauf, als mir ständig Gedanken machen zu müssen, was darf ich essen und was nicht.


    Vorallem macht man sich irgendwann verrückt und außerdem kann man auch wenn man noch so aufpasst nie alles vermeiden. Alleine schon wenn man essen geht oder täglich in der Kantine o.ä. was glaubt ihr was da alles mit drin ist...


    Zur Zeit kaufe ich wieder alles worauf ich Bock habe. Nehme halt Verdauungsstörungen und einen Blähbauch in Kauf. Dafür hab ich Spass am Essen und mach mir keine Gedanken.


    Die schlimmsten Symphtome sind bei mir Nachts, geschwollene Hände und Füsse. Magenbrennen und Müdigkeit und Magenbeschwerden.


    Aber man kann sich ja einstellen. Wenn ich wichtige Meeting habe, wo ich einen klaren Kopf brauche, meide ich halt die Sachen, dagegen wenn ich am Wochenende zuhause bin, dann lasse ich's mir gut gehen, egal was mein Körper sagt, denn schließlich soll man auch noch Spass am Leben haben und nicht auf alles verzichten müssen.


    Man lernt zudem ganz schnell was einem überhaupt nicht bekommt und was man doch relativ gut vertragen kann...


    Fazit: Nicht zu sehr verrückt machen lassen und das Leben genießen. Schließlich lebt man nur einmal :-)

    ich glaube, daß das auch ein wichtiger Punkt ist: die Lebensqualität, die durch die Allergie sehr leiden kann..wenn ich dauernd übermüdet bin wegen meiner Allergie, kann ich gut nachvollziehen, daß man darauf keinen bock mehr hat..


    Ferndiagnosen sind m.E. immer schwierig

    @Dan

    Hey Dan,


    kann Deinen Gefühlszustand schon nachvollziehen... Mir geht es ähnlich. Ich habe so viele Allergien, dass ich mir schon gar nicht mehr die Mühe mache, es testen zu lassen. Das schlimmste ist der Heuschnupfen, doch dagegen kann ich ja auch nichts wirklich machen, abgesehen von drinnen bei geschlossenen Fenstern hocken (was ich auch oft mache). Ich stopfe mich mit Kortison und Sudafed (Pseudoephedrine) voll, um einigermaßen fit und vor allem leistungsfähig zu sein. Die Allergien ziehen mich so runter... ich mag oft nicht raus, bin müde, antriebslos und schlapp... dazu dann Panik und Druck, mein Unizeugs so nicht so schaffen. Es wird auch nur schlimmer... jetzt kommen noch immer mehr Nahrungsmittelallergien hinzu, dazu die Nebenwirkungen der Medikamente (doch ohne halte ich es gar nicht aus). Habe auch zig alternative Heilmethoden ausprobiert, meine Ernährung geändert (esse so gut wie KEIN Obst und Gemüse mehr). Du hast warscheinlich auch eine Liste mit Sachen, die Du unternommen hast, oder? Wieviel Kortison nimmst Du? Habe dieses Jahr zum ersten Mal eine Spritze bekommen. Mir geht es auch besser, doch zwischendurch kommen dennoch so Attacken, wo ich schlaftrunken und fertig durch die GEgend wanke. Es ist so schrecklich und wird ja nur noch schlimmer, schlimmer, schlimmer... Macht mir so Angst. Wo soll das hin führen? Dazu kommen noch Schluldgefühle, weil Allergien ja angeblich mit der Psyche zusammen hängen. Verstehe ich aber nicht. Ich bin ansonsten mit meinem Leben sehr zufrieden. Das grösste Problem sind meine Allergien, die stressen mich und lösen bei mir echt deprissionsähnliche Zustände aus. Ja, musste ich mir mal von der Seele schreiben... bist also nicht allein!


    Lieben Gruss.

    @BeatCH

    Hi,


    Du hast geschrieben, dass man Milchprodukte meiden sollte... Meinst Du wirklich alle Milchprodukte? Ich habe nämlich gehört, dass viele Allergiker auf reine Milch allergisch reagieren, doch andere Produkte wie Joghurt und Käse schon wieder besser vertragen werden.


    Gruss.

    @Kathrinse

    Bin ja wirklich froh, daß es nicht nur mir so geht. Ich war nämlich auch schon nahe dran, mir irgendwelche psychischen Ursachen auszumalen und zu grübeln, was ich wohl falsch gemacht haben könnte, daß mir mein Unterbewußtsein nun dermaßen das Leben verhagelt.


    Allerdings habe ich wirklich nichts gefunden, und da alle meine Depressionen bei Einnahme von Antiallergika verschwinden, gehe ich mal davon aus, daß hier wirklich mein Körper der Psyche einen schlechten Streich spielt.


    Ansonsten habe ich die üblichen Desensiblisierungsversuche hinter mir, drei Jahre lang Spritzen, besser sind die Allergien nicht geworden, dafür tun mir jetzt eine Woche bevor bei mir eine Erkältung o.ä. ausbricht, die Oberarme weh. So ein Frühwarnsystem ist schon irgendwie praktisch, war aber nicht wirklich das, was ich mit der Therapie erreichen wollte.


    Von anschließenden Therapien wie Akupunktur hat mir meine Ärztin abgeraten, weil sie meinte, ich sei nun austherapiert.


    365 Tage im Jahr Lorano schlucken geht auch nicht, obwohl das durchaus die gröbsten Symptome abfängt.


    Ein anderer Arzt hat mir jetzt im zweiten Jahr eine Depotspritze Cortison gegeben: Triam40 (80mg). Das hält ca. ein halbes Jahr vor, und was soll ich sagen: Ich kann wieder im Frühling spazieren gehen, ohne hinterher heulend in der Ecke zu liegen oder mich aus dem nächsten Fenster stürzen zu wollen! Ein tolles Gefühl. Dummerweise schweigt er sich über mögliche Nebenwirkungen hartnäckig aus. Aber was solls, vorher war's ja auch kein Zustand mehr.


    Arbeiten konnte ich auch nicht mehr richtig, weil ich entweder dauernd über den Büchern eingeschlafen bin, oder mich nicht konzentrieren konnte. Wenn mir jetzt trotz der Spritze so was passiert, weil die Pollenbelastung einfach zu hoch ist, schmeiß ich einfach noch ne Tablette hinterher. Man muß doch leben!


    Was die Ernährung angeht: Bei mir gibt es fast nur noch Milchprodukte (Buttermilch und Jogurt, die ich ganz ausgezeichnet vertrage!) und Südfrüchte, beim Gemüse esse ich allerdings noch immer alles, solange es nur gut durchgekocht ist (Großmutter läßt grüßen...). Dann habe ich damit keine Probleme. Fisch und Fleisch gibts unter dieser Bedingung auch nach Lust und Laune. Mit Brot muß ich z.T. aufpassen. Ach ja und die Milchschokolade habe ich durch Zartbitterschokolade der teureren Art ersetzt.


    Und was bei mir auf jeden Fall immer hilft, ist Sport und dabei ganz mächtig schwitzen. Ich hab letztes Jahr mit Kung Fu angefangen, und zwinge mich auch gerade dann, wenn ich eigentlich überhaupt keinen Antrieb habe und es mir mies geht, hinzugehen. Und danach geht es mir immer besser!


    Eine Ärztin meinte mal, ein mögliches Mittel gegen Allergien, sei es schwanger zu werden, aber zu dieser Therapie habe ich bisher noch nicht gegriffen. Obwohl, man sollte ja alles mal probieren...


    Schönen Gruß und nur nicht unterkriegen lassen!


    Dan