Fischunverträglichkeit oder Allergie?

    Hallo, ich habe am Wochenende Fisch gegessen. Hochwertiger Tiefkühlfisch, frisch gekauft, MHD bis 2012, Scholle, schonend gegart in Alufolie, mild gewürzt mit wenig Kräutern, dazu etwas Reis und 1 EL Spinat.


    Zehn Minuten später hatte ich Durchfall, starke Übelkeit, Brechreiz, Schweißausbrüche, Hitze im Körper, Schwindel, Herzrasen und Ausschlag auf den Armen. :°(


    Das blieb, bis ich Abend schlafen gegangen bin und die Magendarmbeschwerden wurden immer schlimmer.


    Ich kann mir nur vorstellen, dass das am Fisch gelegen hat. :(


    Geht es jemandem genauso oder weiß jemand mehr? Ich habe sowas noch nie gehört.


    (Hab den Faden doppelt, aber leider weiß im Magen Darm Forum niemand Bescheid.. ":/ )


    LG

  • 17 Antworten

    Hi,


    so wie du es beschreibst, "kann" es schon eine Allergie sein. Aber von den Symptomen her wäre diese jedoch schon jenseits von "leicht". Mich macht es eben skeptisch, weil du sagtest "Tiefkühlfisch", aber frisch gekauft. Kann also auch der Fisch selbst gewesen, sein der vielleicht nicht mehr ganz so frisch war und daher die Probleme verursacht hat. Hast du den Fisch alleine gegessen? Wenn nicht, hatten auch andere damit ein Problem? Hattest du vorher schonmal eines der oben beschriebenen Probleme mit dem Verzehr von Fisch?


    Bitte denk dran, dass wir hier vorwiegend Laien sind und auch nur vermuten können. Wenn dein Problem also länger andauerd ab zum Arzt und das checken lassen.

    Danke für die Antwort schon einmal. Ich habe den Fisch alleine gegessen. Es war welcher von Bofrost. Dort kaufen wir eigentlich immer den Fisch und sind sehr zufrieden, d. h. meine Eltern sind sehr zufrieden und ich war es früher auch, hatte aber sehr lange keinen Fisch gegessen, ca. 2 Jahre lang.


    Nachdem ich durch Magersucht und Magenprobleme vieles nicht mehr gegessen habe, taste ich mich da gerade langsam heran.


    Eine bewiesene Allergie habe ich eigentlich nur gegen Curry (im Nahrungsmittelbereich).


    Und was Nahrungsmittelunverträglichkeiten angeht ist meine Ärztin leider nicht sehr offen. :( Die gibt mir nur den Tipp, es immer wieder zu probieren. Toll. :(


    Mich hätte eben nur einmal interessiert, ob es jemandem auch schon so gegangen ist und eine Allergie gegen Fisch möglich.


    (Dass man auf Obst, Gewürze und Gemüse reagiert, kann ich ja noch verstehen...)

    Hast Du den Fisch selber zubereitet oder war das ein Fertiggericht? In vielen Fertiggerichten werden Geschmacksverstärker, z. B. Glutamat, Hefeextrakt u. ä., zugesetzt und da reagieren viele Menschen empfindlich drauf ( http://de.wikipedia.org/wiki/Glutamatunvertr%C3%A4glichkeit )

    Ich habe den Fisch (ohne jegliche Zusätze, naturbelassenes Schollenfilet) aus der Tüte genommen, gefroren in Alufolie gelegt und mit 1 Prise Salz, frischem Thymian und Petersilie, sowie sehr wenig Butter gewürzt. Nach 15 Minuten war der Fisch gar und heiß.


    Auf Fertiggerichte verzichte ich seit Jahren völlig. Ich mache alles selber. :)z

    Nochmal zum Thema:

    Zitat

    Zehn Minuten später hatte ich Durchfall, starke Übelkeit, Brechreiz, Schweißausbrüche, Hitze im Körper, Schwindel, Herzrasen und Ausschlag auf den Armen.

    Also bis auf das Herzrasen und dem Ausschlag kenne ich solche Reaktionen von mir auch. Das Blöde: Es ist nicht festzumachen. Mal habe ich es nach zu viel Eiweiß (=Fisch), dann wieder nicht, dann habe ich es nach Glutamat und Co.... (Döner z.B.), dann mal wieder nicht.


    Früher war es noch schlimmer, da ich erhöhte Gefahr von Panikattacken hatte...da kam dann schon auch Herzrasen (Hyperventilation) hinzu.


    Heute schaue ich vor allem auf das "Drumherum":


    Bin ich besonders angespannt? Gestresst? Belastet? Was habe ich sonst noch gegessen? Oder habe ich sogar zwei Tage mal nichts gegessen und es ist das erste Essen? Dann kein Wunder wenn mein Magen sich beschwert, grade bei Fisch (oder Fett). Ich neige dazu in Stresssituationen nichts runterzubekommen und wenn's dann wieder geht, "meckert" mein Magen ein wenig ;-).


    Also ich bin für mich inzwischen so weit, dass die einzige "Gemeinsamkeit" die diese "Anfälle" haben, ein unregelmäßiges Essen ist. Man vergisst doch zwischendrin, dass der Körper in langem Zeitraum arbeitet, sprich, die "Sünden" vom Vortag können sich durchaus erst Heute oder auch Morgen zeigen.


    Wie ist es bei Dir? Wie hast Du die Zeit (Tage) davor gegessen? Zu viel Alkohol getrunken? Oder, oder?

    Hallo Isabell, danke für deinen Beitrag. Das kommt mir sehr bekannt vor. Ich habe z. B. in der Akutphase meiner Magersucht, als ich dann zunehmen wollte, keinerlei Eiweiß mehr vertragen, keinen Apfel, keine Beeren, keine Eier – und vor allem keine Milchprodukte. Ich habe sofort mit heftigem Schwindel, Benommenheit, kaltem Schweiß, Blutdruckabfall und Herzrhythmusstörungen reagiert. :( Das geht inzwischen alles wieder. (Ein Glück!) Nur, dass ich von Eiern immer noch heftige Darmkrämpfe und Durchfall bekomme, wenn ich mehr esse, als jeden 2. Tag 1 Ei.


    Panikattacken… ja. :( Kenne ich auch gut. Wegen der Magenprobleme (schlimme Magenprobleme), habe ich immer, wenn ich etwas "neues" ausprobiere oder etwas esse, von dem ich beim letzten Mal Probleme hatte, immer so eine Grunderwartung/Grundangst Sodbrennen zu bekommen. Das allein macht mich schon so fertig, dass es Panik auslöst.


    Angespannt und gestresst bin ich fast immer… am Wochenende meistens nicht, deswegen kann ich das als Ursache eigentlich auch ausschließen an diesem Tag.


    Ich esse allgemein sehr überschaubare Dinge, so dass ich dann schon genau weiß, was der Grund war. Meine Ernährung ist leider recht einseitig, früh gibt es Haferbrei, dann einen Apfel als ZM, Mittags entweder Butterbrot mit Ei, Käse oder Honig – oder Müsli (Joghurt, Haferflocken, Trockenfrüchte) + Apfel oder Banane oder anderes Obst nach Saison, dann Quark oder Joghurt (pur) als ZM, und Abends immer Salzkartoffeln mit gedämpften Gemüse.


    Zwischendurch esse ich nichts (also kein Süßkram, nichts naschen hier und dort) und trinke niemals Alkohol oder Kaffee (es gäbe die gleichen Symptome wie vom Fisch am WE, hab ich schon getestet), ich trinke nur Wasser ohne Kohlensäure und ungesüßten Tee (Fenchel, Rotbusch, Lapacho, milde Kräuter)


    Ich glaube nicht, dass es nach dem Fisch eine Panikattacke war, denn ich war innerlich ganz ruhig, nicht nervös, nicht ängstlich, und die Symptome haben sich primär in Magen/Darm abgespielt.

    Zitat

    Ich glaube nicht, dass es nach dem Fisch eine Panikattacke war, denn ich war innerlich ganz ruhig, nicht nervös, nicht ängstlich, und die Symptome haben sich primär in Magen/Darm abgespielt.

    Hmmm...vielleicht ist das ja auch positiv zu sehen?


    Also wenn Du davor immer so reagiert hast, also mit Panik und auch diese Erwartungshaltung hattest (kenne ich auch alles, man horcht ZU sehr in sich rein) und jetzt kam eben keine Panik hinzu – vielleicht heißt das, dass Du besser damit umgehen kannst?


    Verstehst Du was ich meine? Beunruhigt Dich denn jetzt eigentlich nicht vielmehr, dass die Symptome zwar bekannt sind, Du aber psychisch anders reagierst? Könnte das sein? ;-) @:)

    Hm, natürlich beruhigt es mich schon, dass ich keine Panik mehr vor dem Essen habe, da ich jetzt ja weiß, dass es mir im Normalfall nichts tun wird. Ich bin vor einmal halben Jahr noch davon ausgegangen, wenn ich einen TL Quark esse, könnte ich hinterher an Kreislaufversagen sterben, weil ich mir meine Eiweißunverträglichkeit nicht anders erklären konnte, als dass es tödlich und gefährlich ist, das zu essen.


    Der Wunsch, Fisch zu essen, ist dagegen jetzt erstmal dahin. :-| :-X


    Das psychisch anders reagieren würde ich auch eher darauf zurück führen, dass man irgendwann einfach abstumpft...


    Wie bist du deine Probleme los geworden?

    Ach, das ist doch gemein alles... vllt. war ja auch der Supergau, dass ich Spinat dazu gegessen habe – der enthält ja reichlich Histamin. (Sonst vertrage ich ihn zwar, aber diese Kombi war vllt. doch zu viel)

    Hapare

    Zitat

    Wie bist du deine Probleme los geworden?

    Hmm...wie habe ich das gemacht?


    Naja, dazu ein wenig zu meiner Vorgeschichte: Ich war lange Jahre panikkrank. Und es ist ja allgemein (zumindest unter Panikkranken) bekannt, dass Magen/Darm-Tätigkeiten sehr oft Auslöser sind.


    Vor genau zwei Jahren hatte ich nochmal einen schweren Rückfall. Es ging soweit, dass ich mich kaum traute auch nur irgendwas zu essen, bis ich gar nichts mehr aß. Ich war dermaßen konzentriert auf jede Reaktion meines Körpers, es war unglaublich. Da der Körper jedoch immer reagiert – ob man isst oder trinkt, egal was man isst oder trinkt, bzw. nicht isst oder trinkt – wurde es immer schlimmer. Ich traute mich kaum noch auf's Klo zu gehen. Ich war total konzentriert auf meinen Körper.


    Wahrscheinlich habe ich es meiner hartnäckigen Persönlichkeit zu verdanken, dass ich nicht nachgelassen habe: Ich habe einfach gegessen worauf ich Lust hatte. Und nach und nach, nachdem ich merkte, dass ich davon nicht sterbe oder sonstig Schlimmes passiert ging es immer besser. Und wie gesagt: Heute kommt es noch immer vor, dass ich mal empfindlich reagiere. Aber es ist dann nur noch unangenehm und stürzt mich nicht mehr in die tiefsten Angstabgründe.


    Ich will natürlich (und KANN auch nicht!) nicht sagen, dass es bei Dir nichts physisches sein könnte – aber überlegenswert ist es dennoch, oder? @:)

    Isabell


    Natürlich ist es zu großen Teilen psychisch bei mir... dein Beitrag hätte von mir stammen können. Ich bin auch stolz darauf, wie ich meine Ängste schon teilweise verloren habe. Erst war es ja die Angst vorm Zunehmen, deswegen hatte ich Panikattacken beim Essen, dann wegen den ewigen Magen-Darm-Problemen war ich bei vielen Ärztin. Der eine meinte, die Milch sei Schuld, der nächste meinte, das Gluten, ein weiterer sagte, der Fruchtzucker... am Ende blieb nur noch Gemüse, das noch nicht als krank machend bezeichnet wurde – aber selbst davon bekam ich Sodbrennen, weil mein Körper eigentlich nach Joghurt, Obst und Brot geschrieen hat...


    Genau wie du sicher auch, habe ich unter unvorstellbaren Umständen gegessen und getrunken... nach jedem Schluck Tee angespannt auf ein Symptom gewartet, nach jedem Mal, dass ich am Löffel mit Joghurt genippt habe, darauf gewartet, wo die Herzprobleme bleiben. Nach dem Essen immer gedacht "Noch habe kein Sodbrennen..." Ich weiß also genau, was du meinst. :-(


    Toll, dass du es geschafft hast! @:) Das macht einem schon Mut.

    Zitat

    Toll, dass du es geschafft hast! Das macht einem schon Mut.

    Das ist schön :)* :)* :)^


    Also was ich dann gemacht habe war, dass ich das gegessen/getrunken habe wovor ich am Meisten Angst hatte, bzw. die Befürchtung, es passiert dann etwas. Denn das ist ja das Fiese, dass man sich SO sehr darauf konzentriert was dann im Körper passiert....:-/...ein "normaler" Mensch registriert das zwar auch, macht sich aber nichts draus. Wir schon.


    Also habe ich es herausgefordert. Einen Kaffee getrunken z.B. und ganz bewußt drauf gewartet und gehorcht was nun wohl kommt. Und...es ist nichts passiert. Ich habe mich unwohl, "wackelig" gefühlt – aber passiert ist nichts. Das hat mir Mut gemacht.


    Vor allem aber habe ich gelernt auf meinen Körper zu hören, mich mit ihm "anzufreunden". Das hört sich leicht an, ist es aber nicht wenn man es jahrelang eben nicht getan hat.