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    Neembaumöl - Wundermittel gegen Hausstaubmilben?


    Effektivität von Neembaumöl bei der Hausstaubmilbenallergensanierung des Bettes


    DISA 4/99


    erstellt in Zusammenarbeit mit dem wissenschaftlichen Forum der DISA,


    veröffentlicht in der Zeitschrift Pädiatrische Allergologie 2/1999: 20-23.


    Der Neembaum


    Der Neem- oder Niembaum (Azadirachta indica A. jus), der auch indischer Flieder


    oder Magosa genannt wird (9), ist ein immergrüner Baum und gehört zur Familie


    der Mahagonigewächse (Meliaceae) (5). Der Baum stammt aus den trockenen Regionen


    des indischen Subkontinents, wird aber auch zunehmend in Afrika, Amerika und


    Australien als Nutz- oder Schmuckpflanze verwendet (5). Alle Teile des Baumes


    können zu den unterschiedlichsten Produkten verarbeitet werden. Früchte, Samen,


    Blätter, Wurzeln und Öle werden als Heilmittel für verschiedenste Krankheiten,


    als Insektizid, als Repellent, als Grundlage für die Seifenherstellung, als


    Zahnpflegemittel, als Lampenöl oder Schmierfett verwendet, das Holz dient als


    Feuerholz (34). Die Extrakte, die aus Neem gewonnen werden, sind in ihrer


    Zusammensetzung sehr variabel, je nachdem, ob sie aus den Blättern, Früchten,


    Wurzeln oder Blüten hergestellt wurden, je nach Standort des Baumes, der


    Jahreszeit oder dem Extraktionsverfahren (21, 34, 35). Das native Neemöl ist


    eine gelbliche, stark riechende und bitter schmeckende Flüssigkeit (17). In der


    Literatur werden mindestens 34 Inhaltsstoffe beschrieben (36). Zu den


    wichtigsten Komponenten der Neemextrakte gehören Azadirachtin, Salaninne,


    Nimbin, 6-Desacetylnimbin (36), NIM-76 (10) und Quercetin (21). Azadirachtin und


    auch einige andere Inhaltsstoffe der Neemextrakte gehören zu der großen Gruppe


    der Terpene, Quercetin ist ein Flavonoid, Nimbin einer der Bitterstoffe in


    Neemöl.


    Anwendung in der traditionellen Medizin


    In der indischen und asiatischen Medizin werden Neem-Extrakte für die


    verschiedensten Indikationsgebiete verwendet wie: Lepra, Wurminfektionen,


    Infektionen der oberen Luftwege, Ulzera (8), Fieber, Schmerzen, Obstipation,


    Blähungen und auch als Kontrazeptivum und Abortivum (9,10,12,15). Die Anwendung


    ist meist äußerlich, das bittere Öl wird aber auch eingenommen (17).


    Antibakterielle, antivirale und antifungizide Wirkungen von Neemzubereitungen


    wurden vereinzelt beschrieben. Diese sind aber sehr abhängig von der Art und


    Zusammensetzung der Extrakte (16). Einzelne Studien zur Wirkung als Repellent


    (7), als Substanz zur effektiven Mundhygiene (38), bei der Skabiesbehandlung


    (3), als Begleittherapie bei der Psoriasis vulgaris Behandlung (24) wurden


    veröffentlicht, mit meist positiven Wirkungen der verwendeten Neemzubereitungen.


    Die kontrazeptive und abortive Wirkung der Neemextrakte konnte bisher in


    Tierversuchen gezeigt werden (9, 10). Eine einmalige intrauterine Behandlung mit


    Neemextrakt führte zur Unfruchtbarkeit von Ratten- und Primatenweibchen für


    mindestens drei Monate bis zu einem Jahr (12). Dabei wurde die Funktion der


    Eierstöcke oder das sexuelle Verhalten der Tiere nicht beeinflußt. Eine Wirkung


    auf das Hormonsystem konnte ebenfalls nicht nachgewiesen werden. Es wird


    vermutet, daß die Einnistung der Eier durch Aktivierung der lokalen


    zellvermittelten Immunabwehr des Uterus verhindert wird (10, 12, 15). Durch


    welche Substanz im Neemöl diese Wirkungen erzielt werden, ist noch nicht


    eindeutig geklärt (9). Daneben ließ sich auch eine spermizide Wirkung der


    Extrakte nachweisen (10, 31). Hierfür wird die flüchtige, geruchsintensive


    Substanz NIM-76 in Neemblättern verantwortlich gemacht.


    Diese medizinischen aber auch die toxischen Wirkungen (s.u.) von Neem werden


    meist unter Anwendung der natürlichen Gesamtextrakte beobachtet und nicht mit


    den kommerziellen Zubereitungen, die hauptsächlich Azadirachtin als wirksame


    Fraktion enthalten.

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    Wirkung auf Schädlinge


    Ende der fünfziger Jahre hat die Wirkung der Neemextrakte gegen Schädlinge dazu


    geführt, daß die Substanz auch in der westlichen Welt zunehmend auf Interesse


    gestoßen ist (34). Die Neemextrakte und deren Inhaltsstoffe wurden auf ihre


    positiven Wirkungen und ihre möglichen toxischen Effekte hin untersucht. Dabei


    konnte Azadirachtin mit seinen verschiedenen Isoformen als die wirksamste


    Substanz gegen Schädlinge identifiziert werden (35). Es sind mittlerweile eine


    Reihe kommerzieller Neemprodukte auf dem Markt, deren Inhaltsstoffe


    standardisiert wurden und in denen Azadirachtin angereichert ist (30). Diese Öle


    sind meist farb- und geruchlos.


    Azadirachtin ist gegen eine Vielzahl von Schädlingen wirksam, wie z. B.


    Fruchtfliegen, Fliegen, Kopfläuse (3), Motten, Kartoffelkäfer und Kakerlaken


    (29, 34). Es wurde die Wirkung auf Anophelesmücken, Tripanosomen und auch


    Malariaplasmodien untersucht, mit jeweils positiven Ergebnissen (7, 14, 30, 35).


    Maki und Mitarbeiter konnten allerdings keine ausreichende Wirkung auf Nematoden


    finden (18).


    Ansatzpunkt des Azadirachtin ist die chemische Ähnlichkeit mit dem Ecdysteroid


    (Ecdysteron) der Schädlinge. Die Substanz stört die Chitinsynthese, entweder


    durch direkte Erniedrigung des Ecdysterontiters oder durch Störung des


    neuroendokrinen Regelkreises (30, 35). Neemextrakte, die Azadirachtin enthalten,


    verhindern die Larvenentwicklung und Verpuppung von Insekten und weisen


    Fraßschädlinge ab. Die direkte toxische Wirkung auf die adulten Formen ist dabei


    geringer, die Schädlinge werden nicht sofort getötet. Die Substanz wird schnell


    abgebaut und hat eine geringe Toxizität für Nützlinge als andere Insektizide


    (35).


    Untersuchungen zur allgemeinen Toxizität, toxische Effekte beim Menschen


    Neben diesen positiven Berichten gibt es allerdings auch solche von toxischen


    und sogar tödlichen Wirkungen von Neemextrakten. Insbesondere Säuglinge, die


    Neemextrakte wegen Hustens oder anderer Erkrankungen gefüttert bekommen hatten,


    entwickelten Erbrechen, Bewußtseinsstörungen und Krampfanfälle (17). Sinniah


    berichtet über Reye-artige Syndrome durch die Vergiftung mit Neemöl (32). Einige


    Todesfälle konnten mit der Verunreinigung der Neemextrakte durch Aflatoxine


    erklärt werden. Sinniah zeigte aber in seiner Arbeit auf, daß sich die


    lebertoxischen Wirkungen des Öls elektronenmikroskopisch und histologisch von


    Vergiftungen durch Aflatoxin unterscheiden. Sivashanmugham (33) berichtete über


    einen Fall einer 24jährigen Frau, die allerdings einen Liter des bitteren


    Extraktes getrunken hatte und anschließend Kammerflimmern und Herzstillstand im


    Rahmen einer toxischen Myokarditis, Hepatitis und Pankreatitis entwickelte. Die


    Autoren führen die toxischen Wirkungen auf die Inhaltsstoffe Nimbin und


    Quercetin zurück und warnen vor der unkritischen Anwendung von Neemextrakten


    (1,17, 33).


    Eine inhalative Exposition über die Verbrennung des Öls in Lampen scheint keine


    irritativen oder toxischen Wirkungen auf Kinder oder Erwachsene zu haben (37).


    Mit Azadirachtin und den kommerziellen Produkten aus dieser Substanz


    (Margosan-O, 10% Azadirachtingehalt) wurden zahlreiche Untersuchungen zur


    Toxizität, meist im Tierversuch oder an Zellkulturen, durchgeführt (23). Dabei


    konnten u.a. auch mit hohen Dosen von 5 mg/kg keine Vergiftungserscheinungen bei


    Ratten nach Fütterung und bei Albinokaninchen bei dermaler Applikation von


    2mg/kg beobachtet werden. Milde Hautirritationen zeigten sich bei Kaninchen nach


    Applikation der konzentrierten Substanz auf die Haut und in die Augen. Eine


    Sensibilisierung konnte bei Meerschweinchen nach mehrmaliger dermaler


    Applikation nicht nachgewiesen werden (23).

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    Untersuchungen an Salmonella typhimurium Stämmen konnte keine mutagene Aktivität


    von Neemöl nachweisen (23, 26).


    Rosenkranz und Mitarbeiter untersuchten die chemische Struktur von Azadirachtin


    mit Blick auf die möglichen kanzerogenen Wirkungen dieser Substanz. Sie stellten


    strukturelle Ähnlichkeiten mit anderen kanzerogenen Substanzen fest und fordern


    mehr wissenschaftliche Untersuchungen bezüglich dieser möglicherweise


    kanzerogenen Wirkung der Substanz (27).


    Für nachgewiesene cytotoxische Effekte auf Tumorzell- und Insektenzellkulturen


    waren allerdings eher andere Inhaltsstoffe des Neemöls wie Salannin, Nimbin und


    Deacetylnimbin verantwortlich und nicht Azadirachtin (4, 11).


    Neemextrakte (Azadirachtin) als Mittel gegen Hausstaubmilben


    Auf dem deutschen Markt finden zunehmend Neemextrakte als Mittel gegen


    Hausstaubmilben (Milbex und Neem-Antimilb) Verbreitung. Diese Produkte sind


    angereicherte Extrakte aus Azadirachtin, über weitere Inhaltsstoffe gibt es


    keine Informationen. In der Werbung für diese Präparate wird als Beweis für die


    Wirksamkeit von Neemöl auf lebende Hausstaubmilben eine Untersuchung des


    IFU-Instituts Bad Emstal zitiert und auch mit den Werbeunterlagen verteilt (13).


    In der wissenschaftlichen Literatur findet sich trotz intensiver Suche keine


    weitere Studie zur Wirkung von Azadirachtin oder Neemextrakten auf Mitglieder


    der Familien der Hausstaub- ("Pyroglyphidae") und Vorratsmilben ("Acaridae",


    "Glyciphagidae") angehören. Es gibt Berichte zur Wirkung von Neemextrakten auf


    andere Mitglieder der Ordnung Acari, wie auf die Familie der Spinnenmilben


    (Tetranychidae) (6, 19, 20, 22, 28, 35). Dabei hatten Azadirachtin-Extrakte, im


    Vergleich zu anderen Zubereitungen aus Neemsamen, eine etwas geringere


    Milben-tötende Wirkung (28). Sunderam konnte zeigen, daß die Wirkung von


    Azadirachtin-Extrakten sehr von der umgebenden Temperatur, der umgebenden


    Keimbesiedlung und der UV-Lichtexposition abhängig ist (35). Dies hat sicher


    auch Einfluß für die Wirkdauer von Azadirachtin-Extrakten in häuslicher


    Umgebung.


    In der Untersuchung des IFU-Instituts (13) wurden 6 Matratzen (im Alter zwischen


    6 und 9 Jahren), eine neue Matratze, zwei Sofas (im Alter zwischen 6 und 8


    Jahren) und ein Schlafzimmerteppich mit TN-NT 100, einem standardisierten


    Azadirachtin-angereicherten Neemölextrakt behandelt. Dabei wurde eine


    Konzentration von 0,3 ml Öl in 50 ml Wasser gelöst auf einen Quadratmeter


    aufgebracht (der prozentuale Gehalt von Azadirachtin in dem Öl wird nicht


    genannt). Die Anzahl (der Milben vom Stamm Dermatophagoides) wurde über Absaugen


    von Staub und die Allergendosis durch den Acarex-Test (Messung des


    Guaningehalts in der Probe) bestimmt. Im April 97 wurden die Testobjekte mit dem


    Neemextrakt einmalig behandelt und der Verlauf in zweimonatlichen Abständen


    kontrolliert (Milben- und Allergenmenge). Parallel wurden unbehandelte Matratzen


    untersucht, wobei dem Untersuchungsbericht nicht zu entnehmen ist, wie viele


    Matratzen als Kontrolle dienten, ob diese in den Ausgangsmilbengehalten


    vergleichbar waren und ob sie exakt wie die Testobjekte behandelt wurden


    (mehrfaches Absaugen). In der Untersuchung zeigte sich, daß vier Wochen nach der


    Behandlung mit Neemextrakt die Milbenpopulation deutlich reduziert wurde,


    während in den Kontrollmatratzen ein deutlicher Anstieg der Milbenpopulation in


    den Sommermonaten des Testjahres festgestellt wurde. Die Testmatratzen wurden in


    regelmäßigen Abständen abgesaugt, und der Nachweis des Allergengehalts zeigte


    einen zweiphasigen Abfall im Guanin-Test; allerdings stieg nach 9 Monaten


    (Dez.97) der Allergengehalt wieder deutlich an. Dies war auch in einzelnen


    untersuchten Matratzen - je nach deren Benutzungsgrad - bei der Milbenzahl der


    Fall (regelmäßige Benutzung schnellere Wiederbesiedlung).


    In dem behandelten Sofapolster zeigte sich keine Abnahme der Milbenanzahl. Der


    Schlafzimmerteppich, der behandelt worden war, wies über den gesamten


    Untersuchungszeitraum nach der Behandlung keine Milben auf. Über den


    Milbengehalt zu Beginn des Tests wurden keine Aussagen gemacht.


    In der Diskussion der Untersuchung wird erwähnt, daß anfänglich nach Auftragen


    des Neemöls ein bis zwei Stunden zwiebelartiger Geruch nachweisbar gewesen sei,


    sonst wurden über den Untersuchungszeitraum von einem Jahr keine


    Gesundheitsbeeinträchtigungen von den Personen berichtet, die auf den Matratzen


    schliefen bzw. in den Räumen lebten.

    4

    Neemextrakt, ein Wundermittel gegen Milben?


    Aufgrund der Ergebnisse dieser Untersuchung Neemöl zu dem neuen Wundermittel


    gegen Hausstaubmilben zu machen, ist sicherlich sehr gewagt.


    Die untersuchte Zubereitung enthält hauptsächlich Azadirachtin in angereicherter


    Form. Ob andere Wirksubstanzen des Neemöls, denen auch toxische Wirkungen


    zugeschrieben werden, in dem Extrakt enthalten sind, geht aus den Unterlagen


    nicht hervor. Da die Substanz geruchlos ist, werden wohl zumindest die


    spermiziden Substanzen nicht enthalten sein.


    Neemölextrakte mit Azadirachtin als Hauptbestandteil haben sehr wahrscheinlich


    eine ausreichend akarizide Wirkung gegenüber Hausstaubmilben. Die


    Allergenreduktion in den behandelten Materialien erfolgte aber hauptsächlich


    durch das regelmäßige Absaugen des Staubes aus den Matratzen und dem fehlenden


    Nachwachsen einer neuen Milbenpopulation nach Behandlung mit dem Neemextrakt.


    Nach 9-12 Monaten ließ die Wirkung nach, so daß mindestens einmal im Jahr eine


    neue Behandlung der Matratze und Bettmaterialien erforderlich ist.


    Die Wirkung des Azadirachtin auf die Chitinsynthese der Schädlinge ist ein


    anderer Angriffspunkt als der anderer Insektizide und macht toxische Wirkungen


    beim Menschen eher unwahrscheinlich. Inwieweit Azadirachtin durch Hautkontakt


    resorbiert wird, ist durch die vorliegenden Studien nicht erkennbar. Eine


    inhalative Exposition über die Verbrennung des Öls in Lampen scheint keine


    irritativen oder toxischen Wirkungen auf Kinder oder Erwachsene zu haben (37).


    Untersuchungen der Toxizität von Magosan-O-Öl in höheren Dosen zeigten


    hautirritative Wirkungen bei Kaninchen und Ratten (s.o.). In der zitierten


    Untersuchung des IFU-Instituts waren bei den Patienten, die dem TN-MP 100-Öl


    ausgesetzt wurden, keine Nebenwirkungen aufgetreten. Auch die Anwendung von


    Neemölzubereitungen in Cremes läßt beim Menschen auf eine gute Verträglichkeit


    nach Hautkontakt schließen (7, 24, 34).


    Es fehlen Langzeituntersuchungen zur Verträglichkeit in der Anwendung als


    Akarizid im häuslichen Bereich und zur toxischen Wirkung bei akzidenteller


    oraler Aufnahme. Ob in der Langzeitanwendung Sensibilisierungen auszuschließen


    sind, ist ebenfalls nicht klar. Ebenso gibt es keine plazebo-kontrollierten


    Effektivitätsstudien zur Milbenbekämpfung und Milbenallergenreduktion durch


    Neemölextrakte.


    Brauchen wir dieses Akarizid in den Innenräumen und im Bettbereich von


    Hausstaubmilbenallergikern?


    Die Effektivität des Akarizids Benzylbenzoat und dessen geringe Toxizität ist in


    vielen Studien und Untersuchungen nachgewiesen worden. Trotzdem ist


    Benzylbenzoat nicht die empfohlene Methode zur Verringerung der Milbenbesiedlung


    von Matratze und Bett.


    Das Gleiche ist sicherlich auch für Neemölextrakte zu sagen.


    Die Ausstattung der Matratze mit einem Encasing (Milbenallergen-dichten


    Umhüllung) ist eine nachgewiesenermaßen nicht toxische und effektive Methode, um


    die Milbenallergenexposition schnell und drastisch zu vermindern und damit eine


    klinische Besserung der Hausstaubmilbenallergie zu erreichen (39). Die


    Ausstattung des Bettes eines Hausstauballergikers mit entsprechenden Encasings


    schafft sicherlich nicht die in dem Werbeprospekt des Herstellers beschriebene


    "...sterile Atmosphäre eines Operationssaals"(2). Die Akzeptanz und Effektivität


    von Encasings wurde auch in Anwendungsstudien nachgewiesen (25).


    Die Behandlung eines Bettes mit Neemextrakt kostet mindestens ca. 23,-DM pro


    Jahr, so daß die Kosten für ein Encasing, bei einer angenommenen Lebensdauer des


    Encasing von 10 Jahren erreicht werden. Hinzu kommt, daß ein regelmäßiges


    Absaugen der Matratze unerläßlich ist. Dies bedeutet eine Verzögerung für die


    Verringerung der Allergenexposition und eine zusätzliche zeitliche Belastung der


    Familien, die durch Encasings vermieden werden kann.


    Zusammenfassung


    Trotz der wahrscheinlich ausreichend akariziden Wirkung der neuen


    Neemölzubereitungen zur Hausstaubmilbenbekämpfung, ist darin kein Wundermittel


    für die Hausstaubmilbensanierung zu erkennen. Es bestehen noch viele offene


    Fragen und es fehlen wissenschaftliche Effektivitätsstudien. Darüber hinaus gibt


    es nachgewiesenermaßen andere effektive Methoden der Hausstaubmilbensanierung,


    die ohne chemische Zusätze und ohne das Einbringen von Akariziden in den


    Lebensraum von Allergikern wirken.

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    Re: ...

    hi Geli,


    noch ne kleine sache ... das Neembaumöl ist bei Milbiol in dem organischen Lösungsmittel "Isopropanol" gelöst, damit man es besser sprühen kann (90% Isopropanol, 10% Neembaumöl). Ich schätze mal wenn du das versprühst wird vor allem dieses organische Lösungsmittel nach "Chemie" riechen. Das Zeug ist nicht supergefährlich und vor allem verdampft es innerhalb weniger Minuten vollständig - stinkt aber gewaltig, hehe. Ich würde dir also raten nach dem Versprühen die Zimmer einmal gut durchzulüften, wenn du das wegen dem Geruch nicht sowieso gemacht hast.


    alles Gute


    dein Wok

    re...

    och Geli, also nach allem was ich gehört habe würde ich das Zeug benutzen, wenn ich es hätte! Ich war wegen diesen posts hier inner apotheke und wollte es mir kaufen ;-)


    Ich hab das nur sein gelassen, weil ich gelesen habe das 90% Isopropanol drin sind und ich mir dachte: hol ich mir das Öl lieber im Spinnrad das ist mir sicherheit billiger. Wegen dem Isoprop brauchst du dir keine Sorgen zu machen, das ist echt völlig weg nach 5 min! Und es sollen auch schon Leute an ner Möhre erstickt sein ...


    bis dann


    dein Wok

    Re:

    Hi Wok,


    jetzt mußte ich doch mal lachen(Möhre).


    Naja,aber es soll ja nichts bringen(Milbiol).


    Vielleicht mache ich die Flasche halt leer und laß es danach weg.


    Das Absaugen der Matratze bringt mehr.


    Liebe Grüße Geli