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    Eine Arbeitskollegin, Mitte 30 wurde damals aufgemacht und wieder dichtgemacht. Eierstockkrebs, das ganze Bauchfell von Krebs durchwuchert.

    Sie hatte dann eine Chemotherapie nach dem ersten Kotzen abgebrochen, sie wollte so würdelos die letzten Wochen ihres Lebens nicht verbringen. Man gab ihr noch ca. 2 Monate....

    Sie wollte noch einmal ans Meer, flog zum Ferienhaus ihrer Eltern nach Portugal, legte sich in die Sonne, dachte nach, dass ihr versoffener Ehemann ein Arschloch ist, rechnete mit dem ab. Wurde ehrlich zu sich selbst.

    Irgendwie hat das eine Heilung bewirkt, sie ist vor kurzem in Rente gegangen, der Krebs war jedenfalls weg. Wie auch immer.


    Meine Freundin bekam Brustkrebs, wurde mehrmals operiert, bis man keine Krebszellen im Gewebe feststellen konnte. Sie sollte dann noch Bestrahlungen bekommen und eine Chemotherapie, nur zur Sicherheit, weil das so genormt festgelegt ist.

    Sie lehnte das alles ab. Wenn keine Krebszellen mehr nachgewiesen sind, wozu dann gesundes Gewebe bestrahlen und mit Chemo drangsalieren?

    Sie hat 12 Jahre später (so lange wurde sie aber immer wieder engmaschig kontrolliert) sehr schnell, 3 Monate nach der letzten Mammographie ohne Befund, einen Knoten festgestellt.


    Biopsie. Bösartig. Auch ein völlig anderer Krebstyp als beim Krebs 12 Jahre zuvor. Dieser hier jetzt sehr aggressiv. Wieder Operation. Noch Krebszellen im Gewebe feststellbar, erneute Operation, bis keine Zellen mehr nachweisbar waren.


    Weitere Untersuchungen, keine Streuung, kein Lymphdrüsenbefall. Sie hat dann doch die Chemo gemacht, die man ihr empfohlen hat, Die ist ein Jahr her, sie sagt, sie bereit das zutiefst. Ihre Lebensqualität ist beschissen. Taube Gliedmaßen und andere Probleme sind aufgetaucht. Sie hatte die Haare verloren, die wachsen jetzt aber wieder.

    Ich selbst habe vor 35 eine Chemo abgelehnt, die wenigen Wochen, die man mir noch gab, haben sich in Jahrzehnte gewandelt.

    Würde ich heute an Krebs erkranken, käme es erst einmal darauf an, was es für einer wäre.

    Wenn möglich OP, ok, aber andere Dinge würde ich mir sehr genau überlegen.

    Meine beste Freundin verstarb vor 2 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Es begann Jahre vorher mit bitterem Geschmack, den Ärzte abtaten. Es folgten auch Untersuchungen, ohne Ergebnisse. Blutwerte immer super, selbst dann, als die Diagnose schließlich feststand. 8 stündige OP. Versuch einer Chemo. Sofort abgebrochen, weil sie das gefühlte Elend schlimm fand.


    Sie hat noch ein Jahr gelebt, bewußt und bis zu ganz wenigen Wochen vor dem Tod auch mit wenig körperlichen Problemen. Sie ist dann ins Hospiz gezogen. 3 Wochen vor dem Tod habe ich sie dort mehrere Tage besucht (ich wohne 600 km entfernt). Sie sah aus wie das blühende Leben, sie wollte noch einmal ins Steakhaus, wo wir geschlemmt haben, dazu ein Bierchen... Ihr ging es ganz gut...


    Sie brauchte jetzt zwar schon Schmerzmittel, aber erst eine Woche vor dem Ableben wurde es so, dass sie fortwährend unter Morphium gehalten wurde, die Stunden verschlafen konnte, bis sie eingeschlafen ist. Da ich mehrere Tage da war, sie mich als Vertraute angab, habe ich über den Zustand auch immer Auskunft bekommen, als meine Freundin nicht mehr telefonieren konnte.


    Ich denke, sie hat alles richtig gemacht, sich bewusst für ein noch selbstgestaltetes Leben entschieden, das auch genossen, das Ende konnte sie friedlich gestalten.

    Vorbeugend etwas gegen Krebs zu tun, glaube da nicht dran, dass das wirklich funktioniert.


    Hätte ich weniger Zucker gegessen, hätte ich meinen Diabetes wahrscheinlich hinauszögern können, genetisch betrachtet bin ich in 3. Generation, die Diabetes hat. Und mit den Folgen wurde ich leider auch schon frühzeitig konfrontiert, was die Augen betrifft.


    Aber mir kommt nicht in den Sinn, jedem Hinweis zu folgen, wie und wo und überhaupt.

    Wir hatten vor 40 Jahren einen Patienten, der hielt Vorträge über gesunde Ernährung und nur Rohkost sei das Nonplusultra überhaupt. Nur, dass er krank wurde, die Nieren versagten, er starb daran, dazu noch ziemlich jung...


    Das Schicksal kann es oder so mit einem meinen, das Beste daraus zu machen, im Sinne von lebenswert, das sollte das Motto sein....