• Familienaufstellungen nach Bernd Hellinger

    Es würden mich eure Erfahrungen mit Familienaufstellungen nach Hellinger interessieren.
  • 66 Antworten

    @ cc

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    Zum Warum und Wieso stand da aber nichts, immer nur, daß eben Schweigepflicht besteht. Das hat irgendwie was sektenhaftes, finde ich. Durch das Schweigen entzieht sich die Familienaufstellung einem objektiven Wirkungsnachweis durch wissenschaftliche Methoden.

    Von der Schweigepflicht im medizinisch-therapeutischen Bereich sofort auf sektenhaft überzuleiten halte ich für sehr überzogen. :-( Mir scheint eher, [persönlicher Angriff durch die Moderation gelöscht]


    Die Schweigepflicht - wenn es um persönliche, medizinische, moralische oder rechtliche Details des Privatlebens einer Person geht - ist doch etwas ganz Natürliches. Wo kämen wir denn hin, wenn Ärzte, Therapeuten, Pflegepersonal, Pastoren, Anwälte usw. alles, was sie hören und erleben an die Öffentlichkeit tragen dürften?? :-o Dann wäre die Bildzeitung ein Paket und das Persönlichkeitsrecht keinen Pfifferling mehr wert!!! >:(


    Dass also die Schweigepflicht ein wichtiger und unerlässlicher Bestandteil einer Gruppentherapie ist und sich daher auch auf alle Teilnehmer der Gruppe - egal ob Therapeut oder Patient - ausweitet, ist doch wohl klar. Und dass es sich um eine therapeutische und keine okkulte Sitzung handelt, dürfte wohl auch klar sein. %-|

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    Es würde auch länger dauern, meine Sicht zu schreiben, Habe mich schon mal intensiv damit befaßt und folge der Meinung der meisten Ärzte... [was bedeutet: wirkungslos bis gefährlich]

    Mir scheint eher, [...]


    Würdest du freundlicherweise einmal näher erläutern, wer diese "meisten Ärzte" mit derselben Meinung wie deine sind? Welche Fachrichtung, wieviel Erfahrung mit dem Gebiet und in Bezug auf welche bzw. wieviele Patienten, die sie persönlich kannten/betreuten? Ich habe nämlich genau die gegenteilige Erfahrung gemacht. Sowohl mein Psychotherapeut, meine Psychaterin, meine Hausärztin und auch meine Gynäkologin sind vom Erfolg (der gesamten Therapie einschl. Familienaufstellung) überzeugt und zwar, weil sie durch mein ganzes Verhalten, meine Einstellung und meinen gesundheitlichen Zustand dauerhaft sichtbar geworden sind. :-D


    Ich persönlich habe mit mehreren Therapeuten, Ärzten, Kollegen und Mitpatienten gesprochen und eher die Meinung gehört: "Was passiert ist nicht ganz klar, aber dass es in vielen Fällen sehr positive Wirkung zeigt, ist unbestreitbar..."! Fragt sich also, ob du die "meisten Ärzte" (by the way: wieviele sind das? 2? 3?) mit deiner negativen Einstellung (die sicherlich rüberkam) nicht doch etwas beeinflußt hast bei ihrer Stellungnahme.... würde mich nämlich interessieren, was sie sagen würden, wenn ich von meiner Erfahrung sehr positiv zu ihnen sprechen würde... :=o

    HM

    Zitat

    Von der Schweigepflicht im medizinisch-therapeutischen Bereich sofort auf sektenhaft überzuleiten halte ich für sehr überzogen.

    Seltsam, Du machst dieselben Lesefehler wie schnatter. Ich leitete nicht allein von der Schweigepflicht etwas ab, sondern von der Tatsache, daß man nichts über das Warum und Wieso findet. Und noch mal für Dich und schnatter: Es geht um die Schweigeverpflichtung des Patienten, und zwar nach dieser Aufstellung.

    Zitat

    dass es sich um eine therapeutische und keine okkulte Sitzung handelt

    Beides sind recht schwammige Begriffe, sodaß ich sagen würde: das eine schließt das andere nicht unbedingt aus.

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    erläutern, wer diese "meisten Ärzte" mit derselben Meinung wie deine sind? Welche Fachrichtung, wieviel Erfahrung mit dem Gebiet und in Bezug auf welche bzw. wieviele Patienten, die sie persönlich kannten/betreuten?

    Vielleicht auch noch die Namen der Patienten? ;-D Wie war das doc gleich mit der dienstlichen Schweigepflicht? Ich habe wirklich überlegt, ob ich mir noch mal die Arbeit mache, und mich eine Stunde hinsetze, und alles, was ich darüber habe, zusammensuche. Aber im Endeffekt würdet Ihr doch wieder alle Informationen zerpflücken. Das Thema wurde auch schon mal in einem anderen Faden in med1 behandelt (finde ihn leider nicht mehr), und da stand auch mehr drin, auch Quellen/links.

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    mein Psychotherapeut, meine Psychaterin, meine Hausärztin und auch meine Gynäkologin

    Tut mir leid, ich weiß nicht annähernd, was Du für Krankheiten und Beschwerden hattest oder noch hast, und wie diese womit und in welchem Zeitraum behandelt wurden. Es ist aber nett, daß Du auch eine Gynäkologin anführst, wenn es um die Einschätzung einer Familienaufstellung geht ;-D

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    "Was passiert ist nicht ganz klar, aber dass es in vielen Fällen sehr positive Wirkung zeigt, ist unbestreitbar..."!

    Da beginnt die Sache interessant zu werden. leider hörst du genau an diesem Punkt auf zu schreiben. Einer der stärksten Kritikpunkte soll übrigens die mangelnde Nachsorge sein. Kannst Du aus Erfahrung berichten, wie oft und wie lange die Nachsorge durch den behandelnden Arzt erfolgte? Meines Wissens gibt es überhaupt keine Langzeitstudien, wie der Zustand der Patienten 5 oder 10 Jahre nach dieser Familienaufstellung einzuschätzen war. Gerade wenn man nicht weiß, was eigentlich passiert, sollte man nicht von einem glücklichen Grinsen des Patienten nach der Aufstellung auf seine Genesung schließen.

    ceterum censeo

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    Seltsam, Du machst dieselben Lesefehler wie schnatter. Ich leitete nicht allein von der Schweigepflicht etwas ab, sondern von der Tatsache, daß man nichts über das Warum und Wieso findet. Und noch mal für Dich und schnatter: Es geht um die Schweigeverpflichtung des Patienten, und zwar nach dieser Aufstellung.

    Daß nichts über das Warum und Wieso geschrieben wurde könnte damit zusammenhängen, daß diese Texte für Menschen geschrieben wurden, die nicht das Haar in der Suppe suchen und zur Not reinwerfen, sondern sich in kompakter Form informieren wollen [...]. Bevor sie "sektenhaft" urteilen, würden sie ganz einfach eingestehen, daß sie etwas nicht wissen, und mal nachfragen.


    Wenn Du Dich wirklich über Aufstellungen informiert hättest, dann wäre der letzte Satz oben gar nicht möglich. Der Patient erfährt nämlich dabei auch Dinge über andere Menschen, wenn er z.B. erkennt, warum jemand auf eine ganz bestimmte Weise auf ihn selbst reagiert. Denn es geht darum, damit umzugehen zu lernen. Auch das Persönlichkeitsrecht dieser anderen Person, die u.U. gar nichts von der Aufstellung weiß, muß natürlich ebenfalls geschützt werden.

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    dass es sich um eine therapeutische und keine okkulte Sitzung handelt

    Beides sind recht schwammige Begriffe, sodaß ich sagen würde: das eine schließt das andere nicht unbedingt aus.

    Du kannst mit beiden Begriffen nicht viel anfangen und empfindest sie als schwammig. Damit wird verständlich, wie Du so urteilen kannst. Eine therapeutische Sitzung muß ja in Dir die gleiche Angst erzeugen wie eine okkulte. Kann da überhaupt etwas sein, das Dich nicht ängstigt?


    Wenn Du Dich wirklich informiert hättest, dann wüßtest Du, daß Bert Hellinger zu den Mariannhiller Missionaren gehörte. Da ist Okkultismus recht selten.

    cc

    Zitat

    Es geht um die Schweigeverpflichtung des Patienten, und zwar nach dieser Aufstellung.

    Nun, du hast recht. Eine rechtlich unbedingte Schweigepflicht wie der 203 StGB gibt es für den Patienten nicht. Das bedauern Mediziner schon lange. Ärzteblatt 2003


    Allerdings gibt es für diese "Dritten" eine starke moralische Verpflichtung, über die Erlebnisse und persönlichen Geheimnisse der anderen Gruppenteilnehmer Schweigen zu bewahren. Deshalb werden bei einer Gruppentherapie auch immer alle Teilnehmer sehr ernsthaft auf die Schweigepflicht hingewiesen.


    Die Bereitschaft, sich mit sehr persönlichen Lebenserfahrungen, Gedanken, Gefühlen und dem Erleben anderer Teilnehmer in die Gruppenpsychotherapie einzubringen, setzt einen geschützten Rahmen voraus, in dem ein sorgsamer und vertraulicher Umgang mit den von den Gruppenmitgliedern anvertrauten Informationen sichergestellt ist. Der vertrauliche Umgang mit den von anderen Gruppenmitgliedern anvertrauten Informationen dient nicht ausschließlich dem Schutz des Einzelnen. Vielmehr sichert das Vertrauen in die Verschwiegenheit der Gruppenteilnehmer die Funktion und Arbeitsfähigkeit der psychotherapeutischen Gruppe. Umgekehrt haben Verletzungen des vertraulichen Umgangs mit Informationen aus Therapiegruppen nicht nur eine zerstörerische Wirkung auf eben jene Gruppe, sondern auch auf das Vertrauen von Patienten in die Gruppentherapie.


    Im Übrigen bin ich mir sicher, dass du noch nie eine Gruppentherapie besucht hast, denn wäre es der Fall, würdest du dich nicht über solche Regelungen beschweren!

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    dass es sich um eine therapeutische und keine okkulte Sitzung handelt

    Beides sind recht schwammige Begriffe, sodaß ich sagen würde: das eine schließt das andere nicht unbedingt aus.

    Achso... ich vergaß [...]

    Zitat

    Einer der stärksten Kritikpunkte soll übrigens die mangelnde Nachsorge sein. Kannst Du aus Erfahrung berichten, wie oft und wie lange die Nachsorge durch den behandelnden Arzt erfolgte?

    Der behandelnde Arzt muss nicht immer selbst die Nachsorge machen. Das wäre ja total unrealistisch z.B. für alle postoperativen Patienten... Aber keine Sorge. Ich bekomme eine sehr gute Betreuung von meinem Psychotherapeuten und sie ist noch nicht zu Ende. ;-) [...]

    sg

    Zitat

    Selbst der andere Faden zu diesem Thema bei med1 ist Deine Erfindung. Du darfst den anderen Leuten ruhig zutrauen, daß sie die Suchfunktion des Forums zu nutzen wissen. Dabei wird genau ein Faden dazu gefunden. Nämlich dieser.


    [Zitat aus zwischenzeitlich gelöschten persönlich angreifenden Äußerungen]

    Was hältst Du z. B. von dem: http://www.med1.de/Forum/Psychologie/497521/ ? Ich hab nur grad keine Zeit, den dritten auch noch zu suchen.

    ceterum censeo

    Zitat

    Was hältst Du z. B. von dem: http:www.med1.de/Forum/Psychologie/497521/ ? Ich hab nur grad keine Zeit, den dritten auch noch zu suchen.

    Das wäre aber vielleicht ganz hilfreich für Dich. Denn dieser Faden hat absolut keinen Bezug zu Deiner Behauptung. Falls Dir die auch abhanden gekommen sein sollte, ist sie hier nochmal mit meiner entsprechenden Unterstreichung:

    Zitat

    Das Thema wurde auch schon mal in einem anderen Faden in med1 behandelt (finde ihn leider nicht mehr), und da stand auch mehr drin, auch Quellen/links.

    Auch wenn Du auf den im Trauerforum stoßen solltest, findest Du da keine Quellen oder Links, die Deine Sicht bestätigen. Du kannst auch bis 2005 zurückgehen und wirst im Gyn-Forum fündig. Aber wieder nur zum Stichwort Familienaustellung, und nicht zu ärztlichen Meinungen dazu.

    Trotzdem noch mal für die Interessierten meine Meinung zu Familienaufstellungen:


    Das scheinbar positive Ergebnis basiert auf einem Verlust an Empathie. Der Patient ist nach wie vor schwach und belastet, ihm wurde aber zwischen seinem Unterbewußtsein und den äußeren Reizen eine Art Vakuum geschaffen, das keinen Austausch erlaubt. Das passiert bei der Familienaufstellung im Kern durch eine Hypersensibilisierung (ähnlich Flooding)(manche beschrieben das als Zusammenbruch), dem eine Art Taubheit (Vakuum) folgt (ähnlich einer Allergiebehandlung). Konflikte – und das ist das wichtigste – werden ab da ausschließlich außerhalb dieses Vakuums geführt. Dort baut er schnell ein zweites Ich auf (eine Art primitives Betriebssystem), wodurch er sein Unterbewußtsein nur noch als reinen Informationspool braucht.


    Eigentlich arbeitet das Prinzip Familienaufstellung mit der gezielten Nutzung eines Traumas, dem eine Persönlichkeitsveränderung folgt. Helinger hat also weiter nichts versucht, als Traumen gezielt zur Therapie einzusetzen. Da man aber Traumen schwerlich als "gesund" bezeichnen kann, ist auch eine Familienaufstellung nicht "gesund". Entweder die Persönlichkeitsänderung bleibt bestehen (der Patient merkt sie ja selbst sowieso nicht, höchstens am Verhalten seiner Umwelt, aber gegen die ist er ja immun) oder ein zweites Trauma holt irgendwann sein altes Ich wieder hervor.

    Die persönlichen Animositäten gehören nicht hierher, deshalb Schluss damit und zurück zu Thema. :)*


    Nun, cc, deine Meinung zum Thema Familienaufstellungen haben wir jetzt erfahren.


    [Persönlicher Angriff durch die Moderation gelöscht]


    Ansonsten bleibt deine Meinung eben nur eine "Meinung" und hätte keine besondere Relevanz.


    Da ich (wie ich schon sagte) mehrere FA miterlebt habe, kann ich den Empathieverlust nicht bestätigen. Im Gegenteil! Während der Aufstellungen war regelmäßig eine außerordentlich starke Empathiesteigerung bei allen (den passiven, v.a. aber bei den aktiven) Teilnehmern zu beobachten. Erst diese erhöhte Wahrnehmungsfähigkeit machte die Aussagekraft der Aufstellung erst möglich. Ebenso kann man nicht pauschal von einer Hypersensibilisierung oder gar Flooding sprechen. Therapeut und Aufsteller (Patient) bestimmen genau, wer und wieviel sprechen darf, d.h. der Informationsumfang unterliegt die ganze Zeit einer kontinuierlichen Kontrolle. In unseren FA erkundigte sich der Therapeut in kurzen Abständen immer wieder beim Aufsteller und bei den Mitwirkenden nach ihrem Befinden, ihren Eindrücken und ob oder wie die Aufstellung fortgesetzt werden soll. Hätte es einen "Zusammenbruch" gegeben (nicht zu verwechseln mit emotionalen Ausbrüchen wie weinen, lachen, erschrecken usw., die Bestandteil jeder Art von Psychotherapie sein können), wäre die FA sofort abgebrochen worden. Auch emotionale Ausbrüche wurden stets behutsam aufgefangen durch den Therapeuten, Ärzte oder Mitpatienten. Das Ergebnis ist nach meiner Erfahrung kein emotionales Vakuum – das war eher bei vielen vor der FA u./o. Therapie der Fall – sondern im Gegenteil die erlösende Öffnung eines neuen Zugangs zu Erlebnissen, Gefühlen, Verständnis und Annahme.


    Eine Persönlichkeitsänderung als Folge dürfte ja dann weder etwas Bedrohliches noch etwas Befremdliches, sondern vielmehr etwas Wünschenswertes sein. Wenn ein Mensch Befreiung egal welcher Art erfährt, wird das immer Spuren in seiner Persönlichkeit hinterlassen und gerade mit der Umgestaltung seines Verhaltens wird ja auch nach außen deutlich, dass sich innerlich etwas verändert hat. Die Wertung von außen kann natürlich vielfältig ausfallen, je nachdem, wie die Beziehung zu dem jeweiligen Außenstehenden zuvor gewesen ist. Relevant ist aber für den Befreiten die eigene Beurteilung seines Fortschritts und wie die neue Erkenntis sein Leben zum Postiven beeinflußen wird.

    Damit Du was zu lesen hast, vorerst mal diesen link.

    Zitat

    kann ich den Empathieverlust nicht bestätigen. Im Gegenteil! Während der Aufstellungen war regelmäßig eine außerordentlich starke Empathiesteigerung

    Vielleicht kam das, was ich meinte, nicht so rüber: Was Du schreibst, was während der Aufstellung passiert, kann ich bestätigen. Was ich mit Empathieverlust, Vakuum, Taubheit umschrieb, ist das spätere Ergebnis.

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    Hätte es einen "Zusammenbruch" gegeben (nicht zu verwechseln mit emotionalen Ausbrüchen wie weinen, lachen, erschrecken usw., die Bestandteil jeder Art von Psychotherapie sein können)

    Ich bin nicht ganz sicher, wie ich den in diesem Zusammenhang gelesenen Begriff Zusammenbruch werten soll. Ich denke auch eher, es sind die Sachen, die Du beschreibst (weinen usw.). Also das, was bei jeder Art Konfrontationstherapie (der ich als zwangsläufig traumatisches Erlebnis auch sehr distanziert gegenüberstehe) zu erwarten ist.

    Zitat

    Eine Persönlichkeitsänderung als Folge dürfte ja dann weder etwas Bedrohliches noch etwas Befremdliches, sondern vielmehr etwas Wünschenswertes sein.

    Aus der Sicht des Arztes ganz sicher, für ihn ist es ein Therapieerfolg, wenn eine gesunde Persönlichkeit seine Prais verläßt ??da fragt er nicht, was mit der bisherigen Persönlichkeit passierte??. Da der Patient direkt davon nichts merkt, ist es ihm egal. Beide sind aber nicht zu einer objektiven Einschätzung in der Lage (wollen oder können es nicht).

    Zitat

    Relevant ist aber für den Befreiten die eigene Beurteilung seines Fortschritts und wie die neue Erkenntis sein Leben zum Postiven beeinflußen wird.

    Das ist die typische egozentrische Einstellung, die wahrscheinlich unverzichtbarer Bestandteil einer Aufstellung ist. Würde der Patient später zu große Selbstkritik entwickeln, könnte es sein, daß er wieder in seine alte Persönlichkeit (die meiner Meinung nach immer noch vorhanden ist) zurückfallen.

    Zitat

    bleibt deine Meinung eben nur eine "Meinung" und hätte keine besondere Relevanz.

    Ja, da sind wir beide und alle anderen auf Gedeih und Verderben den Lesern ausgeliefert ;-D :)*

    [...] gehe ich mal auf den Link zum AGPF ein.


    Die dort aufgeführten Hinweise sollten aus meiner Sicht durchaus ernst genommen und kritisch betrachtet werden. Etwas verwunderlich ist, daß die Seite unter der Überschrift "Hellingers Verfahren ist reiner Humbug" steht, dann aber nicht auf den angeblichen Humbug eingegangen wird. Stattdessen wird um so ausführlicher Hellinger als Person beleuchtet. Es fehlt jegliche konkrete Analyse des Verfahrens. Quellen sind teilweise leider nicht (mehr) vorhanden oder glaubensabhängig. Wenn da ein Gast in einem Forum unflätig über ein kritisches Buch herzieht, kann das viel und nichts besagen. Hinter dem Gast könnte sich sogar Hellinger selbst verbergen. Allerdings auch der Autor des Buches, der auf diese Weise Antworten provoziert, um neue Fakten zu kreieren. Man kann dieser anonymen Quelle glauben – oder auch nicht.


    Die angeführten Beispiele sind ausnahmslos negativ. Sie sind für mich glaubhaft. Und doch bleibt der Makel einer auffallend einseitigen Betrachtung. Der AGPF bezeichnet sich selbst als "weltanschaulich, religiös und politisch neutral". Hier muß wohl jeder selbst entscheiden, welche Möglichkeiten der Neutralität er den vielen konfessionellen und konfessionell dominierten Mitgliedsgruppen einräumt. Bemerkenswert finde ich die vielfältigen Angebote für Sektenaussteiger. Wobei der Begriff Sekte ausdrücklich als umgangssprachlicher Sammelbegriff verstanden wird, ohne daß die eigentliche Bedeutung oder bestimmte Kriterien eine Rolle dafür spielen.


    Die vielfältigen Hinweise des AGPF zu Familienaufstellungen nach Hellinger halte ich für eine gute Quelle, um sich über die Gefahren zu informieren. Die dort aufgeführten Beispiele zeigen, wie wichtig die Wahl des Therapeuten ist. Denn Angebote dieser Therapieform dürften von weit mehr Scharlatanen als professionellen Psychologen kommen. Die einzige Informationsquelle sollte es trotzdem nicht bleiben. Gerade wegen des inhaltlichen Anspruchs, den man im Namen dieses Aktionsbündnisses findet: geistige und psychische Freiheit. Information sehe ich immer als eine Sache, die ich mir besorgen muß. Auch wenn es bequemer ist, sie mir liefern zu lassen.

    ** ....also mir geht es besser wie je zuvor. es war für MICH genau das richtige.......


    soviel mal dazu – und nun lese ich mal eure diskussionen...... :=o

    Zitat

    Die einzige Informationsquelle sollte es trotzdem nicht bleiben.

    Dann befragen wir doch mal die Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie. Diese schreibt in ihrer Stellungnahme der DGSF zum Thema Familienaufstellungen:

    Schon das kurze Hineinschnuppern in den Faden zeigt wie sehr diese Methode polarisiert. Da ich mich persönlich mit diesem Thema auf verschiedene Weise auseinandersetze, möchte ich meinen Senf dazugeben.


    Familienstellen oder allgemeiner Systeme aufzustellen ist keine Erfindung von Herrn Hellinger. Er hat manches modifiziert und in seinem Sinne erweitert. Das Aufstellen an sich gab es schon vor Hellinger und hat sich auch da bewährt.


    Wieso das Aufstellen wirkt, hat bisher – soweit ich weiß – noch keiner wissenschaftlich erklären können. Allerdings wird wohl keiner die Wirkung von Aufstellungen bezweifeln, der sich damit ein klein wenig auseinander setzt.


    Es ist m. E. nicht möglich, sich ein Bild von Aufstellungen zu machen, ohne jemals selbst an Aufstellungen teilgenommen zu haben. Sei es als Aufstellender oder als Stellvertreter. Als reiner Beobachter kommt einem das Ganze vielleicht immer noch etwas "seltsam" vor.


    Natürlich gibt es auch im Bereich Aufstellungen kein schwarz oder weiß. Manchmal ist es hilfreicher, manchmal weniger hilfreich, manchmal braucht es mehr Zeit, manchmal geht es spektakulär schnell. Da ist es einfach wie mit fast allem im Leben.


    Eines klappt nicht: das Aufstellen nur mit dem Kopf erfassen zu wollen. Geht gar nicht! Wer Angst hat, sich ganz als Mensch auf so etwas einzulassen, braucht wohl einfach noch etwas Zeit.


    Es gibt gute und schlechte KFZ-Mechaniker, gute und schlechte Buchhalter, gute und schlechte Ärzte, gute und schlechte Aufsteller ... und was für den einen gut ist, ist für den anderen schlecht und umgekehrt ... Angucken, ausprobieren, aufs Gefühl verlassen und dann wird das ...


    In diesem Sinne, viel Spass beim Erfahrungen sammeln