• Familienaufstellungen nach Bernd Hellinger

    Es würden mich eure Erfahrungen mit Familienaufstellungen nach Hellinger interessieren.
  • 66 Antworten

    @ schnattergusche

    Zitat

    Was beurteilst Du – eine Methode oder Dein Verständnis von zwei Beschreibungen? Auf der einen Seite ist es Humbug, auf der anderen gehst Du von Wirkungen aus. Aber nur von negativen.

    Auch Humbug kann fatale Auswirkungen haben. Stell Dir vor jemand ist krebskrank und anstatt zu einem Arzt zu gehen, geht er zu einem "Wunderheiler". Dieser tut nichts weiter als eine Rassel zu schwingen und wirres Zeug vor sich hin zu brabbeln und den "Patienten" mit "heiligem Wasser" zu besprengen. Nach erfolgter "Behandlung" erklärt der "Heiler" den Mann für geheilt. Zwei Monate später ist der "Patient" tot. Die "Behandlung" selber war völlig wirkungslos und hatte somit keine schädliche Wirkung an sich. Allerdings ist eine ordentliche Behandlung durch einen Arzt unterblieben. Zugegeben: Das Szenario ist frei erfunden und absichtlich sehr übertrieben, aber ich denke, Du verstehst, worauf ich hinaus will.


    Wobei ähnliche Szenarien durchaus in der Realität passieren. In Indien oder Lateinamerika gibt es "Heiler", die mit billigen Taschenspielertricks den Leuten angeblich krankes Gewebe aus dem Körper "entfernen". Die "Operation" findet mit blossen Händen statt. Natürlich wird kein Gewebe entfernt, sondern es handelt sich um Innereien von Hühnern oder ähnliches.

    Zitat

    Wenn Du in dieser Denkweise konsequent bist, wirst Du auch niemals Medikamente nehmen. Sie könnten ja nicht anschlagen, dann wären sie Humbug. Oder sie rufen eine Wirkung hervor. Nach Deinem Denken wären das aber nur die Nebenwirkungen. Sollte da auch der Gesetzgeber...

    Das meinst Du jetzt nicht ernst, oder? Du weisst schon, dass Medikamente in Doppel-Blindtests auf Ihre Wirksamkeit getestet werden. Es dauert Jahre, bis ein Medikament eine Zulassung erhält und schliesslich verschrieben werden darf. Der Gesetzgeber "sollte" also nicht nur....er greift auch tatsächlich ein.

    Stimpy67

    Deine Überlegungen sind leicht nachvollziehbar. Aber worauf stützen sie sich? Jetzt sind wir schon beim Wunderheiler als Vergleich angekommen. Aber es geht doch um eine Methode, und nicht um Scharlatane. Ohne Frage kann die Methode auch von Scharlatanen verwendet werden. Aber auch da ergibt sich die Frage, was Du beurteilst. Dein Beispiel "Wunderheiler anstatt Arzt" ist ohne Frage richtig. Nur in diesem Fall völlig irrelevant. Es gibt Ärzte, die Familienaufstellungen ablehnen. Es gibt auch Ärzte, die Familienaustellungen als begleitende maßnahme zu ihrer schulmedizinischen Therapie vorschlagen. Manche führen es selbst durch. Da greift Dein Beispiel überhaupt nicht mehr.

    Zitat

    Das meinst Du jetzt nicht ernst, oder? Du weisst schon, dass Medikamente in Doppel-Blindtests auf Ihre Wirksamkeit getestet werden.

    Doch, das war vollkommen ernst gemeint. In der Doppelblindstudie muß nachgewiesen werden, daß das Medikament eine höhere Wirksamkeit hat als ein Placebo. Das heißt noch längst nicht, daß es tatsächlich in jedem Fall etwas bringt. Wenn es nicht wirkt (und das, obwohl es doch einen Wirkstoff enthält!) wird ein anderes Medikament probiert. Aber so weit würdest Du nach der Analogie zu Deinen Gedanken zur Aufstellung gar nicht kommen. Denn Du würdest ein Medikament von vornherein ablehnen, weil es doch Nebewirkungen haben könnte.


    Übrigens, der Gesetzgeber greift auch tatsächlich ein. Für Heilbehandlungen muß man Arzt sein. Es gibt eine Ausnahme. Die wird im [[ http://www.gesetze-im-internet.de/heilprg/BJNR002510939.html Gesetz über die berufsmäßige Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung]] geregelt.

    @ schnattergusche

    Mir ging es um Deine Aussage, dass Humbug keinen Schaden anrichten könne, wenn er doch ohnehin keine Wirkung hat.


    Das ein Medikament nichct in jedem Fall etwas bringt ist doch völlig klar, darum geht es auch gar nicht. Aber wenn ich Krebs hätte, würde ich mich trotzdem eine Chemotherapie unterziehen, auch wenn die Heilungschance lediglich bei 30% liegen würde. Allein aus dem Grund, weil es (zur Zeit) keine andere erfolgversprechende Alternative gibt.


    Nebenwirkungen würde ich immer danach beurteilen, wie gross das Risiko ist, zu Schaden zu kommen, wenn ich das Medikament nicht einnehme. Ich war vor einigen Wochen beim Arzt und er hat bei mir eine mittelschwere depressive Episode diagnostiziert. Psychopharmaka habe ich erstmal abgelehnt, weil ich die reele Chance gesehen habe, auch ohne Medikamente wieder auf die Füsse zu kommen und mir die möglichen Nebenwirkungen und das Suchtrisiko in dem Fall zu riskant waren. Ich bin da letztendlich dann auch ohne Medikamente rausgekommen.


    Hätte ich Krebs, würde ich nicht lang fackeln und eine Chemotherapie machen und in Kauf nehmen, dass mir die Haare ausfallen, mir monatelang speiübel ist und evtl. meine Organe geschädigt werden, weil die Alternative ein sicherer und wahrscheinlich schmerzhafter Tod wäre.


    Man muss eben von Fall zu Fall entscheiden und darf nicht alles pauschalisieren.

    Zitat

    eine auch interessante grundlage...

    Interessant ja, aber eine Grundlage ist für mich was anderes...


    Solche Sätze

    Zitat

    Im christlichen Bereich gibt es bisher nur wenige Publikationen, die sich klar mit einer Positionierung zum Familienstellen aus biblisch-christlicher Perspektive beschäftigen

    finde ich einfach nur traurig. Demnächst gibt es noch einen Vortrag "Vor- und Nachteile des Ohmschen Gesetzes aus biblischer Sicht" :|N Wes Geistes Kind der Autor Rolf Gersdorf (Diplom-Sozialarbeiter) ist, merkt man deutlich an diesem Satz

    Zitat

    Um eines gleich vorweg zu nehmen: Ich glaube, dass es in dem Bereich sehr viel Zauberei und magische Handlungen gibt – so wie überhaupt im gesamten Bereich von Beratung, Therapie und Seelsorge.

    %-|


    Die Ausgangslage wird zumindest klar erkannt:

    Zitat

    Es gibt kaum Aufsteller, die nicht in irgendeiner Art und Weise von irgendwelchen spirituellen Kräften ausgehen, ... Die Vita solcher Aufsteller liest sich wie ein Nachschlagewerk für Esoterik, Magie und Zauberei.

    Es folgt die Einsicht:

    Zitat

    Wir müssen geradezu an eine massive Grenze stoßen, da unsere Vorgehensweisen in der Aufstellungsarbeit, ...eine einzige Provokation gegenüber einem völlig anders gearteten Weltbild sind.

    Und als "Lösung" die Vereinnahmung:

    Zitat

    Bei dieser Art von Arbeit geht es nicht darum, ob eine Spiritualisierung stattfinden soll, kann oder nicht stattfinden darf (Utsch) – die spirituelle Basis vom christlichen Glauben und der christlichen Ethik her ist einfachhin die Ausgangsbasis jeglichen, auch fachlichen Handelns.

    Von da an heißt es nicht mehr Familienaufstellung, sondern "Biblisch-seelsorgerlich fundierte Aufstellungsarbeit". Das wirkt auf mich irgendwie hilflos. Außerdem findet im ganzen Artikel wieder diese unselige Vermischung von Glauben und Wissenschaft statt.

    Zitat

    die von Tausenden und Millionen gezimmerten WEbsites virtueller Freaks

    So ist es leider. Wer glaubt, was zu sagen zu haben, baut sich eine Webseite dazu. Nach dem einfachen Prinzip: je scheinprofessioneller das Layout, je fundierter der Inhalt...

    Stimpy67

    Zitat

    Mir ging es um Deine Aussage, dass Humbug keinen Schaden anrichten könne, wenn er doch ohnehin keine Wirkung hat.

    Dazu stehe ich nach wie vor. Ein Schaden wäre ja eine Wirkung. Wenn etwas keine Wirkung hat, kann es auch keine schädliche haben. Wenn Du von möglichen Schäden ausgehst, kann es sich also schonmal nicht um wirkungslosen Humbug handeln.


    Falls Du dieser Überlegung zustimmen kannst, brauchen wir also nur noch die Wirkung betrachten. Die kann als positiv oder negativ angesehen werden, als Schaden oder Nutzen. Je nachdem, in welchem Verhältnis die Wirkung zur Absicht steht. Und da hast Du etwas geschrieben, das ich für sehr sinnvoll halte:

    Zitat

    Man muss eben von Fall zu Fall entscheiden und darf nicht alles pauschalisieren.

    Genau darum ging es mir nämlich. Zu dieser Entscheidung von Fall zu Fall zähle ich die Überlegung, ob eine bestimmte Therapie überhaupt sinnvoll ist. Und dann kommt die Frage nach dem richtigen Therapeuten. Durch falsche Durchführung kann eine richtige Therapie auch in ein Desaster führen. Dann liegt es aber nicht an der Therapie, sondern am Anwender. (Therapeut ist er dann in meinen Augen nicht.)

    Ich habe selbst an einer Familienaufstellung teilgenommen , bei einem gut ausgebildeter Aufsteller , leider landete ich mit einer akuten Psychose in der psychatrischen Klinik. Ich kann nur davor warnen tiefsitzende Traumen , bei mir war es der Verlust eines Familienangehörigen , an einem Wochenende heilen zu wollen.Ich denke auch , dass es nicht richtig ist Kontakt mit Verstorbenen aufzunehmen und irgend etwas in der Vergangenheit zu verändern .Ich bin schon einige Jahre wieder gesund , an einer Aufstellung würde ich nicht mehr teilnehmen.Man sollte auch bedenken , dass man nicht nur sich selbst, sondern auch den Vertreter gefährden könnte.

    Egal welches Handwerk, wenn es jemand nicht beherrscht, kommt nix G´scheites raus.


    Ich habe bisher auch nur gute Erfahrungen machen dürfen.