Zitat

    JessSlytherin wenn du nun Verdauungsprobleme hättest und diese durch das tägliche Essen eines Apfels behoben werden, könnte dir dann eine Studie weismachen, dass Äpfel keinerlei Wirkung auf die Gesundheit haben?


    Warum traut ihr irgendwelchen Studien mehr als der eigenen Wahrnehmung?

    Jups, dann hole ich mir einen Beutel Äpfel, und freue mich, dass es ein so leckeres Placebo ist. Ich würde aber dann nicht herumrennen, und allen erzählen, dass Äpfel endgegen aller wissenschaftlichen Studien ein Wundermittel sind, die alles heilen können.


    Weil ich Realität und Fantasie trenne? Apfel bei Verdauungsproblemen: Wirkt, Ballaststoffe, viel Wasser. Eibischwurzel gegen Reizhusten: Funktioniert auch, wegen den Schleimstoffen. Harry Potter, Zaubertränke, Magie, Homöopathie: Nope, nette Geschichte, aber leider erfunden, unrealistisch und demnach nicht wahr.


    Ich hätte ja nichts dagegen, wenn ihr sagen würdet "Es wirkt für mich, obwohl es dafür keinerlei logische Erklärung gibt." anstatt "Es wirkt, und alle Studien die das Gegenteil beweisen und gefälscht, und böse Pharmaindustrie. Nieder mit der Wissenschaft!"


    Wie bei den Religionen. Christen haben noch nie versucht mich zu bekehren. Die kommen nicht bei mir klingeln und verteilen keine Flyer auf dem Markt. Die sagen, sie glauben an Gott, und fertig. Wer sich jetzt mit welcher anderen Religion verglichen fühlt sei jedem user selbst freigestellt.

    Zitat

    kaulli

    @ Broderick,

    erkläre mir mal, warum soviele Medikamente wieder vom Markt genommen werden und die Firmen nicht zusperren müssen, obwohl sie doch alles seriöse Studien gemacht haben, mit genug Probanden, Kontrollgruppe und doppelblind.....!

    Warum sollte ich dir das erklären? Welchen Einfluss hätte das auf die Wirksamkeit von Homöopathika, wenn ein schulmedizinsches Medikament vom Markt genommen wird??

    Zitat

    kaulli


    Wir wissen, wie Studien gehen, nur dürfen wir es als Privatpersonen gar nicht, weil man nicht ein Gruppe unbehandelt lassen dürfen....

    Natürlich dürft ihr das.


    Kein Mensch könnte euch einen Vorwurf machen, wenn ihr jemanden mit normalem Leitungswasser anstatt mit "homöopathischem" Leitungswasser behandelt.


    Jemanden nicht homöopathisch zu behandeln, gilt vor Gericht garantiert nicht als Nicht-Behandlung.

    Zitat

    Kein Mensch könnte euch einen Vorwurf machen, wenn ihr jemanden mit normalem Leitungswasser anstatt mit "homöopathischem" Leitungswasser behandelt.

    Das ist Blödsinn, das wäre strafbar, nur die Schulmedizin darf Diagnosen stellen und behandeln, Alternativmedizin darf nur zusätzlich behandeln, aber nicht alleine.

    Zitat

    kaulli

    Zitat

    Kein Mensch könnte euch einen Vorwurf machen, wenn ihr jemanden mit normalem Leitungswasser anstatt mit "homöopathischem" Leitungswasser behandelt.

    Das ist Blödsinn, das wäre strafbar, nur die Schulmedizin darf Diagnosen stellen und behandeln, Alternativmedizin darf nur zusätzlich behandeln, aber nicht alleine.

    Was erzählst du mir da? Wo ist der Bezug zum Zitat?


    Es wäre nicht strafbar, im Rahmen einer homöopathischen Studie Homöopathika durch Placebos zu ersetzen. Aus welchem Grund denn auch?

    Bitte lest euch das folgende durch. Dieser von mir erdachte Beitrag fasst glaube ich die Argumentationsketten der Homöopathiefreunde ganz gut zusammen und wurde nur in einen anderen Kontext gesetzt. Will heißen: Mit diesen Argumenten kann ich jeden Unsinn "beweisen" - oder etwa nicht?


    Hey Leute,


    es gibt definitiv Chemtrails. Ich habe damit meine eigenen Erfahrungen gemacht und auch viele aus meinem Umfeld bestätigen das. Wir werden von der Regierung vergiftet und immer wenn die Spuren am Himmel auftauchen, geht es uns erwiesenermaßen deutlich schlechter. Ich vertraue da auch lieber meinen persönlichen Erfahrungen als irgendwelchen Studien, die natürlich von der Regierung manipuliert wurden. Zum Glück hat mir ein Experte in dem Gebiet einen Entgifter verkauft, der zwar nicht ganz billig war, aber erwiesenermaßen geholfen hat.

    Die Studie, die Monsti verlinkt hat, ist mit nur 144 Patienten (also ca. 72 in jeder Gruppe) super klein angelegt. Viel zu klein, um überzeugende Ergebnisse zu liefern, weil man bei Studien mit so wenigen Teilnehmern den Zufallsfaktor nicht zuverlässig rausrechnen kann. Zudem handelt es sich bei dem gewählten Krankheitsbild um eine Akuterkrankung, die in der Regel sowieso in kurzer Zeit von alleine besser wird. Das ist in Kombination mit der kleinen Studiengruppe nicht besonders überzeugend. Ein Hinweis, der möglichen Wirkung mit einer weit größer angelegten Studie nachzugehen ja, aber für sich genommen bestimmt noch kein "Nachweis".

    Ergänzend sei erwähnt, dass es ja weit viel mehr Studien gibt, die belegen, dass Globuli nicht über den Placeboeffekt rauskommen. Warum also eine einzelne, auch nicht optimal angelegte Studie, plötzlich alle anderen Studien nichtig machen sollte, erschließt sich mir nicht. Außer - Aluhüte an - die Pharmaindustrie verfälscht alle Studien und hat es nur bei der von Monsti verlinkten nicht geschafft. Die Homöopathieindustrie hingegen manipuliert nie Studien und ist sowieso heiliger als der Papst.

    Zitat

    Ergänzend sei erwähnt, dass es ja weit viel mehr Studien gibt, die belegen, dass Globuli nicht über den Placeboeffekt rauskommen.

    Und wenn schon? Ist doch eigentlich egal, Hauptsache es hilft. Ich finde Placebo sogar sehr erstaunlich. Die Selbstheilungsfähigkeit des Körpers, der eben ein kleines Vehikel dazu braucht in Form von Kügelchen. Ist vielleicht auch bei schulmedizinischen Mitteln öfter mal der Fall.

    Um nochmal auf den Ursprung dieser Diskussion zu kommen: Fakt ist, dass nach uns heute bekannten wissenschaftlichen Standards Globuli als unwirksam eingestuft werden. Das kann man ungerecht finden und die Wissenschaft an sich kann man natürlich in Frage stellen, wenn man denn will. Das machen Religionen ja auch. Doch Apotheken basieren ja eigentlich auf diesen wissenschaftlichen Standards, weswegen mindestens ein deutlicher Hinweis auf homöopathischen Mitteln unabdingbar ist.

    Natürlich Monika, der Placeboeffekt tritt auch bei normalen Medikamenten auf. Und er ist auch eine gute Sache, das bestreitet ja keiner. Hier geht es aber um was anderes: Denn der Placeboeffekt kann nicht alles heilen und wenn ein Mensch wirklich schwer erkrankt ist, ist es doch deutlich sinnvoller, ihm Medikamente zu verschreiben, die zumindest - nach wissenschaftlichen Standards - über diesen Placeboeffekt hinausgehen. Da Globuli das aber nicht leisten, muss darauf auch hingewiesen werden. Wie gesagt - alles laut wissenschaftlichen Standards - ob man die annehmen will oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen.

    Mh, ich hatte zwei verschiedene Studien verlinkt, und in der zweiten ging es nicht um eine Akut-Erkrankung. Überlest Ihr gewisse Dinge mit Absicht? ???


    Primär ging es mir mit den mal schnell rausgesuchten Studien-Berichten darum, die Falschaussage zu widerlegen, es gäbe keine einzige wissenschaftliche Studie, die eine Wirkung der Homöopathie über den Placebo-Effekt hinaus belegt.

    Ich habe mir die Studien jetzt nicht genau durchgelesen, aber grundsätzlich ist es ja so. Je mehr Studien angelegt werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine dieser vielen Studien auch von den anderen abweicht und etwas anderes belegt. Das liegt daran, dass keine Studie zu 100 Prozent richtig sein kann. Es gibt immer eine geringe Fehlerwahrscheinlichkeit. Genau aus diesem Grund existieren Metastudien. Sie fassen die Ergebnisse von vielen Studien zusammen und schauen, wohin der Trend geht. Wenn von sagen wir mal 200 Studien 198 sagen, dass Globuli nicht wirken und 2 sagen, dass sie wirken, dann geht man als rational denkender Mensch vermutlich erstmal davon aus, dass die deutliche Mehrheit zumindest mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit im Recht ist. Auch hier gibt es keine 100ige Sicherheit - aber die gibt es in der Wissenschaft grundsätzlich nicht.

    Ich hatte den Eindruck, Deine Links haben einfach niemanden interessiert ;-D


    Wie dem auch sei:


    Die einen sind sich sicher, dass Globuli nicht helfen können.


    Die anderen haben am eigenen Leib erfahren, dass Globuli helfen können.


    Wer zwingt euch, darüber zu diskutieren und wem genau bringt das eigentlich was? Ob ich mir jetzt für 6€ ein paar Globuli, Hustensaft oder eine Schachtel Zigaretten kaufe... die Welt dreht sich trotzdem weiter.

    Zitat

    Wieso ist eigentlich noch niemand auf den Beitrag von Monsti eingegangen?


    Broderick, was lief in dieser Studie Deiner Meinung nach falsch?

    Eine Analyse der zitierten Studie (und vieler anderer angeblich positive ausgefallenen Studien) findet man hier: http://www.beweisaufnahme-homoeopathie.de/?p=2343

    In diesem Zusammenhang zu diskutieren ist natürlich fast immer überflüssig, das stimmt. Während die einen den heutigen wissenschaftlichen Methoden und Erkenntnissen vertrauen, tun das die anderen eben nicht. Das ist ja nicht nur bei Medizin so, sondern lässt sich auf viele andere Felder übertragen. Für mich besteht das einzige Problem an Globuliverfechtern (oder auch Impfgegnern) darin, dass sie teilweise auch ihre noch unmündigen Kinder mit reinziehen. Und das kann manchmal schlimme Folgen haben (wenn man der Wissenschaft und Studien traut). Jeder, der selbst entscheidet, was er nehmen möchte, darf das gerne tun. Und wenn man mit voller Überzeugung an Homöopathie glaube, hilft einem das schon in gewisser Weise - immerhin ist der Placeboeffekt dann ganz stark ;-)

    Zitat

    Die Studie, die Monsti verlinkt hat, ist mit nur 144 Patienten (also ca. 72 in jeder Gruppe) super klein angelegt. Viel zu klein, um überzeugende Ergebnisse zu liefern, weil man bei Studien mit so wenigen Teilnehmern den Zufallsfaktor nicht zuverlässig rausrechnen kann.

    Mein Mann ist seit 2,5 Jahren Patient auf der Onkologie. Seit genau 8 Wochen in einer Studie und wird mit 13 Pat. in der Phase I und 100 Pat. in der Stufe II durchgeführt. Die Hälfte erhält Placebos.


    Und Pat. die Placebos erhalten haben danach keine weiteren Chancen, weil schon alles ausgereizt ist.


    In Anbetracht der Krebspat. innerhalb Deutschlands frage ich mich, warum nicht mehr Pat. in einer Studie aufgenommen werden.


    Aber vllt. weiss ja hier jemand eine Antwort, warum nur mit insgesamt 113 Pat. - bzw. in Phase II mit nur 100 Pat. - eine Studie durchgeführt wird.