Welche Studien denn? Bitte mal ganz konkret werden und nicht nebulös drumherum reden. Was ist mit den ganzen wissenschaftlichen Widersprüchen, die ich bereits aufgelistet habe? Du kannst doch nicht ernsthaft behaupten, dass Homöopathie wissenschaftlich unterlegt ist.

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    und viele Studien..., aber das ignoriert ihr einfach.

    Davon habe ich nicht eine echte, offizielle, glaubwürdige gesehen.


    Und ihr ignoriert alle Studien, die die Wirkungslosigkeit von Globulis beweisen. Studien, die in der Tat existieren und nicht wie ihr behauptet gefäscht sind.

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    nenne mir doch eine, die ich ansehen kann oder hast du auch keine angesehen?

    http://www.sld.cu/galerias/pdf/sitios/revsalud/are_the_clinical-effects-of-homoeopathy_placebo-effects.pdf


    Zum Beispiel diese wunderschöne Metastudie, die die einzelnen Studienergebnisse zusammenfasst.

    Dein Artikel schreibt doch selbst schon in der Zusammenfassung nur im Konjunktiv. Abgesehen davon, widerspricht die Wirkung von Hochpotenzen den physikalischen Grundgesetzen - auch das habe ich bereits erwähnt. Eine Fallstudie, die mit Doppelblindtests arbeitet und Globuli als wirksam einstuft existiert aber nicht, außer es wurden grobe methodische Fehler gemacht. Auch diese habe ich bereits aufgezählt.

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    Glaubst du, die Physik entwickelt sich nicht mehr weiter?

    Bedeutet im Klartext erstmal, dass du mir zustimmst: Stand jetzt ist die Potenzierung in der Wissenschaft nicht als wirksam bewiesen. Natürlich entwickelt sich auch die Physik weiter. Was dieses Thema angeht, wäre aber keine Weiterentwicklung, sondern ein komplettes Umkrempeln erforderlich. Das bedeutet, dass unser gesamter wissenschaftlicher Stand in diesem Bereich für die Tonne wäre. Kann natürlich sein, nur dann müssen logische Erklärungsmodelle dafür her. Zum Beispiel folgende Fragen müssten beantwortet werden:


    1. Worin besteht die Heilkraft / das Agens, das beim Patienten wirksam werden soll? Ein identifizierbarer Wirkstoff ist es nicht, denn schon ab recht niedrigen Potenzen ist das Lösungsmittel von der Lösung nicht mehr unterscheidbar.


    2. Wie wird der richtige Grundstoff dafür aus dem Einsatzmittel selektiert? Beispiel: In der Homöopathie verwendet man die ganze Biene ("Apis mellifica"), die aus tausenden verschiedenen Stoffen besteht. Wie wird der Richtige daraus selektiert?


    3. Was wird potenziert, wenn der Urstoff nicht mehr vorhanden ist?


    4. Wie wird diese verstärkte Heilkraft auf dem Zucker gespeichert, nachdem die Lösung verdunstet ist? Die dort gespeicherte Information müsste enthalten:


    – Identität des Ausgangsmaterials


    – Art der Potenzierung (nach homöopathischer Auffassung verhalten sich D-, C- und LM- Potenzen unterschiedlich, auch wenn sie zur gleichen Verdünnung geführt haben)


    – Anzahl der Potenzierungsschritte, C30 ist ja schließlich anders als C200


    Nur so ein paar Unklarheiten. Wenn du also erst die Wissenschaft revolutionieren willst, um dann irgendwie Homöopathie als wirksam zu deklarieren, dann mach dich mal an die Arbeit. Bist ja nicht nur du, der daran ein Interesse hätte - nur komischerweise hat es noch keiner hinbekommen. Mit der selben Argumentation könnte ich auch ein Zauberei, Wahrsagerei und anderen Kram glauben.

    Um erneut auf die Ausgangsfrage zu kommen: Homöopathie geht nicht über den Placeboeffekt hinaus. Außer unsere gesamte Wissenschaft ist Quatsch. Und ob man aufgrund dieser Utopie Homöopathie von Krankenkassen bezahlen lassen sollte, ist dann doch sehr fragwürdig. Da könnte ja jeder kommen und z.B. sagen, dass ihm Wahrsagerin Blablupp aufgetragen hat, bei Vollmond fünf Flaschen Heilwasser zu trinken, die alle 200 Euro kosten und doch bitte von der Krankenkasse bezahlt werden sollen. Das würde ja die chronische Krankheit, die man hätte, heilen.

    Ich merke, dass es hier eine Gruppe gibt, die sich nur auf wissenschaftliche gesicherte Erkenntnisse bei der Behandlung ihrer Krankheiten verlässt oder verlassen möchte. Eine andere Gruppe lässt sich nicht davon abbringen, dass es Sachen gibt, die sich wissenschaftlich nicht erklären lassen.


    Das, was ich über homöopathische Behandlung erfahren habe, setzt daran an, dass den Körper ein unsichtbares Energiefeld umgibt, das durch die Hinzufügung von den in den Globuli enthaltenen Informationen verbessert wird. Man kann mit entsprechender Methodik und Achtsamkeit diese Verbesserung auch mit anderen Substanzen wie normalen Medikamenten "messen". Ich weiß mittlerweile, dass mir diese Art von "Messung" ein recht gutes Bild darüber gibt, was ich zur Verbesserung meines Gesundheitszustands benötige. Allerdings habe ich momentan wirklich keinen Plan, wie man so etwas physikalisch reproduzierbar nachweisen und messen könnte.


    Ich möchte nur noch anmerken, dass wir bei weitem nicht in der Lage sind, die Welt, in der wir leben, wissenschaftlich zu beschreiben. Damit meine ich nicht nur die Hummel, die bei entsprechender wissenschaftlicher Bildung wüsste, dass sie nicht fliegen kann, es aber trotzdem tut. (Es hat knapp 60 Jahre gebraucht, um dieses Paradoxon aufzulösen.)


    Die Maillard-Reaktionen sind auch so ein Feld. Wissenschaftlich gesehen sind die Reaktionen beim Braten und Backen so komplex, dass man sie noch nicht vollständig verstanden hat. Dass die Zubereitungsvorgänge wissenschaftlich nicht erklärbar sind, wäre trotzdem für mich kein Grund, auf Spiegeleier, Brot, Kuchen, Grillwürstchen und Pommes frites zu verzichten.


    In einem Faden zum Klimawandel habe ich ein 90-seitiges Dokument erwähnt, in dem beschrieben wird, dass die Wissenschaft Wolkenbildung nur in Teilen, aber auch noch nicht umfassend versteht. (Wen es interessiert: "IPCC AR5 cloud feedback" googeln.)


    Mir wäre mein Leben zu beschränkt, wenn ich mich nur auf die Wissenschaft verlassen würde. Der Reiz, als Wissenschaftler zu arbeiten, liegt ja gerade darin, immer mehr erklären zu können.


    Auf der anderen Seite kann ich verstehen, dass man eine Grenze ziehen muss, um das Gesundheitssystem finanzierbar zu halten. Der Gesundheitsmarkt ist kein Markt, in dem sich die Preisbildung über Angebot und Nachfrage vollzieht. Im Zweifel bin ich bereit, jeden Preis zu zahlen, um wieder gesund zu werden. Insofern ist eine Beschränkung auf wissenschaftlich überprüfbare Verfahren zumindest für mich nachvollziehbar.

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    Insofern ist eine Beschränkung auf wissenschaftlich überprüfbare Verfahren zumindest für mich nachvollziehbar.

    Genau das finde ich nämlich auch. Auch teile ich die Ansicht, dass es vermutlich Sachen gibt, die momentan noch über unsere wissenschaftliche Vorstellungskraft hinausgehen. Doch bei einem Gesundheitssystem muss dann doch auf bewiesene Tatsachen zurückgegriffen werden - ohne andere Sachen natürlich komplett zu verbieten. Aber gerade gesetzliche Krankenkassen sollten eben keinen "Glauben" - denn nichts anderes ist es, wenn ich an einen nicht bewiesenen Effekt oder ähnliches glaube, finanziell unterstützen. Es geht mir dabei ja nicht um die Diffamierung von Homöopathieanhängern. Sie haben einen Glauben - wie es Religionen ja auch haben. Problematisch wird es nur dann, wenn man durch pseudowissenschaftliche Ansätze seinen Glauben auch als Wissenschaft anerkannt haben will. Denn auf diesem Stand ist die Homöopathie halt nicht und wird es voraussichtlich auch nie sein.

    Die Beispiele mit Hummel, Maillard-Reaktion und Wolkenbildung passen allerdings nur bedingt. Denn hier wurde ja klar wissenschaftlich eine Tatsache beobachtet - Hummeln können fliegen, Spiegeleier kann man braten und Wolken bilden sich. Man konnte bzw. kann das aber noch nicht vollständig erklären. Anders ist es bei der Homöopathie - sie wirkt nicht, zumindest wenn man statistische Verfahren anwendet. Von 1000 Hummeln konnten wahrscheinlich 999 fliegen, Spiegeleier braten immer und Wolken bilden sich ja auch in riesigen Massen. Bei Homöopathie sind diese statistischen Belege nicht vorhanden, wie etliche Studien ja bewiesen haben. Hier fehlt also nicht nur Erklärung, sondern zunächst überhaupt ein statistisch signifikanter Effekt. Das ist ein klarer Unterschied.

    Es ist übrigens durchaus so, dass die Wirkungsweise von "schulmedizinischen" Medikamenten auch nicht immer bekannt ist. Das steht einer Zulassung nicht entgegen, wenn der klare Nachweis einer Wirksamkeit (weit) über Placeboniveau durch aussagekräftige Studien belegt und eine gute Risikoabschätzung im Hinblick auf Nebenwirkungen möglich ist.

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    Dieses Versprechen ist eine Irreführung in einem hochsensiblen Bereich, weil es um die Gesundheit und das Leben von Menschen geht, die unbedingt verboten gehört!

    warum verbietet man dann nicht lieber Psychopharmaka, wo Menschen nach der Einnahme Flugzeuge abstürzen lassen, Amok laufen oder Selbstmord begehen?


    https://www.welt.de/fernsehen/article113712547/Die-moerderischen-Nebenwirkungen-von-Glueckspillen.html

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    kaulli

    Zitat

    Ja das ist nicht ganz nett formuliert, aber ja dennoch wahr.

    Nichts wird wahr, wenn man es anpatzt und diffamiert.


    Wenn die Gegner recht hätten, würden sie sachliche Argumente bringen.

    Was für "Argumente"? Globuli wirken nicht. Wie sollte man sachlich begründen, dass sie nicht wirken?

    Zitat

    kaulli


    Selbst nach seinem Tod wurde auf Seiten wie scienceblogs, Psiram, GWUP noch nachgetreten:


    "Auch wenn es heisst "de mortuis nihil nisi bene” – ich bin froh, dass er weg ist...."

    Das ist aber gemein. Nur: wirken Globuli deswegen irgendwie anders??

    Ich verstehe die ganze diskussion nicht. Wem es hilft dann ist es gut und wer daran nichts nützliches sieht soll es einfach lassen!


    Ich persönlich nehme auch globulis, beispielsweise bei Bauchschmerzen. Es hilft mir selbst wenn es nur eingebildet ist aber es hilft mir. Ich würde damit keine schwere Krankheit wie Krebs oder so heilen aber bei kleinen wehwehchen warum nicht?!


    Meine krankenkasse muss auch nichts dafür bezahlen,das mache ich alles selbst weil mir es einfach wichtiger ist dass es mir gut geht. Auch wenn es für viele nur Zucker ist 8-(

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    luomaren


    Ich merke, dass es hier eine Gruppe gibt, die sich nur auf wissenschaftliche gesicherte Erkenntnisse bei der Behandlung ihrer Krankheiten verlässt oder verlassen möchte.

    "Möchte" natürlich.


    Es gibt aber hier niemanden, der nicht in bestimmten Fällen auch ein Mittel ohne gesicherten Wirkungsnachweis probieren würde. Da hast du nicht richtig gelesen.

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    Eine andere Gruppe lässt sich nicht davon abbringen, dass es Sachen gibt, die sich wissenschaftlich nicht erklären lassen.

    Auch nicht richtig gelesen. Niemand bezweifelt, dass es unzählige "Sachen" gibt, die sich noch nicht wissenschaftlich erklären lassen.

    kaulli

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    warum verbietet man dann nicht lieber Psychopharmaka, wo Menschen nach der Einnahme Flugzeuge abstürzen lassen, Amok laufen oder Selbstmord begehen?

    So einfach ist das nicht. Um das zu verstehen, musst du dich mit der Wirkungsweise vertraut machen.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Antidepressivum


    https://www.netdoktor.at/therapie/antidepressiva-8588

    Zitat

    Bei Depressionen ist diese Balance zwischen den Neurotransmittern gestört, was in Symptomen wie gedrückter Stimmungslage, Antriebslosigkeit und Schlafstörungen seinen Niederschlag findet.

    Die Antidepressiva setzen dann hier an:

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    Insbesondere kommt es bei depressiven Menschen zu einer verminderten Aktivität jener Nervenzellen, die die Neurotransmitter Serotonin, Noradrenalin und Dopamin übertragen. Durch Medikamente zur Behandlung der Depression (Antidepressiva) wird die Konzentration dieser Neurotransmitter an den Synapsen erhöht

    Es ist richtig das Antidepressiva die Gedanken und Selbstmordabsichten steigern können. Daher tritt ein therapeutischer Effekt erst nach ca 14 Tagen ein. AD müssen und sollten daher von einem Facharzt genau dosiert und der Verlauf kontrolliert werden.


    Grundsätzlich verteufeln sollte man AD aber daher nicht.

    Wie ist das eigentlich mit Zucker? Zucker taucht ja nicht aus dem Nichts aus, sondern wird zum Beispiel aus Zuckerrüben erzeugt. Im Produktions-, Transport- und Verpackungsprozess müsste ja auch handelsüblicher Zucker mit diversen Informationen in Berührung kommen, oder nicht? Diese wären dann zwar wahrscheinlich sehr unglaublich hoch potenziert.. aber müsst handelsüblicher Zucker nicht auch jede Menge "Informationen" beinhalten? Und je höher potenziert, desto wirksamer, oder nicht?