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    Ergänzend sei erwähnt, dass es ja weit viel mehr Studien gibt, die belegen, dass Globuli nicht über den Placeboeffekt rauskommen.

    Und wenn schon? Ist doch eigentlich egal, Hauptsache es hilft. Ich finde Placebo sogar sehr erstaunlich. Die Selbstheilungsfähigkeit des Körpers, der eben ein kleines Vehikel dazu braucht in Form von Kügelchen. Ist vielleicht auch bei schulmedizinischen Mitteln öfter mal der Fall.

    Um nochmal auf den Ursprung dieser Diskussion zu kommen: Fakt ist, dass nach uns heute bekannten wissenschaftlichen Standards Globuli als unwirksam eingestuft werden. Das kann man ungerecht finden und die Wissenschaft an sich kann man natürlich in Frage stellen, wenn man denn will. Das machen Religionen ja auch. Doch Apotheken basieren ja eigentlich auf diesen wissenschaftlichen Standards, weswegen mindestens ein deutlicher Hinweis auf homöopathischen Mitteln unabdingbar ist.

    Natürlich Monika, der Placeboeffekt tritt auch bei normalen Medikamenten auf. Und er ist auch eine gute Sache, das bestreitet ja keiner. Hier geht es aber um was anderes: Denn der Placeboeffekt kann nicht alles heilen und wenn ein Mensch wirklich schwer erkrankt ist, ist es doch deutlich sinnvoller, ihm Medikamente zu verschreiben, die zumindest - nach wissenschaftlichen Standards - über diesen Placeboeffekt hinausgehen. Da Globuli das aber nicht leisten, muss darauf auch hingewiesen werden. Wie gesagt - alles laut wissenschaftlichen Standards - ob man die annehmen will oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen.

    Mh, ich hatte zwei verschiedene Studien verlinkt, und in der zweiten ging es nicht um eine Akut-Erkrankung. Überlest Ihr gewisse Dinge mit Absicht? ???


    Primär ging es mir mit den mal schnell rausgesuchten Studien-Berichten darum, die Falschaussage zu widerlegen, es gäbe keine einzige wissenschaftliche Studie, die eine Wirkung der Homöopathie über den Placebo-Effekt hinaus belegt.

    Ich habe mir die Studien jetzt nicht genau durchgelesen, aber grundsätzlich ist es ja so. Je mehr Studien angelegt werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine dieser vielen Studien auch von den anderen abweicht und etwas anderes belegt. Das liegt daran, dass keine Studie zu 100 Prozent richtig sein kann. Es gibt immer eine geringe Fehlerwahrscheinlichkeit. Genau aus diesem Grund existieren Metastudien. Sie fassen die Ergebnisse von vielen Studien zusammen und schauen, wohin der Trend geht. Wenn von sagen wir mal 200 Studien 198 sagen, dass Globuli nicht wirken und 2 sagen, dass sie wirken, dann geht man als rational denkender Mensch vermutlich erstmal davon aus, dass die deutliche Mehrheit zumindest mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit im Recht ist. Auch hier gibt es keine 100ige Sicherheit - aber die gibt es in der Wissenschaft grundsätzlich nicht.

    Ich hatte den Eindruck, Deine Links haben einfach niemanden interessiert ;-D


    Wie dem auch sei:


    Die einen sind sich sicher, dass Globuli nicht helfen können.


    Die anderen haben am eigenen Leib erfahren, dass Globuli helfen können.


    Wer zwingt euch, darüber zu diskutieren und wem genau bringt das eigentlich was? Ob ich mir jetzt für 6€ ein paar Globuli, Hustensaft oder eine Schachtel Zigaretten kaufe... die Welt dreht sich trotzdem weiter.

    Zitat

    Wieso ist eigentlich noch niemand auf den Beitrag von Monsti eingegangen?


    Broderick, was lief in dieser Studie Deiner Meinung nach falsch?

    Eine Analyse der zitierten Studie (und vieler anderer angeblich positive ausgefallenen Studien) findet man hier: http://www.beweisaufnahme-homoeopathie.de/?p=2343

    In diesem Zusammenhang zu diskutieren ist natürlich fast immer überflüssig, das stimmt. Während die einen den heutigen wissenschaftlichen Methoden und Erkenntnissen vertrauen, tun das die anderen eben nicht. Das ist ja nicht nur bei Medizin so, sondern lässt sich auf viele andere Felder übertragen. Für mich besteht das einzige Problem an Globuliverfechtern (oder auch Impfgegnern) darin, dass sie teilweise auch ihre noch unmündigen Kinder mit reinziehen. Und das kann manchmal schlimme Folgen haben (wenn man der Wissenschaft und Studien traut). Jeder, der selbst entscheidet, was er nehmen möchte, darf das gerne tun. Und wenn man mit voller Überzeugung an Homöopathie glaube, hilft einem das schon in gewisser Weise - immerhin ist der Placeboeffekt dann ganz stark ;-)

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    Die Studie, die Monsti verlinkt hat, ist mit nur 144 Patienten (also ca. 72 in jeder Gruppe) super klein angelegt. Viel zu klein, um überzeugende Ergebnisse zu liefern, weil man bei Studien mit so wenigen Teilnehmern den Zufallsfaktor nicht zuverlässig rausrechnen kann.

    Mein Mann ist seit 2,5 Jahren Patient auf der Onkologie. Seit genau 8 Wochen in einer Studie und wird mit 13 Pat. in der Phase I und 100 Pat. in der Stufe II durchgeführt. Die Hälfte erhält Placebos.


    Und Pat. die Placebos erhalten haben danach keine weiteren Chancen, weil schon alles ausgereizt ist.


    In Anbetracht der Krebspat. innerhalb Deutschlands frage ich mich, warum nicht mehr Pat. in einer Studie aufgenommen werden.


    Aber vllt. weiss ja hier jemand eine Antwort, warum nur mit insgesamt 113 Pat. - bzw. in Phase II mit nur 100 Pat. - eine Studie durchgeführt wird.

    Eine geringe Untersuchungsgruppe bei Studien hat meistens Kostengründe. Denn erstens sind die Präparate teuer und zweitens sind die Personalkosten bei vielen zu behandelnden Patienten selbstverständlich ebenfalls sehr hoch. Gerade beim Krebs bin ich aber auch für deutlich mehr Forschung, als sie momentan betrieben wird.

    @ Hanca

    Dir ist schon bekannt, dass die DHU Mitglied in einem der größten deutschen Pharmaverbände ist?


    Dir ist schon bekannt, dass eben diese Pharma-Lobby massiv den Einsatz von Homöopathie fördert und fordert und sofort auf der Palme ist, wenn aus der Politik Gegenwind kommt?


    Hört doch endlich auf, immer wieder die selbe Lüge zu verbreiten, dass die böse Pharmalobby gegen die Homöopathen kämpft! Die Globuli werden von der Pharmaindustrie hergestellt!

    Die DHU ist nicht nur Mitglied im BPI, sie ist außerdem eine 100%ige Tochterfirma des Schwabe-Konzerns, der nebenbei gesagt etwa 900 Millionen Euro Umsatz im Jahr macht. Der Forschungsaufwand lag im Jahr 2015 bei etwa 32 Millionen Euro. Potenziert werden bei Globuli vor allem die Gewinnmargen der Konzerne. Globuli bestehen ja aus 100 Prozent Zucker, der Großhandelspreis für Zucker liegt etwa bei 0,50€ pro Kilo. Ein Fläschchen Globuli enthält etwa 10 Gramm Zucker - und wird für ca. 10 Euro verkauft. Klar kommen da noch nen paar Kosten dazu, aber das ist nichts im Vergleich zu diesem riesigen Unterschied. Wer mir also jetzt damit kommt, das die Homöopathie ja so arm ist und überhaupt nichts mit der gewinnmaximierten Pharmaindustrie zu tun hat, der hat, so Leid mir das tut, einfach keine Ahnung.

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    blucapart


    Wieso ist eigentlich noch niemand auf den Beitrag von Monsti eingegangen?


    Broderick, was lief in dieser Studie Deiner Meinung nach falsch?

    Dazu müsste man die Studie einsehen können.


    Aber alleine das verlinkte Abstract zeigt, dass da was oberfaul ist:


    -90% der Homöopathikagruppe waren am Ende vollständig geheilt


    -Bei 89% der Placebogruppe trat nach 3 Wochen nichtmal eine Besserung ein.


    Kommt dir das nicht sehr seltsam vor? Sinusitis heilt doch normalerweise nach 1-2 Wochen von alleine aus. Und hier bemerken nach 3 Wochen 89% nichtmal eine Besserung??


    Als Homöopathiestudie taugt das Ganze sowieso nicht. Einer der Bestandteile ist ja von sich aus wirksam gegen Sinusitis. Und hier ist er nur 1:10 verdünnt. (Potenz D1). Wenn man mit dieser Studie überhaupt was belegen könnte, dann wär es also die Wirksamkeit dieser nur schwach verdünnten Ursubstanz. Aber nichtmal das glaube ich.


    Eigentlich müssten auch alle Homöopathieanhänger bei dieser Studie laut werden. Es wird doch immer wieder betont, dass man nicht pauschal behandeln darf, sondern für jeden Patienten individuell.


    Angeblich muss doch für jeden Einzellfall nach stundenlanger Anamnese durch einen qualifizierten Homöopathen das passende Mittel gefunden werden. Und selbst dieses wird im Laufe der Behandlung oft mehrmals gewechselt.


    Und jetzt soll es auf einmal so einfach sein? Mittel xy aus der Apotheke hilft bei 90% aller Patienten?

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    ayasha


    Die Studie, die Monsti verlinkt hat, ist mit nur 144 Patienten (also ca. 72 in jeder Gruppe) super klein angelegt.

    Nun ja, angesichts dieses gewaltigen Unterschiedes zwischen Placebo und Hömöopathikum wäre das Ergebnis trotzdem sehr beeindruckend. Etwas zu beeindruckend. Da wurde ganz massiv getrickst.